INTERNATIONALES FESTIVAL DER FILMHOCHSCHULEN MÜNCHEN
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2006

26. Internationales Festival der Filmhochschulen München
vom 19. bis zum 25. November 2006

Zum zweiten Mal verleiht auf diesem Festival die Interfilm-Akademie München den Prix Interculturel 2006. Die Jurymitglieder des Prix Interculturel sind Filmexperten und kommen aus den verschiedenen Kulturen und Religionen.
Der PRIX INTERCULTUREL ist mit € 5.000,- dotiert und prämiert aus dem Festivalprogramm junger Filmschaffenden den Film, der in filmästhetisch wie ethisch überzeugender Weise den interkulturellen Dialog thematisiert.

DER PREISTRÄGER DES PRIX INTERCULTUREL 2006

LION
von Adam Pilkington (Loyola Marymount University Los Angeles, USA)

LION ist das Portrait eines fünfzehnjährigen Jungen aus Sambia und zugleich eine Dokumentation über die Misere einer ganzen Generation. LION, der Film, fördert nicht nur den interkulturellen Dialog, sondern der Film selbst stellt einen interkulturellen Dialog dar. In diesem Dialog werden Wege zu Lösungen von Problemen aufgezeigt, wie bescheiden die Lösungsvorschläge auch sein mögen. Lösungen für Probleme, die fast unüberwindbar scheinen: Wie gibt man Kindern – einem Kind nach dem anderen - ihre verlorene Kindheit zurück? Indem man zunächst die Grundbedürfnisse stillt, wie ein Dach über dem Kopf und Schulausbildung. Dann gibt man der Würde und Selbstachtung wie auch der kulturellen Identität der Kinder eine Chance, sich zu entfalten.
Die zuweilen wackelige Handkamera in LION spiegelt das Chaos in dieser Gesellschaftsordnung, besser: Gesellschaftsunordnung. Der Chorgesang erinnert den Zuschauer an die Harmonie, die traditionell unter diesen Menschen herrschte. Beide künstlerischen Mittel sind hier sehr sinnvoll eingesetzt.
Eine besondere, lobende Erwähnung gilt dem Film TANJU MIAH für seine herausragende Bildgestaltung und die Sensibilität, mit der ein Jugendlicher in Bangladesch gezeichnet wird, der sich nach seiner Mutter sehnt.