Monatliches Archiv: Mai 2017

Der Maschinist (The Machinist)

USA 2004 | 101 min. | Regie: Brad Anderson | mit Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Aitana Sánchez-Gijón u.a.
Dienstag, 16.05.2017, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der Maschinist Trevor Reznik hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Seine Schlaflosigkeit hat zu einem schockierenden Verfall seiner körperlichen und geistigen Verfassung geführt, den seine Kollegen mit Argwohn, seine einzigen Bezugspersonen – die Prostituierte Stevie und die Kellnerin Marie – mit Sorge verfolgen. Dann verschuldet Trevor auch noch einen Arbeitsunfall, bei dem ein Mann einen Arm verliert. Seine Schuldgefühle weichen jedoch bald einem wachsenden Misstrauen und schließlich einer ausgewachsenen Paranoia, als er in seiner Wohnung kryptische Notizen findet und von einem mysteriösen neuen Arbeitskollegen verfolgt wird, den es gar nicht geben soll.

Der Einfluss Dostojewskijs auf amerikanische Intellektuelle wurde von Horst-Jürgen Gerigk ausführlich beschrieben. Brad Andersons Interpretation der Verbrechen-und-Strafe-Thematik, unheimlich-düster und traurig zugleich, ist nicht nur mit zahlreichen Zitaten versehen (so liest die Hauptfigur Der Idiot, in einer Geisterbahn flackert Crime and Punishment auf), sondern beschreibt auch ein von der Kriminologie häufig bestätigtes Phänomen: dass eine begangene Schuld auch für den Täter eine unglaubliche, psychisch kaum verarbeitbare Belastung darstellen kann.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

A United Kingdom

Tschechien / USA / Vereinigtes Königreich 2016 | 111 Min. | Regie: Amma Asante | mit David Oyelowo, Rosamund Pike, Tom Felton u.a.
Mittwoch, 07.06.2017 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

In den späten 1940er Jahren bereist der Thronfolger von Botswana, Seretse Khama (David Oyelowo), das weit von seiner Heimat entfernt liegende England. Hier trifft er in London auf die Büroangestellte und Krankenwagenfahrerin Ruth Williams (Rosamund Pike). Schnell entspinnt sich eine Romanze zwischen den beiden. Während die Liebe des afrikanischen Prinzen zu der weißen Engländerin von der Nation schon äußerst kontrovers aufgenommen wird, ist es schließlich seine Absicht, sie zu heiraten, die einen internationalen Aufschrei der Empörung hervorruft. Sowohl die Familien von Ruth und Seretse als auch das britische Parlament, die südafrikanische Apartheids-Regierung und die Stammesältesten aus Botswana stellen sich gegen die Ehe.

Das Drama A United Kingdom beruft sich auf wahre Ereignisse: 1947 lernte Seretse Khama tatsächlich die Engländerin Ruth Williams kennen und heiratete sie 1948 entgegen aller politischen und familiären Widerstände. 1966 wurde Seretse Khama zum ersten Präsidenten seines von diesem Zeitpunkt an freien Landes. Auch die zwei Söhne der beiden wurden einflussreiche afrikanische Politiker. Als Startdatum des Films A United Kingdom wurde der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Botswana im Jahr 2016 gewählt. (Quelle: moviepilot.de)

Anschließend Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner.