Interfilm-Akademie News

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: 1984 (dF / OmU)

1984 (16mm)
UK 1956 | 90 min. | Regie: Michael Anderson| mit Edmond O’Brien, Michael Redgrave, Jan Sterling, Donald Pleasence u.a.
Dienstag, 26.11.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

1984 (35mm, OmU)
UK 1984 | 113 min. | Regie: Michael Radford | mit John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton u.a.
Dienstag, 26.11.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

In einem totalitären Staat führt der Regierungsangestellte Winston Smith Tagebuch und unterhält eine Liebesbeziehung – beides ist in der Diktatur des Großen Bruder verboten. George Orwell vereint in seinem 1949 erschienenen Roman 1984 die Ideologiekritik der Frankfurter Schule am „falschen Bewusstsein der Massen“ mit der liberalen Totalitarismuskritik aus Hayeks Weg zur Knechtschaft. Orwell, der kurz nach der Veröffentlichung verstarb, war in England massiven Anfeindungen ausgesetzt, in der Sowjetunion und der DDR wurde sein Buch verboten. Die zeitlose Kritik an der Omnipräsenz von Überwachung und staatlicher Zensur wurde mehrfach verfilmt. Während die Version von 1956 ein spannendes Dokument des Kalten Krieges ist, ist Michael Radfords Interpretation im „Orwell-Jahr“ 1984 wesentlich werkgetreuer.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19:00 diskutieren wir mit dem Publikum.

Prix Interculturel beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München 2019

Die Interfilm-Akademie vergibt im Rahmen des 39. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München (17. bis 23. November 2019) zum 15. Mal den Prix Interculturel.

Der Prix Interculturel fördert den interkulturellen Dialog zwischen jungen Filmschaffenden, insbesondere den von Toleranz geprägten Erfahrungsaustausch zwischen den Weltreligionen. In diesem Sinne wird von der Jury ein Film aus dem Wettbewerbsprogramm ausgezeichnet, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Der Prix Interculturel ist mit 1.500 € dotiert. Der Preisträger bzw. die Preisträgerin erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Preisverleihung findet am Samstag, den 23. November 2019, im Rahmen der Award Ceremony des 39. Filmschoolfests vor geladenen Gästen statt.

Der Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören in diesem Jahr an:

Cornelia Corba, deutsche Schauspielerin mit abgeschlossenem Bühnendiplom. Sie erhielt ein Stipendium von Prof. August Everding und steht seit ihrem 16. Lebensjahr in Spielfilmen und Serien vor der Kamera. Auf der Bühne spielte sie von der Klassik über Boulevard bis zur Moderne. Sie wurde mit Preisen ausgezeichnet und erstellt eigene Produktionen.

Gundi Doppelhammer, Kulturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Film und Literatur. Sie arbeitet freiberuflich und schreibt Filmbesprechungen, moderiert Film- und Künstlergespräche und gestaltet Workshops rund um das Thema Film. Für die Evangelische Landeskirche Hannovers engagiert sie sich im Arbeitskreis Kirche und Film, sie arbeitet für das Projekt Kirchen und Kino und ist Mitglied von Interfilm.

Die Jury mit Festivalleiterin Diana Iljine (2.v.r.) beim Opening am 17. November
(Credit: Filmschoolfest Munich / Ronny Heine)

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Peeping Tom (OF)

Peeping Tom (OF)
UK 1959 | 101 min. | Regie: Michael Powell | mit Karlheinz Böhm, Anna Massey, Moira Shearer u.a.
Sonntag, 22.09.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Ein Kameramann ermordet Frauen mit einem manipulierten Kamerastativ und filmt ihren Tod. Zu seiner Entstehungszeit löste dieser außergewöhnliche Thriller einen Skandal aus, der die Karrieren des Regisseurs Michael Powell sowie des Hauptdarstellers Karlheinz Böhm schlagartig beendete. Rückblickend gesehen ist Peeping Tom ein erstaunlich moderner Film über den Zusammenhang von Schaulust, Todessehnsucht und sexueller Neurose; ein Film, der den Zuschauer in ein verwirrendes Spiegelkabinett zieht, in dem es um das Wahrnehmen und vor allem um das Wahrnehmen des Wahrnehmenden geht. Und in diese Konstellation mit einbezogen ist der Zuschauer. Vielleicht war es die offene Darstellung einer panoptischen Welt, welche die Kritik und das damalige Publikum so verschreckte und über die Michel Foucault später schreiben sollte, dass sie „Kontrolle über die kleinsten Parzellen des Lebens und des Körpers“ ausübt.

Der Autor Stefan Preis führt in den Film ein.

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Nosferatu

Nosferatu, eine Symphonie des Grauens
Deutschland 1922 | 94 min. | Regie: Friedrich Wilhelm Murnau | mit Max Schreck, Greta Schröder, Gustav von Wangenheim u.a.
Freitag, 13.09.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nosferatu: Phantom der Nacht
Deutschland 1978 | 107 min. | Regie: Werner Herzog | mit Klaus Kinski, Isabelle Adjani, Bruno Ganz u.a.
Freitag, 13.09.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der Nosferatu bricht ein in die Biedermeierwelt, sein Schatten eilt ihm voraus. Der aufstrebende Geschäftsmann zurrt mit seligem Einfaltslächeln Kragen und Halstuch fest. „Spukhafte Träume nähren sich von Deinem Blut.“ Die Ehefrau, in Trauer gekleidet, erwartet ihren Geliebten am Meeresstrand: welchen von beiden?

F.W. Murnau ließ am Set ein Metronom den Takt vorgeben, drehte in Low-key-Fotografie und revolutionierte die Montage. Wir präsentieren den Ur-Horrorfilm in der restaurierten Kinofassung mit der Originalmusik nach Hans Erdmann.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an Nosferatu, eine Symphonie des Grauens diskutieren wir auch im Hinblick auf die Buchvorlage von Bram Stoker (1897), der seine Titelfigur entsprechend der damaligen kriminologischen Forschung beschrieb.

„Zeit ist ein Abgrund, viele tausend Nächte tief!“ Auch wenn Werner Herzog den Ort der Handlung von London nach Wismar verlegt, bleibt sein Nosferatu: Phantom der Nacht stark dem viktorianischen Motiven der Romanvorlage verhaftet: Nach Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Robert Louis Stevenson) und Das Bildnis des Dorian Gray (Oscar Wilde) schuf Bram Stoker mit Dracula einen weiteren zeitlosen Klassiker der viktorianischen Ära, der Thesen der Kriminologie über den Zusammenbruch der Gesellschaft mit philosophischen Grundfragen über den Fluch der bzw. den Wunsch nach Unsterblichkeit und die Angst vor dem bzw. die Sehnsucht nach dem Tod verbindet. Klaus Kinski verkörpert den vielleicht traurigsten und liebesbedürftigsten Dracula der Filmgeschichte.

Gautinger Filmgespräch: Es gilt das gesprochene Wort

Deutschland / Frankreich 2019 | 120 Min. | Regie: Ilker Çatak | mit Anne Ratte-Polle, Ogulcan Arman Uslu, Godehard Giese u.a.
Donnerstag, 05.09.2019 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Gegensätzlicher könnten die Lebenswelten von Marion und Baran kaum sein, als sie sich am Strand von Marmaris zum ersten Mal begegnen: Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer wider Willen, der von einem besseren Leben jenseits des Bosporus träumt. Zielstrebig bittet er Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Und sie lässt sich auf dieses Wagnis ein, ganz gegen ihre sonst so überlegte, reservierte Art, und schließt einen Deal mit ihm. Vielleicht, weil sie gerade selbst dazu gezwungen ist, ihr bisheriges Leben zu überdenken? (Quelle: Kino)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Fünf-Seen-Festivals. Im Filmgespräch diskutiert Pfarrer Eckart Bruchner mit dem Publikum vor allem zum Thema „Interkulturelle Partnerschaften – Flucht oder Chance“.

Gautinger Filmgespräch: Ich war zuhause, aber…

Deutschland / Serbien 2019 | 105 Min. | Regie: Angela Schanelec | mit Thorbjörn Björnsson, Esther Buss, Martin Clausen u.a.
Donnerstag, 29.08.2019 20:00
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Preis für die Beste Regie auf den Filmfestspielen von Berlin 2019. Nicht zu Unrecht, denn Schanelec erweist sich erneut als präzise Regisseurin, die genau weiß, was und wie sie erzählen will.

Der 13-jährige Phillip verschwindet spurlos. Erst nach einer Woche taucht der Junge wortlos wieder auf. Was genau Phillip dazu gebracht hat wegzugehen, darüber können seine alleinerziehende Mutter Astrid und die Lehrer nur spekulieren. Sein Verhalten bleibt für alle rätselhaft. Astrid verändert in der Folge ihren Blickwinkel auf ihr bürgerliches Leben, ihre Arbeit im Berliner Kulturbetrieb und stellt auch ihre bisherige Kunstauffassung in Frage. Ihr fällt es schwerer, damit zurechtzukommen, dass Phillip ein eigenes Leben führt. Als ihr Sohn mit einer Blutvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wird, beginnt Astrid die Nerven zu verlieren. (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie. Beginn dieses Mal um 20 Uhr!

Pressespiegel zu den Hamburger Filmgesprächen

Zu Psycho am 13.12.2019:

Zu Nosferatu am Freitag, 13.09.2019:

Zu Chinatown am Mittwoch, 31.07.2019:

Zu Picknick am Valentinstag (Picnic at Hanging Rock) am Mittwoch, 23.01.2019

Zu Schlechte Erziehung (La Mala Educación) am Mittwoch, 26.07.2017:

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Spurlos verschwunden (Spoorloos) & Spurlos (The Vanishing)

Spurlos verschwunden (Spoorloos, OmeU)
Niederlande / Frankreich / BRD 1988 | 107 min. | Regie: George Sluizer | mit Bernard-Pierre Donnadieu, Gene Bervoets, Johanna ter Steege u.a.
Donnerstag, 08.08.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Spurlos (The Vanishing, 35mm, dF)
USA 1992 | 109 min. | Regie: George Sluizer | mit Jeff Bridges, Kiefer Sutherland, Nancy Travis u.a.
Donnerstag, 08.08.2019, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Das Hamburger Kino Metropolis zeigt in seiner Reihe Original : Remake den holländischen Thriller Spurlos verschwunden (Spoorloos) nach dem Roman Das goldene Ei von Tim Krabbé und das US-Remake Spurlos (The Vanishing), das der Regisseur George Sluizer selbst einige Jahre später gedreht hat. Nach dem unerklärlichen Verschwinden seiner Freundin macht es sich Rex Hofman zur Lebenaufgabe herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Jahre später kontaktiert ihn ein Fremder und behauptet, der Entführer zu sein.

Sluizer sagt, sein sehr elliptisch erzählter Film handle von der „Banalität des Großartigen, und dem Großartigen der Banalität“. Fast völlig auf düsteren, banalen Schauplätzen gefilmt zwingt Spoorloos den Zuschauer in die Psyche der Figuren.

Der Filmemacher Franz Indra führt in den Film ein, dessen Thematik spurlos verschwundener Personen auch zur Kriminologischen Filmreihe passt.