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Süddeutsche Zeitung von 02.02.2007



Große Chance für Ileana Cosmovici
Mit düsterem Aschermittwochs-Treiben zur Berlinale
Gautinger Filmemacherin kann ihren Kurzfilm am 14. und 15. Februar in der Reihe
"Perspektive Deutsches Kino" zeigen


Gauting/München.
Eine junge Polizistin ist mit einem Kollegen auf Streife. Es ist Faschingsdienstag in München, die Nacht der Clowns, Dämonen und Hexen. Die Polizistin stellt auf einer Tankstellentoilette einen Vergewaltiger. Und schießt. - Ein junger Chirurg hat Geburtstag und versucht verzweifelt, seine drogenabhängige Zwillingsschwester zu finden. Auch er tötet ungewollt einen Menschen. Und lernt zufällig mitten im Faschingstreiben die Polizistin kennen. In dieser Nacht auf Aschermittwoch müssen sich beide den eigenen Dämonen stellen.

      Aschermittwoch 2006 hat der jungen Filmemacherin Ileana Cosmovici, die in Gauting aufgewachsen ist, Glück gebracht. Mit "Aschermittwoch", ihrem Abschlußfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen in München, ist sie bei der Berlinale dabei. Der 25-minütige Kurzfilm wurde für die Reihe "Perspektive Deutsches Kino" angenommen und läuft am Mittwoch und Donnerstag, 14. und 15. Februar, vor internationalem Publikum. "Ich werde die Zeit nutzen, um Kontakte zu machen und um mich inspirieren zu lassen", erzählt die Filmemacherin.
Die Geschichte zwischen Sandra (Karin Kühnel) und Andreas (Florian Stetter), die zu einer Liebesgeschichte wird, spielt zum Großteil auf dem Viktualienmarkt in München. "Es ist eine Nacht, in der nichts so ist, wie es scheint", erzählt Ileana Cosmovici. Für eine Edition von Doris Dörrie, Dozentin an der Filmhochschule, hatte sie zum Thema "Die Nacht" eine Kurzgeschichte geschrieben, doch nie abgegeben. Als ihr dann das Manuskript wieder in die Hände fiel, beschloss sie, den Stoff weiter zu entwickeln.

Eine Freundin, Sabine Radebold, hat dann das Drehbuch mit dem Arbeitstitel "Aschermittwoch" verfaßt. "Es fiel mir zunächst schwer, mein Baby abzugeben.
Doch das Buch ist ganz toll geworden, es hat einer BR-Redakteurin gefallen, auch Arte hat Interesse gezeigt, und dann haben beide den Film mitfinanziert", sagt Cosmovici. An der Produktion beteiligt hat sich auch die Interfilm Akademie München und der Gautinger Filmpfarrer Eckart Bruchner. "Ich mag den Film und bin ziemlich stolz darauf. Ich freue mich auch für das Team, denn alle haben auf Rückstellung gearbeitet. Das heißt, wenn der Film ein Erfolg wird, bekommen alle Anteil am Gewinn."

Mit leichtem Frösteln erinnert sie sich an das Faschingstreiben vor einem Jahr: Gefilmt wurde bis fünf Uhr morgens mit Handkameras, zwischen den tanzenden Narren, es war kalt und schneite. "Ich hatte viel recherchiert und auch lange mit dem Polizeipsychologen gesprochen, der den Zivilfander betreute, der vor 24 Jahren Jürgen Bergbauer in Gauting erschossen hat. Denn das Schlimmste, was passieren kann, ist für mich, wenn man Schuld ist am Tod eines anderen." Sie ging damals in Gauting ins Gymnasium und war tief betroffen. "Es gab keine absolute Sicherheit. Das Schicksal führt Menschen zusammen, dem kommen sie nicht aus", meint sie.

Auch in ihrem Film gibt es diese Schicksalsebene, die sich aber erst in der letzten Sequenz erschließt."Mich haben immer Sachen gereizt, die nicht erklärt werden müssen." Blanche Mamer

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