Hamburger Filmgespräche

Im Rahmen der Hamburger Filmgespräche finden verschiedene Veranstaltungsreihen der Interfilm-Akademie statt:

  • die Kriminologische Filmreihe seit Oktober 2016 in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis (Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg, Tel 040 / 342353)
  • die Phantastische Filmreihe seit März 2020 in Kooperation mit dem Savoy Hamburg (Steindamm 54 / 20099 Hamburg, Tel 040 / 284093628)

Es moderieren jeweils der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.
-> Pressespiegel

Stefan Preis und der Mann, der lacht

Stefan Preis und der Mann, der lacht

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Der Frauenmörder von Paris (Désiré Landru)

Der Frauenmörder von Paris (Désiré Landru)
Frankreich 2005 | 96 min. | Regie: Pierre Boutron | mit Patrick Timsit, Julie Delarme, Catherine Arditi u.a.
Freitag, 03.07.2020, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Um seine Familie ernähren zu können, ermordet der Antiquitätenhändler Landru reihenweise gut betuchte Damen, die er beerbt. 1919 wird er verhaftet und 1922 hingerichtet für den Mord an zehn Frauen und einem Jungen, obwohl er nie gestanden hat. „Von Claude Chabrol und Françoise Sagan als schwarze Komödie konzipiert und durch Einblendung von Weltkriegsszenen in Verbindung gebracht zum staatlich legitimierten Völkermord. Ein bewusst dekadentes Spiel mit menschlichen Grundwerten.“ (Quelle: Film-Dienst)

Der Kriminologe Stefan Preis führt in den Film ein mit einem Beitrag über den historischen Kriminalfall Landru, der auch Monsieur Verdoux von Charles Chaplin beeinflusste, und einer Theorie des Serienmordes.

Hamburger Filmgespräch: Durst (Bakjwi, OmU)

Durst (Bakjwi, OmU, Blu-ray)
Südkorea 2009 | 134 min. | Regie: Park Chan-wook | mit Song Kang-ho, Choi Hee-jin, Kim Ok-bin u.a.
Mittwoch, 08.07.2020,
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Die Hamburger Kinos dürfen wieder öffnen, und die Kriminologische Filmreihe ist sofort zur Stelle! Auch unter Abstandsbedingungen bietet der Saal des Metropolis-Kinos Platz für viele Gäste, also würden wir uns besonders freuen, wenn ihr zahlreich erscheint – das Kino wird es euch danken.

In seinem theologischen Horror-Drama untersucht Park Chan-Wook die Ursprünge des Vampir-Mythos und verbindet diesen mit einer werkgetreuen Interpretation von Thérèse Raquin nach Émile Zola, verlegt in das Südkorea der Gegenwart. Der katholische Priester Sang-hyeon wird während einer Epidemie durch eine Bluttransfusion in einen Vampir verwandelt. Konfrontiert mit dem ethischen Dilemma, um seinen „Durst“ zu stillen, verletzen und töten zu müssen, beginnt er zugleich eine Liebesbeziehung mit Tae-joo, der Frau seines Freundes Kang-woo. Eines Tages tötet er Kang-woo und tarnt den Mord als Unfall. Dann erfährt er, dass er auch von Tae-joo belogen wurde.

Zola, der am 2. April seinen 180. Geburtstag gefeiert hätte, beschrieb seine Romanfiguren als von ihren Leidenschaften beherrschte „menschliche Bestien“ ohne freien Willen.

Moderiert wird die Veranstaltung von dem Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze sind begrenzt, es gibt nur noch Platzkarten. Am 15.06. beginnt der Online-Vorverkauf. -> Tickets

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Lucifer Rising & Die schwarze Katze (The Black Cat, OF) entfällt!

Die schwarze Katze (The Black Cat, 16mm, OF)
USA 1934 | 65 min. | Regie: Edgar G. Ulmer | mit Boris Karloff, Bela Lugosi, David Manners u.a.
Vorfilm: Lucifer Rising (Blu-ray)
USA / UK / BRD 1972| 29 min. | Regie: Kenneth Anger | mit Kenneth Anger, Bobby Beausoleil, Donald Cammell u.a.
Donnerstag, 30.04.2020, 21:15 entfällt, wird aber nach Möglichkeit nachgeholt werden!
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Kenneth Anger, Autor von Hollywood Babylon, zählt zu den herausragendsten wie umstrittensten Vertretern des experimentellen Kinos. In der Hippie-Ära machte er eine Vielzahl von Künstlern wie die Rolling Stones und Jimmy Page von Led Zeppelin mit der Lehre des berüchtigten Okkultisten Aleister Crowley (1875-1947) bekannt. An Walpurgisnacht zeigen wir seinen kontroversen Lucifer Rising, der magische, okkulte Rituale an Originalschauplätzen zeigt.

Crowley war auch das Vorbild für den von Boris Karloff dargestellten Poelzig in The Black Cat von Edgar G. Ulmer. Sein Gegner ist der Psychoanalytiker Dr. Werdegang, verkörpert von Bela Lugosi. Eine grausame Szene am Ende beeinflusste die Figur des Hannibal Lector. 1934 entstanden, setzt er sich als „politischer“ Horrorfilm mit den Gräueln des ersten Weltkrieges auseinander und appelliert, historisches oder persönlich erlittenes Unrecht niemals zu vergessen, spricht sich aber auch gegen individuelle Rache aus.

Dei Einführung halten Stefan Preis und Franz Indra vom Hamburger Filmgespräch sowie Eckhard Haschen von Bizarre Cinema.

Hamburger Filmgespräch: Tanz der Vampire (The Fearless Vampire Killers, OF)

Tanz der Vampire (The Fearless Vampire Killers, OF)
USA / UK 1967, 108 min | Regie: Roman Polanski | mit Jack MacGowran, Sharon Tate, Roman Polanski u.a.
Sonntag, 15.03.2020, 12:00
Savoy, Steindamm 54 / 20099 Hamburg

Zum Auftakt der neuen Phantastischen Filmreihe im Rahmen der Hamburger Filmgespräche, einer Kooperation der Interfilm-Akademie mit dem Savoy Filmtheater, laden wir Sie herzlich zu Tanz der Vampire am 15. März ein! Der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis führen in den Film ein und diskutieren im Anschluss mit dem Publikum. Ein Band mit Filmanalysen von Franz Indra, auch zu Tanz der Vampire, ist im Erscheinen.

Professor Abronsius ist wegen seiner Theorien über Vampire zum Gespött seiner Kollegen geworden. Gemeinsam mit seinem ängstlichen Gehilfen Alfred (gespielt von Polanski selbst) bricht er in die winterlichen Karpaten auf, um das Böse zu finden und zu vernichten – doch erst mit seiner Hilfe kann es sich über die ganze Welt ausbreiten.

Tanz der Vampire ist ein atmosphärisch sehr stimmiger Film. Stilistisch an den damals populären Horror-Reißern der Hammer Film Productions orientiert, führen die liebevollen Details und lebendigen Portraits auch der Nebenrollen schnell in einen merkwürdigen Schwebezustand zwischen Realismus und Fantasiespektakel. Noch stärker als sonst treibt Roman Polanski hier mit dem Schrecken Scherze. Geradezu unheimlich wirkt heute das Schicksal der Figur seiner späteren Ehefrau Sharon Tate, wenige Jahre, bevor sie von Mitgliedern der Manson-Family grausam getötet wurde.

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Hamburger Filmgespräch: The Shining (OmU)

The Shining
UK / USA 1980 | 143 min. | Regie: Stanley Kubrick | mit Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd u.a.
Freitag, 13.03.2020, 20:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Und wieder ist Freitag, der 13.: Zum 23. Hamburger Filmgespräch zeigen wir mit The Shining in der amerikanischen Langfassung einen der am intensivsten interpretierten Klassiker der Filmgeschichte überhaupt! Eine Familie verbringt die Wintermonate in einen einsamen Hotel in den Bergen. Immer mehr wird der erfolglose Schriftsteller Jack Torrance von seltsamen Spukphänomenen besessen – oder sind diese Ausprägung persönlicher Konflikte oder einer psychischen Erkrankung? Stephen King, dessen Roman auch stark autobiografische Züge trägt, hat die Adaption Kubricks nie akzeptiert. Stanley Kubrick zeigt nicht nur eine originelle Variante der Geisterhaus-Thematik, er setzt Akzente auf häusliche Gewalt und „Familientragödien“, weshalb The Shining auch für die moderne Kriminologie interessant ist.

Moderiert wird die Veranstaltung von dem Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis, der nach Zeichen der Gewalt an einem neuen Buch über The Shining arbeitet.

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Hamburger Filmgespräch stellt vor: Joker

Joker (OmU)
Kanada / USA 2019 | 122 min. | Regie: Todd Phillips | mit Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz u.a.
Dienstag, 25.02.2020, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Ein Straßenkünstler, der in Gotham City immer wieder gedemütigt wird, tötet im Clownskostüm drei reiche Schnösel, die ihn in der U-Bahn zusammengeschlagen haben. Als seine Maske daraufhin zur Ikone einer Revolte der sozial Abgehängten wird, durchlebt er eine beängstigende Transformation. Der durch Bildgestaltung und Soundtrack atmosphärisch packende Psychothriller interpretiert die DC-Figur des Joker, die als Gegenspieler von Batman zu den berühmtesten Superschurken des Genres zählt, als gebrochenen Antihelden, dessen Entwicklung ganz ohne fantastische Elemente mit größter Intensität fühlbar gemacht wird. Obwohl die Großstadtkulisse an das New York der 1970er Jahre erinnert, zielt das Bild einer zynischen Welt auf die unmittelbare Gegenwart. (Quelle: Kino)

Joaquin Phoenix hat für sein Spiel den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen. Und der Joker feiert seinen 80. Geburtstag! Die Figur wurde 1940 entworfen, Vorbild war Conrad Veidt in Der lachende Mann (1928) nach Victor Hugo. Der Autor Stefan Preis führt in den Film ein.

Hamburger Filmgespräch: Edgar Allan Poe Abend

Mord in der Rue Morgue (Murders in the Rue Morgue) USA 1932 | 61 min. | Regie: Robert Florey | mit Bela Lugosi, Sidney Fox, Leon Ames u.a. Vorfilm: Der Verrückte, das Herz und das Auge
Deutschland 2006 | 8 min. | Regie: Annette Jung, Gregor Dashuber | mit Andreas Fröhlich, Tom Strauss
Sonntag, 19.01.2020, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg Außergewöhnliche Geschichten (Histoires extraordinaires) Frankreich / Italien 1968 | 121 min. | Regie: Federico Fellini, Louis Malle, Roger Vadim | mit Jane Fonda, Brigitte Bardot, Alain Delon u.a. Sonntag, 19.01.2020, 19:00 Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Edgar Allan Poe (19.01.1809 – 07.10.1849) ist sowohl Begründer der modernen Detektiv- als auch der Horrorgeschichte. Durch die Rezeption Charles Baudelaires in Europa bekannt geworden, hat kaum ein anderer Autor größeren Einfluss auf die unheimliche Literatur und später entsprechend auf den Film genommen. Wir feiern seinen 211. Geburtstag mit mehreren unterschiedlichen Interpretationsansätzen. Der Verrückte, das Herz und das Auge (2006) ist ein außergewöhnlicher Animationsfilm nach der Vorlage The Tell-Tale Heart, gesprochen von Andreas Fröhlich (Die drei ???). Bis heute ist Poes Auseinandersetzung mit dem „motivlosen Verbrechen“ sowie dem „radikal Bösen“ (Kant) für die kriminologische Forschung relevant. Murders in the Rue Morgue lässt erstmals einen deduktiv analysierenden Detektiv auftreten, zugleich beschreibt Poe Bilder von infernaler Grausamkeit. Dostojewskij zitierte mehrere Passagen in seinem Verbrechen und Strafe, Clive Barker hat eine Fortsetzung geschrieben. Robert Floreys Adaption aus dem Jahr 1932 vereint die bizarre Auflösung mit dem Caligari-Motiv und der Warnung vor totalitären Tendenzen in der Wissenschaft. In den im „Revolutionsjahr“ 1968 entstandenen Außergewöhnlichen Geschichten setzen sich gleich drei Regisseure mit der Komplexität des Poe’schen Kosmos auseinander: Vadims Metzengerstein setzt neben der Beschäftigung mit Reinkarnation deutlich erotische Aspekte. Malles William Wilson handelt vom Doppelgänger-Motiv und dessen dämonischer Dimension. Und Fellinis Toby Damned überträgt die Teufelspakt-Thematik in das New-Age-Zeitalter. Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 17 Uhr diskutieren wir mit dem Publikum.

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Katzenmenschen (Cat People, OF)

Katzenmenschen (Cat People, OF)
USA 1942 | 73 min. | Regie: Jacques Tourneur | mit Simone Simon, Tom Conway, Kent Smith u.a.
Mittwoch, 18.12.2019, 19:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Katzenmenschen (Cat People, OF)
USA 1982 | 118 min. | Regie: Paul Schrader | mit Nastassja Kinski, Malcolm McDowell, John Heard u.a.
Mittwoch, 18.12 .2019, 21:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Cat People von Jacques Tourneur vereint Elemente des Horrorfilms und des film noir mit einer ambivalenten Sichtweise auf die Freudsche Psychologie. Das Motiv der Katzenfrau verkörpert verdrängte animalische weibliche Sexualität und männliche Furcht vor der Libido der Frau zugleich. 1940 wurde die Cat Woman zum Bestandteil des Comic Universums, Irena in Cat People zwei Jahre später glaubt zu den Katzenmenschen zu gehören, verfluchte Frauen, die den Liebhaber nach vollzogenen Sexualakt töten.

Tourneurs Beitrag war wegweisend. Alfred Hitchcock zitiert etwa die Zoohandlungssequenz in Die Vögel. In Clockwork Orange tötet Malcolm McDowell als Alex die Cat Lady, in der Neuverfilmung von Cat People (1981) verkörpert er selbst einen Katzenmenschen. Paul Schrader, der das Drehbuch zu Schwarzer Engel (Obsession) von Brian de Palma schrieb, drehte diesen bis heute kontrovers diskutierten Film mit Nastassja Kinski in der Rolle der Irena. Auch seine Interpretation von Cat People ist eine Studie über sexuelle Besessenheit und seltsamer Liebe.

Der Autor Stefan Preis führt in die Filme ein.

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Psycho

Psycho (OF)
USA 1960 | 109 min. | Regie: Alfred Hitchcock | mit Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles u.a.
Freitag, 13.12.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Psycho (OF)
UK / USA 1998 | 105 min. | Regie: Gus Van Sant | mit Vince Vaughn, Anne Heche, Julianne Moore, Viggo Mortensen, William H. Macy, Robert Forster u.a.
Freitag, 13.12.2019, 21:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Psycho (1960) markiert den Anfang einer Trilogie, in der Alfred Hitchcock sich mit der Freudschen Psychoanalyse beschäftigte. (Es folgten The Birds und Marnie). Die gleichnamige Vorlage stammt von dem Horror-Autoren Robert Bloch, der die tatsächlichen Morde und Grabschändungen Ed Geins verarbeitete. In den späten 1950er Jahren war die amerikanische Öffentlichkeit durch dessen Verbrechen schockiert und traumatisiert. Ed Gein war später auch das Vorbild für Leatherface in Blutgericht in Texas sowie für Buffalo Bill im Schweigen der Lämmer.

Hitchcocks Adaption ist ein Meilenstein sowie des Horror- als auch des Kriminalfilms und begründete das Subgenre des Psychothrillers. Die häufig zitierte Duschszene besteht aus knapp 70 Einstellungen und erforderte eine Woche Drehzeit. 1998 realisierte Gus Van Sant ein unterschätztes, äußerst sehenswertes Remake, welches Hitchcock zwar im Detail folgt, jedoch die Figur des Norman Bates stärker entsprechend der Romanvorlage darstellt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19 Uhr diskutieren wir mit dem Publikum.

Hamburger Filmgespräch in der Reihe Original : Remake: Tote schlafen fest (The Big Sleep, OmU) & Der tiefe Schlaf (The Big Sleep, OF)

Tote schlafen fest (The Big Sleep, OmU)
USA 1946 | 114 min. | Regie: Howard Hawks | mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgely u.a.
Samstag, 30.11.2019, 19:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der tiefe Schlaf (The Big Sleep, 35mm, OF)
UK / USA 1978 | 99 min. | Regie: Michael Winner | mit Robert Mitchum, Sarah Miles, Richard Boone u.a.
Samstag, 30.11.2019, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nach dem außergewöhnlichen Erfolg der Hemingway-Adaption To Have and Have Not inszenierte Howard Hawks mit dem gleichen Team (der spätere Literatur-Nobelpreisträger William Faulkner schrieb am Drehbuch mit) einen der größten Klassiker des Film Noirs: The Big Sleep (1946).

Die Hauptfigur Philip Marlowe ist der Prototyp des zynischen amerikanischen Privatdetektivs in einer korrupten Gesellschaft (wie Sam Spade bei Dashiell Hammett, Lew Archer bei Ross MacDonald und in der extremsten Form Mike Hammer bei Mickey Spillane). Die Dreharbeiten gestalteten sich aufgrund der komplexen Vorlage von Raymond Chandler äußerst schwierig: So konnte der Autor selbst nicht sicher sagen, ob eine Figur ermordet wurde oder Selbstmord begeht. Bei Hawks wurde Marlowe von Humphrey Bogart verkörpert, in Michael Winners gleichnamigem Remake (1978) von Robert Mitchum.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss an die erste Vorführung um 19:15 diskutieren wir mit dem Publikum.