Interfilm-Akademie News

An American Crime

USA 2007 | 98 min. (OmU) | Regie: Tommy O’Haver | mit Ellen Page, Hayley McFarland, Nick Searcy u.a.
Dienstag, 28.03.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

1965 wurde ein 16-jähriges Mädchen im beschaulichen Bundesstaat Indiana von ihrer Pflegemutter und deren eigenen Kindern in den Keller gesperrt und schwer misshandelt. Die Willkür und Bodenlosigkeit dieses Verbrechens war ein tiefer Schock für die amerikanische Öffentlichkeit. Tommy O’Havers Verfilmung gelingt es, den Fall in schier unerträglicher Intensität nachzuzeichnen.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Vom Töten leben

Deutschland 2016 | 108 Min. | Regie: Wolfgang Landgraeber
Mittwoch, 08.03.2017 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Wie können Menschen vom Töten leben, indem sie seit vielen Generationen Kriegswaffen herstellen? Um eine Antwort zu finden, besucht Filmemacher Wolfgang Landgraeber die schwäbische Kleinstadt Oberndorf, sucht Mitglieder der Friedensgruppen, Gewerkschafter und Pfarrer auf und befragt Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Heckler & Koch, wo die weltweit von Militärs und Terroristen gleichermaßen geschätzten Sturmgewehre G3 und G36 hergestellt werden. Oberndorf, die 14.000-Einwohner-Stadt am Ostrand des Schwarzwaldes sieht sich mit einer schleichenden Krise konfrontiert. Das Stadtbild zeigt es: verfallende Häuser, geschlossene Geschäfte. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind in den beiden Rüstungsbetrieben Mauser und Heckler seit den 80er Jahren verloren gegangen. Viele Millionen Menschen haben durch Mauser- und H&K-Waffen ihr Leben eingebüßt – durchschnittlich alle 15 Minuten kommt nach Schätzungen von Rüstungsgegnern einer hinzu, im Nahen Osten, in Afrika und auf dem Balkan, wo mit Heckler & Koch-Waffen erbittert gekämpft wurde und wird. (Text und Bild vom Kino)

Anschließend Filmgespräch mit Regisseur Wolfgang Landgraeber (Absolvent der HFF München und langjähriger WDR-Redakteur) unter der Moderation der Umweltexpertin Christiane Lüst.

Zeit der Namenlosen

Deutschland 2012 | 90 Min. | Regie: Marion Leonie Pfeifer
Mittwoch, 15.03.2017 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Neben dem Drogen- und Waffenhandel gilt die Versklavung mittlerweile als das lukrativste Geschäft der Organisierten Kriminalität. Die Dokumentation Zeit der Namenlosen von Marion Pfeifer thematisiert Zwangsprostitution und Armutsvermarktung in der EU. Anhand der Aussagen von Opferzeuginnen, Mitarbeiterinnen rumänischer und deutscher NGOs sowie von Kriminalbeamten des BKA und des Polizeipräsidiums München sollen die perfiden Strukturen des Frauenhandels aufgezeigt werden. (Text und Bild vom Aktionsbündnis gegen Frauenhandel)

Anschließend Filmgespräch mit Petra Frank von Solwodi (Solidarity with women in distress) München und der Filmemacherin Marion Leonie Pfeifer.

The Salesman (Forushande)

Iran / Frankreich 2016 | 125 Min. | Regie: Asghar Farhadi | mit Taraneh Alidoosti, Shahab Hosseini, Babak Karimi u.a.
Mittwoch, 08.03.2017 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Da ihr altes Mietshaus einsturzgefährdet ist, sind Emad und Rana, ein junges Paar in Teheran, gezwungen, in eine neue Wohnung zu ziehen. Sie wissen nicht, dass die vorherige Mieterin ein nicht ganz einwandfreies Leben geführt hat. Im Zuge einer Verwechslung kommt es zu einem Übergriff in den eigenen vier Wänden, der die Beziehung von Emad und Rana nachhaltig verändert…

Oscar®-Regisseur Asghar Farhadi (Nader und Simin) erweist sich als meisterlicher Taschenspieler des Weltkinos. Mit The Salesman versteht es Farhadi, seine kunstvoll verschränkten Handlungs- und Bedeutungsebenen in einen spannenden Thriller zu verpacken und dabei komplexe Konstrukte wie Ehre, Männlichkeit und Gerechtigkeit zu verhandeln. Asghar Farhadi erhielt in Cannes den Preis für das Beste Drehbuch und Shahab Hosseini den Preis als Bester Hauptdarsteller. The Salesman erhielt außerdem den Oscar® für den besten nicht-englisch-sprachigen Film! (offizielle Film-Seite, leicht bearbeitet)

Anschließend Filmgespräch mit Christine Weissbarth, Studienleiterin der Interfilm-Akademie.

SchulKinoWoche Bayern 2017

Dienstag, 28.03.2017
Filmstudio im Alten Stadttheater Eichstätt, Residenzplatz 17 / 85072 Eichstätt

Für zwei von Vision Kino gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung zum Reformationsjubiläum 2017 durchgeführte Kinoseminare in Eichstätt konnte Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie, als Referent gewonnen werden. Im Anschluss an die Vorführung der Filme Luther (Deutschland / USA 2003, 125 min., Regie: Eric Till) um 08:30 bzw. Sophie Scholl – Die letzten Tage (Deutschland 2005, 120 min., Regie: Marc Rothemund) um 09:30 wird er mit Schülerinnen und Schülern theologische und historische Grundlagen, reformatorisches Denken und den Einfluss des Protestantismus auf moderne westliche Gesellschaften erörtern.

Die SchulKinoWoche Bayern 2017 ist ein Projekt von Vision Kino, koordiniert und durchgeführt durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Auf der Webseite des Ministeriums finden Sie ausführliche Informationen.

Florian Eichinger und sein Film „Die Hände meiner Mutter“ – Vom Umgang mit dem Unbegreiflichen

Samstag, 11.03.2017
Konferenzzentrum München, Lazarettstr. 33 / 80636 München
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung

Sexualisierte Gewalt in der Familie und ihre Folgen – vom Umgang mit dem Unbegreiflichen

Auch in seinem dritten Spielfilm Die Hände meiner Mutter beschäftigt sich Florian Eichinger mit einem Tabuthema, dem Umgang mit „dunklen Familiengeheimnissen“.
Im Zentrum steht der Missbrauch von Müttern an ihren Kindern. Entgegen der „klassischen Konstellation“ ist hier eine weibliche Figur die Täterin, eine männliche das Opfer.
Dem Regisseur geht es um die Hinterfragung von Geschlechterrollen; der Filmtitel verweist auf die Ambivalenz mütterlicher Hände.

Florian Eichinger, geb. 1971 in Ludwigsburg, absolviert ein Redaktionsvolontariat in Hamburg, bevor er eine berufliche Laufbahn mit der Ausbildung und Arbeit als Fernsehredakteur beginnt. In dieser Zeit entstanden auch eigene Kurzfilme; es folgten weitere (u.a. Der letzte Geselle), Musikvideos (u.a. für Udo Lindenberg) und ca. 50 TV-Werbespots.
Seinen ersten programmfüllenden Spielfilm Bergfest (2008), ein psychologisches Kammerspiel mit autobiografischen Zügen, finanzierte er ohne Fördermittel oder Senderbeteiligung aus Gagen der Werbefilme. 2013 folgte das Brüderdrama Nordstrand, das u.a. für den Max-Ophüls-Preis nominiert war und bei den 36. Grenzland-Filmtagen den Hauptpreis gewann. 2016 entstand sein dritter Spielfilm Die Hände meiner Mutter, der beim 34. Filmfest München mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Schauspiel (Andreas Döhler) und die beste Regie ausgezeichnet wurde; er bildet den Abschluss von Eichingers Trilogie über die Folgen familiärer Gewalt.

Die Hanns-Seidel-Stiftung freut sich, dass Florian Eichinger mit uns über seine Filme diskutieren wird und lädt Sie herzlich – gemeinsam mit den Landesmediendiensten Bayern – zu diesem Filmseminar ein.

Tagungsleitung:

Artur Kolbe M.A., Referatsleiter im Institut für Politische Bildung der Hanns-Seidel-Stiftung e. V., München

Referenten:

Florian Eichinger, Regisseur, Drehbuchautor, Hamburg
Isabella Gold, MRin, München
Christine Weissbarth, Moderatorin, Schauspielerin, Starnberg

Programmheft (pdf)

Anmeldung (erbeten bis zum 09.03.2017) bei Giovanni Sammataro
Tel 089 / 1258-299
Fax 089 / 1258-338
Email ref0303@hss.de
Online-Anmeldung

The Last Laugh

USA 2016 | 88 Min. | Regie: Ferne Pearlstein
Mittwoch, 08.03.2017, 19:00
Gabriel Filmtheater, Dachauer Str. 16 / 80335 München

Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit vom 05.03.bis 12.03.2017 der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e.V. (GcjZ): Darf man auch über den Holocaust Witze machen? Ferne Pearlstein hat dazu jüdische Komiker und Prominente befragt, u. a. Mel Brooks, Sarah Silverman, Rob Reiner und die 90-jährige Holocaust-Überlebende Renee Firestone (ergänzt durch historische Filmclips und Archivmaterial): mit ernsten Zwischentönen und treffsicheren Pointen.

Nachgespräch mit Louis Lewitan (Dipl.-Psycho loge, Coach, Autor).
Moderation: Dr. Peter Marinković (Direktor der Interfilm-Akademie, Vorstandsmitglied der GcjZ)

Anschließend herzliche Einladung zu einem kleinen Umtrunk im Foyer!

Eintritt: 8,50 Euro (ermäßigt 6 Euro; Studenten frei)
Voranmeldung unter info@gcjz-m.de oder beim Gabriel Filmtheater, Tel. 089 / 594574
Flyer zur Woche der Brüderlichkeit (pdf)

Bonhoeffer – Die letzte Stufe

Deutschland / Kanada / USA 2000 | 88 Min. | Regie: Eric Till | mit Ulrich Tukur, Johanna Klante, Robert Joy u.a.
Dienstag, 25.04.2017, 19:30 Uhr
Altes Kino, Eberhardstr. 3 / 85560 Ebersberg

Zu einem protestantischen „Heiligen“. Moderation: Dekan Dr. Peter Marinkovic, Direktor der Interfilm-Akademie München

Dietrich Bonhoeffer war ein eigensinniger Theologe und Ethiker, bei dem sich Lehre und persönliche Biografie bis in die letzte Konsequenz miteinander verbanden. Aufgewachsen in einer typisch bürgerlich-protestantischen Familie verkörpert er wie wenige andere den Anspruch eines zeitgemäßen Glaubens. Seinen Widerstand gegen das Nazi-Regime bezahlte er mit dem Leben. Er wurde er zu einem der prägenden evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts und ist für viele bis heute ein großes Vorbild.