Interfilm-Akademie News

Gräfelfinger Filmgespräch: Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr (Bombshell: The Hedy Lamarr Story)

USA 2017 | 88 Min. | Regie: Alexandra Dean
Mittwoch, 10.10.2018 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Hedy Lamarr – Glamorous portrait of movie actress Hedy Lamarr wearing white fox fur short jacket.1938 – ©Diltz/RDA/Everett Collection (00523921)

Dokumentation über die Österreicherin Hedy Lamarr, die in den 1940er Jahren zum Hollywood-Star aufstieg. Als Schauspielschönheit war sie weltweit bekannt, eine andere Seite ihrer Karriere geriet aber in Vergessenheit: Nachdem die als Hedwig Eva Maria Kiesler geborene österreichische Jüdin nach Amerika emigriert war, half sie maßgeblich an der Erfindung des Frequenzsprungverfahrens mit, das bis heute essentiell für die drahtlose Datenübertragung etwa bei WLAN-, GPS- und Bluetooth-Verbindungen ist. Die Bedeutung dieser Erfindung wurde jedoch zunächst verkannt, erst kurz vor Hedy Lamarrs Tod im Jahr 2000 erhielt sie die verdiente Anerkennung für ihre technischen Errungenschaften. Regisseurin Alexandra Dean erzählt Lamarrs weitgehend unbekannte Geschichte mit Hilfe von verloren geglaubten Sprachaufnahmen und Interviews mit Angehörigen, Freunden und Bewunderern. (Quelle: filmstarts.de)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Fünf-Seen-Filmfestival 2018: Die Preise

Am 15. September endete das Fünf-Seen-Filmfestival, inzwischen nach München und Hof das wichtigste Filmfestival Bayerns.

Genesis von Árpád Bogdán gewann den Hauptpreis des Festivals. Aus der Begründung der Jury: „Mit glühender Intensität, ganz dicht an den Figuren erzählt, konfrontiert uns Regisseur Árpád Bogdán immer wieder mit erschütternd roher Gewalt und der universellen Frage, wer das Recht hat, über Leben und Tod zu entscheiden.“ Mit dem Filmpreis Perspektive Junges Kino wurde Lemonade von Ioana Uricaru ausgezeichnet. Der Dokumentarfilmpreis geht an Playing Men von Matjaz Invanisin. Mit dem Publikumspreis wurde Der Affront von Ziad Doueiri prämiert. Der Short Plus Award geht an Die Spieler von Samuel Auer und der Video Art Preis an Paradise Later von Ascan Breuer.

In dieser Ausgabe war der Zeit eine Retrospektive gewidmet. Die 13. Ausgabe im nächsten Jahr wird unter dem Motto „Raum“ stehen.

Gautinger Filmgespräch: Wackersdorf

Deutschland 2018 | 123 Min. | Regie: Oliver Haffner | mit Anna Maria Sturm, August Zirner, Johannes Zeiler, Sigi Zimmerschied u.a.
Donnerstag, 27.09.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Wackersdorf ist ein packendes Polit-Drama über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz führten. Johannes Zeiler (Faust) spielt den Lokalpolitiker Hans Schuierer, der seine Karriere und seine Zukunft aufs Spiel setzte, weil er kompromisslos für Recht und Gerechtigkeit kämpfte. An Originalschauplätzen im Landkreis Schwandorf gedreht, verfolgt der Film die Geburtsstunde der zivilen Widerstandsbewegung in der BRD. Ein Plädoyer für demokratische Werte und Bürgerengagement, heute so aktuell wie damals. Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis auf dem Filmfest München! (Quelle: Kino Breitwand Gauting)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.
Als damaliger Zeitzeuge und Mitstreiter diskutiert der gebürtige Oberpfälzer Eckart Bruchner das erneut aktuelle Thema „Wackersdorf im deutschen Herbst 2018“.

Fünf-Seen-Filmfestival 2018

Derzeit läuft das 12. Fünf-Seen-Filmfestival. Es findet vom 06. bis 15.09.2018 statt, als Spielstätte neu hinzugekommen ist das Kino Gauting.

Zur Eröffnung wurde das deutsche Drama Styx gezeigt, das bereits auf der Berlinale ausgezeichnet worden ist und parallel auch auf dem Toronto International Film Festival lief. Dieses Jahr sind u.a. Dominik Graf und Josef Bierbichler zu Gast.

Wir freuen uns über den großen Erfolg dieses schönen Festivals!

Gräfelfinger Filmgespräch: Don’t Worry, weglaufen geht nicht (Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot)

USA / Frankreich 2018 | 114 Min. | Regie: Gus van Sant | mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara u.a.
Mittwoch, 12.09.2018 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Dem Alkoholiker John Callahan gelingt es, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, als er bei einer Entzugstherapie sein Talent zum Zeichnen entdeckt.

Im Anschluss Filmgespräch mit Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Kinotreff Rio: Persona

Schweden 1966 | 85 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Bibi Andersson, Liv Ullmann u.a.
Mittwoch, 19.09.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Nach einer Theateraufführung verharrt die Schauspielerin Elisabet schweigend in ihrer Rolle. Die junge Krankenschwester Alma kümmert sich um die apathische Künstlerin. Auf einer einsamen Insel verbringen die beiden Frauen einige Wochen gemeinsam. Alma und Elisabet entwickeln eine sonderbare Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit. Nach Abschluss der „religiösen Trilogie“ (Wie in einem Spiegel, Licht im Winter, Das Schweigen), in der er „Alpträume seiner Jugend bewältigt habe“, weicht der im Jahr 1918 geborene schwedische Meisterregisseur von seinem Realismus-Konzept ab. So verblüfft der Film formal durch eine neue surrealistische Filmsprache, die inhaltlich auf faszinierende Weise Grundmotive Bergmans variiert. Für die Filmzeitschrift „Cahiers Du Cinema“ war dieses Werk der schönste Film Bergmans, weil hier das Kino über sich selbst nachdenkt.

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm Akademie

Hamburger Filmgespräch: National Bird (OmU)

USA 2016 | 92 min. | Regie: Sonia Kennebeck
Dienstag, 04.09.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der moderne Drohnenkrieg gehört zu den umstrittensten militärischen Maßnahmen der Neuzeit. Das Töten per Joystick und die Verweigerung staatlicher Übernahme von Verantwortung lassen sich wie ein „Outsourcing“ kriegerischer Gewalt lesen.

In dieser Dokumentation wenden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter der Streitkräfte an die Öffentlichkeit, da sie mit ihrer Mitschuld am Tod ihnen völlig Unbekannter auf weit entfernten Schauplätzen nicht zur Ruhe kommen.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan)

Schweden 1960 | 89 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Max von Sydow, Birgitta Valberg, Gunnel Lindblom u.a.
Dienstag, 14.08.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Schweden im Mittelalter: Ein junges Mädchen wird auf dem Weg zur Kirche von Hirten überfallen, vergewaltigt und ermordet. Die Rache des Vaters ist schrecklich.

Ingmar Bergmans Klassiker des theologischen Kinos markiert nicht nur den Anfang des Rape-Revenge-Sub-Genres (Wes Craven nannte Bergman sein wichtigstes Vorbild für The Last House on the Left und Gaspar Noé löste wegen der Vergewaltigungssequenz in Irreversible einen ähnlichen Skandal aus wie seinerseits Die Jungfrauenquelle). Der Film thematisiert zeitlos das Leid von Angehörigen von Verbrechensopfern, Selbstjustiz und sucht nach einer Antwort, warum ein guter Gott Böses zulässt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Münchner Filmgespräch: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes (Pope Francis: A Man of His Word)

Schweiz / Heiliger Stuhl (Vatikanstaat) / Italien / Deutschland / Frankreich 2018 | 96 Min. | Regie: Wim Wenders | mit Papst Franziskus, Joe Biden, Paul Ryan u.a.
Montag, 16.07.2018, 15:00
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Im März 2013 wurde der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio im Vatikan zum neuen Papst gewählt. Er gab sich als erster Heiliger Vater den Namen Franziskus, der auf sein Vorbild, den heiligen Franz von Assisi verweist. Papst Franziskus ist auch das erste Oberhaupt der katholischen Kirche, das aus der südlichen Hemisphäre kommt. Der 1936 in Buenos Aires geborene Papst hat bald nach dem Amtsantritt begonnen, die Kurie zu reformieren. Er vertritt Werte wie Bescheidenheit und Demut und sucht, auch auf seinen Reisen, die Begegnung mit Armen, Flüchtlingen, Notleidenden. Er kritisiert die Raffgier und den Neid vieler Menschen. In seiner Enzyklika von 2015 mahnt er den Schutz der Umwelt an. Auch ein gutes Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen ist dem Papst wichtig.

Wim Wenders ist ein bewegendes Porträt des Papstes gelungen, er zeigt den Papst bei der Begegnung mit Menschen in aller Welt und lässt ihn seine Positionen in Interviews näher erläutern. Es wird ersichtlich, dass dieser Papst sein großes Ansehen nicht nur seinem Amt, sondern vor allem auch der Aufrichtigkeit verdankt, mit der er seine Botschaft des Teilens und der Anteilnahme vertritt. (Quelle: spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie: „Wim Wenders kenne ich als Mitstudent seit den Anfängen der HFF München. Immer wieder sind wir uns in Filmseminaren, auf Festivals etc begegnet. 2005 haben wir Wim Wenders zu seinem 60. Geburtstag in Locarno anlässlich des 50. Jahrestags von Interfilm mit einem Ökumenischen Ehrenpreis gewürdigt. Vor einigen Jahren haben wir ihn für seinen Film Das Salz der Erde mit dem One-Future-Preis ausgezeichnet. Da ich zudem in Rom an der Päpstlichen Universität Gregoriana und Waldenserfakultät studiert, seitdem mehrmals filmisch und theologisch in Rom, auch im Vatikan gearbeitet habe, reizt es mich als Filmpfarrer besonders, Wim Wenders‘ Film Franziskus erstmals im Breitwand-Kino Gauting vorzustellen und mit dem Publikum anschließend zu diskutieren.“