ONE FUTURE PREIS 2005
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One-Future-Preis 2005 für "Der Italiener" (Italianetz) von Andrei Kravchuk

Der One-Future-Preis wird in diesem Jahr von der Interfilm-Akademie München/Antwerpen
bereits zum 21. Mal vergeben an "Der Italiener" (Italianetz) von Andrei Kravchuk.

Lobende Erwähnung
"Re-Inventing The Taliban" von Sharmeen Obaid, Pakistan, USA 2004

      21. One-Future-Preis,
im Gasteig in der Black Box
,
Samstag, den 2. Juli 2005,
um 13.00 Uhr


Jury Begründung 2005


Verlesung des Jury Begründung 2005 durch Pfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie
Fotos: Harmsen

Eckart Bruchner überreicht der Produzentin
Galina Antoschewskaja aus Russland
den One-Future-Preis 2005 der Interfilm-Akademie

Der Italiener (Italianetz) von Andrei Kravchuk

Vanya, ein russisches Waisenkind, hat die Möglichkeit, von einem italienischen Ehepaar adoptiert zu werden.

Während die potentiellen italienischen Eltern ihn mit Versprechungen und vielen Geschenken überhäufen, widersteht der Junge diesen Verlockungen eines zukünftigen Lebens in Italien.

Er besinnt sich auf seine eigenen Wurzeln und entscheidet sich für ein Leben in seiner russischen Heimat. Er begibt sich ganz alleine auf die Suche nach seiner wahren Mutter.


Der gefahrvolle Weg dorthin ist für den Sechsjährigen ein Lernprozess.

Die Erfahrungen aus seiner schwierigen Kindheit helfen Vanya, die Probleme, die sich ihm stellen, mit Cleverness zu lösen. Trotz seiner Skepsis gegenüber der Welt der Erwachsenen erkennt er allmählich, dass er seine Zukunft selber gestalten kann.

Der Film "Der Italiener" macht jungen Menschen Mut, sich auf eine selbst-verantwortliche Zukunft zu besinnen und sich auf den Weg zu machen. Zugleich zeigt die Geschichte auf, dass die ältere Generation der jugendlichen Kompetenz vertrauen kann.

Authentische Jugend lässt sich nicht kaufen, auch nicht weglocken von ihrem eignen Weg. So haben alle Generationen in ihren Kulturen einen gemeinsamen Weg: ONE FUTURE.


weitere Informationen

Jurymitglieder 2005


Von links nach rechts: Christine Weissbarth (Österreich), Sascha Vinogradov (Russland)
Yira Tiéribadin (Burkina Faso), Pfarrer Eckart Bruchner (Vorsitz, Deutschland)
Galina Antoschewskaja , Preisträgerin 2005 (Russland), Rita Przygodda (Brasilien)
Fawzi Soliman (Ägypten), Chris Doherty (USA), Ileana Cosmovici (Italien)

Abbé Dominique Yanogo (Burkina Faso) musste vorzeitig abreisen.
Foto: Harmsen

Interfilm-Seminar 2005 zum Filmfest München

    Interfilm-Seminar 2005
"Die Einsamkeit ist im Inneren"
Samstag und Sonntag, 2-3. Juli,
jeweils ab 10 Uhr
im Rio Filmpalast am Rosenheimerplatz
Leitung: Pfarrer Eckart Bruchner
Direktor der Interfilm-Akademie

Um den interkulturellen Dialog zwischen Ethtik und Gesellschaft geht es im diesjährigen Interfilm-Seminar: Die Einsamkeit ist im Inneren. Medienexperten und Filmschaffende aus dem In- und Ausland werden erwartet. Die Veranstaltung findet am Samstag und Sonntag, 2-3. Juli, jeweils ab 10 Uhr im Rio Filmpalast am Rosenheimerplatz statt.

Programm des Interfilm-Seminars der Interfilm-Akademie

  • Am Samstagvormittag (Beginn 10 Uhr) wird der japanische Spielfilm GESCHICHTEN HINTER WÄNDEN (1965) des Regisseurs Koji Wakamatsu gezeigt.
  • Am Samstagnachmittag thematisieren Arbeitsgruppen "Filmland Japan heute".
  • Am Sonntagvormittag (Beginn 10 Uhr) stellt die deutsche Filmmacherin Katja Baumgarten um 11.00 Uhr ihren Dokumentarfilm MEIN KLEINES KIND (2001) vor.

Anschließend findet ein Empfang anlässlich "25 Jahre Interfilm-Akademie München" statt.

GESCHICHTEN HINTER WÄNDEN (1965)
Der Film zeigt das Leben in den hässlichen, nüchternen Wohnmaschinen, die heute das Gesicht der Städte in aller Welt prägen, - ungeschminkt - offen - und ohne Mitleid. Ohne zurückzuschrecken vor dem Geschehen, das sich hinter verschlossenen Türen, aber hellhörigen Wänden, dem Blick der Nachbarn entzieht, offenbart dieser Film ein Bild der Höhen und Tiefen menschlichen Zusammenseins.

     


Ein tristes Wohnsilo im Tokio der 60er Jahre. Hier lebt der sechszehnjährige Makoto. Es ist der Wunsch seiner Eltern, dass er sich, ganz in japanischer Tradition befindend, für die Aufnahmeprüfung an der Universität vorbereitet um später einmal Karriere zu machen. Von den Erwartungen seiner Eltern überfordert, beginnt Makoto, von seinem Zimmer aus, seine Umgebung heimlich mit einem Fernrohr zu erkunden.

Da ist die Nachbarin die unzufrieden mit ihrem Leben ist. Ihr Mann, in der Liebe nicht mehr so aktiv wie früher, hat etwas dagegen das sie in ihrer vielen Freizeit politisch in der Friedensbewegung aktiv wird. Sie hat einen Geliebten, der die Zeichen der Hiroshima-Bombe am Körper trägt. Für ihn ließ sie sich einst sterilisieren. Ihr persönliches Opfer war nur damals von menschlich rührender Wirkung; jetzt ist der Geliebte, obwohl im Schlafzimmer doch unermüdlich, auch nicht mehr so recht befriedigend. Er hat sich zum kühl rechnenden Geschäftsmann entwickelt, und tragisch blickend erinnert sie die Zeiten, da sie gemeinsam höhere Ideale hatten.

In der Wohnung darüber lebt eine einsame junge Frau, die, unter verschiedenen Vorwänden, den Kontakt zu ihr Umwelt sucht. Ihr Scheitern endet tragisch.

Und auch für Makoto, den seine ehrgeizigen Eltern zum Studium drängen und der seine mehr auf das Praktische und das Geldverdienen gerichteten Sinne unterdrücken muss, wird alles, was er von seinem Zimmer aus, über das Leben und die Liebe erfährt, zum Verhängnis.


MEIN KLEINES KIND (2001)
Ein persönlicher Dokumentarfilm von Katja Baumgarten | Kamera: Gisela Tuchtenhagen
DV -> 35mm-Film | 88 Minuten, Deutschland 2001

     

Was, wenn mit dem ungeborenen Kind nicht “alles in Ordnung” ist? In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm zeigt Katja Baumgarten, was nach der Pränatalen Diagnostik kommen kann. Ein Tabuthema.

Durch eine Ultraschalluntersuchung erfährt Katja Baumgarten in der Mitte ihrer Schwangerschaft, dass ihr ungeborenes Kind mit seinen schweren Entwicklungsstörungen nicht lange leben wird. Ihr wird eine dramatische Entscheidung abgefordert: Sie hat zu wählen, ob ihr Kind in den kommenden Tagen durch die “sofortige Beendigung der Schwangerschaft“ zu sterben hat oder ob es nach seiner natürlichen, zeitgerechten Geburt auf einer Kinderintensivstation im Krankenhaus sein kurzes Leben verbringen wird. In ihrem Bauch strampelt das Ungeborene bereits seit einigen Wochen.

Obwohl in diesem Fall ein Schwangerschaftsabbruch die übliche Lösung ist, entschließt sich die Mutter von drei weiteren Kindern ihren Sohn zu Hause zur Welt zu bringen - mit dem Rückhalt ihrer Geburtshelfer. Dreieinhalb Stunden lang lebt Martin in ihren Armen – seine Familie, vor allem seine Geschwister sind bei ihm.

In Zusammenarbeit mit ihrer Freundin, der erfahrenen Kamerafrau Gisela Tuchtenhagen, dokumentiert sie Momente aus der Zeit von der Not der Entscheidung bis zur Geburt und dem friedvollen Abschied ihres Kindes.

Der autobiografische Dokumentarfilm weist über das Persönliche hinaus: nicht nur als selbst betroffene Mutter, auch als erfahrene Hebamme und künstlerisch ausgebildete Filmemacherin bearbeitet Katja Baumgarten die existentiellen Fragen, die diese Lebenskrise für sie und ihre Familie aufwirft. Es sind Fragen, die in der Gesellschaft ungelöst bleiben.

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