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Wir weigern uns Feinde zu sein
Den Nahost-Konflikt verstehen lernen
Deutsche Jugendliche begegnen Israelis und Palästinensern |
Berlin
Dienstag, den 24. Januar 2012, um 19 Uhr
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4 10405 Berlin |
München
am Sonntag, den 29. Januar 2012 um 11 Uhr
Matinee im Rio-Filmpalast
Rosenheimer Platz
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Dokumentarfilm, 89 Minuten
von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde
Zwölf deutsche Jugendliche auf einer einzigartigen Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost. Ihr Ziel: Menschen kennenzulernen, die sich aus der Spirale von Gewalt und Gegengewalt gelöst haben, die auf individuelle Weise den Weg des Dialogs und der Verständigung gehen. Mit dabei ist der HipHop-Künstler ENZ, der seine Eindrücke während der Reise mit seinen „rhythm and rhymes“ wiedergibt. Im Gepäck der 16- bis 22Jährigen: das Schulbuch des Friedensforschungsinstituts PRIME in Jerusalem „Die Geschichte des Anderen kennen lernen - Israelis und Palästinenser“. Die Vorbereitung mit diesem Buch war für die Jugendlichen der Einstieg, die unterschiedlichen Sichtweisen der Konfliktparteien wahrnehmen und verstehen zu können.
Begleitet wird die Gruppe durch Israel und Palästina von einer Israelin (Tochter von Holocaust-Überlebenden) und einem Palästinenser (ehemaliger Widerstandskämpfer, der mehrere Jahre in israelischen Gefängnissen saß).
Der Film ist Teil eines Medienpaketes für die Bildungsarbeit in Deutschland, Schweiz und Österreich.
Das Gesamtprojekt steht unter der Schirmherrschaft von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und wurde von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Robert Bosch Stiftung und dem Auswärtigen Amt gefördert.
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Veranstalter: Pfr. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie München/Antwerpen
Pippinstr. 17 82313 Gauting 089 8502221 office(at)interfilm-academy.net
Landgraf&Gulde, Terra Media Corp. 0893543118 info(at)terramedia-online.de
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SZ 30.1.2012
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Tausend Fragen ohne Antwort
Der neue Dokumentarfilm „Wir weigern uns Feinde zu sein“ soll Jugendliche für den Nahost-Konflikt sensibilisieren
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| Politische Grafitti-Aktion: Gemeinsam mit zwölf Jugendlichen aus dem Münchner Umland sprüht der Hip-Hop-Künstler Enz (im Bild vorne) „no peace without dignity“ auf die Grenzmauer in der Westbank... |
Von Barbara Hordych
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Haidhausen Als die Jugendlichen mit ihrem Graffiti aus poppig bunt geschwungenen Buch-staben fast fertig sind, stehen da auf einmal Jeeps des israelischen Militärs im gleißenden Sonnenlicht und junge Soldaten mit Maschinengewehren in den Händen. Sie verlangen von den Sprayern, sofort Schluss zu machen. Schließlich sind es nicht irgendwelche Betonplatten, die sie mit dem Text „no peace without dignity“ besprüht haben: Die frisch in den Boden eingelassenen Platten bei Beit Jala, einem Nachbarort von Bethlehem, gehören zu der teilweise acht Meter hohen Sperrmauer in der Westbank, die Israelis und Palästinenser voneinander trennt.
„Natürlich hörten wir sofort auf und machten auch unsere Kameras aus“ erzählt Stefanie Landgraf, Münchner Autorin des Dokumentarfilms „Wir weigern uns Feinde zu sein“, deram Sonntag Premiere im Rio-Filmpalast feierte. Sie und ihr Co-Autor Johannes Gulde trugen die Verantwortung für die zwölf Jugendlichen im Alter von 16 bis 22 Jahren, die sie im vergangenen Mai auf ihrer Reise durch die Krisenregion im Nahen Osten begleiteten. Mit dabei war auch der Hip- Hop-Künstler Enz, der die Eindrücke der Gruppe auf ihrem Weg durch Israel und das besetzte Westjordanland in „rhythm and rhymes“ umsetzte. Die Gesamtleitung des Projekts obliegt dem evangelischen Filmpfarrer Eckart Bruchner.
Warum treten
die seit sechzig Jahren
auf der Stelle?
Er war es auch, der die Jugendlichen für die ungewöhnliche Begegnungsreise gewann, indem er sein „pädagogisches Netzwerk“ nutzte:Der 68-jährigeDirektor der Interfilm-Akademie München/ Antwerpen unterrichtet nicht nur an der Münchner Kunstakademie, sondern auch noch am Gautinger Gymnasium und an Bayerns erstem Montessori-Gymnasium in Biberkor.
Zwei seiner Biberkor-Abiturientinnen in Ethik sind die Töchter eines alten Freundes, wie er eines Tages überrascht feststellte. Johannes Gulde kannte er noch aus der Zeit, als sie beide an der Münchner Filmhochschule studierten - doch hatten sie sich seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gesehen. Bruchner verstand die Begegnung sogleich als „Gotteswink“, aus dem heraus sie ein konkretes Projekt zu entwickeln begannen. „Schaut man sich israelische Schulbücher an, so stellt man fest, dass mit der Gründung des Staates Israel keine Vertreibung der Palästinenser oder deren Trauma thematisiert wird“, sagt Gulde. In den palästinensischen Schulbüchern dagegen „steht nichts über den Holocaust“.
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Aber da gab es dieses „inoffizielle“ Geschichts - buch, herausgegeben vom israelisch - palästinensischen Friedensforschungsinstitut mit dem Titel „Israelis und Palästinenser Das historische Narrativ des Anderen kennen lernen“. Das wollte er schon länger zum Ausgangspunkt eines Films machen, der den Nahost- Konflikt verstehen helfen soll auf beiden Seiten.
Gemeinsam mit Bruchner besuchten die beiden Filmautoren die Eltern der Schüler und Studenten, luden zu Vorbereitungstreffen, in denen sie sich mit der Geschichte der Krisenregion Nahost vertraut machten. Bruchner war es dann, der den ehemaligen Landesbischof Johannes Friedrich als Schirmherr des Filmprojekts mit ins Boot holte die evangelische Landeskirche und die Robert- Bosch-Stiftung finanzierten das Projekt, das künftig als Medienpaket für den Schulunterricht in deutsch-sprachigen Ländern angefordert werden kann.
Um zu gewährleisten, dass tatsächlich beide Seiten mit ihren oft unvereinbaren Sichtweisen und Erfahrungen zu Wort kommen, gab es zwei unterschiedliche Begleiter: die Israelin Lotty Camerman, deren Eltern Überlebende des Holocaust sind und den Palästinenser Ali Abuawwad, dessen Bruder von israelischen Soldaten auf der Straße erschossen wurde und der selbst zehn Jahre lang als „Kämpfer gegen die Besatzer“ in israelischen Gefängnissen saß. Heute arbeiten sie in einer Friedensorganisation zusammen, suchen Wege derVerständigung. Um den Jugendlichen bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu helfen, standen sie abends für Gespräche zur Verfügung, halfen die aufwühlenden Begegnungen des Tages zu verarbeiten: Dazu gehörte die Begegnung mit der jüdischen Familie Shahak, die eine ihrer Töchter bei einem Selbst-mordattentat in Tel Aviv verlor, genauso wie der Besuch bei einem palästinensischen Bauern, der sich unter dem Motto „Wir weigern uns Feinde zu sein“ allein mit juristischen Mitteln der Gewalt jüdischer Siedler widersetzt.
„Ungewohnt war vor allem die palästinensische Sicht auf die Dinge“, darin stimmen die Jugendlichen im Film überein. Denn durch die Medien werde eher die Perspektive der Israelis transportiert. Die öffentlichen Vorführungen von „Wir weigern uns Feinde zu sein“ zeigen vor allem eins, wie Stefanie Landgraf bei den Premieren vor kurzem in Berlin und jetzt in München feststellen konnte: Warum ändert sich da nichts, warum treten die seit sechzig Jahren auf der Stelle? Diese Frage stellen die jungen Zuschauer sich am häufigsten. Ihr Film kann künftig helfen, das zu beantworten. |
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...bis das israelische Militär kommt und der Aktion ein Ende macht. Szenen aus
dem Film, der auch im Schulunterricht zum Einsatz kommen soll. Foto: oh |
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