Interfilm-Akademie News

Hamburger Filmgespräch: Chinatown (OF)

USA 1974 | 130 min. | Regie: Roman Polanski | mit Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston u.a.
Mittwoch, 31.07.2019, 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Als der Privatdetektiv Jake Gittes (Jack Nicholson) im Auftrag einer Dame aus der feinen Gesellschaft (Faye Dunaway) ihrem Ehemann hinterher schnüffelt, stolpert er in politische und familiäre Intrigen rund um den mächtigen Noah Cross (John Huston). Regisseur Roman Polanski inszenierte Robert Townes komplexes Drehbuch als Oscar-prämierten, modernen film noir im Los Angeles der 30er Jahre.

Nicht nur die Szene mit der Nase bleibt in Erinnerung. Früher oder später sehen Polanskis Helden mit weit aufgerissenen Augen das Unfaßbare. Wie hieß Gittes‘ früheres Motto als Polizist in Chinatown? „Just don’t do a goddamned thing.“

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Carrie (OF) & The Rage: Carrie 2 (OF)

Carrie (OF)
USA 1976 | 98 min. | Regie: Brian De Palma | mit Sissy Spacek, Piper Laurie, John Travolta u.a.
Samstag, 13.07.2019, 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

The Rage: Carrie 2 (OF)
USA 1999 | 104 min. | Regie: Katt Shea, Robert Mandel | mit Emily Bergl, Jason London, Dylan Bruno u.a.
Samstag, 13.07.2019, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Von all seinen cineastischen Märchen über das Geheimnis des weiblichen Körpers und die ungeheure Macht der Fantasie ist Carrie De Palmas blutigstes und zugleich zartestes Werk. Untermalt vom kongenialen Score Pino Donaggios, erzählt der Film die Geschichte des telekinetisch begabten Mädchens Carrie White, dessen erste Monatsblutung unter der Schuldusche zu Hänseleien ihrer Mitschüler und zur Züchtigung durch ihre fanatisch religiöse Mutter führt. Was in anderen Filmen über Freud und Leid der Jugendzeit komödiantisch oder sozialpädagogisch unter den Teppich gekehrt wird, drängt in diesem visuell atemberaubenden Adoleszenzschocker unaufhaltsam an die Oberfläche: Scham, Lust, Einsamkeit, Blut, Sadismus und der schöne Wahn, im eigenen Untergang die ganze Welt gleich mit auszulöschen.

The Rage: Carrie 2 kann man sowohl als Fortsetzung als auch als Remake von Brian De Palmas Horror-Klassiker betrachten. Die Story ist im Prinzip dieselbe. Eine Außenseiterin wird von Mitschülern gequält, bis diese sich in einem Blutrausch rächt. Der erste Teil wird oftmals aufgegriffen und mit Amy Irving (Sue aus dem Original) hat sogar eine Überlebende des ersten Teils ein paar Auftritte. (Quelle: Kino)

Stephen Kings erster veröffentlichter Roman ist ein Meilenstein der amerikanischen Horrorliteratur. (Seine Frau konnte glücklicherweise das Manuskript retten, nachdem es schon im Papierkorb gelandet war.) Der ehemalige Lehrer beschreibt – damals wie heute aktuell – religiösen Fanatismus, Konformitätsdruck, der jeden ausschließt, der nur ein wenig anders ist als die Anderen, Bullying und Gewalt an Schulen. Brian De Palma gelang 1976 eine werkgetreue Umsetzung sowie eine unvergessliche Hommage an sein Vorbild Alfred Hitchcock (die Ereignisse spielen an der Bates High School) und die Walt-Disney-Märchenverfilmungen in unvergesslichen, apokalyptischen Bildern. 1999 folgte eine als Sequel gestaltete Neuinterpretation von Katt Shea (die Halbschwester von Carrie nimmt nach dem Suizid ihrer besten Freundin Rache an deren und ihren Peinigern), welches wir im Anschluss zeigen.

Trauer um Artur Brauner

Die Interfilm-Akademie trauert um ihren Ehrenpreisträger Artur Brauner. Er war eine Jahrhundertpersönlichkeit, die insbesondere den deutschen Film nach 1945 entscheidend mitgeprägt hat.

Artur Brauner

Den One-Future-Ehrenpreis 2017 der Interfilm-Akademie erhielt er für sein Lebenswerk als Produzent, Grenzgänger und Brückenbauer. In den über 70 Jahren seiner Tätigkeit als Filmproduzent setzte er das Kapital, das er mit dem Unterhaltungskino verdiente, immer wieder in Filmprojekten ein, die ihm aufgrund seiner persönlichen Lebensgeschichte stark am Herzen lagen: Schon sein zweiter Film Morituri (Regie: Eugen York) thematisierte 1948 die Gräuel des Holocaust. Er produzierte 1982 Die weiße Rose unter der Regie von Michael Verhoeven, sein Hitlerjunge Salomon (Regie: Agnieszka Holland) mit Marco Hofschneider in der Titelrolle und Julie Delpy in der weiblichen Hauptrolle gewann 1992 den Golden Globe und erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch.

Dr. Peter Marinković
Direktor der Interfilm Akademie

Eckart Bruchner
Ehrenpräsident Interfilm-Akademie

One-Future-Preis 2019 an „Perro Bomba“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 37. Filmfests München am 6. Juli 2019 zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2019 geht an den Film Perro Bomba (Chile 2019) von Juan Cáceres aus der Reihe International Independents.

v.l.n.r.: Dr. Peter Marinković, Franziska Ball, Juan Cáceres und Mirjam Orthen (Credit: Robert Auerbacher)

Begründung:

Steevens, ein junger haitianischer Immigrant in Chile, hat das Notwendigste, was er zum Leben braucht: Arbeit auf dem Bau, ein Dach über dem Kopf und ein paar Freunde. Doch als sein alter Jugendfreund ebenfalls nach Chile emigriert und Steevens ihm mit seinen bescheidenen Mitteln zu helfen versucht, zeigt sich, wie fragil sein eigenes Gerüst ist.
Perro Bomba zeigt, auf erschreckend reale Art, die existenzielle Notsituation eines haitianischen Immigranten in Chile. Ohne zu stark zu polarisieren, geht man mit dem Protagonisten durch eine Welt der Widerstände, des Rassismus sowie der eigenen Sehnsüchte und Traditionen.
Perro Bomba verzichtet auf Hochglanzbilder und bombastische Kinoästhetik und vermittelt mit schlichten, dokumentarisch anmutenden Bildern den Eindruck einer Echtheit, die dem Film tatsächlich zugrunde liegt. Aus genauen Beobachtungen im eigenen Umfeld und entstanden aus Improvisationen, kreiert Juan Cáceres mit seinen Darstellern eine Geschichte, die einen berührt und in ihrer Tragik ergreift.
Von der Handlung losgelöste, wiederkehrenden Musikeinlagen symbolisieren die Freude und den Stolz der Haitianer, wodurch auf spielerische und erfrischende Art ein einseitiger, problembelasteter Blick verhindert wird. Perro Bomba thematisiert einen brisanten Aspekt der jüngsten Geschichte Chiles, zeigt gesellschaftliche Missstände auf und spricht damit gleichzeitig eine universelle Problematik an. Der
Film beweist den Idealismus eines Regisseurs, der für eine gerechtere, bessere Welt kämpft. Wir glauben, dass von Juan Cáceres noch große, relevante Filme zu erwarten sind und möchten ihn auf diesem Weg ermutigen. Dafür verleihen wir ihm den One-Future-Preis 2019.

Video zu „Perro Bomba“

Biografie Juan Cáceres

Juan Cáceres, Jahrgang 1990, lebt und arbeitet in Chile. Er besuchte die Universität von Chile und begann seine Filmkarriere mit den Kurzfilmen Desiderium (2016) und La Duda (2017). Perro Bomba ist sein erster Langfilm und wurde auf internationalen Festivals bereits mehrfach ausgezeichnet.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinkovic gehörten in diesem Jahr die Regisseurin Mirjam Orthen sowie die Schauspielerinnen Franziska Ball (links) und Irina Kurbanova (rechts) an.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.

Die Laudatio hielt Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung, die stellvertretende evangelische Landesbischöfin Susanne Breit-Keßler sprach ein Grußwort

v.l.n.r.: Franziska Ball, Dr. Peter Marinković, Diana Iljine, Elisabeth Wicki-Endriss, Susanne Hermanski, Susanne Breit-Keßler, Mirjam Orthen (Credit: Michael Rüdel)

Gräfelfinger Filmgespräch: Der Fall Collini

Deutschland 2018 | 118 Min. | Regie: Marco Kreuzpaintner | mit Franco Nero, Alexandra Maria Lara, Elyas M’Barek u.a.
Mittwoch, 03.07.2019 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Der Anwalt Caspar Leinen bekommt über ein Pflichtmandat mit dem Fall des 70-jährigen Italieners Fabrizio Collini zu tun, der scheinbar völlig grundlos den angesehenen Großindustriellen Hans Meyer in dessen Hotelsuite getötet hat. Collini, der sich in 30 Jahren in Deutschland keiner Straftat schuldig gemacht hat, schweigt beharrlich über das Tatmotiv und für Caspar wird der Fall immer mehr zur Obsession, denn er kannte den Toten, der für ihn eine Art Ersatzvater war und obendrein der Großvater seiner Jugendliebe. Doch als Anwalt ist er es dem Gesetz und seinem Mandanten schuldig, alles zu tun, um den Angeklagten vor dem Schuldspruch zu retten… (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Filmseminar beim 37. Filmfest München über Bernhard Wicki

Samstag, 06.07.2019, 10:00 – 12:30
Verstörung – und eine Art Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki
Rio Palast, Rosenheimer Straße 46 / 81669 München

Unser traditionelles Filmseminar findet am 6. Juli 2019 von 10 bis 12.30 Uhr wieder im Rio Filmpalast statt. Wir zeigen in exklusiver Wiederaufführung Elisabeth Wickis Dokumentarfilm Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki (D 2007), anschließend findet ein Filmgespräch mit einem Überraschungsgast statt.

Der Eintrittpreis beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro (Karten an der Rio-Kinokasse).

Münchner Filmgespräch: Babettes Fest (Babettes gæstebud)

Dänemark 1987 | 103 Min. | Regie: Gabriel Axel | mit Stéphane Audran, Bodil Kjer, Birgitte Federspiel u.a.
Freitag, 05.07.2019, 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

Paris, 1871: Der Bürgerkrieg zwingt Meisterköchin Babettes zur Flucht in ein kleines Dorf an der Küste Jütlands. Nach der streng protestantischen Lehre des örtlichen Pfarrers Leben die wortkargen Menschen hier ein Leben in Demut und Enthaltsamkeit. Jahre vergehen, in denen sich Babette bei den beiden altjüngerlichen Töchtern des inzwischen verstorbenen Pfarrers als Haushälterin verdingt. Das anfängliche Misstrauen der Dorfbewohner weicht einer zurückhaltenden Sympathie für die geheimnisvolle Französin, die noch aus den kärglichsten Zutaten einen kulinarischen Genuss zu zaubern im Stande ist. Als sie aus ihrer alten Heimat ein überraschender Lotteriegewinn erreicht, erfüllt sich Babette einen langgehegten Wunsch: Anlässlich des 100. Geburtstags des Dorfpfarrers lädt sie die gesamte Gemeinde zu einem echten französischen Dinner ein. Und während die erlesenen Genüsse die asketischen Regeln der Dorfbewohner langsam aber sicher auf den Kopf stellen, enthüllt Babette ihr lange gehütetes Geheimnis… (Quelle: Spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

One-Future-Preis 2019 und Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 37. Filmfests München, das vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 stattfinden wird, zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis für das Lebenswerk eines/r Filmschaffenden.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören auch in diesem Jahr drei weibliche Filmschaffende an:

Irina Kurbanova wurde 1995 in München geboren und ist zweisprachig aufgewachsen. Ihre Mutter stammt aus Odessa, der Vater aus Leningrad (heute St. Petersburg), beide sind 1993 nach Deutschland eingewandert.
Irina sammelte schon als Kind erste Bühnenerfahrung, später wirkte sie in der Theatergruppe Lo-Minor der IKG München und Oberbayern mit. Seit ihrem achten Lebensjahr ist sie regelmäßig in Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen, im Herbst 2019 kommt der Spielfilm Gipsy Queen in die Kinos. Nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Examen Kunst und Multimedia an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert sie seit 2017 an der Theaterakademie August Everding Schauspiel.
Irina Kurbanova wurde 2018 in die Studienstiftung des deutschen Volkes.aufgenommen, sie erhält eine zusätzliche Förderung für das Masterstudium an der Royal Academy of Dramatic Art in London, das sie diesen Herbst beginnen wird

Mirjam Orthen (Foto: Nina Bindl)

Mirjam Orthen wurde 1984 in München geboren, ihre Mutter ist Deutsche, der Vater stammt aus der Türkei.
Nach dem Abitur arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Produktionsassistentin für Goldkind Film (Sophie Scholl) und Helmut Dietls Diana Film. Von 2007 bis 2015 studierte sie Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Studentenfilme Vatersprache und Wir haben eine Mission liefen erfolgreich auf internationalen Filmfestivals und gewannen einige angesehene Preise. Ihr Abschlussfilm ADA war nominiert für den First Steps Award 2016 und gewann den Starter Filmpreis München 2016. Im Jahr 2016/17 war sie Stipendiatin der 28. Drehbuch-Werkstatt München, in deren Rahmen sie das Langfilm-Drehbuch zu Wunschkind (AT) schrieb. Aktuell hat sie den Kurzfilm Die Gratwanderung fertiggestellt, den Kurzfilm Taxim in Produktion und den Langfilm Der Sommer 2001 (AT) in Drehbuchentwicklung.

Franziska Ball

Franziska Ball wurde 1971 in München geboren und ist dort aufgewachsen.
Sie erhielt in New York am Lee Strasberg Theatre Institute und in München an der Neuen Münchner Schauspielschule ihre Schauspiel- und Gesangsausbildung. Zusätzlich absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Magisterstudium. Erste Engagements hatte sie in Essen, Feuchtwangen, Landshut, Bamberg und Karlsruhe, in München war sie u.a. im Metropoltheater zu sehen. Vor zehn Jahren gründete sie mit dem amerikanischen Pianisten Marty Jabara das Duo Ball & Jabara. Neben Film- und Fernsehrollen unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Theater München und arbeitet als Sprecherin für Hörbücher, Hörfilme, für Arte und den Bayerischen Rundfunk.

Die Regisseurin Suli Kurban wurde in die 31. DrehbuchWerkstatt München 2019/20 aufgenommen und kann deshalb erst im kommenden Jahr an der Jury mitwirken.

Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Elisabeth Wicki-Endriss (Foto: Robert Auerbacher)

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wird die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.
Elisabeth Wicki-Endriss, geboren in Eger (Chep), erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Sie arbeitete vor allem am Theater, spielte aber auch in Kino- und Fernsehfilmen mit. 1977 lernte sie ihren späteren Mann Bernhard Wicki kennen, in dessen Filmen sie wiederholt mitwirkte.
Nach seinem Tod gründete sie 2001 den Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. zur Förderung von Bildung, Toleranz und Völkerverständigung, basierend auf dem filmischen Vermächtnis von Bernhard Wicki, und zur Förderung von Kunst und Kultur auf dem Gebiet des gesellschaftlich engagierten, für Toleranz und Menschenrechte werbenden Films.
Mit der Stiftung des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke hat sie die Film-Friedensarbeit wegweisend geprägt und es ermöglicht, Menschen über das Medium Film Orientierungshilfen zu geben für ihre Identitätsbildung und Willensentscheidung gegen jegliche Gewalt und Verfolgung von Menschen anderer geistiger Prägungen.
Die Laudatio hält Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung. Elisabeth Wicki-Endriss wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 6. Juli 2019, um 13:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon. Der Eintritt ist frei.

Gautinger Filmgespräch: Zwischen den Zeilen (Doubles vies)

Deutschland / Frankreich 2018 | 108 Min. | Regie: Olivier Assayas | mit Guillaume Canet, Juliette Binoche, Vincent Macaigne u.a.
Donnerstag, 27.06.2019 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Ein feines Sittenbild des intellektuellen Pariser Literaturbetriebs. Subtil wird das Doppelleben der Helden offen gelegt und in treffenden Dialogen gezeigt, wie vieles doch gleich bleibt, selbst wenn ständig von Veränderungen die Rede ist. Léonard schreibt Romane, in denen er vergangene Liebschaften verarbeitet und die realen Bezüge mehr schlecht als recht verschleiert. Sein Verleger Alain ist jedoch von dem letzten Manuskript wenig überzeugt und im Augenblick auch mehr mit der Digitalisierung seines Verlags beschäftigt – oder vielmehr mit der attraktiven jungen Mitarbeiterin, die hierfür zuständig ist. Alains Frau Selena dagegen gefällt Léonards Text, vielleicht, weil sie selbst mit einer Affäre in die Angelegenheit verstrickt ist. Ehrlichkeit ist hier ein zumindest flexibles Konzept. Und so diskutieren alle mit viel Witz über Dichtung und Wahrheit sowie den kulturellen und digitalen Wandel, und sehen über ihr zweifelhaftes frivoles Handeln entspannt hinweg. Ein großes Vergnügen! (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie