NEWS
Münchner
Filmgespräche
Weitere
Filmgespräche
Seminare
OneFuturePreis
PrixInterculturel
PrixJeunesse
Afrique

Projekte
Publikationen
Filmproduktion
Interviews
Festivalreports
FilmfestMünchen
5-Seen-Filmfestival
FilmhochschulFest
DokuFilmfestival
Interfilm-Akademie
Organisation
50Jahre Interfilm
25JahreAkademie
Kontakt
News
Links
STARTSEITE


2010

SZ 2.Dez. 2010

2.Dez: Liebe, Tod und bayerischer Humor

Der Gautinger Pfarrer Eckart Bruchner zeichnet mit seiner Akademie
den Film "Daniels Asche" aus

      
     


Dieser Artikel: Sonntagsblatt, Ausgabe 48/2010 vom 28.11.2010

28.11: Letzte Ruhe im Chiemsee

»Daniels Asche« - der preisgekrönte Kurzfilm des bayerischen Nachwuchsregisseurs Boris Kunz

Boris Kunz - diesen Namen wird man in Zukunft noch öfter hören. Mit seinem Abschlussfilm »Daniels Asche« hat der Münchner Jungregisseur und HFF-Absolvent nicht nur bei den Hofer Filmtagen auf sich aufmerksam gemacht. Beim diesjährigen 30. Internationalen Festival der Filmhochschulen in München heimste Kunz auch den evangelischen Filmpreis »Prix Interculturel« ein.

Die Story ist schnell erzählt: Die neunzehnjährige Sophia trauert um ihren Freund Daniel, der bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Jetzt will sie ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Daniels Asche soll in den Chiemsee gestreut werden, was allerdings dessen Eltern missfällt. Das Aufeinanderprallen verschiedener Vorstellungen vom Tod und vom Abschiednehmen führt am Ende zum Diebstahl der sterblichen Überreste auf dem Friedhof. Wegen einer simplen Verkehrskontrolle droht dann nicht nur ein handfester Familienkrach. Auch das Unternehmen, Daniels letztem Willen zu entsprechen, droht zu scheitern.

Dieser 31-minütige, schwarzhumorige Kurzspielfilm, bei dem der 31-jährige Kunz für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat völlig zu Recht gleich zwei Preise gewonnen: den »Panther-Preis« als beste Produktion eines deutschen Films sowie den »Prix Interculturel« für Verdienste um den interkulturellen Dialog, der bereits zum sechsten Mal von der Film Akademie München unter dem Vorsitz von Pfarrer Eckart Bruchner vergeben wurde.

Konflikte zwischen Liebe und Tod

»Boris Kunz gelingt eine ritualkritische Studie über verschiedene Formen des Abschiednehmens betroffener Familien von einem 25-Jährigen. Der Film fokussiert auf ästhetische und ethische archaische Konflikte zwischen Generationen und Weltanschauungen, zwischen Liebe, Tod und Aufrichtigkeit«, so der Wortlaut der von »Filmpfarrer« Eckart Bruchner vorgetragenen Laudatio.

»Der Film von Boris Kunz verdeutlicht die unterschiedlichen Ansichten zweier Familien zum Thema Begräbnis. Die tiefgründige Geschichte wird mit viel bayerischem Humor erzählt und erinnert an die hohe Qualität manch erfolgreicher, deutscher Filme der jungen Vergangenheit,« urteilt die Panther-Preis-Jury. Sie war nicht nur beeindruckt von der Boris Kunz' Inszenierung und von der hervorragenden Arbeit des Kameramanns Martin Niklas, sie dürfte nicht zu Unrecht auch an den Haushamer Regisseur Markus Rosenmüller gedacht haben, der 2006 mit seinem ersten Kinofilm » Wer früher stirbt ist länger tot« Furore machte.

Im Chiemgau aufgewachsen, hat Kunz seine Jugend vom Kindergarten bis zum Abitur an der Waldorfschule in Prien verbracht. Nach diversen »No-Budget«-Filmen vor dem Studium ist »Daniels Asche« seine dritte Regiearbeit an der Münchner Filmhochschule HFF.

In seine Abschlussarbeit ist viel Autobiografisches eingeflossen. Seine Hauptdarstellerin Katharina Goebl hat Kunz auf der Waldorfschule kennengelernt. Sie spielt in dem Film die Rolle der Sophia. Sein langjähriger Lehrer Lothar Löbrich mimt den Trauerredner. Überhaupt spielt das Lokalkolorit vor der eigenen Haustür des Regisseurs eine wesentliche Rolle. Den großen Leichenschmaus hat Kunz angesiedelt beim benachbarten »Hafenwirt« in Seebruck. Und auch sein am Chiemseeufer gelegenes Elternhaus dient als Schauplatz einiger Szenen.

Tod, Begräbnis, Abschiednehmen: Das sind schwere Themen. Um so mehr überrascht die Leichtigkeit und Präzision, mit der Boris Kunz sie angepackt und schnörkellos in Szene gesetzt hat - wie ein antikes Theaterstück unter Wahrung der Einheit von Ort, Zeit und Handlung.

Mit lakonischem Sprachwitz und pointierten Dialogen, die nicht immer sakrosankt, dafür bayerisch direkt ausfallen, kehren die Protagonisten ihr Innerstes nach außen und erfinden, wenn es denn sein muss, auch perfekte Notlügen. Das perfekte Timing der großartig agierenden Schauspieler (unter ihnen auch einige Laienschauspieler) trägt dazu bei, dass die Geschichte glaubwürdig und trotz ihrer vermeintlichen Absurdität realistisch erscheint. Boris Kunz verspricht die deutsche Kinolandschaft zu bereichern. Auf seinen ersten abendfüllenden Spielfilm darf man gespannt sein.

Insgesamt wurden auf dem diesjährigen Hochschulfilmfest, das am vergangenen Wochenende zu Ende ging, 44 Filme aus 26 Ländern gezeigt. Von den neun ausgelobten Preisen ging der Hauptpreis der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) an den Polen Pawel Maslona von der Filmhochschule in Kattowitz für sein Ehedrama »For Madmen Only«. 

Angelika Irgens-Defregger


24.Mai: Elke Hack stellt in Pasing aus
      



20. Juli 2010. Karin Achtelstetter als Generalsekretärin von WACC berufen
(WACC/epd/vis) Die deutsche Pfarrerin Karin Achtelstetter ist als neue Generalsekretärin des Weltverbandes für christliche Kommunikation (WACC) berufen worden. Achtelstetter hat umfangreiche internationale Erfahrung im Bereich kirchlicher Kommunikation und Medienarbeit. Gegenwärtig ist sie Direktorin und Pressechefin des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Genf. Davor koordinierte sie die Medienarbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

Achtelstetter, die vier Sprachen fließend spricht, hat in Erlangen Theologie studiert und ist ordinierte Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sie wird ihr Amt in Toronto am 1. November antreten. Sie ist damit Nachfolgerin von Randy Naylor, der nach 10 Jahren an der Spitze von WACC Pfarrer der Parkwoods United Church in Toronto wird.

WACC setzt sich ein für offene, partizipatorische und wahrheitsgemäße Kommunikation und und einen gerechten Medienzugang. INTERFILM ist Mitglied des Weltverbandes und wird seinerseits durch WACC unterstützt.


SZ 26.7.2010: Pälästinensischer Bischof neuer Präsident der Lutheraner



19. Juli: Würzburger Filmgespräch
Film im interkulturellen Dialog
Montag 19. Juli 2010, 19 Uhr
im CINEMAXX
Veitshöchheimer Str. 11 97080 Würzburg
HipHop und Kalaschnikow von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde.


Preview des gerade fertiggestellten Filmes HipHop und Kalaschnikow
„HipHop und Kalaschnikow“ beschreibt eine ungewöhnliche Begegnung von jungen Deutschen mit Palästinensern und Israelis in Beirut und in der Westbank.Die 19-jährige Yasmin hat ihren eigenen Kopf: "Ich bin mal weg", sagt sie zu ihrer Mutter, packt ihren Laptop und steigt mit dem Hip-Hop-Künstler ENZ in einen Flieger nach Beirut. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was aus den palästinensischen Flüchtlingen geworden ist, die Yasmins Vater dort vor fast 30 Jahren gefilmt hat – Beginn einer ungewöhnlichen Reise durch die Krisenregion im Nahen Osten.

Dokumentarische Filmerzählung, 100 Minuten, 2010
Regie: Stefanie Landgraf und Johannes Gulde.

Moderation des Filmgespräches
Pfr. Eckart Bruchner

Veranstalter
Interfilm Akademie München/Antwerpen
Pippinstr. 17, 82131 Gauting, Tel. 089 8502221, E-Mail: office@interfilm-academy.net
Terra Media Corp. Landgraf&Gulde
Klopstockstr.4, 80804 München, Tel 0889 3543118, E-Mai info@terramedia-online.de

03 - 04. Juni: Interfilm-Seminar
Gesellschaftspolitisches Kino - gestern und heute

Am letzten Wochenende des Münchner Filmfests findet traditionsgemäß das Interfilm-Seminar
"Film im interkulturellen Dialog"
statt.
Thema diesmal:

Interfilm-Seminar 2010:
Gesellschaftspolitisches Kino -
gestern und heute
Film im interkulturellen Dialog

   03 - 04. Juni 2010, jeweils 10.00 Uhr
   Ort: Rio Filmpalast, Rosenheimer Platz
   Leitung: Pfarrer Eckart Bruchner

Die gezeigten Filme diskutieren wir mit Medienexperten aus dem In- und Ausland.


In diesem Rahmen wird

   am Samstag, 03.06.2010
   um 13.00 Uhr in der Black Box im Gasteig
   der One Future Preis verliehen.

Idee, Konzept und Leitung: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie München/Antwerpen



3. JULI: Der ONE-FUTURE-PREIS
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige, unteilbare Zukunft – One Future.
In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des
Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise
umsetzt. Im letzten Jahr wurde „The Clown“ von Marco Pontocorvo (Italien) ausgezeichnet.

Die Interfilm-Akademie München vergibt den Preis in diesem Jahr zum 26. Mal.

Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Pfarrer Eckart Bruchner (Deutschland)
gehören Galina Antoschewskaja (Russland), Waltraud Verlaguet (Frankreich), Ileana Cosmovici
(Italien) Bhagu Chellaney (Indien) und Wang Ai Qun (China).

Mit einem Ehrenpreis für sein Gesamtwerk wird in diesem Jahr der Regisseur Peter Fleischmann (Frankreich/Deutschland) ausgezeichnet.

Fleischmann ist einer der Repräsentanten des Neuen Deutschen Films. Zusammen mit Volker Schlöndorff gründete er 1969 die Filmproduktionsfirma Hallelujah Film.
In den 1990er Jahren war er auch an der Leitung der Babelsberg Studios (früher UFA bzw. DEFA) beteiligt.
Mit seinem Spielfilm „Jagdszenen aus Niederbayern“ hat er in den 70er Jahren für einen Skandal gesorgt.
Seitdem engagierte er sich für Toleranz und Menschenrechte in den verschiedensten Gesellschaftsschichten und Ländern. Auch Fleischmanns spätere Arbeiten kreisen um das Problem der erzwungenen Anpassung des Einzelnen an eine verständnislose Umgebung.

Peter Fleischmann wird bei der Preisverleihung persönlich zugegen sein.
PREISVERLEIHUNG: SAMSTAG, DEN 3. JULI, IM GASTEIG, BLACK BOX
Eintritt frei


epd vom 10.Mai.2010: KINO – KIRCHE

KINO – KIRCHE
Zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München
Veranstalter: Interfilm-Akademie München /Antwerpen in Zusammenarbeit mit Landesmediendienste e.V. in Bayern


Auf Initiative des evangelischen Filmpfarrers Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm- Akademie, München/Antwerpen präsentiert KINO-KIRCHE eine Reihe von Filmen zum Thema
„Hoffnung durch interkulturellen Dialog“.

Das von der Schließung bedrohte Filmcasino am Odeonsplatz zeigt jeweils 22.30 Uhr Filme des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin

am Mittwoch (12.5.) Auf der anderen Seite,
am Donnerstag (13.5.) Soul Kitchen,
am Freitag (14.5.) Im Juli,
Samstag (15.5.) Gegen die Wand.


Rio-Filmpalast am Rosenheimer Platz zeigt

am Freitag (14.5.) um 22.30Uhr als Preview den gerade fertiggestellten Film HipHop und Kalaschnikow in Anwesenheit der Regisseure Stefanie Landgraf und Johannes Gulde. „HipHop und Kalaschnikow“ beschreibt eine ungewöhnliche Begegnung von jungen Deutschen mit Palästinensern und Israelis in Beirut und in der Westbank.

Ebenso läuft im Rio-Filmpalast
am Samstag (15.5.) der vielfach preisgekrönte Film Memory Books von Christa Graf, in dem aidskranke Mütter in Afrika eine Botschaft an ihre Kinder hinterlassen.

    
   
12-16. Mai
   
       
   
    
   
  
Neu im Programm KINO-KIRCHE: Rio-Filmpalast am Rosenheimer Platz zeigt
14.Mai: HipHop und Kalaschnikow
am Freitag (14.Mai) um 22.30Uhr

Preview des gerade fertiggestellten Film HipHop und Kalaschnikow in Anwesenheit der Regisseure Stefanie Landgraf und Johannes Gulde, die im Anschluss des Film mit dem Publikum diskutieren.

„HipHop und Kalaschnikow“ beschreibt eine ungewöhnliche Begegnung von jungen Deutschen mit Palästinensern und Israelis in Beirut und in der Westbank.

15.Mai: Memory Books      
am Samstag (15.Mai) um 22.30Uhr

der vielfach preisgekrönte Film Memory Books von Christa Graf, in dem aidskranke Mütter in Afrika eine Botschaft an ihre Kinder hinterlassen.
Christa Graf ist zum Filmgespräch anwesend.

28. April: "HipHop und Kalaschnikow"

Die 19-jährige Yasmin hat ihren eigenen Kopf: "Ich bin mal weg", sagt sie zu ihrer Mutter, packt ihren Laptop und steigt mit dem Hip-Hop-Künstler ENZ in einen Flieger nach Beirut.

Gemeinsam wollen sie herausfinden was aus den palästinensischen Flüchtlingen geworden ist, die Yasmins Vater dort vor fast 30 Jahren gefilmt hat – Beginn einer ungewöhnlichen Reise durch die Krisenregion im Nahen Osten.

Dokumentarische Filmerzählung,
100 Minuten, 2010,
von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde.



Mittwoch, 28. April, 20 Uhr
Sonntag, 2. Mai, Matinee, 11 Uhr
CITY-Kino, Sonnenstraße 12, München

Anschließend Diskussion mit den beiden Filmautoren und dem HipHop Künstler ENZ;

Diskussionsleitung am Sonntag:
Filmpfarrer Eckart Bruchner,
Interfilm Akademie München




10. Februar 2010
In memoriam Ron Holloway (1933-2009)

Ron Holloway
und seine Frau, Dorothea Moritz-Holloway
(Foto: © Hans Hodel)

Der Filmhistoriker und Filmkritiker Ronald Holloway ist tot. 1933 im Staat Illinois/USA geboren, lebte er seit 1968 in Europa, zuerst in Paris, dann Hamburg, schließlich mit seiner Frau, der Schauspielerin Dorothea Moritz-Holloway, in Berlin.

Mit ihr gemeinsam gab er seit 1979 das Journal „KINO German Film“ heraus, das neben einer kontinuierlichen Chronik des deutschen Films einen Überblick über das jeweils aktuelle Festivalgeschehen bot – nicht nur von Berlin, Cannes oder Venedig, sondern auch von vielen weniger populären, für die Wahrnehmung von Filmkünstlern dennoch unentbehrlichen Orten der Filmkultur. Ohne institutionelle Unterstützung publiziert und von Ron und Dorothea auf Festivals unentgeltlich verteilt, bleibt es ein außerordentliches Zeugnis filmpublizistischer Hingabe. Hauptberuflich arbeitete Holloway für Fachblätter wie Variety, The Hollywood Reporter, Moving Pictures International und The International Film Guide.

Neben dem deutschen Kino galt Holloways besonderes Interesse dem Kino Osteuropas, dem er eigene Buchpublikationen und eine umfassende Datenbank widmete. Aus diesem Engagement entstanden auch filmische Porträts der Regisseure Elem Klimov und Sergej Paradjanov.

Holloway wurde 1959 in Chicago zum katholischen Priester geweiht, war dort Mitbegründer des National Centre for Film Study und erwarb seinen Doktorgrad in Evangelischer Theologie an der Universität Hamburg mit der Arbeit „Beyond the Image. Approaches to the Religious Dimension in the Cinema“, die er 1977 mit Unterstützung des Weltkirchenrates publizierte. Sein kirchlicher, theologischer und ökumenischer Hintergrund fand seine Fortsetzung in der Mitarbeit in der Internationalen kirchlichen Filmorganisation INTERFILM, deren Ehrenmitglied er war.

Für seine Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und der Berlinale Kamera ausgezeichnet, die damit auch an seine Mitarbeit im Auswahlkommittee des Festivals 1977-1979 erinnerte. Wer Ron Holloway kannte, war von seiner überragenden Kenntnis und seinem klaren Urteil beeindruckt und von seiner persönlichen Sanftmut tief berührt.

Er starb am 16. Dezember 2009 an Krebs.

Karsten Visarius


zum Seitenanfang