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| ONE FUTURE PREIS 2008 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der ONE-FUTURE-PREIS 2008 der Interfilm Academy Munich geht an den Regisseur Laurent Cantet für seinen Film ENTRE LES MURS (Die Klasse), Frankreich 2008. Der Film spielt ausschließlich in den Räumen einer Schule im 20. Arrondissement von Paris, den berüchtigten Banlieues. Ein Französisch-Lehrer versucht den unterprivilegierten jungen Teenagern, von denen viele aus Einwanderer-Familien verschiedenster Kulturen stammen, nicht nur die Französische Sprache beizubringen, sondern auch menschliche Werte zu vermitteln und ihnen zu helfen, einen Weg in die Gesellschaft zu finden. Regisseur Laurent Cantet und Autor Francois Bégaudeau, der zugleich die Hauptrolle spielt und im wirklichen Leben tatsächlich an einer vergleichbaren Schule unterrichtet, haben nach sehr langen und intensiven Vorbereitungen mit jungen Laiendarstellern eine beeindruckend authentische Atmosphäre geschaffen. Durch soziale und kulturelle Spannungen prallen Gegensätze aufeinander. Die multi-ethnische Schülerschaft wird zu einer enormen Herausforderung für das bedrängte Lehrerkollegium wie auch für die einzelnen Schüler selbst und führt bei vielen Beteiligten zu erheblichen Existenzkonflikten. Die teilweise improvisierten Szenen sind zu einer klaren und mitreißenden Dramaturgie montiert. Lehrer und Schüler erlernen Toleranz und Respekt für das Geschehen innerhalb der Klasse und kämpfen gemeinsam darum, ihre jeweilige Identität zu finden und weiterzuentwickeln.
Der Preis wird in diesem Jahr von der Interfilm-Akademie München bereits zu 24.Mal vergeben. Zu der international besetzten Jury gehören Pfr. Eckart Bruchner (Vorsitz, Deutschland) Galina Antoschewskaja (Russland) Bhagu T. Chellaney (Indien) Ileana Cosmovici (Italien) Tery Ferman (USA) Franz Indra (Deutschland) Giuseppe Maruozzo (Italien) Vera Müller (Deutschland) Yira Tieribadin (Burkina Faso) Wang Ai Qun (China) Christine Weissbarth (Österreich)
"Ethik zwischen Film und Politik" - Michael Verhoevens filmisches Gedächtnis
"Ich mache die Filme nicht aus einem bestimmten Kalkül, sondern weil mich ein bestimmtes Thema umtreibt. Ich mache Filme, die ich mir auch von anderen Regisseuren gerne anschauen würde. Ich stelle mir kein bestimmtes Publikum vor. Nur den dunklen Saal, voll mit Leuten, die gemeinsam lachen oder betrübt sind." (Michael Verhoeven) In Verhoevens Skandalfilm OK wird der Vietnamkrieg nach Bayern verlegt. Aufgrund seiner politischen Brisanz führte der Film 1970 zum Abbruch der Berliner Filmfestspiele. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Der Veranstalter ist die Interfilm-Akademie München/Antwerpen in Zusammenarbeit mit den Landesmediendiensten Bayern und der Evangelischen Stadtakademie Bayern.
Basierend auf einem realen Kriegsverbrechen erzählt "o.k." von einer vierköpfigen Einheit amerikanischer Soldaten, die während des Vietnamkriegs eine junge Vietnamesin verschleppen, vergewaltigen und ermorden. Nur einer von ihnen verweigert die Beteiligung an dem Verbrechen und muss als Folge seines "Verrats" um sein Leben fürchten. In späteren Prozessen werden die Täter zunächst verurteilt, allerdings werden diese Urteile in Berufungsverfahren immer weiter abgemildert. Michael Verhoeven inszeniert den Film mithilfe von Verfremdungseffekten in Brechtscher Tradition: Die Darsteller stellen zu Beginn des Films sich selbst und ihre Rollen dem Zuschauer vor, agieren betont theatralisch und sprechen in bayrischem Dialekt. Bei seiner Uraufführung im Wettbewerb der Berlinale 1970 löste "o.k." einen Eklat aus, da der amerikanische Jurypräsident George Stevens den Film als "antiamerikanisch" empfand. Als Folge der heftigen Kontroverse wurde der Festival-Wettbewerb schließlich abgebrochen. 1989 inszenierte US-Regisseur Brian De Palma unter dem Titel "Casualties of War" eine weitere Filmversion des Stoffs.
Im Jahr 1944 wird die einfache, freundliche Ehefrau und Mutter Elsa Tabori in Budapest auf dem Weg zum Romméspielen von ungarischen Geheimpolizisten verhaftet und gemeinsam mit 4000 Menschen am Westbahnhof zusammengetrieben, um nach Auschwitz deportiert zu werden. Ein kleiner Umschlagplatz am Rande der Grenze, das so genannte "Tor des Himmels", wird jedoch zum Schauplatz eines wundersamen Schicksals. Von einem Bekannten ihres Mannes aus dem Lagerhaus, wo man die Juden zusammengepfercht hat, gestoßen, geht Elsa Tabori in ihrer Verzweiflung auf den befehlshabenden Offizier zu und behauptet, einen Schutzpass in Budapest zu besitzen. Zunächst wollen die Soldaten sie für diese freche Behauptung sofort niederschießen. In einem überraschenden Akt der persönlichen Machtdemonstration gestattet ihr der Offizier jedoch, mit ihm nach Budapest zurückzukehren. Elsa Tabori überlebt den Holocaust.
Der Film beruht auf einem authentischen Fall im bayerischen Passau: Nachdem die Klosterschülerin Sonja einen internationalen Aufsatzwettbewerb gewonnen hat und von ihrer Heimatstadt Pfitzing hochgeehrt worden ist, macht sie sich an ein neues Thema. Sie will sich mit der Rolle ihrer Heimatstadt im Dritten Reich beschäftigen, den lokalen Widerstand gegen die Nazis dokumentieren. Bei ihren Recherchen jedoch stößt sie auf plötzlich auf klare Ablehnung, Bürger und Ämter verweigern jegliche Kooperation. Mehr und mehr entpuppt sich die Gegenwehr aller Honoratioren der Stadt als ein bewusstes Verschleiern von NS-Verbrechen in Pfitzing. Alle, die Sonja zuvor gefeiert hatten, scheinen sich nun gegen sie zu verschwören. Doch so leicht lässt sich Sonja nicht aufhalten. Quelle: DIF Seitenanfang |
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