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Das Museum of Modern Art zeigt Regina Ziegler Filme
Ron Holloway, Berlin, den 25.April 2006 „Ich wußte garnicht, daß es so viele Erich-Kästner-Fans in New York gibt“, amusiert sich Larry Kardish, Senior Curator der Filmabteilung im Museum of Modern Art, dem MoMA, denn für den Wolf-Gremm-Film Fabian (1978) ist das Kino 2 knallvoll. „Und ich denke“, so Kardish weiter, „auch nächsten Freitag werden die Filmliebhaber in das MoMA strömen, wenn Sommergäste (1975) von Peter Stein läuft“. Fabian und Sommergäste sind zwei der 17 Regina-Ziegler-Produktionen, die zu Ehre der so erfolgreichen Produzentin gezeigt werden. Noch nie wurde eine Produzentin derart ausgezeichnet. Eröffnet wurde die Ziegler-Reihe am 5. April mit Unkenrufe (2005), eine Verfilmung der Günter Grass Novelle Regie, der Pole Robert Glinski. Hauptdarsteller Matthias Habich war auch nach New York gekommen. Larry Kardish zitierte aus der Grußadresse von Günter Grass: „Im Film Unkenrufe ist es dem Regisseur und wunderbaren Schauspielern gelungen, den Erzählgestus meines Buches und die ironischen Nebentöne mit filmischen Mitteln aufzunehmen und so einem schwerwiegenden Stoff Leichtigkeit zu vermitteln“.
Zum Schluß lief der bewegende Andrzej Wajda Film Korczak. Der polnische Arzt und Pädagoge leitete ein Weisenhaus in Warschau und begleitete seine Kinder 1942 nach Treblinka. Janusz Korczak wurde post mortem der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Auch mit dem renomierten Krzysztof Zanussi hat Regina Ziegler gearbeitet. 1984 wurde Zanussis Das Jahr der ruhigen Sonne in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. In der Jury war damals Günter Grass und Evgenij Evtushenko, Jury Präsident war Michelangelo Antonioni. Scott Wilson, der den amerikanischen Soldaten spielt, kam von Los Angeles nach New York, um den preisgekrönten Film im MoMA präsentieren zu können. Die beiden jungen Filmemacherinnen Sissi Hüetlin und Britta Wauer waren von Berlin angereist, wie auch die gefeierte Produzentin, als vor lauter jungen Leuten ihr Dokumentarfilm Die Rapoports Unsere drei Leben (2003) gezeigt wurde. Das Ehepaar Rapoport, vor den Nazis nach Amerika geflohen, kehrte während der McCarthy Ära nach Deutschland/DDR zurück. Besonders Historiker wollten den Dokumentarfilm Rodina heißt Heimat (1992) sehen. Regisseurin Helga Reidemeister dokumentiert, wie die sowjetischen Soldaten nach dem Fall der Mauer in die Heimat zurückkehren. 7 Erotic Tales 7 Kurzspielfilme von 30, die wahrlich „weltbekannt“ sind, denn diese Erfolgsserie wurde zu über 400 Festivals eingeladen rundeten das „Ziegler-Festival“ ab. Als Abschiedsgeschenk erhielt Larry Kardish von Regina Ziegler eine Erotic-Tales-Collection (alle 30 Filme) für sein MoMA Archiv. |
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