Gautinger Filmgespräche

Filmgespräche im Kino Breitwand Gauting jeden letzten Donnerstag im Monat

Gautinger Filmgespräch: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes (Pope Francis: A Man of His Word)

Schweiz / Heiliger Stuhl (Vatikanstaat) / Italien / Deutschland / Frankreich 2018 | 96 Min. | Regie: Wim Wenders | mit Papst Franziskus, Joe Biden, Paul Ryan u.a.
Donnerstag, 14.06.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Im März 2013 wurde der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio im Vatikan zum neuen Papst gewählt. Er gab sich als erster Heiliger Vater den Namen Franziskus, der auf sein Vorbild, den heiligen Franz von Assisi verweist. Papst Franziskus ist auch das erste Oberhaupt der katholischen Kirche, das aus der südlichen Hemisphäre kommt. Der 1936 in Buenos Aires geborene Papst hat bald nach dem Amtsantritt begonnen, die Kurie zu reformieren. Er vertritt Werte wie Bescheidenheit und Demut und sucht, auch auf seinen Reisen, die Begegnung mit Armen, Flüchtlingen, Notleidenden. Er kritisiert die Raffgier und den Neid vieler Menschen. In seiner Enzyklika von 2015 mahnt er den Schutz der Umwelt an. Auch ein gutes Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen ist dem Papst wichtig.

Wim Wenders ist ein bewegendes Porträt des Papstes gelungen, er zeigt den Papst bei der Begegnung mit Menschen in aller Welt und lässt ihn seine Positionen in Interviews näher erläutern. Es wird ersichtlich, dass dieser Papst sein großes Ansehen nicht nur seinem Amt, sondern vor allem auch der Aufrichtigkeit verdankt, mit der er seine Botschaft des Teilens und der Anteilnahme vertritt. (Quelle: spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie: „Wim Wenders kenne ich als Mitstudent seit den Anfängen der HFF München. Immer wieder sind wir uns in Filmseminaren, auf Festivals etc begegnet. 2005 haben wir Wim Wenders zu seinem 60. Geburtstag in Locarno anlässlich des 50. Jahrestags von Interfilm mit einem Ökumenischen Ehrenpreis gewürdigt. Vor einigen Jahren haben wir ihn für seinen Film Das Salz der Erde mit dem One-Future-Preis ausgezeichnet. Da ich zudem in Rom an der Päpstlichen Universität Gregoriana und Waldenserfakultät studiert, seitdem mehrmals filmisch und theologisch in Rom, auch im Vatikan gearbeitet habe, reizt es mich als Filmpfarrer besonders, Wim Wenders‘ Film Franziskus erstmals im Breitwand-Kino Gauting vorzustellen und mit dem Publikum anschließend zu diskutieren.“

Gautinger Filmgespräch: Transit

Deutschland / Frankreich 2018 | 101 Min. | Regie: Christian Petzold | mit Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese u.a.
Donnerstag, 31.05.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Nach Anna Seghers’ im Exil verfassten gleichnamigen Roman. 1943. Georg entkommt im letzten Moment aus Paris nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In der Hafenstadt darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Georg nimmt die Identität von Weidel an und versucht eine der wenigen Schiffspassagen zu ergattern. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, in den Wartezimmern der Konsulate, in Cafés und Bars am Hafen. Georg freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht verstorbenen Genossen Heinz. Seine Pläne ändern sich, als er der geheimnisvollen Marie begegnet. Schauplatz des Films ist das heutige Marseille, in dem sich die Figuren aus der Vergangenheit bewegen. Geflüchtete von damals treffen auf Geflüchtete von heute, die Geschichte trifft auf die Gegenwart. (Quelle: Kino Breitwand Gauting)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Gautinger Filmgespräch: Lady Bird

USA 2017 | 94 Min. | Regie: Greta Gerwig | mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts u.a.
Donnerstag, 26.04.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Wunderbares, großes Kino: Greta Gerwigs Dramödie über eine junge Rebellin ist bis in die winzigsten Details gelungen – ein Film für alle, die das Kino und das Leben lieben: Lady Bird wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich ihrem Provinznest zu entkommen. Aber dafür braucht sie einen Schulabschluss, einen möglichst guten, wenn’s geht. Doch bevor es so weit ist, macht sie erste Erfahrungen mit Jungs, ärgert sich mit ihrer Familie herum und wird ganz peu à peu erwachsen. Herausragende Darsteller, allen voran Saoirse Ronan als Lady Bird, und ein kluges, warmherziges Drehbuch machen den Film zum Kinoerlebnis allererster Güte. (programmkino.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Gautinger Filmgespräch: Maria Magdalena

Vereinigtes Königreich, USA, Australien 2018 | 120 Min. | Regie: Garth Davis | mit Rooney Mara, Joaquin Phoenix, Chiwetel Ejiofor u.a.
Donnerstag, 29.03.2018 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Eine Frau, die von Männern zum Schweigen gebracht wurde, indem man ihren Ruf beschmutzt – das war Maria Magdalena, die zum engen Kreis um Jesus von Nazareth gehörte. Wie in der Bibel nachzulesen ist, wurde sie von seinen Jüngern nicht anerkannt, galt als Sünderin und Prostituierte. Passend zu Ostern kommt jetzt Maria Magdalena von Regisseur Garth Davis in die Kinos, der erste Bibelfilm aus weiblicher Perspektive. Rooney Mara (Oscar-Nominierung für die Rolle der Lisbeth Salander in David Finchers Millennium) spielt die verleumdete Jesus-Jüngerin, erstmals und einzige, die Jesus (Joaquin Phoenix) wirklich versteht und erkennt, was es heißt, mit Gott eins zu sein. Bis zur Kreuzigung hat sie Jesus begleitet, hat ihn zusammen mit seiner Mutter Maria beweint und war auch bei der Auferstehung dabei – was ihre besondere Stellung eigentlich schon hätte bezeugen müssen.

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Gautinger Filmgespräch: Vom Töten leben

Deutschland 2016 | 108 Min. | Regie: Wolfgang Landgraeber
Mittwoch, 08.03.2017 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Wie können Menschen vom Töten leben, indem sie seit vielen Generationen Kriegswaffen herstellen? Um eine Antwort zu finden, besucht Filmemacher Wolfgang Landgraeber die schwäbische Kleinstadt Oberndorf, sucht Mitglieder der Friedensgruppen, Gewerkschafter und Pfarrer auf und befragt Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Heckler & Koch, wo die weltweit von Militärs und Terroristen gleichermaßen geschätzten Sturmgewehre G3 und G36 hergestellt werden. Oberndorf, die 14.000-Einwohner-Stadt am Ostrand des Schwarzwaldes sieht sich mit einer schleichenden Krise konfrontiert. Das Stadtbild zeigt es: verfallende Häuser, geschlossene Geschäfte. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind in den beiden Rüstungsbetrieben Mauser und Heckler seit den 80er Jahren verloren gegangen. Viele Millionen Menschen haben durch Mauser- und H&K-Waffen ihr Leben eingebüßt – durchschnittlich alle 15 Minuten kommt nach Schätzungen von Rüstungsgegnern einer hinzu, im Nahen Osten, in Afrika und auf dem Balkan, wo mit Heckler & Koch-Waffen erbittert gekämpft wurde und wird. (Text und Bild vom Kino)

Anschließend Filmgespräch mit Regisseur Wolfgang Landgraeber (Absolvent der HFF München und langjähriger WDR-Redakteur) unter der Moderation der Umweltexpertin Christiane Lüst.

Gautinger Filmgespräch: Büchner. Lenz. Leben

Deutschland 2014 | 108 Min. | Regie: Isabelle Krötsch | mit Hans Kremer u.a.
Dienstag, 24.01.2017
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Auf den ersten Blick möchte man den Film als Literaturverfilmung einstufen. Doch bemerkt man bei näherer Betrachtung gleich zwei wichtige Unterschiede. Zum einen bildet hier der Text, der mit lückenloser Treue vorgelesen und anhand einer anspruchsvollen Intonationstechnik erschlossen wird, eine eigene und eigentümliche Ebene, parallel zur Entfaltung der Bildsprache: unabhängig davon und doch darauf bezogen. Damit wird der Unterschied zwischen Textgrundlage und Drehbuch zurückgenommen, der für Literaturverfilmungen typisch ist. Zum anderen wird hier die vertraute Theatererwartung vereitelt, dass die Figuren der Erzählung durchgängig und mit allen Mitteln der Schauspielkunst simuliert werden. Stattdessen tritt hier die zentrale Figur von Lenz teils als Rolle in Erscheinung, teils aber auch als mentales Bild, das vom laut gelesenen Text ausgelöst wird. (Pravu Mazumdar)

Anschließend Filmgespräch mit Regisseurin Isabelle Krötsch und ihrem Ehemann Hans Kremer, der im Film mitspielt.