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Ehrenpreis für Artur Brauner

Dr. Alice Brauner und Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie
Foto: Bernd Lindenthaler

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für sein Lebenswerk wurde der Produzent, Grenzgänger und Brückenbauer Artur Brauner ausgezeichnet. Die Interfilm-Akademie würdigt den von der deutschen Geschichte geprägten Lebensweg des 1918 in Polen geborenen Artur Brauner, der als Jude den Holocaust überlebte und im Land der Täter zum wichtigsten Filmproduzenten seiner Zeit wurde. Die von ihm 1946 gegründete Central Cinema Comp. Film GmbH – kurz CCC – zählte zu den größten und erfolgreichsten Filmproduktionsfirmen der deutschen Nachkriegszeit und gilt heute als das älteste, noch aktiv produzierende, unabhängige Filmunternehmen Deutschlands.
Die Laudatio hielt der Vorjahrespreisträger Prof. Heiner Stadler, er ist seit 2004 Hauptamtlicher Professor der Abteilung IV Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film München und hat den Preisträger schon vor über 40 Jahren persönlich kennengelernt.
Dr. Alice Brauner, die einen Teil der CCC-Firmengruppe seit 2007 leitet, nahm den Preis für ihren Vater entgegen, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht nach München kommen konnte und sich in einer Video-Botschaft bedankte:

Die feierliche Preisverleihung fand am Samstag, 1. Juli 2017, im Gasteig (Black Box) statt und wurde musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon.

Pressemitteilung (pdf)

PS: Im Beitrag zur Verleihung des One-Future-Preises wurden noch Fotos und ein Video ergänzt.

One-Future-Preis 2017 an „Cuori Puri“ („Pure Hearts“)

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests
München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 35. Filmfests München am 1. Juli 2017 zum 32. Mal
Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2017 geht an den Film Cuori Puri (Pure Hearts, Italien 2017) von Roberto de Paolis.

Dr Peter Marinković und Rinaldo Talamonti, der den Preis stellvertretend entgegennahm
Foto: Bernd Lindenthaler

Begründung:
Agnese (Selene Caramazza) und Stefano (Simone Liberati) sind von Grund auf verschieden. Sie ist erst siebzehn, lebt mit ihrer streng katholischen Mutter Martha und steht kurz davor, ein Keuschheitsgelübde abzulegen – in der real existierenden Gemeinschaft Cuori Puri. Stefano ist ein 25-jähriger Mann mit heftigem Temperament und einer schwierigen Vergangenheit, der als Parkwächter arbeitet. Geld braucht er vor allem für seine Eltern, die gerade zwangsgeräumt wurden. Ihre Romanze entwickelt sich aus einer unerwarteten Begegnung heraus, die beide vom ersten Moment an mit den Fragen nach Moral und Vertrauen konfrontiert.
Roberto de Paolis vielschichtiger Debütfilm eröffnet einen intelligenten und sehr berührenden Blick auf die gesellschaftspolitischen Probleme des heutigen Italien. Zunächst scheinbar nur ein Liebesfilm über zwei junge Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Milieus, nimmt der 1980 in Rom geborene Regisseur die Flüchtlingsthematik zunehmend in den Fokus. Die beiden Protagonisten – Agnese und Stefano – brechen aus einer Umgebung aus, in die sie hineingeboren wurden und die ihnen zu eng wird, um den eigenen Weg ins Leben zu finden. Agnese kommt aus katholisch-konservativen Kreisen und lebt allein mit ihrer streng katholischen, überfürsorglichen Mutter, die sie ständig kontrolliert und vor ihrem „Schicksal“ als Frau bewahren will. Stefano ist Teilzeit-Kleinkrimineller, der zu seinem Bandenfreund Lele eine stärkere Verbundenheit fühlt als zu seinen Eltern. Seine Familie gehört der Unterschicht an, die sich immer stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt sieht und von zunehmender Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit bedroht ist. Stefano muss erleben, wie seine Eltern aus ihrer Wohnung geworfen werden, weil sie die Miete nicht mehr zahlen können, und leidet unter seinem ihn ablehnenden, arbeitslosen Vater.
Die Beziehung der beiden jungen Menschen entwickelt sich unaufdringlich vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise. Stefano verdingt sich als Wächter auf einem Parkplatz, der an eine Flüchtlingsunterkunft grenzt. Er sieht die Fremden als Parasiten und als persönliche Bedrohung. Agnese engagiert sich aufopfernd zusammen mit ihrer Mutter und ihren Freunden in ihrer Kirchengemeinde für neu ankommende Flüchtlinge. Für Agnese ist das christliche Aufgabe und Selbstzweck zugleich. In den beiden Figuren spiegelt sich eine konfliktreiche, zwiespältige Grundkonstellation im heutigen Italien wider. Auf der einen Seite steht eine Form des katholischen Italien, das sich hinter seinen „mittelalterlichen“ Ansichten und seinem Gutmenschentum verschanzt, um der Realität der Dinge beizukommen. Auf der anderen Seite steht der Teil der Gesellschaft, der stärker denn je mit wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert ist und für den die Flüchtlingswelle eine real existentielle Bedrohung darstellt. Die Menschlichkeit der reinen Herzen siegt am Ende über die Spirale der Gewalt und die scheinbare Ausweglosigkeit der Alltagstristesse.

Die Jury (v.l.n.r.): Svetlana Belesova, Fatima Geza Abdollahyan, Sampaguita I. Mönck und Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie Foto: Bernd Lindenthaler

Roberto de Paolis erzählt eine Geschichte, die über die Grenzen Italiens hinaus Gültigkeit für ein Europa besitzt, das sich in seiner globalen Verantwortung, aber auch in seiner inneren gesellschaftlichen Konstellation neu orientieren muss. Die schauspielerische Leistung der beiden jungen Hauptdarsteller Selene Caramazza und Simone Liberati ist fesselnd und berührend zugleich. Facettenreich gelingt es ihnen, die feine Nuancen ihres inneren Konflikts deutlich werden zu lassen, ohne in Klischees zu verfallen. Am Ende vermitteln ihre Figuren glaubwürdig die Beweggründe ihres für sie radikalen Handelns.
„Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future.“ Cuori Puri nimmt sich dem Thema an und setzt diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise um. Ein junger europäischer Film, der es auf eine undidaktische Weise schafft, die Komplexität von gesellschaftlicher Situation und politischem Geschehen in unserem Nachbarland Italien zusammen zu bringen.

Der Preisträger konnte leider nicht nach München kommen, da er gerade in Barcelona dreht. Stellvertretend nahm der italienische Schauspieler Rinaldo Talamonti die Urkunde entgegen, Roberto de Paolis sandte eine Video-Botschaft:

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Pressemitteilung (pdf)

Pressespiegel zum Filmfest München 2017

Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für Artur Brauner (filmportal.de vom Montag, 29.05.2017)

Filmproduzent Brauner erhält Ehrenpreis für sein Lebenswerk (Professional Production – Technologie und Medienrealisation in Film und Video vom Mittwoch, 21.06.2017)

Filmfest München – auf »Filmpfarrer« Eckart Bruchner folgt Peter Marinkovic (Sonntagsblatt vom Donnerstag, 22.06.2017)

Arthur Brauner – die Filmgeschichte in Person (Abendzeitung vom Freitag, 30.06.2017)

Ein Ehrenpreis für Atze Brauner (Süddeutsche Zeitung vom Freitag, 30.06.2017)

Ehrenpreis der Interfilm-Akademie im Rahmen des 35. Filmfests München der Produzent, Grenzgänger und Brückenbauer Artur Brauner für sein Lebenswerk (DPMG vom Samstag, 01.07.2017)

Ökumenischer „One Future“-Preis für „Cuori puri“ beim Münchner Filmfest (Sonntagsblatt vom Dienstag, 04.07.2017)

Ehrenpreis an Artur Brauner

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für sein Lebenswerk wird der Produzent, Grenzgänger und Brückenbauer Artur Brauner ausgezeichnet.

Die von ihm 1946 gegründete Central Cinema Comp. Film GmbH – kurz CCC – zählte zu den größten und erfolgreichsten Filmproduktionsfirmen der deutschen Nachkriegszeit und gilt heute als das älteste, noch aktiv produzierende, unabhängige Filmunternehmen Deutschlands. Die Laudatio hält der Vorjahrespreisträger Prof. Heiner Stadler, er ist seit 2004 Hauptamtlicher Professor der Abteilung IV Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film München und hat den Preisträger schon vor über 40 Jahren persönlich kennengelernt. Soweit es seine Gesundheit zulässt, wird Artur Brauner zusammen mit seiner Tochter Dr. Alice Brauner, die einen Teil der Firmengruppe seit 2007 leitet, den Preis persönlich entgegennehmen.

Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgen Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon.

Preisverleihung:
Samstag, 01.07.2017, 13 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss an die Preisverleihung findet von 14.30 bis 16.30 im Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz das traditionelle Filmseminar statt. Wir zeigen als Süddeutschland-Premiere die Dokumentation Marina, Mabuse und Morituri (Deutschland 2017, 52 Min., Original mit engl. Untertiteln, Regie Kathrin Anderson).

Der Film erzählt die Geschichte der Central Cinema Comp. Film GmbH, die mittlerweile von seiner Tochter Dr. Alice Brauner geleitet wird, und zeigt den durch die deutsche Geschichte geprägten Lebensweg des 1918 in Polen geborenen Brauner, der als Jude den Holocaust überlebte und im Land der Täter zum wichtigsten Filmproduzenten seiner Zeit wurde. Es ist ein eindrucksvoller, informativer und unterhaltsamer Streifzug durch 70 Jahre deutsche Filmgeschichte, der durch die Aussagen herausragender Persönlichkeiten und Weggefährten Brauners getragen wird. Das Porträt eines besonderen Menschen, der sich bis heute voll und ganz seiner Leidenschaft Film verschrieben hat.

Anschließend findet ein Filmgespräch mit der Familie Brauner und weiteren ZeitzeugInnen statt, geleitet von Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie. Zum Ausklang laden wir die TeilnehmerInnen zu einem Glas Wein ins Foyer ein. Der Eintrittpreis beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro, Kartenreservierung wird empfohlen per Email an karten.interfilmakademie@gmail.com.

Pressemitteilung (pdf)

One-Future-Preis 2017 und Ehrenpreis an Artur Brauner

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 35. Filmfests München, das vom 22. Juni bis 1. Juli 2017 stattfinden wird, zum 32. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis für das Lebenswerk an Artur Brauner.

Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgen Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon.

Preisverleihung:
Samstag, 01.07.2017, 13 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören in diesem Jahr an:

Fatima Geza Abdollahyan wurde 1977 in Frankfurt am Main geboren, ihre Eltern stammen aus dem Iran. Sie hat in Lyon und München Politikwissenschaften studiert und 2001 mit einem Master of Arts in International Relations an der Westminster University London abgeschlossen. Im gleichen Jahr begann sie ihr Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München im Studiengang Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. 2009 graduiert sie mit dem Dokumentarfilm Kick in Iran, der seine Weltpremiere 2010 auf dem renommierten Sundance Filmfestival in den USA feierte. Für ihren Film Freedom Bus wurde sie beim Filmfest 2013 mit dem One-Future-Preis ausgezeichnet. Fatima Geza Abdollahyan ist Film-Redakteurin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk.

 

Svetlana Belesova wurde 1988 in Simferopol, Autonome Republik Krim, geboren. 2005 bis 2007 studierte sie dort Germanistik, bevor sie 2007 nach Deutschland zog, um in Dresden ein Studium der Medienwissenschaften aufzunehmen, das sie 2011 mit der Bachelorprüfung erfolgreich abschloss. Schon während ihres Studiums spielte sie an der Bühne Dresden. 2013 begann sie ihr Schauspielstudium an der Theaterakademie August Everding und war dort u.a. in den Produktionen Der Weg zum Glück und Der goldene Drache am Münchner Metropoltheater sowie der Erfolgsproduktion Tschick zu sehen. 2014 wurde sie Stipendiatin des Deutschen Bühnenvereins. 2017 hat sie den Master-Studiengang erfolgreich abgeschlossen. Svetlana Belesova ist Teil des ensemble-netzwerks.

 

Sampaguita I. Mönck wurde 1992 in Berlin geboren, ihre Mutter stammt von den Philippinen. Sie absolvierte ihr Abitur in München, 2015 schloss sie den Studiengang Diplom-Musicaldarstellerin an der Theaterakademie August Everding mit einem Stipendium des Deutschen Bühnenvereins erfolgreich ab. Seit 2012 ist sie Stipendiatin der Richard-Stury-Stiftung. 2015 übernahm sie die Titelrolle in The Drowsy Chaperone – Vier Hochzeiten und ein Musical am Prinzregententheater München. Als Consuelo ist sie an der Oper Leipzig in West Side Story zu sehen, am Theater Bonn spielt sie in Der kleine Horrorladen das Soulgirl Ronette. Im Juni 2017 hat sie am Kammertheater Karlsruhe Premiere mit dem Musical Non(n)sens. Ab September wird sie dann wieder in der Titelrolle von The Drowsy Chaperone – Hochzeit mit Hindernissen an der Oper Chemnitz zu sehen sein.

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One-Future-Preis 2016 an „Eine unerhörte Frau“

Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 34. Filmfests München am 2. Juli 2016 zum 31. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2016 geht an den Film Eine unerhörte Frau (Deutschland 2015) von Hans Steinbichler.

Begründung:
Die wahre Geschichte der Bäuerin Hanni, grandios und anrührend von Rosalie Thomass verkörpert, ist ein starkes Plädoyer dafür, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Von der Gesellschaft und ihrer Familie alleine gelassen, schenkt Hanni ihrer kranken, kleinen Tochter als Einzige Glauben und nimmt erfolgreich den Kampf gegen oft selbstherrliche Autoritäten auf. Nicht ernst genommen und herabgewürdigt verliert sie nicht die Hoffnung und setzt sogar ihre Existenz aufs Spiel, um ihre Tochter retten zu können.
Der One-Future-Preis geht in diesem Jahr an Eine unerhörte Frau, ein Film, der nachvollziehbar und glaubwürdig zeigt, wie wichtig es ist, auch auf Schwächere zu hören.

Der Preis wurde vom Regisseur Hans Steinbichler, dem Produzenten Nils Dünker sowie den Drehbuchautoren Angelika Schwarzhuber und Christian Lex persönlich entgegengenommen.

Hans Steinbichler, Rosalie Thomass, Nils Dünker, Daniel Blum, Angelika Schwarzhuber und Christian Lex (v.l.n.r.) bei der Premiere von "Eine unerhörte Frau" (Foto: Dominik Bindl / Filmfest München 2016)

Hans Steinbichler, Rosalie Thomass, Nils Dünker, Daniel Blum, Angelika Schwarzhuber und Christian Lex (v.l.n.r.) bei der Premiere von „Eine unerhörte Frau“ (Foto: Dominik Bindl / Filmfest München 2016)

Lobende Erwähnungen

Die Reise mit Vater (Deutschland/Rumänien/Schweden/Ungarn 2016) von Anca Miruna Lăzărescu
Begründung:
In den politischen Wirren während des Prager Frühlings suchen zwei Brüder nach Selbstfindung und ringen um die Frage, ob man den Lauf der Geschichte beeinflussen kann. Der Film bearbeitet die Frage: Schaffen wir Menschen es, unsere Gesellschaften so einzurichten, dass wir in Freiheit leben können, ohne dass Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit dabei zu kurz kommen? Oder existiert so etwas nur in Büchern, Songtexten oder Filmen?

Die Ehrung wurde von Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu und Produzent David Lindner Leporda persönlich entgegengenommen.

Lo and Behold: Reveries on the Connected World (USA 2016) von Werner Herzog
Begründung:
Der namhafte und hochgeschätzte Regisseur Werner Herzog beschäftigt sich mit der gerade stattfindenden Revolution der globalen Vernetzung und entwirft mit Gesprächspartnern aus der ganzen Welt mögliche Visionen unserer Zukunft.

Ehrenpreis

Mit einem Ehrenpreis für sein Schaffen als Dokumentarfilmer und als Hochschullehrer wurde in diesem Jahr Prof. Heiner Stadler ausgezeichnet, er ist Hauptamtlicher Professor der Abteilung IV Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik und Vize-Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Prof. Heiner Stadler nahm den Ehrenpreis persönlich entgegen.

Die Preisverleihung fand am Samstag, 2. Juli 2016 im Gasteig (Black Box) statt und wurde musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon.

Die Interfilm-Jury 2016:
Dr. Peter Marinković (Vorsitz, Deutschland)
Galina Antoschewskaja (Russland)
Bhagu T. Chellaney (Indien)
Ileana Cosmovici (Italien)
Franz Indra (Deutschland)

Interfilm-Seminar 2016 mit Heiner Stadler (HFF München)

„Das trügerische Bild – Über Widersprüchliches zwischen Leinwand und Leben“
Samstag, 02.07.2016, 10-12 Uhr
Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz

Veranstalter: Interfilm Akademie München
Leitung: Dr. Peter Marinković, München
Eintritt: 6 Euro

Zwei Filme, zwei Dokumentarfilme, die Geschichten erzählen, die auch in den Nachrichten vorkommen, von denen man aber so noch nichts gehört und gesehen hat.

Mars Closer - Still

Still aus „Mars Closer“


In Mars Closer (17 Min.) von Annelie Boros und Vera Brückner haben sich zwei Männer bereits auf den Weg zum Mars gemacht. One Way. Rückkehr nicht möglich. Und Über Bilder (30 Min.) von Heiner Stadler erzählt von Menschen, die selbst keine Bilder herstellen, die aber ohne Bilder nicht leben könnten. Sind wir, die Filmemacher, eine Ausnahme?

Über Bilder - Still

Still aus „Über Bilder“


„Wir in unserer Welt schlafen mit dem Bild und essen es und beten es an und tragen es am Körper.“
– Don DeLillo, Mao II

Auf die Vorführung folgt eine Diskussion mit Prof. Heiner Stadler, Annelie Boros, Vera Brückner und internationalen Gästen unter Einbeziehung des Publikums.

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One-Future-Preis 2016 und Ehrenpreis an Heiner Stadler

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Im letzten Jahr wurde Babai von Visar Morina prämiert. Die Interfilm-Akademie München vergibt den Preis in diesem Jahr zum 31. Mal.

Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Dr. Peter Marinković (Deutschland) gehören Galina Antoschewskaja (Russland), Bhagu T. Chellaney (Indien), Ileana Cosmovici (Italien) und Franz Indra (Deutschland).

Mit einem Ehrenpreis für sein Schaffen als Dokumentarfilmer und als Hochschullehrer wird in diesem Jahr Prof. Heiner Stadler ausgezeichnet, er ist Hauptamtlicher Professor der Abteilung IV Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik und Vize-Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Mit einem außerordentlichen Gespür für Bilder zeigt er in seinen Filmen oft ungeschönt, „was ist“, und stellt dabei „en passant die Fragen nach unserer Zukunft“. An der HFF München begleitet und fördert er seit 2004 den Filmnachwuchs mit unnachahmlicher Leidenschaft und prägt ihn nachhaltig. Die Laudatio hält Maximilian Plettau, dessen Diplomfilm Comeback Heiner Stadler vor neun Jahren betreut hat und der heute erfolgreich als Produzent mit seiner Firma Nominal Film arbeitet – mehrfach preisgekrönt, u.a. mit dem VGF-Nachwuchsproduzentenpreis 2012 für Nemez.

Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgen Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon.

Preisverleihung:
Samstag, 02.07.2016, 13 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.

Pressemitteilung (pdf)

One-Future-Preis 2015 an „Babai“

Der One-Future-Preis 2014 geht an den Film Babai (Deutschland/Frankreich/Kosovo/Mazedonien 2015) von Visar Morina.


Fotos von Beate Obermann

Begründung:
Mit den Mitteln eines Road Movies und einer Coming-Of-Age-Migrationsgeschichte schildert der Film den Weg des 10-jährigen Nori auf der Suche nach seinem geflohenen Vater vom Kosovo über Montenegro nach Deutschland. Die resignative Grundstimmung wird immer wieder aufgebrochen durch überraschende Rollenwechsel innerhalb einer hinreißenden Hassliebe zwischen Vater und Sohn. Durch Rückschläge lässt Nori sich nicht entmutigen, auch im Exil wächst Nori an den Herausforderungen.
Visar Morina überzeugt durch seine dichte, konzentrierte Erzählweise. Bewusst greift er Gestaltungsmittel des italienischen Neorealismus auf. Feinsinnig korrespondiert er die Farbdramaturgie mit der Trostlosigkeit und der Mattigkeit der jeweiligen Situation der Erwachsenen. Am Ende eröffnet Morinas Debütfilm durch eine eindringliche lichtvolle Vision einen Ausblick auf eine möglicherweise hoffnungsvolle Zukunft.

Lobende Erwähnungen:

Mediterranea von Jonas Carpignano – Frankreich/Italien/USA 2015
Begründung:
Mediterranea ist ein bildgewaltiges, opulentes Werk, das die Odyssee afrikanischer Emigranten von Burkina Faso durch die Sahara über das Mittelmeer nach Italien beschreibt. Dabei wirft der Regisseur differenzierte Blicke auf die Schicksale der boat poeple im Exil wie auch auf die Lebenswirklichkeit der Einheimischen Kalabriens. Dadurch ermöglicht Mediterranea den Zuschauern, sich mit der Migrationsproblematik vertiefter zu beschäftigen.

Sunrise von Partho Sen-Gupta – Indien 2014
Begründung:
Sunrise
ist ein visuell überwältigender Independent-Film, der sich bewußt von Bollywood-Standards absetzt und in der Tradition eines Mrinal Sen steht. Der Film beschreibt die seelische Not eines Polizeibeamten in Mumbai, dessen Tochter Jahre zuvor gekidnapped wurde. Die Eltern haben die traumatische Erfahrung noch nicht bewältigt. Der Regisseur integriert auf eindrucksvolle Weise tiefenpsychologische wie mythologische Dimensionen in einen komplexen „Neo-Noir-Thriller“, dessen Thematik brisant und zugleich hochaktuell ist: Jährlich werden in Indien 100.000 Kinder als vermißt gemeldet. Nach einer bildstarken, langen Reise durch die Nacht eröffnet der Film am Ende einen hoffnungsvollen Ausblick in eine visionäre Zukunft.

Mit einem Ehrenpreis für sein filmpublizistisches Schaffen wurde posthum der Filmkritiker Bodo Fründt ausgezeichnet.

Die Interfilm-Jury 2015:
Prof. Eckart Bruchner (Vorsitz, Deutschland)
Ileana Cosmovici (Italien)
Bhagu T. Chellaney (Indien)
Galina Antoschewskaja (Russland)
Dr. Peter Marinković (Deutschland)

One-Future-Preis 2015 und Ehrenpreis an Bodo Fründt

Die Interfilm-Akademie München vergibt den Preis in diesem Jahr zum 30. Mal. Im letzten Jahr wurde Das Salz der Erde von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado (Brasilien/Italien/Frankreich 2014) ausgezeichnet. Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Pfarrer Eckart Bruchner (Deutschland) gehören Ileana Cosmovici (Italien), Galina Antoschewskaja (Russland), Bhagu T. Chellaney (Indien) und Dr. Peter Marinković (Deutschland).

Mit einem Ehrenpreis für sein filmpublizistisches Schaffen wird in diesem Jahr posthum der Filmkritiker Bodo Fründt ausgezeichnet, der überraschend am 02.12.2014 verstorben ist.

„Er ist ein tough guy der Filmkritik in Deutschland gewesen. Und ein absoluter Professional, ganz im Sinne von Howard Hawks. Seine unzähligen Kritiken und Essays waren stets sachlich und kenntnisreich formuliert, mit einem besonderen Blick für das Filmische… Doch hinter aller Sachlichkeit spürte man als Leser eine ungemeine Leidenschaft für’s Kino“, so epd-Film 1/2015.

„Von Anfang an hat Bodo Fründt auch als Chefredakteur und loyaler Reporter beim Filmfest München die Arbeit der Interfilm-Akademie leidenschaftlich gefördert, insbesondere den One-Future-Preis mit einer Geradlinigkeit ’straight from the heart‘ und daher“, so Pfarrer Bruchner, „posthum den Ehrenpreis 2015 verdient.“

Preisverleihung:
Samstag, 04.07.2015, 13 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.