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| PROJEKTE: Seminar | ||||||||||||||||||
Donnerstag, 24.01.2008 "Andrej Passion - Philosophie der Opferung" Freitag, 25.01.2008 "Solaris und Stalker - der Mensch in der Welt des gestorbenen Gottes" Samstag, 26.01.2008 "Iwans Kindheit - Requiem für den Menschen", "Nostalghia - in Erwartung der Apokalypse"
Tarkowskij wieder in München [von Vera Bade] Die Akademie der bildenden Künste hat zusammen mit der Interfilm-Akademie München/Antwerpen für den 27. Januar namenhafte russische Filmwisssenschaftler zu dem Symposium »Amor und Psyche - Kunst und Religion« eingeladen. Das Symposium fand im Kinotheater »Filmcasino« (nahe dem Odeonsplatz) statt. Das Kinotheater wird von Münchnern nicht nur wegen dort gezeigten exzellenten Auswahl an Filmen geliebt. Ein großzügiges Foyer mit Café lädt zu Meinungsaustausch über Kinokunst und zu gemütlichen Gesprächen ein. Pfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie, sprach einführende Worte zur Premiere von Vera Müllers Videoarbeit »Text und Psyche«. Nach der anschließenden Diskussion war der Film von Andrej Tarkowskij »Zerkalo« aus dem Jahr 1975 zu sehen. Prof. Dr. Igor Yevlampiev sprach danach über »Zerkalo« als „Persönlichkeit im Spiegel der Zeit und der Ewigkeit.“ Tarkowskij hat nur wenige Filme gemacht, er starb schon 54jährig 1986 in Paris. Seine Firne faszinieren die Menschen nach wie vor, und »Zerkalo« gehört zusammen mit »Andrej Rublew« zu den Klassikern der russischen Kinokunst. Wie Igor Yevlampiev in seinem Vortrag unterstrich, war es dem Regisseur wichtig, die Verbindung zwischen dem alltäglichen unscheinbaren Leben mit dem Höheren, Unsichtbaren das Tarkowskij immer fühlte in seinen Filmen zu zeigen. Und eben diese zweite Ebene, der mystischen Hintergrund hinter den Naturbildern, Gesichtern und dem was geschieht, hält den Zuschauer in Atem. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in ihrem Zusammenhalt und ihrer Wechselwirkung darzustellen, war Tarkowskijs Talent und Stärke. Der Film »Zerkalo« hat außerdem autobiografische Züge - seine Mutter und seine Frau waren in den ausdrucksvollen Bildern zu sehen. Seine philosophischen Gedanken (er hat sich eher als Philosoph verstanden) über Geburt, Kindheit, Familie, Frauen und Tod sind zwar nicht immer leicht, aber faszinierend, zu erahnen. Ingmar Bergman sagte einst über Tarkowskij: „Er ist für mich der Bedeutendste, weil er eine Sprache gefunden hat die dem Wesen des Films entspricht: Das Leben als Traum." Das Programm des Symposiums in München wurde mit einem Empfang im Kreis internationaler Gäste (darunter war auch eine Kinoexpertin aus China) abgerundet. Bei Gesprächen im Foyer und Café wurden danach Meinungen - und Visitenkarten - ausgetauscht. Film-Pfarrer Eckart Bruchner von der Interfilm-Akademie München veranstaltet Oktober 2008 eine Aufführung des Films "Andrej Rublew" in Erlangen zusammen mit dem russischen Geistlichen Vater Sergei Otez und dem Religionswissenschaftler Prof. Ewgenij Arinin. Vater Sergej sagte im Gespräch, Tarkowskijs Suche nach dem Sinn des Lebens und seine Mission betreffend: „Wissen Sie, alle Sünden werden verziehen außer der Sünde vor dem Heiligen Geist. Wenn man sucht, kann man irren, es ist menschlich und verzeihlich. Nur wenn man nicht mehr sucht, weil er oder sie meint: es ist allerlei, das und jenes ist das gleiche... das wird nicht verziehen." Das Filmsymposium über Andrej Rublew findet im Rahmen der 25. jährigen Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir stattt, an dem sich auch die Universität Erlangen, das Fraunhofer Institut und die Stadt Erlangen beteiligen. |
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