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11. bis 17. November 2012
SZ Freitag, 2. März 2012
Die aktuelle Botschaft Fassbinders
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Vortrag von Filmpfarrer Eckhart Bruchner zum 30. Todestag Rainer Werner Fassbinders.
Danach wir der Film "Angst essen Seele auf" (D 1974); mit Brigitte Mira, Barbara Valentin, Walter Sedlmayr) gezeigt; anschließend Diskussion.
In der Reihe "Schwabinger Filmgespräche". 15 Uhr, Rationaltheater, Hessloherstraße 18.
SZ Mittwoch, den 4. Januar 2012
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24.01.2012 / Feuilleton / Seite 12
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IsraelPalästina
Eine Lehrfahrt
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Von Arnold Schölzel
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| Schwer zu sagen, wie die zwölf deutschen Jugendlichen zwischen 16 und 22 ihre Busreise im Mai 2011 durch Nahost beurteilen, nicht zuletzt, wie sie selbst ihre Rolle auf dieser Fahrt sehen. Die 90-Minuten-Dokumentation von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde, die unter dem Titel »Wir weigern uns, Feinde zu sein« vor kurzem erschien, läßt für die Äußerungen der Reisenden wenig Raum. Das wenige sind allerdings kluge, sachliche Fragen und Aussagen, die vor allem zeigen, wie sehr das Gesehene und Gehörte aufwühlt. Im Vordergrund des Films stehen: Monumente der Besatzungspolitik wie die Mauer zwischen Israel und Westjordanland, israelische Siedlungen im Westjordanland, Alltagsschikanen gegen Palästinenser, die Erinnerung an die Shoah, an Selbstmordattentate, vor allem aber die Berichte der Begleiter der Gruppe, der Israelin Lotty Camerman und des Palästinensers Ali Abuawwad. Sie befürwortet die Armee Israels, er war jahrelang in Haft wegen Kampfes gegen die Besatzung. Beide engagieren sich für Verständigung.
Zunächst die Mauer: Sie wirkt hier monströser als in beiläufigen Berichten. Eine ältere israelische Dame, die als Freiwillige an einer Übergangsstelle das Verhalten der Besatzersoldaten überwacht, erzählt: Morgens um fünf Uhr stellen sich palästinensische Arbeiter, die in Israel beschäftigt sind, zu Tausenden am Checkpoint an. Er ist wie ein Hochsicherheitsknast ausgestattet, die Leute verbringen täglich mehrere Stunden dort. Wer nicht durchgelassen wird, verliert einen Tageslohn. Auf die Frage einer Deutschen, wer die gigantischen Anlagen bezahlt habe, kommt die Antwort: Der US-Steuerzahler. Die USA wüßten sehr genau, was mit den Milliarden Dollar, die sie dafür gegeben hätten, geschehe.
Alle in diesem Film erzählen in größter Ruhe von Ungeheuerlichkeiten: jahrzehntelanger Kampf um einen Hof, den Siedler beanspruchen, aber der palästinensische Bauer kann als einer von wenigen Papiere vorweisen. Der Tod der eigenen Tochter in Tel Aviv beim Selbstmordattentat eines Palästinensers. Man erlebt rationales Verhalten in völlig irrationalen Verhältnissen. Eine Lehrfahrt.
Wir weigern uns, Feinde zu sein. Deutschland 2011. 89 Minuten. Regie: Stefanie Landgraf und Johannes Gulde. Kontakt: Landgraf & Gulde, Terra Media Corp., Bunzlauer Str. 42a, 80992 München, Tel.: 089/3543118, E-Mail: HYPERLINK "mailto:info@terramedia-online.de" info@terramedia-online.de
Filmvorführung mit den Regisseuren und Vorstellung ihres Medienpakets für Bildungsarbeit: Heute 19 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
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SZ 30.1.2012
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Tausend Fragen ohne Antwort
Der neue Dokumentarfilm „Wir weigern uns Feinde zu sein“ soll Jugendliche für den Nahost-Konflikt sensibilisieren
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Politische Grafitti-Aktion: Gemeinsam mit zwölf Jugendlichen aus dem Münchner Umland sprüht der Hip-Hop-Künstler Enz (im Bild vorne) „no peace without dignity“ auf die Grenzmauer in der Westbank...
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Von Barbara Hordych
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Haidhausen Als die Jugendlichen mit ihrem Graffiti aus poppig bunt geschwungenen Buch-staben fast fertig sind, stehen da auf einmal Jeeps des israelischen Militärs im gleißenden Sonnenlicht und junge Soldaten mit Maschinengewehren in den Händen. Sie verlangen von den Sprayern, sofort Schluss zu machen. Schließlich sind es nicht irgendwelche Betonplatten, die sie mit dem Text „no peace without dignity“ besprüht haben: Die frisch in den Boden eingelassenen Platten bei Beit Jala, einem Nachbarort von Bethlehem, gehören zu der teilweise acht Meter hohen Sperrmauer in der Westbank, die Israelis und Palästinenser voneinander trennt.
„Natürlich hörten wir sofort auf und machten auch unsere Kameras aus“ erzählt Stefanie Landgraf, Münchner Autorin des Dokumentarfilms „Wir weigern uns Feinde zu sein“, deram Sonntag Premiere im Rio-Filmpalast feierte. Sie und ihr Co-Autor Johannes Gulde trugen die Verantwortung für die zwölf Jugendlichen im Alter von 16 bis 22 Jahren, die sie im vergangenen Mai auf ihrer Reise durch die Krisenregion im Nahen Osten begleiteten. Mit dabei war auch der Hip- Hop-Künstler Enz, der die Eindrücke der Gruppe auf ihrem Weg durch Israel und das besetzte Westjordanland in „rhythm and rhymes“ umsetzte. Die Gesamtleitung des Projekts obliegt dem evangelischen Filmpfarrer Eckart Bruchner.
Warum treten
die seit sechzig Jahren
auf der Stelle?
Er war es auch, der die Jugendlichen für die ungewöhnliche Begegnungsreise gewann, indem er sein „pädagogisches Netzwerk“ nutzte:Der 68-jährigeDirektor der Interfilm-Akademie München/ Antwerpen unterrichtet nicht nur an der Münchner Kunstakademie, sondern auch noch am Gautinger Gymnasium und an Bayerns erstem Montessori-Gymnasium in Biberkor.
Zwei seiner Biberkor-Abiturientinnen in Ethik sind die Töchter eines alten Freundes, wie er eines Tages überrascht feststellte. Johannes Gulde kannte er noch aus der Zeit, als sie beide an der Münchner Filmhochschule studierten - doch hatten sie sich seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gesehen. Bruchner verstand die Begegnung sogleich als „Gotteswink“, aus dem heraus sie ein konkretes Projekt zu entwickeln begannen. „Schaut man sich israelische Schulbücher an, so stellt man fest, dass mit der Gründung des Staates Israel keine Vertreibung der Palästinenser oder deren Trauma thematisiert wird“, sagt Gulde. In den palästinensischen Schulbüchern dagegen „steht nichts über den Holocaust“.
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Aber da gab es dieses „inoffizielle“ Geschichts - buch, herausgegeben vom israelisch - palästinensischen Friedensforschungsinstitut mit dem Titel „Israelis und Palästinenser Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“. Das wollte er schon länger zum Ausgangspunkt eines Films machen, der den Nahost- Konflikt verstehen helfen soll auf beiden Seiten.
Gemeinsam mit Bruchner besuchten die beiden Filmautoren die Eltern der Schüler und Studenten, luden zu Vorbereitungstreffen, in denen sie sich mit der Geschichte der Krisenregion Nahost vertraut machten. Bruchner war es dann, der den ehemaligen Landesbischof Johannes Friedrich als Schirmherr des Filmprojekts mit ins Boot holte die evangelische Landeskirche und die Robert- Bosch-Stiftung finanzierten das Projekt, das künftig als Medienpaket für den Schulunterricht in deutsch-sprachigen Ländern angefordert werden kann.
Um zu gewährleisten, dass tatsächlich beide Seiten mit ihren oft unvereinbaren Sichtweisen und Erfahrungen zu Wort kommen, gab es zwei unterschiedliche Begleiter: die Israelin Lotty Camerman, deren Eltern Überlebende des Holocaust sind und den Palästinenser Ali Abuawwad, dessen Bruder von israelischen Soldaten auf der Straße erschossen wurde und der selbst zehn Jahre lang als „Kämpfer gegen die Besatzer“ in israelischen Gefängnissen saß. Heute arbeiten sie in einer Friedensorganisation zusammen, suchen Wege derVerständigung. Um den Jugendlichen bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu helfen, standen sie abends für Gespräche zur Verfügung, halfen die aufwühlenden Begegnungen des Tages zu verarbeiten: Dazu gehörte die Begegnung mit der jüdischen Familie Shahak, die eine ihrer Töchter bei einem Selbst-mordattentat in Tel Aviv verlor, genauso wie der Besuch bei einem palästinensischen Bauern, der sich unter dem Motto „Wir weigern uns Feinde zu sein“ allein mit juristischen Mitteln der Gewalt jüdischer Siedler widersetzt.
„Ungewohnt war vor allem die palästinensische Sicht auf die Dinge“, darin stimmen die Jugendlichen im Film überein. Denn durch die Medien werde eher die Perspektive der Israelis transportiert. Die öffentlichen Vorführungen von „Wir weigern uns Feinde zu sein“ zeigen vor allem eins, wie Stefanie Landgraf bei den Premieren vor kurzem in Berlin und jetzt in München feststellen konnte: Warum ändert sich da nichts, warum treten die seit sechzig Jahren auf der Stelle? Diese Frage stellen die jungen Zuschauer sich am häufigsten. Ihr Film kann künftig helfen, das zu beantworten. |
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...bis das israelische Militär kommt und der Aktion ein Ende macht. Szenen aus
dem Film, der auch im Schulunterricht zum Einsatz kommen soll. Foto: oh |
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| 8.2.2012 |
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LEHRMATERIAL ZUM ISRAEL-PALÄSTINA-KONFLIKT
Nahostkonflikt ins Klassenzimmer
"Wie weigern uns, Feinde zu sein" ist ein Film über die Reise junger Deutscher nach Nahost. Er soll Kindern den Konflikt in Israel und Palästina erklären.
VON JANNIS HAGMANN
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Ali Abuawwad wuchs mit einem "natürlichen Hass" auf Israelis auf. Das ist normal, findet er. Der Palästinenser begleitet eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland durch das Krisengebiet Israel und Palästina. Begegnungen mit Menschen auf beiden Seiten sollen ihnen den Nahostkonflikt verständlich machen. Mit dabei: ein Filmteam, das diese Begegnungen dokumentiert. Der Dokumentarfilm "Wir weigern uns Feinde zu sein" entsteht.
Abuawwads Vater wurde 1948 aus seinem Heimatdorf vertrieben, sein Bruder wurde von israelischen Soldaten ermordet. Erst sehr viel später hat er Israelis persönlich kennen gelernt, erzählt er. "Damals sah ich auch zum ersten Mal Israelis weinen. Das hat mich tief berührt." Heute begleitet Abuawwad die Jugendlichen gemeinsam mit seiner israelischen Kollegin Lotty Camerman.
Camerman wuchs auf der anderen Seite auf, jenseits der heutigen Mauer, die Israel und die besetzten Gebiete trennt. Ihre Eltern, die den Holocaust überlebten, wanderten aus Rumänien in den jüdischen Staat ein, erzählt sie den Reisenden. Nach einem Studium in Deutschland kehrte sie nach Israel zurück. Mitte zwanzig war sie damals. Palästina habe in ihrem Leben keine große Rolle gespielt.
Erst 2000, als der zweite palästinensische Aufstand ausbrach, habe sie sich gefragt: "Was ist denn da los?" Alles war doch "so schön hier, so ruhig". Die "Intifada" der Palästinenser hatte ihr die Augen geöffnet. Mittlerweile arbeiten Camerman und Abuawwad zusammen in einer Organisation und engagieren sich für ein friedliches Miteinander von Israelis und Palästinensern.
Umfangreiches Medienpaket
Der Dokumentarfilm über die Begegnungsreise steht im Mittelpunkt eines umfangreichen Medienpaketes, das die Filmemacher Stefanie Landgraf und Johannes Gulde für die Bildungsarbeit herausgegeben haben. Schulen, Jugendzentren und andere Einrichtungen können es seit heute erwerben.
Die Geschichten beider Seiten wurden festgehalten in dem Schulbuch "Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen". Die TeilnehmerInnen der Begegnungsreise hatten es im Gepäck und diskutierten es intensiv, bevor sie sich auf den Weg nach Israel und Palästina machten.
Das Besondere an dem Buch: Die linke Buchseite gibt das israelische Narrativ wider, auf der rechten Seite findet sich die palästinensische Perspektive. Was links als "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet wird, ist rechts "die Katastrophe von 1948, die das palästinensische Volk seiner Wurzeln und seiner Heimat beraubte". Die Fakten stimmen überein, die Interpretation könnte unterschiedlicher kaum sein.
Zusammenarbeit trotz Differenzen
Im Gegensatz zu dem Buch lässt der Film die verschiedenen Perspektiven nicht einfach nebeneinander stehen. Die Jugendlichen begegnen Menschen, die bewusst versuchen, die Perspektive der anderen Seite mitzudenken.
Zu ihnen gehört die israelische Familie Shahak, Friedensaktivisten und Freunde Abuawwads. 1996 tötete ein palästinensischer Selbstmordattentäter eine Tochter der Familie. Der Film zeigt Originalaufnahmen des Anschlags. Seine Tochter Bat-Chen habe er damals im Leichenschauhaus identifizieren müssen, erzählt der Vater. Trotzdem engagieren sich die Eltern und die Schwester für den Frieden.
Mit Ali Abuawwad arbeiten sie eng zusammen. "Wir sind in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung", erklärt Abuawwad den Jugendlichen nach dem Besuch. "Aber das Schöne ist doch, dass Israelis und Palästinenser trotz aller Differenzen zusammenarbeiten können."
"Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen".
HYPERLINK "http://www.berghof-conflictresearch.org/" \t "_blank"
www.berghof-conflictresearch.org
"Wir weigern uns Feinde zu sein. Den Nahost-Konflikt verstehen lernen". 69 Euro,
HYPERLINK "http://www.filmsortiment.de/" \t "_blank"
www.filmsortiment.de
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