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One-Future-Preis 2021 an „Nahschuss“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie, dieses Jahr in ihrer neuen Rechtsform als Interfilm Academy Munich e.V., hat im Rahmen des 38. Filmfests München am 10. Juli 2021 zum 36. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2021 geht an den Film Nahschuss (Deutschland 2021) von Franziska Stünkel aus der Reihe Neues Deutsches Kino. Der Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Drehbuch ging ebenfalls an Nahschuss.

Eine lobende Erwähnung erhalten A Nuvem Rosa (Brasilien 2021) von luli Gerbasse sowie der Kinderfilm Mission Ulja Funk (Deutschland/Luxemburg/Polen 2021) von Barbara Kronenberg. Mission Ulja Funk erhielt auch den Kinder-Medien-Preis „Der weiße Elefant“ für die beste Nachwuchsdarstellerin.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde der Filmproduzenten Rob Houwer (München/Amsterdam) für besondere Verdienste ausgezeichnet.

One-Future-Preis 2021 und Ehrenpreis für Rob Houwer

Die Interfilm Academy, dieses Jahr schon in ihrer neuen Rechtsform als Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 38. Filmfest München, das vom 1. Juli bis 10. Juli 2021 stattfindet, zum 36. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm Academy Munich e.V. vergibt außerdem einen Ehrenpreis für besondere Verdienste eines/r Filmschaffenden. Dieses Jahr erhält ihn der Filmproduzent Rob Houwer (München/Amsterdam).

2020 wurde der 35. One-Future-Preis coronabedingt auf dem Fünf Seen Film Festival (FSFF) verliehen. Dieser ging an The Great Green Wall (UK 2020) von Jared P. Scott. Eine lobende Erwähnung erhielt Corpus Christi (Polen 2019) von Jan Komasa. Der One-Future-Ehrenpreis 2020 ging an Matthias Helwig, Initiator des Fünf Seen Film Festivals (FSFF), u.a. für seine Programmarbeit in den Breitwandkinos Gauting, Starnberg und Seefeld.

Preisverleihung

Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet am Samstag, 10. Juli 2021, um 17:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch von „Teufelsgeiger“ Florian Meierott (Deutschland) umrahmt. Der Eintritt – unter Corona-Bedingungen – ist frei.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:

Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin

© Foto: Benjamin Boldt

Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte, in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF-München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG-Antwerpen, 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise: One-Future-Preis und Prix Interculturel

Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium der Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA, Filmgutachter

Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout bei Namoto

Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin

Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.

One-Future-Preis 2019 an „Perro Bomba“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 37. Filmfests München am 6. Juli 2019 zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2019 geht an den Film Perro Bomba (Chile 2019) von Juan Cáceres aus der Reihe International Independents.

v.l.n.r.: Dr. Peter Marinković, Franziska Ball, Juan Cáceres und Mirjam Orthen (Credit: Robert Auerbacher)

Begründung:

Steevens, ein junger haitianischer Immigrant in Chile, hat das Notwendigste, was er zum Leben braucht: Arbeit auf dem Bau, ein Dach über dem Kopf und ein paar Freunde. Doch als sein alter Jugendfreund ebenfalls nach Chile emigriert und Steevens ihm mit seinen bescheidenen Mitteln zu helfen versucht, zeigt sich, wie fragil sein eigenes Gerüst ist.
Perro Bomba zeigt, auf erschreckend reale Art, die existenzielle Notsituation eines haitianischen Immigranten in Chile. Ohne zu stark zu polarisieren, geht man mit dem Protagonisten durch eine Welt der Widerstände, des Rassismus sowie der eigenen Sehnsüchte und Traditionen.
Perro Bomba verzichtet auf Hochglanzbilder und bombastische Kinoästhetik und vermittelt mit schlichten, dokumentarisch anmutenden Bildern den Eindruck einer Echtheit, die dem Film tatsächlich zugrunde liegt. Aus genauen Beobachtungen im eigenen Umfeld und entstanden aus Improvisationen, kreiert Juan Cáceres mit seinen Darstellern eine Geschichte, die einen berührt und in ihrer Tragik ergreift.
Von der Handlung losgelöste, wiederkehrenden Musikeinlagen symbolisieren die Freude und den Stolz der Haitianer, wodurch auf spielerische und erfrischende Art ein einseitiger, problembelasteter Blick verhindert wird. Perro Bomba thematisiert einen brisanten Aspekt der jüngsten Geschichte Chiles, zeigt gesellschaftliche Missstände auf und spricht damit gleichzeitig eine universelle Problematik an. Der
Film beweist den Idealismus eines Regisseurs, der für eine gerechtere, bessere Welt kämpft. Wir glauben, dass von Juan Cáceres noch große, relevante Filme zu erwarten sind und möchten ihn auf diesem Weg ermutigen. Dafür verleihen wir ihm den One-Future-Preis 2019.

Video zu „Perro Bomba“

Biografie Juan Cáceres

Juan Cáceres, Jahrgang 1990, lebt und arbeitet in Chile. Er besuchte die Universität von Chile und begann seine Filmkarriere mit den Kurzfilmen Desiderium (2016) und La Duda (2017). Perro Bomba ist sein erster Langfilm und wurde auf internationalen Festivals bereits mehrfach ausgezeichnet.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinkovic gehörten in diesem Jahr die Regisseurin Mirjam Orthen sowie die Schauspielerinnen Franziska Ball (links) und Irina Kurbanova (rechts) an.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.

Die Laudatio hielt Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung, die stellvertretende evangelische Landesbischöfin Susanne Breit-Keßler sprach ein Grußwort

v.l.n.r.: Franziska Ball, Dr. Peter Marinković, Diana Iljine, Elisabeth Wicki-Endriss, Susanne Hermanski, Susanne Breit-Keßler, Mirjam Orthen (Credit: Michael Rüdel)

Filmseminar beim 37. Filmfest München über Bernhard Wicki

Samstag, 06.07.2019, 10:00 – 12:30
Verstörung – und eine Art Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki
Rio Palast, Rosenheimer Straße 46 / 81669 München

Unser traditionelles Filmseminar findet am 6. Juli 2019 von 10 bis 12.30 Uhr wieder im Rio Filmpalast statt. Wir zeigen in exklusiver Wiederaufführung Elisabeth Wickis Dokumentarfilm Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki (D 2007), anschließend findet ein Filmgespräch mit einem Überraschungsgast statt.

Der Eintrittpreis beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro (Karten an der Rio-Kinokasse).

One-Future-Preis 2019 und Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 37. Filmfests München, das vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 stattfinden wird, zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis für das Lebenswerk eines/r Filmschaffenden.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören auch in diesem Jahr drei weibliche Filmschaffende an:

Irina Kurbanova wurde 1995 in München geboren und ist zweisprachig aufgewachsen. Ihre Mutter stammt aus Odessa, der Vater aus Leningrad (heute St. Petersburg), beide sind 1993 nach Deutschland eingewandert.
Irina sammelte schon als Kind erste Bühnenerfahrung, später wirkte sie in der Theatergruppe Lo-Minor der IKG München und Oberbayern mit. Seit ihrem achten Lebensjahr ist sie regelmäßig in Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen, im Herbst 2019 kommt der Spielfilm Gipsy Queen in die Kinos. Nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Examen Kunst und Multimedia an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert sie seit 2017 an der Theaterakademie August Everding Schauspiel.
Irina Kurbanova wurde 2018 in die Studienstiftung des deutschen Volkes.aufgenommen, sie erhält eine zusätzliche Förderung für das Masterstudium an der Royal Academy of Dramatic Art in London, das sie diesen Herbst beginnen wird

Mirjam Orthen (Foto: Nina Bindl)

Mirjam Orthen wurde 1984 in München geboren, ihre Mutter ist Deutsche, der Vater stammt aus der Türkei.
Nach dem Abitur arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Produktionsassistentin für Goldkind Film (Sophie Scholl) und Helmut Dietls Diana Film. Von 2007 bis 2015 studierte sie Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Studentenfilme Vatersprache und Wir haben eine Mission liefen erfolgreich auf internationalen Filmfestivals und gewannen einige angesehene Preise. Ihr Abschlussfilm ADA war nominiert für den First Steps Award 2016 und gewann den Starter Filmpreis München 2016. Im Jahr 2016/17 war sie Stipendiatin der 28. Drehbuch-Werkstatt München, in deren Rahmen sie das Langfilm-Drehbuch zu Wunschkind (AT) schrieb. Aktuell hat sie den Kurzfilm Die Gratwanderung fertiggestellt, den Kurzfilm Taxim in Produktion und den Langfilm Der Sommer 2001 (AT) in Drehbuchentwicklung.

Franziska Ball

Franziska Ball wurde 1971 in München geboren und ist dort aufgewachsen.
Sie erhielt in New York am Lee Strasberg Theatre Institute und in München an der Neuen Münchner Schauspielschule ihre Schauspiel- und Gesangsausbildung. Zusätzlich absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Magisterstudium. Erste Engagements hatte sie in Essen, Feuchtwangen, Landshut, Bamberg und Karlsruhe, in München war sie u.a. im Metropoltheater zu sehen. Vor zehn Jahren gründete sie mit dem amerikanischen Pianisten Marty Jabara das Duo Ball & Jabara. Neben Film- und Fernsehrollen unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Theater München und arbeitet als Sprecherin für Hörbücher, Hörfilme, für Arte und den Bayerischen Rundfunk.

Die Regisseurin Suli Kurban wurde in die 31. DrehbuchWerkstatt München 2019/20 aufgenommen und kann deshalb erst im kommenden Jahr an der Jury mitwirken.

Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Elisabeth Wicki-Endriss (Foto: Robert Auerbacher)

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wird die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.
Elisabeth Wicki-Endriss, geboren in Eger (Chep), erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Sie arbeitete vor allem am Theater, spielte aber auch in Kino- und Fernsehfilmen mit. 1977 lernte sie ihren späteren Mann Bernhard Wicki kennen, in dessen Filmen sie wiederholt mitwirkte.
Nach seinem Tod gründete sie 2001 den Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. zur Förderung von Bildung, Toleranz und Völkerverständigung, basierend auf dem filmischen Vermächtnis von Bernhard Wicki, und zur Förderung von Kunst und Kultur auf dem Gebiet des gesellschaftlich engagierten, für Toleranz und Menschenrechte werbenden Films.
Mit der Stiftung des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke hat sie die Film-Friedensarbeit wegweisend geprägt und es ermöglicht, Menschen über das Medium Film Orientierungshilfen zu geben für ihre Identitätsbildung und Willensentscheidung gegen jegliche Gewalt und Verfolgung von Menschen anderer geistiger Prägungen.
Die Laudatio hält Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung. Elisabeth Wicki-Endriss wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 6. Juli 2019, um 13:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon. Der Eintritt ist frei.

One-Future-Preis 2018 an „A Letter to the President“ („Namai Ba Rahis Gomhor“)

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests
München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 36. Filmfests München am 7. Juli 2018 zum 33. Mal
Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2018 geht an den Film A Letter to the President (Namai Ba Rahis Gomhor, Afghanistan 2017) von Roya Sadat.

Regisseurin Roya Sadat und Drehbuchautor Aziz Dildar danken in dieser Videobotschaft:


Begründung:

A Letter to the President ist ein bewegender, äußerst differenziert gestalteter Film, der von den Widersprüchen des afghanischen Rechtssystems und der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen zehn Jahre nach dem offiziellen Abzug der Taliban erzählt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Soraya, eine zweifache Mutter, die täglich darum kämpft, ihre Karriere als Leiterin der Kabuler Kriminalabteilung und ihr Leben als Ehefrau eines zu Alkoholismus und Gewalt neigenden Mannes in Einklang zu bringen. Das bereits bröckelnde Gleichgewicht endet, als sie beschließt, eine Frau zu retten, die wegen Ehebruchs von den Dorfältesten zum Tode verurteilt wird. Daraufhin begibt sich Soraya in einen unausweichlichen Konflikt mit den Stammesführern und mit ihrem Ehemann.
Der Film erzählt von einer unerschrockenen, starken Frau, die trotz aller Widrigkeiten und fest verwurzelten patriarchalischen Strukturen bereit ist, für ihre eigene Freiheit sowie die anderer Frauen einzutreten, um das afghanische Rechtssystem zu schützen. Geschickt in Rückblenden verwoben, zeigt der Film ihren Kampf um Gerechtigkeit und Gleichheit durch eine Petition, die sie an den Präsidenten richtet und welche sie vor der Todesstrafe retten soll. Erzählt wird all das von der gleichermaßen mutigen, jungen afghanischen Regisseurin Roya Sadat, der ersten weiblichen Vertreterin ihres Fachs in der Post-Taliban-Ära.
Eine unmittelbare, überzeugende Geschichte – atmosphärisch dicht verpackt, dramatisch geschrieben, herausragend gespielt und inszeniert, erzählt A Letter to the President mit einer sensiblen Bildgestaltung des klassischen Erzählkinos vom Kampf einer einzelnen Frau gegen tief verwurzelte Vorurteile und übermächtige patriarchale Strukturen. Ihre Integrität und ihr Mut zum Widerstand werden zu einem Vorbild für uns alle.

Ein kleiner Blick in die Dreharbeiten zu A Letter to the President:

Lobende Erwähnung

Eine Lobende Erwähnung geht an Welcome to Sodom (Österreich 2018) von Florian Weigensamer, und Christian Krönes

Welcome to Sodom ist ein essayistischer Dokumentarfilm von Christian Krönes und Florian Weigensamer, ein Porträt der weltweit größten Elektromüllhalde Ghanas mit Müllbergen unserer „westlichen ersten Welt“ und gleichzeitig einer der giftigsten Orte unseres Planeten. Der Film erzählt von einer Dystopie, die längst Teil unserer globalen Realität geworden ist. „Sodom“ ist ein Ort, der uns alle angeht, ein globales Thema, das sowohl umweltpolitische als auch sozial und kulturell höchst relevante Fragen aufwirft. Beindruckend ist der Film auch auf filmästhetischer Ebene, da er sich nicht den klassischen Formen des Dokumentarfilm-Genres bedient, sondern sehr sensibel nicht nur inhaltlich, sondern auch kinematographisch an das Thema herangeht: Durch die Polyphonie der Charaktere, die der Zuschauer im Voice Over kennenlernt, erfährt er die Wünsche und Träume der Charaktere, und doch darf man sich als Betrachter selbst durch die vielen Totalen einen Eindruck des Ortes verschaffen.
Die Courage, die Inspiration und die Beharrlichkeit sich als Filmteam an diesen Ort der Welt zu wagen, an dem die Lebenserwartung der Protagonisten i.d.R. nicht mehr als 30 Jahre ist, empfindet die Jury als bemerkenswert.
Wir meinen, dass Welcome to Sodom in seiner Eindringlichkeit ganz unmittelbar zu einem Umdenken beim Publikum führt und damit höchst preisverdächtig und relevant ist. Oder wie Alain Resnais sagte, man kann mit Filmen vielleicht nicht die Welt verändern, aber Menschen zum Nachdenken anregen.

Die Jury der Interfilm-Akademie:
Navina Neverla
Verena Marisa
Tomasz Rudzik

Pressemitteilung A Letter to the President (pdf)

Pressemitteilung Welcome to Sodom (pdf)

Dankesrede von Florian Weigensamer und Christian Krönes (pdf)

Ehrenpreis

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde Prof. Gerd Baumann (Komposition für Film und Medien – Hochschule für Musik und Theater München) ausgezeichnet. Er hat mit seinem unverwechselbaren Sound die deutsche Filmmusiklandschaft maßgeblich geprägt mit einer ganz eigenen musikalischen Handschrift, die seinen Filmen eine besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit verleiht. Als Hochschulprofessor hat er den Studiengang „Komposition für Film und Fernsehen“ um entscheidende Kooperationen erweitert, z.B. mit den Münchner Symphonikern. Die Laudatio hielt Adrian Prechtel von der Abendzeitung München.

Laudatio (pdf)

Filmseminar beim 36. Filmfest München

Samstag, 07.07.2018, 10:30 – 13:00 (Empfang bis 13:45)

Nelson Mandela 100 – Be the Legacy

Rio Palast, Rosenheimer Straße 46 / 81669 München

Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Südafrikanischen Generalkonsulat München

Anlässlich des 100. Geburtstages von Nelson Mandela (18.07.1918 – 05.12.2013) wird der Dokumentarfilm Mandela: Son of Africa, Father of a Nation (Südafrika, USA 1996, 118 min., Regie: Angus Gibson und Jo Menell) gezeigt, der sich mit dem Leben und Wirken des südafrikanischen Freiheitskämpfers, Friedensnobelpreisträgers und ersten schwarzen Präsidenten seines Landes auseinander setzt. Der Film war 1996 für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.

Danach findet ein Filmgespräch statt mit dem Generalkonsul der Republik Südafrika in München George Monyemangene und Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie.

Anschließend Empfang (bis ca.13:45 Uhr) im Foyer und Café.

Der Eintritt ist frei.

Pressemitteilung (pdf)