Interfilm-Akademie News

Gautinger Filmgespräch: Die Erscheinung (L’apparition)

Frankreich / Belgien / Jordanien 2018 | 144 Min. | Regie: Xavier Giannoli | mit Vincent Lindon, Galatéa Bellugi, Patrick d’Assumçao u.a.
Donnerstag, 29.12.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Fakten sind Jacques Mayanos Religion. Als eine junge Frau, Anna, in einem kleinen Dorf der Mutter Gottes begegnet sein will, wird Jacques vom Vatikan als Mitglied einer Kommission zur Überprüfung dieser Geschichte geschickt. Der messerscharf analysierende und absolut integre Mayano scheint genau der richtige für diesen Job zu sein.
Wie die Gläubigen ist Mayano jedoch bald fasziniert von der streng gläubigen Anna. Zugleich stößt er aber auf Ungereimtheiten, lose Enden und rätselhafte Zeichen, die ein Indiz dafür sein könnte, dass hier etwas nicht stimmt. Vor allem aber scheint es, als habe die ganze Angelegenheit viel mehr mit ihm selbst zu tun, als er das für möglich hielt. Wie soll er unter diesen besonderen Umständen überhaupt die kritische Distanz wahren, die zur Aufklärung nötig ist? Dazu scheint Anna immer mehr unter der Last der Erscheinung zu schwinden. Oder gibt es für all das vielleicht doch eine andere Erklärung? (Quelle: Kino Breitwand Gauting)

Einführung und Diskussion zum Thema „Wunder zwischen Wahrnehmung und Realität“: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Münchner Filmgespräch: Herbstsonate (Höstsonaten)

Frankreich / BRD / Schweden / Vereinigtes Königreich 1978 | 99 Min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Ingrid Bergman, Liv Ullmann, Lena Nyman u.a.
Freitag, 14.12.2018, 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

Die gefeierte Pianistin Charlotte bemüht sich nach siebenjähriger Trennung um die Versöhnung mit ihrer ältesten Tochter Eva. Nach anfänglicher Freude über das Wiedersehen kommen schnell wieder alte Spannungen auf. Eva wirft ihrer Mutter vor, sich mehr um die Karriere, als um ihre Familie gekümmert zu haben und gibt ihr die Schuld an ihrer Unfähigkeit zu Lieben. Das gestörte Verhältnis der beiden Frauen gipfelt in offenem Hass und Aggressionen… Der letzte Film von Ingrid Bergman war gleichzeitig die einzige Zusammenarbeit mit dem schwedischen Meisterregisseur, der die Schauspielerin an die Grenze ihre Belastbarkeit trieb. Das Psychodrama gewann 1979 den Golden Globe als Bester Fremdsprachiger Film. (Quelle: spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

 

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Suspiria (OmU)

Italien 1977 | 88 min. | Regie: Dario Argento | mit Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci u.a.
Freitag, 30.11.2018, 21:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Anläßlich des Kinostarts des Remakes zeigen wir in einer weiteren Kooperation mit Bizarre Cinema den Original-Film von Dario Argento in der restaurierten 4k Digitalfassung in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln (FSK 16). Die Einführung zu Suspiria hält Stefan Preis vom Hamburger Filmgespräch.

Suzy Bannion, eine junge Amerikanerin aus New York, reist nach Freiburg, um sich in Deutschland an einer weltbekannten Ballettschule ausbilden zu lassen. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu mysteriösen Morden an mehreren ihrer Mitschülerinnen. Immer weiter wird Suzy in den Bann der Schule gezogen, die von allerlei skurrilen und angsteinflößenden Gestalten bevölkert wird. Sie findet heraus, dass in den unendlichen Kellergewölben der Ballettschule eine jahrhundertealte Hexe haust, die das Tor zur Hölle bewacht.

Dario Argentos Horror-Klassiker ist inspiriert von Thomas de Quincey, den Gebrüdern Grimm und deren Walt-Disney-Interpretationen. Zugleich ist er ein außergewöhnlicher „Giallo“, der das moderne Serienmord-Thema mit dem mittelalterlichen Hexenglauben verbindet. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, u.a. in München am Königsplatz. (Quelle: Metropolis Kino).

Der Prix Interculturel 2018 geht an „Siren“

Der Prix Interculturel 2018 geht an den Film Siren von Zara Dwinger von der NFA Netherlands Film Academy, Niederlande 2017.

Begründung der Jury:
Siren portraitiert subtil die Identitätssuche eines jungen Menschen und lässt dabei seinen Figuren viel Freiraum. Der Film besticht durch seine atmosphärische Dichte und die vielschichtigen Charaktere, die durch emotional einnehmende Schauspieler verkörpert werden. Die Regisseurin behandelt ein gesellschaftlich wichtiges Thema, sie ergreift Partei für diejenigen, die auf der Suche nach ihrer Geschlechtszugehörigkeit sind und erzählt von der Akzeptanz sich selbst und anderen gegenüber.

Der Prix Interculturel ist in diesem Jahr mit 1.500 € dotiert, die Preisträgerin Zara Dwinger erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 38. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München am 24. November 2018 zum 14. Mal eine Auszeichnung vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Award Ceremony vor geladenen Gästen statt.

Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Dr. Peter Marinković (Deutschland) gehörten in diesem Jahr die Musikerin Radmila Besic (Kroatien), die Filmemacherin Susan Gordanshekan (Iran) und der Szenenbildner Johannes Sternagel (Deutschland).

Gautinger Filmgespräch: Cold War – Der Breitengrad der Liebe (Zimna wojna)

Polen / Frankreich / Vereinigtes Königreich 2018 | 88 Min. | Regie: Pawel Pawlikowski | mit Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc u.a.
Donnerstag, 29.11.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Für Ida bekam der Pole Paweł Pawlikowski vor drei Jahren den Oscar, fünf Europäische Filmpreise, sowie über 60 (!) weitere Auszeichnungen. Die rigorose Romanze Cold War, wiederum in wunderschön kristallklarem Schwarz-Weiß, bietet erneut furiose Filmkunst vom Feinsten. Fünfzehn Jahre dauert diese raffiniert erzählte, elliptische Lovestory der Nachkriegszeit. Beginnend in der polnischen Provinz geht es über Ostberlin ins glamouröse Paris und wieder retour. Eine zauberhafte Liebesgeschichte in Zeiten des versteinerten Stalinismus. Brillant inszeniert. Perfekt gespielt. Der Stoff, aus dem Klassiker gemacht sind.
Der begabte Komponist Wiktor will dem Kulturleben seines Landes frisches Leben einhauchen. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula, schön, hinreißend und energiegeladen. Wiktor verliebt sich in sie. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch die Politik lässt sie fast keinen Frieden finden. (Quelle: Kino Breitwand Gauting)

Einführung und Diskussion zum Thema „Brennende Leidenschaften zwischen Passion und Politik“: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Murnauer Filmgespräch: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes (Pope Francis: A Man of His Word)

Schweiz / Heiliger Stuhl (Vatikanstaat) / Italien / Deutschland / Frankreich 2018 | 96 Min. | Regie: Wim Wenders | mit Papst Franziskus, Joe Biden, Paul Ryan u.a.
Mittwoch, 28.11.2018, 18:00
BG Unfallklinik Murnau, Professor-Küntscher-Str. 8 / 82418 Murnau am Staffelsee
Hörsaal Ebene 5, Aufzug K

Im neuen Dokumentarfilm von Wim Wenders teilt der Papst seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt sowie zwischen den Religionen. In einer Zeit, in der die Politik die Ausgrenzung sucht und dabei zunehmend das Gemeinsame vergisst, in der Lügen, Korruption und „alternative Fakten“ unser Leben bestimmen, bringt uns Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes einen Mann nahe, der lebt, was er predigt, und dem die Menschen weltweit ihr Vertrauen schenken.

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie: „Wim Wenders kenne ich als Mitstudent seit den Anfängen der HFF München. Immer wieder sind wir uns in Filmseminaren, auf Festivals etc begegnet. 2005 haben wir Wim Wenders zu seinem 60. Geburtstag in Locarno anlässlich des 50. Jahrestags von Interfilm mit einem Ökumenischen Ehrenpreis gewürdigt. Vor einigen Jahren haben wir ihn für seinen Film Das Salz der Erde mit dem One-Future-Preis ausgezeichnet. Da ich zudem in Rom an der Päpstlichen Universität Gregoriana und Waldenserfakultät studiert, seitdem mehrmals filmisch und theologisch in Rom, auch im Vatikan gearbeitet habe, reizt es mich als Filmpfarrer besonders, Wim Wenders‘ Film Franziskus vorzustellen und mit dem Publikum anschließend zu diskutieren.“

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Candymans Fluch (Candyman)

USA / Vereinigtes Königreich 1992 | 99 min. | Regie: Bernard Rose | mit Virginia Madsen, Xander Berkeley, Tony Todd u.a.
Samstag, 15.12.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Die Filmreihe Bizarre Cinema zeigt am 15.12. im Hamburger Metropolis Kino als double feature Darkman (um 19:00) und Candyman (um 21:15), beides in der deutschen Fassung auf 35 mm. Die Einführung zu Candyman wird Stefan Preis vom Hamburger Filmgespräch halten.

Jan Minck von Bizarre Cinema über Candyman: „Candyman erzählt von historisch verankertem und systemimmantenten Rassismus, forcierter städtischer Segregation und geplanter Ghettoisierung. Das daraus erwachsende Stigma der Armut verdammt die Menschen zum Leben in einem albtraumhaften Teufelskreis. Candyman ist nahezu klassisches haunted house-Kino, ausgedehnt auf ein ganzes Stadtviertel: Der Spuk fordert nicht nur Todesopfer, er dringt auch in die Köpfe derer, die sich ihm aussetzen, verzerrt deren Wahrnehmung und treibt sie in den Wahnsinn.“

Prix Interculturel beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München 2018

Die Interfilm-Akademie vergibt im Rahmen des 38. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München (18. bis 24. November 2018) den Prix Interculturel.

Der Prix Interculturel fördert den interkulturellen Dialog zwischen jungen Filmschaffenden, insbesondere den von Toleranz geprägten Erfahrungsaustausch zwischen den Weltreligionen. In diesem Sinne wird von der Internationalen Jury ein Film aus dem Wettbewerbsprogramm ausgezeichnet, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Der Prix Interculturel ist mit 1.500 € dotiert. Der Preisträger bzw. die Preisträgerin erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Preisverleihung findet am Samstag, den 24. November 2018, im Rahmen der Award Ceremony vor geladenen Gästen statt.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören in diesem Jahr an:

Radmila Besic, 1980 in Kroatien geboren, erhielt ab dem Alter von 7 Jahren Gitarren­unterricht, den sie 1999 als Preis­trägerin mehrerer Wett­bewerbe und mit Musik­abitur abschloss. Bis 2005 verfeinerte sie ihr Können an der Hochschule für Musik und Theater München bei Matthias Kläger und in zahlreichen Meisterkursen. Radmila Besic ist derzeit solistisch und kammer­musi­ka­lisch im In- und Ausland tätig. Auch in ihrer Wahlheimat München ist sie regelmäßig im Kulturleben präsent, etwa mit ihrer Kammermusikreihe „Radmilas Wohnzimmerkonzert“, in die sie immer wieder neue Kammermusikpartner einlädt und die Vielfalt ihres Instruments zeigt.

Zur Zeit präsentiert sie sich außerdem in charakterlich sehr unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen: mit Bratsche, Fagott, Schlagzeug, Klarinette, Panflöte und Akkordeon. Zudem arbeitet Sie mit Tänzern, Schauspielern und Schriftstellern an etwas ungewöhnlicheren Konzertformaten. Bei verschiedenen Bildenden Künstlern finden sich Kunstwerke, die durch ihre Auftritte inspiriert wurden.

Susan Gordanshekan ist deutsch-iranische Filmemacherin. Sie studierte Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihr Kinodebüt Die defekte Katze kam Anfang Oktober 2018 deutschlandweit ins Kino. Am 4. November erhielt sie für diesen Film den Deutschen Regiepreis „Metropolis“ des Bundesverbandes Regie in der Kategorie „Beste Regie Nachwuchs“.

„Ich bin gespannt darauf zu sehen, welchen Ideen und Themen sich der aktuelle Filmnachwuchs widmet und wie sich eventuelle neue Stile und Strömungen abzeichnen, die den Zeitgeist widerspiegeln.“

Johannes Sternagel kam nach dem Diplom als Innenarchitekt über das Studium der Film- und Fernsehszenografie zum Film. Seither arbeitet er als Szenenbildner bei Kinoproduktionen sowie Fernsehfilmen oder Fernsehserien, darunter Amelie rennt, Dreiviertelmond, die Trilogie Beste Zeit / Beste Gegend / Beste Chance, Maria, ihm schmeckt’s nicht und Winterreise. Trautmann von Marcus H. Rosenmüller kommt nächstes Jahr in Kino.

„Für die jeweilige Geschichte eine eigene ’stimmige Realität‘ zu erstellen, ist für mich die schöne Herausforderung an der Teamarbeit Film. Ich freue mich auf viele spannende, unterhaltsame, gefühlvolle, nachdenkliche, verstörende, inspirierende Welten und Geschichten beim Filmschoolfest.“

Hamburger Filmgespräch: Lone Star (OF)

USA 1996 | 135 min. | Regie: John Sayles | mit Chris Cooper, Elizabeth Peña, Kris Kristofferson u.a.
Mittwoch, 28.11.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nicht weit von der texanischen Kleinstadt Frontera findet Sheriff Sam Deeds ein Skelett – und gleich daneben einen Sheriff-Stern. Damit beginnt für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Der Hauptverdächtige ist sein eigener Vater, der legendäre Buddy Deeds, der Mann, der immer alles richtig gemacht hat. Lone Star ist auch ein Film über das Leben der Menschen an der texanisch-mexikanischen Grenze, über kulturelle Befindlichkeiten und kulturelle Vorherrschaft. Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben.

Der Film zeigt den Sheriff beim Lösen eines sogenannten „cold case“. In der Diskussion möchten wir auf die tatsächliche Ermittlerarbeit eingehen.

Der Film wird als 35mm-Kopie in englischer Originalfassung gezeigt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Münchner Filmgespräch: Wilde Erdbeeren (Smultronstället)

Schweden 1957 | 91 Min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Victor Sjöström, Bibi Andersson, Ingrid Thulin u.a.
Freitag, 16.11.2018, 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

Bergmans Meisterwerk über den Wandel eines Menschen mit dem großen schwedischen Stummfilm- und Theaterregisseur Victor Sjöström in der Hauptrolle.

Der berühmte Mediziner Isak Borg soll an der südschwedischen Universität Lund zum 50. Jahrestag seiner Promotion ausgezeichnet werden. Gemeinsam mit seiner Schwiegertochter Marianne tritt der 78-Jährige die Reise nach Lund an. Doch die Fahrt wird zu einem ernüchternden Trip in die Vergangenheit. In Tagträumen und Erinnerungen lässt er Stationen seines Lebens passieren und muss feststellen, dass er viele Jahre seines Lebens durch seine Herzenskälte verschenkt hat. Borg beschließt, ein anderer Mensch zu werden… (Quelle: spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.