Interfilm-Akademie News

Münchner Filmgespräch: Aimée & Jaguar

Deutschland 1999 | 125 Min. | Regie: Max Färberböck | mit Maria Schrader, Juliane Köhler, Johanna Wokalek u.a.
Freitag, 13.12.2019, 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

Der Film von Max Färberböck aus dem Jahr 1999 ist an tatsächliche Begebenheiten und Erlebnisse der Lilly Wust in Berlin angelehnt. Zwischen Bombenhagel und Naziterror erleben zwei junge Frauen die große Liebe – miteinander. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Die Hausfrau und Mutterkreuzträgerin Lilly und Felice, Jüdin und Mitglied einer Untergrundorganisation. Allen Gefahren zum Trotz schreiben die beiden sich unter den Pseudonymen Aimée und Jaguar täglich Briefe. Der Film wurde mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. (Quelle: Münchenstift)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Psycho

Psycho (OF)
USA 1960 | 109 min. | Regie: Alfred Hitchcock | mit Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles u.a.
Freitag, 13.12.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Psycho (OF)
UK / USA 1998 | 105 min. | Regie: Gus Van Sant | mit Vince Vaughn, Anne Heche, Julianne Moore, Viggo Mortensen, William H. Macy, Robert Forster u.a.
Freitag, 13.12.2019, 21:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Psycho (1960) markiert den Anfang einer Trilogie, in der Alfred Hitchcock sich mit der Freudschen Psychoanalyse beschäftigte. (Es folgten The Birds und Marnie). Die gleichnamige Vorlage stammt von dem Horror-Autoren Robert Bloch, der die tatsächlichen Morde und Grabschändungen Ed Geins verarbeitete. In den späten 1950er Jahren war die amerikanische Öffentlichkeit durch dessen Verbrechen schockiert und traumatisiert. Ed Gein war später auch das Vorbild für Leatherface in Blutgericht in Texas sowie für Buffalo Bill im Schweigen der Lämmer.

Hitchcocks Adaption ist ein Meilenstein sowie des Horror- als auch des Kriminalfilms und begründete das Subgenre des Psychothrillers. Die häufig zitierte Duschszene besteht aus knapp 70 Einstellungen und erforderte eine Woche Drehzeit. 1998 realisierte Gus Van Sant ein unterschätztes, äußerst sehenswertes Remake, welches Hitchcock zwar im Detail folgt, jedoch die Figur des Norman Bates stärker entsprechend der Romanvorlage darstellt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19 Uhr diskutieren wir mit dem Publikum.

Gräfelfinger Filmgespräch: The Whale and the Raven (OmU)

Kanada 2019 | 101 Min. | Regie: Mirjam Leuze
Mittwoch, 04.12.2019 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Die Westküste Kanadas ist von Fjorden und der idyllischen See bestimmt. Wale und Orcas haben hier ihren natürlichen Lebensraum gefunden. Seit 15 Jahren dokumentieren die Walforscher Janie Wray und Herman Meuter die kognitive Wahrnehmung der größten Säugetiere unseres Planeten (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Tote schlafen fest (The Big Sleep, OmU) & Der tiefe Schlaf (The Big Sleep, OF)

Tote schlafen fest (The Big Sleep, OmU)
USA 1946 | 114 min. | Regie: Howard Hawks | mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgely u.a.
Samstag, 30.11.2019, 19:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der tiefe Schlaf (The Big Sleep, 35mm, OF)
UK / USA 1978 | 99 min. | Regie: Michael Winner | mit Robert Mitchum, Sarah Miles, Richard Boone u.a.
Samstag, 30.11.2019, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nach dem außergewöhnlichen Erfolg der Hemingway-Adaption To Have and Have Not inszenierte Howard Hawks mit dem gleichen Team (der spätere Literatur-Nobelpreisträger William Faulkner schrieb am Drehbuch mit) einen der größten Klassiker des Film Noirs: The Big Sleep (1946).

Die Hauptfigur Philip Marlowe ist der Prototyp des zynischen amerikanischen Privatdetektivs in einer korrupten Gesellschaft (wie Sam Spade bei Dashiell Hammett, Lew Archer bei Ross MacDonald und in der extremsten Form Mike Hammer bei Mickey Spillane). Die Dreharbeiten gestalteten sich aufgrund der komplexen Vorlage von Raymond Chandler äußerst schwierig: So konnte der Autor selbst nicht sicher sagen, ob eine Figur ermordet wurde oder Selbstmord begeht. Bei Hawks wurde Marlowe von Humphrey Bogart verkörpert, in Michael Winners gleichnamigem Remake (1978) von Robert Mitchum.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19:15 diskutieren wir mit dem Publikum.

Gautinger Filmgespräch: Bis dann, mein Sohn

China 2019 | 185 Min. | Regie: Xiaoshuai Wang | mit Liya Ai, Jiang Du, Zhao-Yan Guo-Zhang u.a.
Donnerstag, 28.11.2019 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Goldener Bär Berlinale 2019. Großes chinesisches Familientableau um zwei Familien in drei Jahrzehnten chinesischer Geschichte vom Aufbruch nach der Kulturrevolution in den 1980er-Jahren bis in den prosperierenden Turbokapitalismus der Gegenwart.
Ein Unglück im Jahre 1994 am Ufer eines Staudamms. Zwei befreundete Jungen spielen, der Mutigere hänselt den Ängstlicheren und wenig später, nachdem der Draufgängerische davongelaufen ist, treibt der andere, Xingxing, leblos im Wasser. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät.
Die Eltern der Kinder bleiben zurück, mit dem Unglück lebend und darunter leidend. Yaojun und seine Frau Liyun bleiben ohne Xingxing alleine zurück. Sie durften nur ein Kind bekommen. Als sie ein zweites erwarteten, wurde es von der Partei verboten. Direktorin war damals Li Haiyan, die Mutter des anderen Jungen. Die Jahre vergehen und ein neues China wächst heran. (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion zum Thema „Chinesische Meisterregisseure zwischen politischen und sozialen Umbrüchen im heutigen China „: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Der Prix Interculturel 2019 geht an „La Dernière Séance“

Der Prix Interculturel 2019 geht an den Film La Dernière Séance (Rock Out) von Alice Gadbled vom Institut des Arts de Diffusion, Belgien 2019.

Begründung der Jury:
„Das macht man nicht“ – beim Thema „Trauer und Tod“ gibt es viele Tabus und Unsicherheiten. Dieser Film macht Mut, den eigenen Gefühlen zu folgen, einen individuellen Weg mit der Trauer zu gehen und gleichzeitig Stärkung in der Gemeinschaft zu erfahren. Er bestärkt darin, ein großes, schweres Thema mit Humor und Leichtigkeit zu behandeln. Die Geschichte ist mit Vertrauen, Witz und Respekt vor der individuellen Persönlichkeit geführt. Unprätentiös und mit feinem Gespür für ausdrucksstarke Bilder gelingt es Alice Gadbled, Schauspieler*innen und Kamera – trotz der Präsenz des Todes – das Leben feiern zu lassen.

Eine Lobende Erwähnung geht an Armed Lullaby von Yana Ugrekhelidze von der Kunsthochschule für Medien Köln, Deutschland 2019.

Begründung der Jury:
Eine Animation Documentary über den abchasischen Bürgerkrieg, in dem die Flucht aus der Sicht von vier Kindern und vier verschiedenen Fluchtwegen gezeigt wird. Dieser Film berührt mit seinen ausdrucksstarken Bildern und dem Mut, unterschiedliche Techniken zu verweben. Die wortlose Sprache des Films ist still und aufwühlend, sie stellt der Grausamkeit des Krieges und dem Elend der Flucht eine sanfte Ästhetik gegenüber, verbindet religiöse Symbolik mit märchenhaften Imaginés und einer berührenden Musik.

Der Prix Interculturel ist in diesem Jahr mit 1.500 € dotiert, die Preisträgerin Alice Gadbled erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 39. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München am 23. November 2019 zum 15. Mal eine Auszeichnung vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Award Ceremony vor geladenen Gästen statt.

Zur Jury unter Vorsitz von Dr. Peter Marinković (Interfilm-Akademie) gehörten in diesem Jahr die Schauspielerin Cornelia Corba und die Kulturwissenschaftlerin Gundi Doppelhammer (Interfilm).

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: 1984 (dF / OmU)

1984 (16mm)
UK 1956 | 90 min. | Regie: Michael Anderson| mit Edmond O’Brien, Michael Redgrave, Jan Sterling, Donald Pleasence u.a.
Dienstag, 26.11.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

1984 (35mm, OmU)
UK 1984 | 113 min. | Regie: Michael Radford | mit John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton u.a.
Dienstag, 26.11.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

In einem totalitären Staat führt der Regierungsangestellte Winston Smith Tagebuch und unterhält eine Liebesbeziehung – beides ist in der Diktatur des Großen Bruder verboten. George Orwell vereint in seinem 1949 erschienenen Roman 1984 die Ideologiekritik der Frankfurter Schule am „falschen Bewusstsein der Massen“ mit der liberalen Totalitarismuskritik aus Hayeks Weg zur Knechtschaft. Orwell, der kurz nach der Veröffentlichung verstarb, war in England massiven Anfeindungen ausgesetzt, in der Sowjetunion und der DDR wurde sein Buch verboten. Die zeitlose Kritik an der Omnipräsenz von Überwachung und staatlicher Zensur wurde mehrfach verfilmt. Während die Version von 1956 ein spannendes Dokument des Kalten Krieges ist, ist Michael Radfords Interpretation im „Orwell-Jahr“ 1984 wesentlich werkgetreuer.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19:00 diskutieren wir mit dem Publikum.

Prix Interculturel beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München 2019

Die Interfilm-Akademie vergibt im Rahmen des 39. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München (17. bis 23. November 2019) zum 15. Mal den Prix Interculturel.

Der Prix Interculturel fördert den interkulturellen Dialog zwischen jungen Filmschaffenden, insbesondere den von Toleranz geprägten Erfahrungsaustausch zwischen den Weltreligionen. In diesem Sinne wird von der Jury ein Film aus dem Wettbewerbsprogramm ausgezeichnet, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Der Prix Interculturel ist mit 1.500 € dotiert. Der Preisträger bzw. die Preisträgerin erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Preisverleihung findet am Samstag, den 23. November 2019, im Rahmen der Award Ceremony des 39. Filmschoolfests vor geladenen Gästen statt.

Der Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören in diesem Jahr an:

Cornelia Corba, deutsche Schauspielerin mit abgeschlossenem Bühnendiplom. Sie erhielt ein Stipendium von Prof. August Everding und steht seit ihrem 16. Lebensjahr in Spielfilmen und Serien vor der Kamera. Auf der Bühne spielte sie von der Klassik über Boulevard bis zur Moderne. Sie wurde mit Preisen ausgezeichnet und erstellt eigene Produktionen.

Gundi Doppelhammer, Kulturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Film und Literatur. Sie arbeitet freiberuflich und schreibt Filmbesprechungen, moderiert Film- und Künstlergespräche und gestaltet Workshops rund um das Thema Film. Für die Evangelische Landeskirche Hannovers engagiert sie sich im Arbeitskreis Kirche und Film, sie arbeitet für das Projekt Kirchen und Kino und ist Mitglied von Interfilm.

Die Jury mit Festivalleiterin Diana Iljine (2.v.r.) beim Opening am 17. November
(Credit: Filmschoolfest Munich / Ronny Heine)

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Peeping Tom (OF)

Peeping Tom (OF)
UK 1959 | 101 min. | Regie: Michael Powell | mit Karlheinz Böhm, Anna Massey, Moira Shearer u.a.
Sonntag, 22.09.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Ein Kameramann ermordet Frauen mit einem manipulierten Kamerastativ und filmt ihren Tod. Zu seiner Entstehungszeit löste dieser außergewöhnliche Thriller einen Skandal aus, der die Karrieren des Regisseurs Michael Powell sowie des Hauptdarstellers Karlheinz Böhm schlagartig beendete. Rückblickend gesehen ist Peeping Tom ein erstaunlich moderner Film über den Zusammenhang von Schaulust, Todessehnsucht und sexueller Neurose; ein Film, der den Zuschauer in ein verwirrendes Spiegelkabinett zieht, in dem es um das Wahrnehmen und vor allem um das Wahrnehmen des Wahrnehmenden geht. Und in diese Konstellation mit einbezogen ist der Zuschauer. Vielleicht war es die offene Darstellung einer panoptischen Welt, welche die Kritik und das damalige Publikum so verschreckte und über die Michel Foucault später schreiben sollte, dass sie „Kontrolle über die kleinsten Parzellen des Lebens und des Körpers“ ausübt.

Der Autor Stefan Preis führt in den Film ein.