Hamburger Filmgespräche

Die Hamburger Filmgespräche werden von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis (Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg, Tel. 040 / 342353) veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

Stefan Preis und Franz Indra

Stefan Preis und Franz Indra

Hamburger Filmgespräch: From Hell

USA 2001 | 122 min. | Regie: The Hughes Brothers | mit Johnny Depp, Heather Graham, Ian Holm, Robbie Coltrane, Katrin Cartlidge u.a.
Dienstag, 19.03.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Wer war Jack the Ripper? Die ungeklärten Whitechapel-Morde zählen zu den unheimlichsten und seltsamsten Rätseln der Kriminalgeschichte. Stephen Knight veröffentlichte eine bizarre Theorie, die seine wissenschaftliche Karriere ruinierte, aber Gegenstand eines Kult-Comics und mehrerer außergewöhnlicher Verfilmungen (etwa des gesellschaftkritischem „Murder by Decree“, 1978) wurde.

London wird im Herbst 1888 von einer Reihe grausamer Prostituiertenmorde erschüttert. Der Ermittler Frederick Abberline (Johnny Depp) stößt auf bis in höchste Regierungskreise reichende Zusammenhänge und bringt sich und die von ihm geliebte Frau in Lebensgefahr.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis. Im Anschluss diskutieren wir über die in der Forschung bekannten Hintergründe des historischen Kriminalfalls.

Hamburger Filmgespräch: Picknick am Valentinstag (Picnic at Hanging Rock)

Australien 1975 | 115 min. | Regie: Peter Weir | mit Rachel Roberts, Anne-Louise Lambert u.a.
Mittwoch, 23.01.2019, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Im Jahr 1900 kehren drei Schülerinnen und ihre Lehrerin nicht von einem Ausflug zum Hanging Rock, einer Kultstätte der australischen Aborigines, zurück und bleiben vermisst. Die Ereignisse brechen Wunden auf und zerstören zahlreiche Leben, nicht nur die der Angehörigen.

Nach dem Roman von Joan Lindsay, der auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, gelang Peter Weir nicht nur ein „Meilenstein des australischen Kinos“ (Jonathan Rayner). Er setzte auch neue Akzente für das Horror-Kino. Die fast ausschließlich am Tag gefilmten Landschaftsaufnahmen sind voller Wärme und Poesie, wirken aber gleichzeitig bedrohlich und bedrückend. Die Repression des viktorianischen Zeitalters wird in erschütterten Bildern gezeigt.

Während die Neuverfilmung Erfolge als Serie feiert, zeigen wir das Original. Vor dem Hintergrund eines der rätselhaftesten Phänomene, mit denen sich die Kriminologie auseinandersetzt, nämlich dem unerklärlichen Verschwinden von Menschen, bleibt dieser Film bis heute brisant. Er thematisiert auch die unerträgliche Situation, nichts über das Schicksal eines nahestehenden Menschen zu erfahren.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Suspiria (OmU)

Italien 1977 | 88 min. | Regie: Dario Argento | mit Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci u.a.
Freitag, 30.11.2018, 21:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Anläßlich des Kinostarts des Remakes zeigen wir in einer weiteren Kooperation mit Bizarre Cinema den Original-Film von Dario Argento in der restaurierten 4k Digitalfassung in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln (FSK 16). Die Einführung zu Suspiria hält Stefan Preis vom Hamburger Filmgespräch.

Suzy Bannion, eine junge Amerikanerin aus New York, reist nach Freiburg, um sich in Deutschland an einer weltbekannten Ballettschule ausbilden zu lassen. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu mysteriösen Morden an mehreren ihrer Mitschülerinnen. Immer weiter wird Suzy in den Bann der Schule gezogen, die von allerlei skurrilen und angsteinflößenden Gestalten bevölkert wird. Sie findet heraus, dass in den unendlichen Kellergewölben der Ballettschule eine jahrhundertealte Hexe haust, die das Tor zur Hölle bewacht.

Dario Argentos Horror-Klassiker ist inspiriert von Thomas de Quincey, den Gebrüdern Grimm und deren Walt-Disney-Interpretationen. Zugleich ist er ein außergewöhnlicher „Giallo“, der das moderne Serienmord-Thema mit dem mittelalterlichen Hexenglauben verbindet. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, u.a. in München am Königsplatz. (Quelle: Metropolis Kino).

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Candymans Fluch (Candyman)

USA / Vereinigtes Königreich 1992 | 99 min. | Regie: Bernard Rose | mit Virginia Madsen, Xander Berkeley, Tony Todd u.a.
Samstag, 15.12.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Die Filmreihe Bizarre Cinema zeigt am 15.12. im Hamburger Metropolis Kino als double feature Darkman (um 19:00) und Candyman (um 21:15), beides in der deutschen Fassung auf 35 mm. Die Einführung zu Candyman wird Stefan Preis vom Hamburger Filmgespräch halten.

Jan Minck von Bizarre Cinema über Candyman: „Candyman erzählt von historisch verankertem und systemimmantenten Rassismus, forcierter städtischer Segregation und geplanter Ghettoisierung. Das daraus erwachsende Stigma der Armut verdammt die Menschen zum Leben in einem albtraumhaften Teufelskreis. Candyman ist nahezu klassisches haunted house-Kino, ausgedehnt auf ein ganzes Stadtviertel: Der Spuk fordert nicht nur Todesopfer, er dringt auch in die Köpfe derer, die sich ihm aussetzen, verzerrt deren Wahrnehmung und treibt sie in den Wahnsinn.“

Hamburger Filmgespräch: Lone Star (OF)

USA 1996 | 135 min. | Regie: John Sayles | mit Chris Cooper, Elizabeth Peña, Kris Kristofferson u.a.
Mittwoch, 28.11.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nicht weit von der texanischen Kleinstadt Frontera findet Sheriff Sam Deeds ein Skelett – und gleich daneben einen Sheriff-Stern. Damit beginnt für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Der Hauptverdächtige ist sein eigener Vater, der legendäre Buddy Deeds, der Mann, der immer alles richtig gemacht hat. Lone Star ist auch ein Film über das Leben der Menschen an der texanisch-mexikanischen Grenze, über kulturelle Befindlichkeiten und kulturelle Vorherrschaft. Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben.

Der Film zeigt den Sheriff beim Lösen eines sogenannten „cold case“. In der Diskussion möchten wir auf die tatsächliche Ermittlerarbeit eingehen.

Der Film wird als 35mm-Kopie in englischer Originalfassung gezeigt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: National Bird (OmU)

USA 2016 | 92 min. | Regie: Sonia Kennebeck
Dienstag, 04.09.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der moderne Drohnenkrieg gehört zu den umstrittensten militärischen Maßnahmen der Neuzeit. Das Töten per Joystick und die Verweigerung staatlicher Übernahme von Verantwortung lassen sich wie ein „Outsourcing“ kriegerischer Gewalt lesen.

In dieser Dokumentation wenden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter der Streitkräfte an die Öffentlichkeit, da sie mit ihrer Mitschuld am Tod ihnen völlig Unbekannter auf weit entfernten Schauplätzen nicht zur Ruhe kommen.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan)

Schweden 1960 | 89 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Max von Sydow, Birgitta Valberg, Gunnel Lindblom u.a.
Dienstag, 14.08.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Schweden im Mittelalter: Ein junges Mädchen wird auf dem Weg zur Kirche von Hirten überfallen, vergewaltigt und ermordet. Die Rache des Vaters ist schrecklich.

Ingmar Bergmans Klassiker des theologischen Kinos markiert nicht nur den Anfang des Rape-Revenge-Sub-Genres (Wes Craven nannte Bergman sein wichtigstes Vorbild für The Last House on the Left und Gaspar Noé löste wegen der Vergewaltigungssequenz in Irreversible einen ähnlichen Skandal aus wie seinerseits Die Jungfrauenquelle). Der Film thematisiert zeitlos das Leid von Angehörigen von Verbrechensopfern, Selbstjustiz und sucht nach einer Antwort, warum ein guter Gott Böses zulässt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs, englische OF)

USA 1991 | 118 min. | Regie: Jonathan Demme | mit Jodie Foster, Anthony Hopkins u.a.
Mittwoch, 09.05.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Als 10. Hamburger Filmgespräch zeigen wir ein Highlight des Thriller-Genres! Um einen grausamen Serienmörder zu finden, setzt das FBI die eigene Mitarbeiterin Clarice Starling, die sich noch in Ausbildung befindet, als Lockvogel der besonderen Art ein: Sie soll das Interesse des inhaftierten, kannibalistischen Psychiaters Dr. Lecter an dem Fall wecken. Ihre Begegnung wird beide verändern.

Jonathan Demmes bildgewaltiger ‚amerikanischer Albtraum‘ nach dem Roman von Thomas Harris porträtiert auch einige der grausamsten Mörder der US-Historie wie Ted Bundy und Ed Gein, der bereits Vorbild für Psycho und Texas Chainsaw Massacre war.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: Die Totenliste (The List of Adrian Messenger, dF, 35 mm)

USA 1963 | 98 min. | Regie: John Huston | mit Kirk Douglas, Robert Mitchum, Tony Curtis, Burt Lancaster, Frank Sinatra u.a.
Mittwoch, 14.03.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der ehemalige Geheimdienstagent Anthony Gethryn steht vor einem Rätsel: Sein Freund Adrian Messenger ist unter mysteriösen Umständen ermordet worden. Der Tod des Schriftstellers scheint im Zusammenhang mit einer Liste zu stehen, auf der sich die Namen von elf Männern finden, die gemeinsam im Burmakrieg gedient haben. Alle fallen nach und nach unterschiedlichen Mordanschlägen zum Opfer. Gethryn macht sich auf die Jagd nach dem Serienkiller, doch die Raffinesse und ständig wechselnden Masken und Verkleidungen des Killers erschweren die Suche erheblich.

John Huston (Der Malteser Falke) schuf ein Juwel des ausklingenden Film Noir, der auch ein in der Kriminologie eher marginal behandeltes Thema aufgreift: beispiellose Verbrechen mit bizarrer Motivation wie die Eisenbahnattentate des Sylvester Matuska, die Germanwings-Katastrophe oder aktuell den BVB-Anschlag. Huston beeinflusste mit dem Plot auch spätere Klassiker des Thriller-Genres wie Neun im Fadenkreuz, Kill Bill oder RED.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: Ex Machina

USA 2014 | 108 min. | Regie: Alex Garland | mit Alicia Vikander, Domhnall Gleeson, Oscar Isaac u.a.
Dienstag, 23.01.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Caleb ist Programmierer bei einer mächtigen Internetfirma. Als er einen internen Wettbewerb gewinnt, darf er eine Woche in dem Anwesen des ebenso brillanten wie menschenscheuen Chef des Unternehmens, Nathan, verbringen. Dort soll er die Fähigkeiten von Nathans neuester Erfindung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz bewerten. Das Testobjekt ist Ava, ein ebenso intelligenter wie verführerischer weiblicher Roboter.
Eine seltsame Love-Story im Spannungsfeld von Robotik und künstlicher Intelligenz: Der einsame Programmierer Caleb soll prüfen, ob die Androidenfrau Ava den Turing-Test besteht – und kommt ihr dabei näher. Der Film Ex Machina – eine moderne Variante des Frankenstein-created-a-Woman-Motivs – handelt von den Schattenseiten der Digitalisierung: ständige Erreichbarkeit und Mobilität, permanente Überwachung und Kontrolle, gesellschaftliche Isolation und der Verlust menschlicher Beziehungen. Er berührt juristische Grauzonen, wenn er nach der Rechtsfähigkeit einer Maschine fragt bzw. ob diese für ihr Handeln verantwortlich ist, und thematisiert zugleich die Urangst, dass künstliche Intelligenz den Menschen ersetzt. Hochaktuell vor dem Hintergrund von Roboter-Kongressen und Debatten über Maschinenethik.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.