Monatliches Archiv: Juni 2021

Hamburger Filmgespräch: Enemy (OmU)

USA 2013 | 91 min. | Regie: Denis Villeneuve | mit Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Jake Gyllenhaal, Sarah Gadon u.a.
Dienstag, 13.07.2021, 20:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

„Auf meine Stirne tritt kaltes Metall / Spinnen suchen mein Herz.“ (Georg Trakl) Das eintönige Leben eines Historikers beginnt massiv zu schwanken, als er einem Mann begegnet, der ihm aufs Haar gleicht. Immer wieder wird er mit bizarren Situationen und seltsamen Spinnen-Visionen konfrontiert. Enemy zu sehen ist wie ein Hineintauchen in die dunkle Symbolik der Psychoanalyse und noch mehr in die unheimliche Welt E.T.A. Hoffmanns, die nur in Ansätzen psychologisch erklärbar ist. Wir werden auch das Motiv des Doppelgängers in der deutschen Romantik und dessen Bedeutung für die moderne Kriminologie diskutieren. Die Interfilm-Akademie zeigt den Film in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

Regie führte Denis Villeneuve (Blade Runner 2049, Arrival). Die Hauptrollen spielen Jake Gyllenhaal (Brokeback Mountain, Source Code), Mélanie Laurent (Shosanna in Inglourious Basterds), Sarah Gadon (Cosmopolis, Dracula Untold) – und noch einmal Jake Gyllenhaal (Donnie Darko, Okja). In einer Nebenrolle tritt Isabella Rossellini (Blue Velvet, Green Porno) auf. Die literarische Vorlage Der Doppelgänger stammt von José Saramago (Die Stadt der Blinden), der 1998 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich. -> Tickets

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Zum Schweigen verurteilt (I confess)

Zum Schweigen verurteilt (I Confess, 35 mm, dF)
USA / Kanada 1953 | 95 min. | Regie: Alfred Hitchcock | mit Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, O.E. Hasse u.a.
Montag, 21.06.2021, 20:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der katholische Priester Logan (Montgomery Clift) wird verdächtigt, einen Rechtsanwalt ermordet zu haben und hätte hierfür auch ein Motiv. Logan kennt den wahren Täter, er ist jedoch an das Beichtgeheimnis gebunden und schweigt. Der Film handelt auch davon, wie Logan im Konflikt steht zwischen seinen Glauben und seiner unerfüllten Liebe. Die öffentliche Meinung hat derweil schon lange ihr Urteil über den Unschuldigen gefällt. In keinen seiner Filme thematisiert Alfred Hitchcock so stark Religiösität wie in Zum Schweigen verurteilt (Alternativtitel: Ich beichte). Die düstere Atmosphäre Ingmar Bergmans vorwegnehmend begründet dieser Film auch die Tradition des theologischen Thrillers, der besonders in den 1980er Jahren erfolgreich war.

Der Autor und Kriminologe Stefan Preis führt in den Film ein.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich.
-> Tickets

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Haie der Großstadt (The Hustler, OF)

Haie der Großstadt (The Hustler, OF, 35 mm, amerikanische Erstaufführungskopie!)
USA 1961 | 134 min. | Regie: Robert Rossen | mit Paul Newman, Jackie Gleason, Piper Laurie u.a.
Samstag, 19.06.2021, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der junge Poolbillardspieler Eddie Felson (Paul Newman) gerät nach einer Niederlage immer mehr unter den Einfluss des Kriminellen Bert Gordon (George C. Scott). Sarah (Piper Laurie), die in Eddie verliebt ist, versucht verzweifelt, ihm zu helfen. Robert Rossen, als junger Mann selbst ein passionierter Billardspieler, zeigt eine düstere, von Männern dominierte Welt und die Verschränkung von Sport, Gewalt und organisierter Kriminalität. Die Figuren könnten von Jack London erfunden worden sein (nicht zufällig schrieb Rossen auch das Drehbuch für eine Seewolf-Verfilmung). Haie der Großstadt ist ein Meisterwerk des gesellschaftskritischen amerikanischen Kinos, mit Die Farbe des Geldes (1986) drehte Martin Scorsese eine Fortsetzung.

Der Autor und Kriminologe Stefan Preis führt in den Film ein.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich.
-> Tickets

24.06. Gautinger Filmgespräch: The Trouble With Being Born entfällt!

Österreich / Deutschland 2020 | 94 min. | Regie: Sandra Wollner | mit Ingrid Burkhard, Susanne Gschwendtner, Simon Hatzl u.a.
Donnerstag, 24.06.2021 19:30 entfällt!
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Eine unbeschreibliche Grandezza trägt diesen fantastischen Noir-Science-Fiction-Film durch das vielschichtige Unbehagen, das er zu erzeugen vermag. Ist es ein goldener Sommer? Die elfjährige Elli verbringt lange Tage mit ihrem Vater am Pool. Sie lassen sich durch den Sommer treiben. Elli macht ihn glücklich, dazu ist sie da. Er hat sie nach einer Erinnerung erschaffen. Für sie ist es lediglich eine Programmierung, der sie folgt – eines Nachts tief in den Wald hinein, einem verblassenden Echo hinterher. Wird sie anders programmiert, überlagert die eine Figur die nächste. Die Geschichte einer Maschine, einer Zukunftswelt und der Geister, die wir in uns tragen. (Quelle: Kino)

Einführung & Moderation: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie. Der Film lief beim Fünf-Seen-Filmestival 2020.

Film ab, Interview mit Ashkhen Arakelyan und Filmkritik zu Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse

Die vielen Beiträge, was alles entfällt, haben ein Ende – das Kino ist zurück, und die Filmgespräche werden wieder aufgenommen! Bereits geöffnet ist das Breitwand Gauting des unverwüstlichen Kinobetreibers Matthias Helwig (unseren treuen Lesern auch als Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Fünf-Seen-Filmfestivals bekannt), schrieb die Süddeutsche Zeitung am 12. Mai.

Außerdem hat die Junge Welt ein Interview mit Ashkhen Arakelyan über ihren Dokumentarfilm Documenting Memories of Armenien Captives geführt, und Stefan Preis hat beim Fluxkompensator eine Filmkritik zu Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse (1960) geschrieben.