Hamburger Filmgespräche

Im Rahmen der Hamburger Filmgespräche finden verschiedene Veranstaltungsreihen der Interfilm-Akademie statt:

  • die Kriminologische Filmreihe seit Oktober 2016 in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis (Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg, Tel 040 / 342353)
  • die Phantastische Filmreihe seit März 2020 in Kooperation mit dem Savoy Hamburg (Steindamm 54 / 20099 Hamburg, Tel 040 / 284093628)

Es moderieren jeweils der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.
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Stefan Preis und der Mann, der lacht

Stefan Preis und der Mann, der lacht

Hamburger Filmgespräch: Enemy (OmU)

USA 2013 | 91 min. | Regie: Denis Villeneuve | mit Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Jake Gyllenhaal, Sarah Gadon u.a.
Dienstag, 13.07.2021, 20:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

„Auf meine Stirne tritt kaltes Metall / Spinnen suchen mein Herz.“ (Georg Trakl) Das eintönige Leben eines Historikers beginnt massiv zu schwanken, als er einem Mann begegnet, der ihm aufs Haar gleicht. Immer wieder wird er mit bizarren Situationen und seltsamen Spinnen-Visionen konfrontiert. Enemy zu sehen ist wie ein Hineintauchen in die dunkle Symbolik der Psychoanalyse und noch mehr in die unheimliche Welt E.T.A. Hoffmanns, die nur in Ansätzen psychologisch erklärbar ist. Wir werden auch das Motiv des Doppelgängers in der deutschen Romantik und dessen Bedeutung für die moderne Kriminologie diskutieren. Die Interfilm-Akademie zeigt den Film in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

Regie führte Denis Villeneuve (Blade Runner 2049, Arrival). Die Hauptrollen spielen Jake Gyllenhaal (Brokeback Mountain, Source Code), Mélanie Laurent (Shosanna in Inglourious Basterds), Sarah Gadon (Cosmopolis, Dracula Untold) – und noch einmal Jake Gyllenhaal (Donnie Darko, Okja). In einer Nebenrolle tritt Isabella Rossellini (Blue Velvet, Green Porno) auf. Die literarische Vorlage Der Doppelgänger stammt von José Saramago (Die Stadt der Blinden), der 1998 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich. -> Tickets

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Zum Schweigen verurteilt (I confess)

Zum Schweigen verurteilt (I Confess, 35 mm, dF)
USA / Kanada 1953 | 95 min. | Regie: Alfred Hitchcock | mit Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, O.E. Hasse u.a.
Montag, 21.06.2021, 20:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der katholische Priester Logan (Montgomery Clift) wird verdächtigt, einen Rechtsanwalt ermordet zu haben und hätte hierfür auch ein Motiv. Logan kennt den wahren Täter, er ist jedoch an das Beichtgeheimnis gebunden und schweigt. Der Film handelt auch davon, wie Logan im Konflikt steht zwischen seinen Glauben und seiner unerfüllten Liebe. Die öffentliche Meinung hat derweil schon lange ihr Urteil über den Unschuldigen gefällt. In keinen seiner Filme thematisiert Alfred Hitchcock so stark Religiösität wie in Zum Schweigen verurteilt (Alternativtitel: Ich beichte). Die düstere Atmosphäre Ingmar Bergmans vorwegnehmend begründet dieser Film auch die Tradition des theologischen Thrillers, der besonders in den 1980er Jahren erfolgreich war.

Der Autor und Kriminologe Stefan Preis führt in den Film ein.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich.
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Hamburger Filmgespräch stellt vor: Haie der Großstadt (The Hustler, OF)

Haie der Großstadt (The Hustler, OF, 35 mm, amerikanische Erstaufführungskopie!)
USA 1961 | 134 min. | Regie: Robert Rossen | mit Paul Newman, Jackie Gleason, Piper Laurie u.a.
Samstag, 19.06.2021, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der junge Poolbillardspieler Eddie Felson (Paul Newman) gerät nach einer Niederlage immer mehr unter den Einfluss des Kriminellen Bert Gordon (George C. Scott). Sarah (Piper Laurie), die in Eddie verliebt ist, versucht verzweifelt, ihm zu helfen. Robert Rossen, als junger Mann selbst ein passionierter Billardspieler, zeigt eine düstere, von Männern dominierte Welt und die Verschränkung von Sport, Gewalt und organisierter Kriminalität. Die Figuren könnten von Jack London erfunden worden sein (nicht zufällig schrieb Rossen auch das Drehbuch für eine Seewolf-Verfilmung). Haie der Großstadt ist ein Meisterwerk des gesellschaftskritischen amerikanischen Kinos, mit Die Farbe des Geldes (1986) drehte Martin Scorsese eine Fortsetzung.

Der Autor und Kriminologe Stefan Preis führt in den Film ein.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. Tickets können an der Kasse gekauft werden, das Kino empfiehlt aber den Online-Verkauf. Reservierungen sind nicht möglich.
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Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Freitag, der 13. (Friday the 13th, OF) entfällt!

Freitag, der 13. (Friday the 13th, OF, DCP, restaurierte Version)
USA 1980 | 95 min. | Regie: Sean S. Cunningham | mit Betsy Palmer, Adrienne King, Jeannine Taylor u.a.
Freitag, 13.11.2020, 22:15 entfällt!
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Welcome to the Slasher-Dome!

Unheimliche Morde geschehen im Camp Crystal Lake. Die Ereignisse scheinen mit dem lange zurückliegenden, tragischen Tod eines Jungen im Zusammenhang zu stehen, der von den Anderen ausgegrenzt wurde.

Neben John Carpenters Halloween (1978) gilt Sean Cunninghams originelle Hommage an Psycho als Klassiker des so genannten Slasher- oder (bezogen auf die primäre „Zielgruppe“) Teen-Horrors. Erzählt werden häufig schmerzliche Reflexionen über die Grausamkeit von und an Kindern, nicht selten eingebettet in einen realen Kontext: Das Camp Crystal Lake existiert wirklich und in Nightmare on Elm Street (1984) soll Wes Craven eigene traumatische Erfahrungen verarbeitet haben.

Peter Clasen, Franz Indra und Stefan Preis widmen sich am Freitag den 13., Michael Myers, Freddy Krueger, Jason Vorhees und den übrigen „heroes“ des Sub-Genres.

Hamburger Filmgespräch: Enemy entfällt!

USA 2013 | 91 min. | Regie: Denis Villeneuve | mit Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Jake Gyllenhaal, Sarah Gadon u.a.
Donnerstag, 26.11.2020, 19:30 entfällt!
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

„Auf meine Stirne tritt kaltes Metall / Spinnen suchen mein Herz.“ (Georg Trakl) Das eintönige Leben eines Historikers beginnt massiv zu schwanken, als er einem Mann begegnet, der ihm aufs Haar gleicht. Immer wieder wird er mit bizarren Situationen und seltsamen Spinnen-Visionen konfrontiert. Enemy zu sehen ist wie ein Hineintauchen in die dunkle Symbolik der Psychoanalyse und noch mehr in die unheimliche Welt E.T.A. Hoffmanns, die nur in Ansätzen psychologisch erklärbar ist. Schwerpunkt unserer Diskussion ist das Motiv des Doppelgängers in der deutschen Romantik und dessen Bedeutung für die moderne Kriminologie. Die Interfilm-Akademie zeigt den Film in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

Regie führte Denis Villeneuve (Blade Runner 2049, Arrival). Die Hauptrollen spielen Jake Gyllenhaal (Brokeback Mountain, Source Code), Mélanie Laurent (Shosanna in Inglourious Basterds), Sarah Gadon (Cosmopolis, Dracula Untold) – und noch einmal Jake Gyllenhaal. In einer Nebenrolle tritt Isabella Rossellini (Blue Velvet, Green Porno) auf. Die literarische Vorlage Der Doppelgänger stammt von José Saramago (Die Stadt der Blinden), der 1998 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Als Gast begrüßen wir den Autor, Regisseur und früheren Intendanten des E.T.A. Hoffmann Theaters in Bamberg, Rainer Lewandowski.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze begrenzt, es gibt ausschließlich Platzkarten.

Hamburger Filmgespräch meets Bizarre Cinema: Lucifer Rising & Die schwarze Katze (The Black Cat, OF)

Die schwarze Katze (The Black Cat, 16mm, OF)
USA 1934 | 65 min. | Regie: Edgar G. Ulmer | mit Boris Karloff, Bela Lugosi, David Manners u.a.
Vorfilm: Lucifer Rising (Blu-ray)
USA / UK / BRD 1972 | 29 min. | Regie: Kenneth Anger | mit Kenneth Anger, Bobby Beausoleil, Donald Cammell u.a.
Samstag, 31.10.2020, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Kenneth Anger, Autor von Hollywood Babylon, zählt zu den herausragendsten wie umstrittensten Vertretern des experimentellen Kinos. In der Hippie-Ära machte er eine Vielzahl von Künstlern wie die Rolling Stones und Jimmy Page von Led Zeppelin mit der Lehre des berüchtigten Okkultisten Aleister Crowley (1875-1947) bekannt. An Halloween zeigen wir seinen kontroversen Lucifer Rising, der magische, okkulte Rituale an Originalschauplätzen zeigt.

Crowley war auch das Vorbild für den von Boris Karloff dargestellten Poelzig in The Black Cat von Edgar G. Ulmer. Sein Gegner ist der Psychoanalytiker Dr. Werdegang, verkörpert von Bela Lugosi. Eine grausame Szene am Ende beeinflusste die Figur des Hannibal Lector. 1934 entstanden, setzt er sich als „politischer“ Horrorfilm mit den Gräueln des ersten Weltkrieges auseinander und appelliert, historisches oder persönlich erlittenes Unrecht niemals zu vergessen, spricht sich aber auch gegen individuelle Rache aus.

Die Einführung halten Stefan Preis und Franz Indra vom Hamburger Filmgespräch sowie Eckhard Haschen von Bizarre Cinema.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze begrenzt, es gibt nur noch Platzkarten.
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Hamburger Filmgespräch stellt vor: Wie ich den Krieg gewann (How I Won the War)

Wie ich den Krieg gewann (How I Won the War, dF, 35 mm)
Vereinigtes Königreich 1967 | 109 min. | Regie: Richard Lester | mit Michael Crawford, John Lennon, Roy Kinnear u.a.
Freitag, 09.10.2020, 21:45
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Lieutenant Goodbody, ein eingebildeter, ehrgeiziger Idiot, soll während des Zweiten Weltkriegs in Nordafrika mit seiner Einheit ein Cricket-Feld für einen prominenten Besucher errichten. Seiner Unfähigkeit fallen der Reihe nach fast alle seine Männer zum Opfer, was seine bornierten Vorgesetzten aber nicht weiter stört. Später gerät er in Kriegsgefangenschaft und findet in einem deutschen Kommandanten endlich einen Kameraden, zu dem er eine freundschaftliche Beziehung aufbauen kann.

John Lennon wäre am 9. Oktober 80 Jahre alt geworden. Vorgestellt wird Wie ich den Krieg gewann von Franz Indra, der diesen Film auch in seinem in Kürze erscheinenden Buch Der Rote Hering – Filmtagebuch eines Kinomachers behandelt.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze begrenzt, es gibt nur noch Platzkarten.
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Hamburger Filmgespräch stellt vor: Der Tod im roten Jaguar

Der Tod im roten Jaguar (35 mm)
Deutschland / Italien / USA 1968 | 91 min. | Regie: Harald Reinl | mit Simone George Nader, Heinz Weiss, Herbert Stass u.a.
Freitag, 09.10.2020, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Eine Mordserie in New York ruft den FBI-Agenten Jerry Cotton auf den Plan. Cotton wittert eine Verbrecherorganisation hinter den Taten und trifft bei den Ermittlungen auf einen alten Freund, den Detektiv Sam Parker. Dieser arbeitet allem Anschein nach für die Gegenseite. Um den verantwortlichen Hintermann zu entlarven, gibt Cotton seine eigene Ermordung in Auftrag.

Der Regisseur Harald Reinl war ein Meister des Abenteuer- und Kriminalfilms. Häufig inszinierte er nach Motiven von Edgar Wallace, Edgar Allan Poe und Jack London (Tod im roten Jaguar nimmt deutlichen Bezug auf das Romanfragment The Assassination Bureau, Ltd, worauf der Kriminologe Stefan Preis in seiner Einführung eingeht). Reinls Leben endete tragisch: am 09.10.1986 wurde er bei einem Ehestreit erstochen. Der Autor und Kriminologe Stefan Preis stellt in der Einleitung die vermuteten Hintergründe vor.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze begrenzt, es gibt nur noch Platzkarten.
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Hamburger Filmgespräch: Im Schatten des Zweifels (Shadow of a Doubt, OF)

Im Schatten des Zweifels (Shadow of a Doubt, OF)
USA 1943 | 108 min. | Regie: Alfred Hitchcock | mit Teresa Wright, Joseph Cotten, Macdonald Carey u.a.
Mittwoch, 09.09.2020, 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Als 25. Filmgespräch in der Kriminologischen Filmreihe zeigen wir ein Juwel des amerikanischen Film-Noir-Thrillers vom Master of Suspense: Die junge Charlie wird von dem Verdacht gequält, ihr Onkel, der den gleichen Vornamen trägt, habe mehrere Frauen ermordet.

Immer wieder hat Alfred Hitchcock das Phänomen des Serienmordes aufgegriffen, zuerst in The Lodger (1927), der von Jack the Ripper handelt, und später in Psycho und Frenzy, wobei er sich immer auch an authentischen Kriminalfällen orientierte. Die Darstellung des „Widow Murderers“ und die bizarre calvinistische Rechtfertigung des Täters nehmen nicht nur die Figur des Harry Powell aus The Night of the Hunter vorweg, sondern beschreiben auch die Charakteristika des missionsorientierten Serienmörders, lange bevor dies in der kriminologischen Forschung klassifiziert wurde. Auch in anderer Hinsicht ist Hitchcock seiner Zeit weit voraus: die Aussage „No one takes my Photograph“ erscheint heute als Protest gegen soziale Netzwerke, die ein Ende der Privatsphäre propagieren.

Moderiert wird die Veranstaltung von dem Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Aufgrund der aktuellen Abstandsregelung sind die Plätze begrenzt, es gibt nur noch Platzkarten. -> Tickets

Hamburger Filmgespräch stellt vor: Ein Alibi für Mitternacht (Les granges brûlées)

Ein Alibi für Mitternacht (Les granges brûlées)
Frankreich / Italien 1973 | 95 min. | Regie: Jean Chapot | mit Simone Signoret, Alain Delon, Paul Crauchet u.a.
Mittwoch, 19.08.2020, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Eine junge Frau wird im verschneiten französischen Jura-Gebirge ermordet aufgefunden. Schnell fällt der Verdacht auf Mitglieder einer Bauernfamilie. Zwischen dem Untersuchungsrichter Larcher (Alain Delon) und der Gutsbesitzerin Rose (Simone Signoret) entbrennt ein erbittertes Psycho-Duell. Der eindringliche Soundtrack wurde von Jan-Michel Jarre komponiert.

Der Film basiert lose auf einen bis heute nicht vollständig geklärten Kriminalfall, der 1952 als „Affäre Dominici“ Bekanntheit erlangte (unter diesen Titel ebenfalls 1973 mit Jean Gabin verfilmt). Der Autor und Kriminologe Stefan Preis stellt in der Einleitung die vermuteten Hintergründe vor.