Kinotreff Rio

Die Filmgespräche der Reihe Kinotreff Rio werden von der Theatergemeinde München in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Medien und Kommunikation und der Interfilm-Akademie München veanstaltet.
Rio Filmtheater: Rosenheimer Str. 46 / 81667 München, Tel 089 / 486979
Theatergemeinde München: Goethestraße 24 / 80336 München, Tel 089 / 53297-222

Kinotreff Rio: Maria by Callas

Frankreich 2017 | 119 min. | Regie: Tom Volf | mit Fanny Ardant, Joyce DiDonato, Maria Callas u.a.
Mittwoch, 17.04.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Maria Callas: Eine Legende, die selbst Jahrzehnte nach ihrem Tod für Furore sorgt. So nah, so intim, so berührend zeigt sich die Primadonna. Ihr hoher Anspruch, ihr unbedingter Ausdruckswille und ihre unverwechselbare Stimme setzten insbesondere in den 1950er Jahren neue Maßstäbe, wie italienische Oper aufzuführen ist. Der Preis war hoch: Schon mit Anfang 40 war Maria Callas eigentlich am Ende ihrer Kräfte. Die neue Callas-Dokumentation interessiert sich genau dafür: für die Zerbrechlichkeit von Maria Callas, für sie als Mensch mit all ihren Widersprüchen. Virtuos hat der Filmemacher Tom Volf aus einer Fülle von Archivmaterial eine Collage kreiert. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Annette Zühlke, Orchesterdirektorin der Bayerischen Staatsoper

Kinotreff Rio: Die Wolken von Sils Maria (Clouds of Sils Maria)

Frankreich / Deutschland / Schweiz 2014 | 124 min. | Regie: Olivier Assayas | mit Juliette Binoche, Kristen Stewart, Chloë Grace Moretz, Lars Eidinger u.a.
Mittwoch, 20.03.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Mit 18 Jahren war Maria Enders der jugendliche Theater- und Filmstar des Stücks „Malojaschlange“. Nun soll nach langer Zeit eine Neuinszenierung in London stattfinden. Maria hat zugestimmt, dieses Mal den Part der Älteren zu übernehmen, eine Blockbuster-Actrice spielt die junge Verführerin. Es ist die Geschichte zweier Frauen, die in einer komplizierten Beziehung voller Zuneigung und großer Abhängigkeit leben. Mit ihrer persönlichen Assistentin Valentine hat sich Maria für erste Textproben in die Berge von Sils Maria zurückgezogen. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen über unterschiedliche Interpretationen der geprobten Szenen. Diese sind jedoch stellvertretend für eigene Konflikte und die Verstrickung in ihrer komplexen Beziehung. Ein subtiler Film, der sich im vielschichtigen Spannungsfeld zwischen Stück und Filmhandlung bewegt. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

Kinotreff Rio: Sein oder Nichtsein (To Be or Not to Be)

USA 1942 | 99 min. | Regie: Ernst Lubitsch | mit Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack u.a.
Mittwoch, 20.02.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Die Proben für die Komödie „Gestapo“ im polnischen Nationaltheater in Warschau im Jahr 1939 sind in vollem Gange. Schlagartig ändert sich die Situation, als man vom Einmarsch der Deutschen in Polen erfährt. Das Stück wird abgesetzt, stattdessen entscheidet man sich für den politisch unbedenklichen „Hamlet“. Jedes Mal während des „Sein oder nicht sein“-Dialogs verlässt ein junger Leutnant das Theater, um ungestört die Frau des Hauptdarstellers in der Garderobe zu besuchen. Als der junge Verehrer einen polnischen Professor als Kollaborateur enttarnt, beginnt ein irrwitziges Katz-und-Maus-Spiel, in dem die Schauspieler in die Rolle der Deutschen schlüpfen. Denn es gilt mit allen Mitteln zu verhindern, dass Unterlagen über den polnischen Widerstand zu den Nazis gelangen. Lubitsch gelang eine meisterhaft intelligente Komödie, die zum ewigen Klassiker wurde. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Kinotreff Rio: Persona

Schweden 1966 | 85 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Bibi Andersson, Liv Ullmann u.a.
Mittwoch, 19.09.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Nach einer Theateraufführung verharrt die Schauspielerin Elisabet schweigend in ihrer Rolle. Die junge Krankenschwester Alma kümmert sich um die apathische Künstlerin. Auf einer einsamen Insel verbringen die beiden Frauen einige Wochen gemeinsam. Alma und Elisabet entwickeln eine sonderbare Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit. Nach Abschluss der „religiösen Trilogie“ (Wie in einem Spiegel, Licht im Winter, Das Schweigen), in der er „Alpträume seiner Jugend bewältigt habe“, weicht der im Jahr 1918 geborene schwedische Meisterregisseur von seinem Realismus-Konzept ab. So verblüfft der Film formal durch eine neue surrealistische Filmsprache, die inhaltlich auf faszinierende Weise Grundmotive Bergmans variiert. Für die Filmzeitschrift „Cahiers Du Cinema“ war dieses Werk der schönste Film Bergmans, weil hier das Kino über sich selbst nachdenkt.

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Kinotreff Rio: Paterson

USA / Frankreich / Deutschland 2016 | 118 min. | Regie: Jim Jarmusch | mit Adam Driver, Golshifteh Farahani, Nellie u.a.
Mittwoch, 16.05.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Siebenmal Frühstück, Arbeit, Heimkehr, kurzes Gespräch mit Laura, Abendspaziergang mit der Bulldogge Marvin, Einkehr in einer Nachbarschaftskneipe, abermalige Ankunft zu Hause, Nachtruhe – und dazwischen wird gedichtet. So sieht das Werktags-Programm des Busfahrers Paterson aus. Was eher langweilig klingt, entpuppt sich als wunderbar lyrischer und auch schräger Film des Regisseurs Jim Jarmusch über einen Busfahrer in der Provinz und seine große Liebe zur Dichtkunst. Der Busfahrer und Dichter Paterson lebt und arbeitet in der Stadt Paterson bei New Jersey und liebt den Gedichtzyklus Paterson des Lyrikers William Carlos Williams. Die FAZ schreibt: „‚Paterson ist ein leises Meisterwerk, das die sonstige laute Kinokonkurrenz stumm machen sollte vor Neid.“ So ist es!

Einführung und Diskussion: Prof. Bettina Reitz, Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München

Kinotreff Rio: Große Vögel, kleine Vögel (Uccellacci e uccellini)

Italien 1966 | 89 min. | Regie: Pier Paolo Pasolini | mit Totò, Ninetto Davoli, Femi Benussi u.a.
Mittwoch, 11.04.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Zunächst musste Ennio Morricone für diesen aus jedem Rahmen fallenden Film nach dem Willen Pasolinis einen gesungenen Vorspann im Stil eines italienischen Kinderliedes komponieren. Es folgt eine surrealistische Fabel voller Slapstick und Poesie, in die der heilige Franziskus ebenso eingestreut wird wie Dokumentaraufnahmen von der Beerdigung des kommunistischen Politikers Palmiro Togliatti. Wir finden Vater und Sohn auf der Straße des Lebens, der Vater wird verkörpert von dem berühmten italienischen Komiker Totò in einer seiner letzten Rollen, der Sohn des in fast allen Pasolini-Filmen präsenten Ninetto Davoli. Belästigt werden sie auf ihrem Weg von einem sprechenden Raben, der sie vergeblich mit existentiellen Fragen zwischen Christentum und Marxismus konfrontiert.

Einführung und Diskussion: Pfarrer Rainer Hepler, Kunstpastoral

Kinotreff Rio: Midnight in Paris

USA / Spanien 2011 | 94 min. | Regie: Woody Allen | mit Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni, Marion Cotillard, Rachel McAdams u.a.
Mittwoch, 17.01.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Der amerikanische Schriftsteller Gil Pender hat seine Verlobte und deren Eltern nach Paris begleitet. Fasziniert von dieser Stadt und deren Vergangenheit streift er nachts allein durch die Straßen, als ein mysteriöser Oldtimer vor ihm auftaucht, dessen heitere Insassen ihn einladen mitzufahren. Er findet sich auf einer ungewöhnlichen Party wieder, wo er auf phantastische Weise mit legendären Künstlerpersönlichkeiten aus längst vergangenen Tagen zusammentrifft. Auch in den folgenden Nächten wartet er zur Geisterstunde auf den Wagen, mit dem seine wundersame Zeitreise aufs Neue beginnen kann, bis er zu einer überraschenden Einsicht gelangt. Einer der besten Filme von Woody Allen und eine liebevolle Umarmung für die Stadt, die Kunst und das Leben.

Einführung und Diskussion: Kirsten Martins, Kulturjournalistin BR

Kinotreff Rio: Das brandneue Testament

Belgien / Frankreich / Luxemburg 2015 | 115 min. | Regie: Jaco Van Dormael | mit Benoît Poelvoorde, Pili Groyne, Marco Lorenzini, François Damiens, Serge Larivière u.a.
Mittwoch, 22.11.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Gott ist ein unzurechnungsfähiger Sadist. Aber wie gut, dass er auch noch eine Familie hat! Was auf den ersten Blick als skurril-blasphemische Komödie daherkommt, erweist sich beim zweiten Hinsehen als tiefgründige Parabel über oft fest verwurzelte negative Gottesbilder. Mit leichter Hand erzählt der Film von der Sehnsucht nach einer humaneren Welt, in der die Frauen die Initiative ergreifen. Tochter Éa macht sich auf den Weg, um neue Apostel zu finden und den Menschen ein „brandneues“ Testament zu bringen. Und Gott bleibt nichts anderes übrig, als sich ebenfalls mit der Welt, so wie er sie eingerichtet hat, zu befassen. Ein denkwürdiger Film, theologisch wie philosophisch herausfordernd.

Einführung und Diskussion: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Akademie

Kinotreff Rio: El Olivo – Der Olivenbaum

Spanien / Deutschland 2016 | 98 min. | Regie: Icíar Bollaín | mit Anna Castillo, Pep Ambròs, Javier Gutiérrez, Manuel Cucala, Miguel Angel Aladren u.a.
Mittwoch, 25.10.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Alma, eine stolze und tatkräftige junge Frau, hat eine besonders innige Verbindung zu ihrem Großvater, der sie als Einzige in der Familie in seiner Nähe duldet, seit er aufgehört hat zu sprechen. Wahrscheinlich, so spürt Alma, ist er aus Trauer um einen 2000 Jahre alten Olivenbaum, den sein Sohn aus wirtschaftlicher Not heraus vor 12 Jahren nach Düsseldorf verkauft hat, verstummt. So erfindet sie eine phantastische Geschichte, um ihren Onkel und einen Freund zu überreden, mit ihr zusammen den Baum aus dem fast 1700 km entfernten Düsseldorf zurückzuholen. Ein Film, der zu Herzen geht, mit wunderbaren Dialogen des preisgekrönten Drehbuchautors Paul Laverty.

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

Kinotreff Rio: Grand Budapest Hotel

USA / Deutschland 2014 | 101 min | Regie: Wes Anderson | mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody u.a.
Mittwoch, 20.09.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Im Zentrum des Geschehens steht das „Grand Budapest Hotel“. Der gebildete Concièrge Monsieur Gustave nimmt in dieser legendären Anlage den Lobby-Boy Moustafa unter seine Fittiche. Beide begeben sich im Laufe ihrer beruflichen Zusammenarbeit in Abenteuer um Liebe, ein gestohlenes Renaissancegemälde sowie ein beträchtliches Familienvermögen und erleben die geschichtlichen Umwälzungen der 30er Jahre. Ein Film, der noch skurriler wäre als dieser, ist kaum denkbar, eine größere Stardichte auch nicht: Bis in winzige Nebenrollen hat Regisseur Wes Anderson den Oscar-prämierten Film mit bekannten Namen besetzt und das bereitet ihm und allen Schauspielern sichtlich Vergnügen.

Einführung und Diskussion: Dr. Fritz Göttler, Kulturjournalist