Begegnungen im Nahen Osten 2011
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25. -27. März 2011 Vorbereitungsseminar in Ruhpolding
mit Diakon Peter Klentzan, Leiter von “wings of hope”
27. April – 8. Mai 2011 Begegnungsreise Israel/Palästina

„Begegnungen im Nahen Osten -
Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“
Zwölf deutsche Jugendliche treffen Palästinenser und Israelis
Workshop / Film /Medienpaket


Leitung: Pfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie München /Antwerpen und
Stefanie Landgraf und Johannes Gulde Terra Media Corp. München
in Kooperation mit Diakon Peter Klentzan,
Leiter von „wings of hope“, München
Trägerin: Evangelische Stadtakademie München
Schirmherr: Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Bayern


Projektbeschreibung

Begegnungsworkshop Naher Osten -
Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“

Dreizehn deutsche Jugendliche treffen Israelis und Palästinenser

Im Rahmen eines Pilotprojekts erfahren zwölf junge Deutsche zwischen 16 und 22 Jahren den Nahost–Konflikt gezielt aus zwei Perspektiven, die sich häufig radikal widersprechen. Zur Vorbereitung wird dabei u.a. das Geschichtsbuch „Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen – Israelis und Palästinenser“ verwendet, das vom israelisch-palästinensischen Friedensforschungsinstitut PRIME herausgegeben wurde und seit 2009 in deutscher Übersetzung vorliegt. In diesem Buch steht auf der linken Seite die israelische Sicht auf die Geschichte, auf der rechten Seite die palästinensische Sicht. Zu ein und denselben Fakten gibt es unterschiedliche Interpretationen. Das Jahr 1948 etwa erinnern die Israelis als das Jahr der Staatsgründung und des Unabhängigkeitskriegs, für die Palästinenser ist es das Jahr der Katastrophe („Al-Naqbah“) und Vertreibung aus ihrer Heimat.

Die Autoren Dan Bar-On (1938-2008), Sami Adwan und ihr Team teilen die Überzeugung, „dass die Überwindung von Feindschaft in den Köpfen beginnen muss und dass die Grundlagen für Verständigung in der Schule gelegt werden müssen“. Sie verstehen das Buch dabei explizit als „Beitrag zur Verständigung in Palästina und Israel“, weil nur durch Kenntnis der jeweils anderen Narration ein Verstehen überhaupt erst möglich gemacht wird.

„Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“ ist für die deutschen Jugendlichen Ausgangspunkt für einen neuen und bisher einzigartigen Ansatz, den Konfliktparteien im Nahen Osten zu begegnen.

Aus diesem Grund sind allein vier bis fünf Tage der Begegnung in Beit Jalah angesetzt. Beit Jalah ist der einzige Ort "zwischen" Israel und Palästina, in dem sich Israelis und Palästinensern treffen können! Zusammen mit Diakon Peter Klentzan von „wings of hope“ wurde hierfür ein eigenes Programm erarbeitet, das den Deutschen über diesen Zeitraum ein Zusammensein mit gleichaltrigen jüdischen Israelis und Palästinensern ermöglicht.

Hier begegnen sie auch den Pädagogen des PRIME-Instituts zu einem Erfahrungsaustausch über „das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“....

Der Workshop vermittelt den Jugendlichen einen Zugang in Familien und den Lebensalltag auf israelischer und palästinensischer Seite. Was werden die 17- bis 22Jährigen in der Begegnung mit Gleichaltrigen erfahren, wie Vertretern aus Politik, Kultur und den verschiedenen Religionen begegnen?

Im Zentrum steht außerdem die Begegnung mit jungen palästinensischen und israelischen Künstlern, die über Musik, Malerei und Theater ihre Lebenssituation zum Ausdruck bringen. In der HipHop-Szene z.B. kommunizieren Rapper schon seit Jahren mit ihren „rhythm and rhymes“ via Internet miteinander - über jede „Schutz - oder Trennmauer“ hinweg.

Wie sehr hilft „Die Narration des Anderen kennenlernen“ den Jugendlichen, die Positionen beider Seiten im bislang ungelösten Nahostkonflikt besser zu verstehen? Wie werden sie den jungen Künstlern aus der Musik- und Theaterszene in Israel und Westjordanland begegnen und mit ihnen ihre Erfahrungen austauschen?

Die Reise ist eine Spurensuche im Nahen Osten, auf der die Jugendlichen auf beide Seiten zugehen, den Israelis und Palästinensern zuhören, wenn sie über ihre Ängste sprechen, aber auch über ihre Zukunftserwartungen erzählen. Sie suchen Antworten auf die Fragen: Wie kann man in einem Krisengebiet leben und überleben, und welche Hoffnung auf Frieden gibt es?

TeilnehmerInnen

Die TeilnehmerInnen kommen aus dem Raum München und Münster. Fünf gehen auf ein Gymnasium, eine auf eine Realschule. Vier sind Abiturienten und machen derzeit ein berufsbildendes Praktikum. Zwei studieren. Zusätzlich mit dabei ein HipHop-Künstler, der den Nahen Osten kennt und in München mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund arbeitet.

Zielgruppen / Medienpaket

Der gesamte Workshop wird als Film durch ein kleines Team „teilnehmender Beobachter“ professionell dokumentiert und zu einem Medienpaket für den Einsatz in der Bildungsarbeit bearbeitet. Seine einzelnen Kapitel (Vorbereitung, Verlauf der Reise, Erfahrungen und Reflektionen der Jugendlichen) werden mit ausführlichem Begleitmaterial versehen und didaktisch aufbereitet. Das Medienpaket liefert wichtige Diskussionsimpulse und Reflexionen für einen neuen, kultur- und religionsübegreifenden Zugang zum Verständnis des sehr komplexen Konflikts im Nahen Osten. Zudem ermöglicht es durch seine jungen Protagonisten ein hohes Maß an Identifikation.

Das geplante Gesamtunternehmen (Workshop, Film und Medienpaket) ist für den Bildungsbereich das erste Projekt dieser Art, über das Kennenlernen unterschiedlicher historischer und persönlicher Narrative aus Israel und Palästina Brücken für einen Dialog zu bauen.

Das Medienpaket bietet Interessierten ab 15 Jahre einen Einstieg unter den Schlagworten Israel; Palästina; Flüchtlinge; Naher Osten; Krieg; Frieden; Konflikt; Zionismus; Gewalt; Terror; Ziviler Widerstand;; Judentum; Islam; Christentum; Kultur – Musik,Theater,
in die Sachgebiete: Geschichte - Neuere Geschichte seit 1948 – Religion – Ethik - Sozialkunde – Internationale Entwicklung - Vereinte Nationen –Völkerrecht – Menschenrechte - Recht – Friedenspolitik, Sicherheitspolitik.

Ab Herbst 2011 werden kommunale und kirchliche Vertriebe das Medienpaket über die Filmdienste und Medienzentralen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz,) in Schulen, Universitäten sowie in der gesamten Bildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene einsetzen.


Workshop Daten:

25. -27. März 2011 Vorbereitungsseminar in Ruhpolding
mit Diakon Peter Klentzan, Leiter von “wings of hope”


27. April – 8. Mai 2011 Begegnungsreise Israel/Palästina


28. - 29. Mai 2011 Nachbereitungsseminar in Ruhpolding
mit Diakon Peter Klentzan, Leiter von „wings of hope“



Terra Media Corp,. Landgraf und Gulde
Bunzlauerstr. 42 A 80992 München
Tel: 089 3543118 E-Mail: info(at)terramedia-online.de

Interfilm Akademie München/Antwerpen, Pfr. Eckart Bruchner
Pippinstr. 17 82131 Gauting
Tel: 089 8502221 E-Mail: office(at)interfilm-academy.net



Tag 1 – 27.4.

Früh

Abflug München
Ankunft Tel Aviv am Nachmittag
Weiterfahrt nach Beit Jala ins Hotel „Everest“, das genau an der Mauer steht.

Später Nachmittag/Abend

Atmosphärischer Gang durch Beit Jala
Plenum: Vorstellung unserer israelischen Begleiterin Lotty Camerman und unseres palästinensischen Begleiters Ali Abu Awwad (beide von der Organisation Al Tariq, Partnerorganisation von „wings of hope“)
Besprechung über Programm der folgenden Tage.

Tag 2 – 28.4.

Früh

Fahrt zum „Tent of Nation“ bei Bethlehem. Daoud Nassar erläutert wie er zusammen mit seinem Bruder seit Jahren um sein Land kämpft, das Siedler annektieren wollen.

Nachmittag

Zu Gast im Flüchtlingslager Daheishe bei Bethlehem. Rückfahrt nach Beit Jala.

Abend

Plenum.

Tag 3 – 29.4.

Früh

Führung mit Eitan Katz von „Ir Amim“ um Jerusalem. Zur Geschichte und heutigen Auseinandersetzung um die Altstadt.

Nachmittag

In „Abrahams Herberge“ in Beit Jala Gespräch mit dem evangelischen Pfarrer Jadallah Shihadeh, Imam Isaa Maali und Rabbiner Jeremy Milgrom

Abend

Plenum

Tag 4 – 30.4.

Früh

Fahrt nach Hebron zu palästinensischen Familien, die über ihre Lebensbedinungen unter israelischem Militär und Siedlern erzählen.

Nachmittag

Auf dem Rückweg nach Beit Jala Besuch einer palästinensischen Kooperative, die Honig herstellt.

Abends
Plenum und Gespräch mit Lotty und Ali.

Tag 5 – 1.5.

Früh

Fahrt ins Flüchtlingslager Kalandia. Treffen mit Müttern, deren Söhne gefallen sind oder noch in israelischen Gefängnissen sitzen. Besuch einer Mutter zu Hause. Organisiert von Mona Alkhalali von der Palästinensischen Frauenunion.

Nachmittag

Treffen mit Roni Hammermann von „Wachsom Watch“ am Checkpoint Kalandia.

Abend

Freier Abend.

Tag 6 – 2.5.

Früh

Fahrt nach Susya (südlich von Hebron) mit Yahuda Shaoul von „Breaking the Silence (ehem. israelische Soldaten, die gegen den militärischen Dienst in den besetzten Gebieten sind)

Nachmittag

In Abrahams Herberge in Beit Jala Gespräch mit Professor Adwam Sami, dem Mitherausgeber von „Das historische Narrativ des Anderen kennenlernen“. (Sein israelischer Kollege konnte nicht kommen)

Abend

Plenum. Gespräch mit Lotty und Ali.

Tag 7 – 3.5.

Früh

Macram El Arja erklärt an der Mauer vor seinem Hotel, dass der Oberste Gerichtshof in Israel die Mauer auf seinem Grund für illegal erklärte und an dieser Stelle nicht weitergebaut werden darf.

Mitttag

Fahrt ans Tote Meer. Freizeit.

Später Nachmittag

Filmvorführung von „Zwischen HipHop und Kalaschnikow“ im Goetheinstitut in Ramallah.
Treffen mit Schauspielern und Rappern aus Jenin.

Tag 8 – 4.5.

Früh

Die Gruppe beschließt an der Mauer vor dem Hotel ein Graffiti anzubringen: „No peace without dignity“.

Nachmittag

Fahrt nach Jenin.

Abend

Treffen mit einem Rapper und einem Schauspieler vom Freedom Theatre – Rapsongs, Gedicht von Mahmoud Darwich, Gespräch mit der Gruppe.

Tag 9 – 5.5.

Früh

Fahrt über die Nordgrenze Richtung Acca.
Besuch des Holocaust-Museums im Kibbutz Lohamei Hagetaot, das den Kämpfern des Warschauer Ghettos gewidmet ist.
Rundgang durch das Kibbutz.

Abend

Fahrt nach Natanya.
Plenum und Gespräch mit Lotty und Ali.

Tag 10 – 6.5.

Vormittag

Gang mit Lotty durch Natanya. Sie erläutert die Probleme mit den vielen Einwanderen aus Russland und Äthiopien, zeigt die Viertel der orthodoxen Juden.

Nachmittag

Zu Gast bei Familie Shahak, dessen 15jährige Tochter Bat-Chen 1995 bei einem Attentat ums Leben gekommen ist. Der Vater Tzvika Shahak, ein hoher Marine-Admiral, hatte sich daraufhin mit seiner Frau dem „Parent-Circle“ angeschlossen, in dem Palästinenser und Israelis, die Familienangehörige verloren haben, gemeinsam Friedensarbeit leisten.

Abend

Plenum. Lotty und Ali erzählen jeweils ihr Narrativ.

Tag 11 – 7.5.

Früh

Fahrt nach Jerusalem. Gemeinsamer Rundgang durch die Altstadt.
Freizeit.

Nachmittag

Fahrt mit Reuven Moscovitz nach Neve Shalom, dem Gründer des Dorfes, in dem Juden und Palästinenser zusammen leben.
Ansichten von Reuven Moscovitz über die politische Entwicklung in Israel.
Gemeinsame Sitzung im „Haus der Besinnung“.
Rückfahrt Natanya.

Abend

Schlussplenum.

Tag 12 – 8.5.

Früh

Freizeit.

Mittag

Fahrt zum Flughafen. Nachmittags Abflug.



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