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2009


Kino-Zauberer der Authentizität
Filmfest München: Ehrenpreis der ökumenischen Interfilm-Akademie für den Regisseur Peter Lilienthal

                                                                                     
      Filmemacher Peter Lilienthal im Schneideraum bei der Fertigstellung seines letzten Films »Camilo – der lange Weg zum Ungehorsam.«

Im Mittelpunkt des Films steht der US-Soldat Camilo Mejia, der nach einem zweiwöchigen Heimaturlaub desertierte und zum ersten Kriegsdienstverweigerer des letzten Irakkriegs wurde.



Er ist ein sensibler Wanderer zwischen den Welten: Der Filmemacher Peter Lilienthal erhält den Ehrenpreis der ökumenischen Interfilm-Akademie München für sein Gesamtwerk.

Natürlich kann ein Film nicht die Welt verändern«, bekennt Peter Lilienthal. Dennoch hat der Filmemacher immer wieder Unrecht und Verletzungen der Menschenrechte in seinen Filme thematisiert. Mit viel Sensibilität und Raum für die leisen Zwischentöne hat der gebürtige Berliner im sogartigen Erzählfluss seiner Filmbilder Aufklärungsarbeit geleistet. Vor allem für gesellschaftliche Entwicklungen in Lateinamerika hat der vielfach geehrte Autorenfi lmer des »Neuen deutschen Films«, der im November seinen 80. Geburtstag feiert, das Bewusstsein geschärft.

Peter Lilienthal, Sohn eines Bühnenbildners und mit dem Flugpionier Otto Lilienthal verwandt, flüchtete 1939 mit seiner Mutteraus Nazi-Deutschland. Lange Zeit lebte er in Montevideo in Uruguay, wo seine Mutter einkleines Hotel eröffnet hatte, im Exil. In den 1950er-Jahren kehrte er über Paris in seine Heimatstadt zurück, um an der Berliner Hochschule für Bildende Künste zu studieren und das Filmhandwerk zu lernen.

Sein erster Film »Malatesta« von 1969, ein Porträt des italienischen Anarchisten Enrico
Malatesta, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Exil in London verbrachte, ist ein Plädoyer für gewaltlosen Widerstand, für Menschlichkeit und Güte auch im Aufbegehren.

Mit Fug und Recht reiht sich sein 1979 entstandener Spielfilm »David«, der mit dem langen Schweigen bricht und über das Schicksal eines Holocaustüberlebenden erzählt, in Reclams fünfbändigem Filmlexikon ein zwischen den so bedeutenden Filmklassikern »Die Ehe der Maria Braun« von Rainer Werner Fassbinder und »Die Blechtrommel« von Volker Schlöndorff.

Ähnlich wie in seinem Spätwerk »Das Autogramm«, in dem unter der Herrschaft einer südamerikanischen Militärdiktatur zwei ganz unterschiedliche Welten, die eines Boxers und die eines Bandeonspielers, zueinanderfinden, spiegelt sich im Mikrokosmos einer kleinen banalen Alltagsgeschichte der Makrokosmos der Politik. Dem »Nomaden« Lilienthal wurde das Prädikat eines »Kino-Zauberers« verliehen, der das Kunststück beherrscht, aus Banalitäten des Alltags wie den politischen Katastrophen des Jahrhunderts poetische Funken zu schlagen« (Michael Töteberg).

Selbst ein Grenzgänger und Wanderer zwischen den Welten Europa und Lateinamerika, stets auf der Suche nach dem Authentischen in seinen Filmen, zeichnet gestochen scharf seine Protagonisten aus aller Herren Länder, die Schiffbruch erleiden, aber ihre Lebensfreude und Hoffnung nie aufgeben.

Nahe an der Seele seiner Protagonisten
Für den evangelischen Pfarrer, Filmtheologen und Cineasten Eckhard Bruchner verbindet der Filmemacher Lilienthal als feinsinniger Ästhet auf geniale Weise Form und Inhalt. »Er kommt auf die Essenz der Dinge, dringt immer ganz tief ein ins Seelische seiner Protagonisten. Dabei macht er den Menschen immer wieder Mut. Er macht sie nicht zu Helden, sondern zeigt sie mit Brüchen und Wunden«, meint Bruchner.

Angelika Irgens-Defregger


Ob ihr wollt oder nicht
Regie: Ben Verbong
Laura, Ende 20 und die jüngste von vier Schwestern, hat Krebs. Als sie plötzlich die Chemo abbricht und unangekündigt in ihr Elternhaus zurückkehrt, passt ihrer Mutter das gar nicht in den Kram. Und ihren drei höchst unterschiedlichen Schwestern erst recht nicht. Doch nach anfänglichen Widerständen eilen sie aus allen Teilen der Republik herbei. Ihr Ziel: Laura zur Wiederaufnahme der Behandlung zu bewegen - und dann schnell wieder weg, haben sie sich doch eigentlich überhaupt nichts zu sagen. Doch Lauras Ziel ist ein ganz anderes: Ihre schräge und zerrüttete Familie wieder zusammenzubringen…


Germeringer Filmgespräche

zusammen mit dem Hospitzverein Germering e.V.
im Universum Kino Germering
Mittwoch, 9.September 2009

mit anschließender Diskussion:

Pfarrer Eckart Bruchner (Interfilm-Akademie München)
und Margit Gratz (Hospizverein Germering e.V.)


Veranstaltungsübersicht: Germering
Mi, 9. Sept.
Kinofilm

Ob ihr wollt oder nicht
Mo, 12. Okt
Vortrag

Warum müssen wir mit Sterbenden heute anders umgehen als früher?
Mo, 9.Nov
Informations-
veranstaltung

Selbstbestimmt im Alter, bei Krankheit und Unfall:
die Neuregelung von Patientenverfügungen und
die Gestaltung von Vorsorgevollmachten
Do, 12. Nov
Do, 19. Nov
Do, 26. Nov
Do, 10. Dez
Themenreihe
Sprachlosigkeit überwinden bei Krankheit und Tod



Gräfelfinger Filmgespräche

zusammen mit dem Hospitzverein Wümtal e.V.
im Filmeck Gräfelfing
Mittwoch, 16. September 2009


mit anschließender Diskussion:

Pfarrer Eckart Bruchner (Interfilm-Akademie München)
und Monika Anzinger (Hospizverein Würmtal e.V.)


ARTE 12.09.2009 | 23:35

Der Filmemacher Peter Lilienthal erhielt auf dem Filmfest München 2009
den Ehrenpreis der Interfilm Akademie.


ARTE 12.09.2009 | 23:35; Camilo - Der lange Weg zum Ungehorsam
bis 01:00 (85 Min); Dokumentarfilm, BRD/B 2007


Camilo Mejia, Sohn eines bekannten nicaraguanischen Komponisten, emigriert 1995 in die USA. Um sich seiner Wahlheimat würdig zu zeigen, verpflichtet er sich zum Dienst in der Nationalgarde. Während eines Einsatzes im Irakkrieg kommen ihm Zweifel am Sinn des Krieges und er desertiert. Er gilt als der erste Kriegsdienstverweigerer des Irakkrieges. Filmemacher Peter Lilienthal kontrastiert die Geschichte Camilos mit der von Fernando Suarez del Solar. Dessen Sohn Jesus ist der erste Mexikaner, der für die USA im Irakkrieg gefallen ist.

                                                                           


Interfilm – Seminar 2009
4./ 5. JULI, jeweils 10 UHR
RIO FILMPALAST, Rosenheimer Platz


,,Die Sehnsucht nach Anpassung kann tödlich sein’’-
Peter Lilienthals filmische Parabeln für den politischen Zustand der Welt.
Peter Lilienthals jüngster Film CAMILO – DER LANGE WEG ZUM UNGEHORSAM thematisiert ,,Einbürgerung posthum’’.

Der bald 80 jährige Filmemacher hat den gescheiterten Versuch der Assimilation als Kind erlebt in Berlin der dreißiger Jahre, als die Judenverfolgung begann. Dahin trägt es ihn immer wieder zurück,, Ich kenne diese Sehnsucht nach Anpassung’’. Lilienthal hat eine ähnliche Sehnsucht bei vielen Einwanderern aus Lateinamerika in den USA ausgemacht. Diese Sehnsucht bringt sie dazu, Dinge zu tun, die ihren Überzeugungen im Grunde widersprechen. Lilienthal sagt, man kommt immer erst zur Erkenntnis, wenn es zu spät ist. Gerne zitiert der Regisseur aus dem Buch Salomo : ,, Mach deinen Mund auf für die Stummen’’.


Eröffnet wird das Seminar

Am Samstagvormittag 10 Uhr mit WENN ALLES DUNKEL WIRD, MÖCHTE ICH LEUCHTEN, eine Dokumentation über seine Biographie mit wichtigen Filmzitaten über sein Gesamtwerk, gefolgt von einer Diskussion mit dem Regisseur und langjährigen Weggefährten.

Um 15.00 Uhr wird sein Meisterwerk DAS AUTOGRAMM gezeigt.

Am Sonntag ist zu Beginn 10 Uhr sein jüngster Film CAMILO-DER LANGE WEG ZUM UNGEHORSAM zu sehen, der das Dilemma der Latino - Soldaten in den USA zeigt, die als Latino- Immigranten aus Sehnsucht nach Assimilation im Irak - Krieg mitkämpfen, den sie eigentlich ablehnen. Peter Lilienthal hat mit CAMILO einen Film über Menschen gedreht, die auf dem langen Weg zum Widerstand ihre Identität wiederfinden.

Ab 12 Uhr folgt eine Diskussion mit internationalen Gästen.


Regisseur Peter Lilienthal ist im Seminar anwesend.
Gesamtleitung: Pfarrer Eckart Bruchner, München/Antwerpen
Veranstalter : Interfilm- Akademie München in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie München und den Landesmediendiensten Bayern. Eintritt 5 Euro.


 
  ONE – FUTURE – PREIS 2009, Samstag 4.Juli 2009

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft- One Future.
In diesem Sinne zeichnet der One Future Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.
Die Interfilm- Akademie München vergibt den Preis in diesem Jahr zum 25. Mal.
Mit einem Ehrenpreis für sein Gesamtwerk wird in diesem Jahr der Regisseur Peter Lilienthal ausgezeichnet, der demnächst seinen 80. Geburtstag feiert.



"Natürlich kann ein Film’’, so Lilienthal "nicht die Welt verändern".

Trotzdem haben seine Filme das Bewusstsein über gesellschaftliche Entwicklungen vor allem in Lateinamerika geprägt.

"Mein Kino ist auf der Suche nach Authentizität."



Mit seinem neuesten Dokumentarfilm CAMILO- DER LANGE WEG ZUM UNGEHORSAM über Latino - Soldaten in den USA wird Lilienthal diesem Anliegen erneut mehr als gerecht.

Schon immer lenkte Lilienthal in seinen Werken die Aufmerksamkeit auf die Verletzung von Menschenrechten, ohne in Klischees abzugleiten.

Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Pfarrer Eckart Bruchner (Deutschland) gehören: Ileana Cosmovici (Italien), Luis Antolin(Spanien), Irena Pavlovic(Serbien), Galina Antoschewskaja (Russland ), Bhagu T. Chellaney (Indien) und Wang Ai Qun (China).

Peter Lilienthal wird bei der Preisverleihung anwesend sein.
Preisverleihung: Samstag 4.Juli, um 13 Uhr Im Gasteig (Black Box). Der Eintritt ist frei.


Marriage Week vom 7.–14. Februar 2009

Marriage week ist eine Initiative von Personen und Institutionen aus den Bereichen Kultur, Kirche, Politik und Wirtschaft mit dem Ziel, den Wert der Ehe in der Gesellschaft zu stärken.
Marriage Week geht zurück auf den Gründer Richard Kane, der in England eine beispiellose Bewegung ausgelöst hat. Sie stellt das Abenteuer einer gelingenden Ehebeziehung in den Mittelpunkt einer landesweiten Themenwoche, die seit 1996 jedes Jahr vom 7.–14. Februar in England stattfindet.

Das Abenteuer der Ehe feiern! Die gemeinsame Ehe ist immer ein Grund zu feiern. Marriage Week hilft, dies bewusst einmal im Jahr umzusetzen. Alle Ehepaare sind eingeladen! Eine Woche rund um die Ehe. Marriage Week ist überkonfessionell, überparteilich und lädt ausnahmslos alle Ehepaare ein. „Ich gehör zu dir!“, so lautet das Eheversprechen. Marriage Week bietet die Möglichkeit, sich in regelmäßigen Abständen daran zu erinnern.


Die bewusste Neu-Entdeckung der besonderen Zweisamkeit der Ehe! Die Liebe in der Ehe benötigt Pflege und Aufmerksamkeit. Marriage Week gibt in dieser Woche die Chance, Ideen für die Gestaltung der Ehe zu verwirklichen. Mitmachen ist ganz einfach! Alle Eheleute können mit eigenen Einfällen, Aktionen und Beiträgen diese außergewöhnliche Ehewoche bereichern. Marriage Week ist offen für alle Aktivitäten, die diese Woche noch bunter machen.

Im Rahmen der Marriage Week bietet Filmpfarrer Eckart Bruchner am Mittwoch, 11. Februar, von 19.45 Uhr an ein Filmgespräch zu Doris Dörries tragikomischem Liebesfilm "Kirschblüten-Hanami" im Gräfelfinger Filmeck an.

Vor dem Film gibt Bruchner, der Direktor der Interfilm-Akademie ist, eine Einführung.
Das Filmgespräch findet im Anschluß an den Film statt.

Das Filmeck hat auch Hauptdarsteller Elmar Wepper zur Teilnahme gebeten.



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