Kinotreff Rio

Die Filmgespräche der Reihe Kinotreff Rio werden von der Theatergemeinde München in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Medien und Kommunikation und der Interfilm-Akademie München veanstaltet.
Rio Filmtheater: Rosenheimer Str. 46 / 81667 München, Tel 089 / 486979
Theatergemeinde München: Goethestraße 24 / 80336 München, Tel 089 / 53297-222
Frühjahr/Sommer-Programm 2020: Häutungen
Aktuelle Termine:
15.01.2020 19:30 Michael Kohlhaas
19.02.2020 18:00 Tootsie
18.03.2020 18:00 Die göttliche Ordnung
22.04.2020 18:00 Verfehlung
20.05.2020 18:00 Juno

Kinotreff Rio: Die göttliche Ordnung entfällt!

Schweiz 2017 | 96 min. | Regie: Petra Volpe | mit Marie Leuenberger, Maximilian Simonischek, Rachel Braunschweig u.a.
Mittwoch, 18.03.2020 18:00 entfällt!
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Nora ist beliebt in ihrem Dorf. Sie versorgt pflichtbewusst Haushalt und Familie mitsamt dem tyrannischen Schwiegervater bis zu dem Tag, an dem sie zu ihrem Mann sagt, sie würde gerne wieder arbeiten gehen. Nach dem schweizerischen Eherecht kann er es verbieten und das tut er auch. Nora sieht jedoch nicht mehr ein, warum Männer über die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen zu bestimmen haben. Sie sucht Mitstreiterinnen, die sich trotz großen Widerstands unerschrocken für die Einführung des Frauenstimmrechts engagieren und die vermeintlich „göttliche Ordnung“ in Frage stellen. Die Regisseurin Petra Volpe thematisiert auf unterhaltsame und differenzierte Weise die Situation in einem abgelegenen Dorf in Appenzell im Jahr 1971, als auch in der Schweiz den Frauen schließlich das Wahlrecht gegeben wurde.  (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

30 Jahre „Kinotreff Rio“

Die Filmkunstreihe Kinotreff Rio feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Zu Verdanken ist dies der Initiative von Paula Linhart. Mit dem Film Schwarze Augen von Nikita Michalkov startete die Reihe im Januar 1990 unter dem Motto „Literatur, Theater, Musik im künstlerischen Film“. Es war damals der Wunsch von Paula Linhart, Kinofilme als inhaltliches Angebot der Theater­gemeinde München zu platzieren und mit den katholischen und evange­lischen Mitveranstaltern die ökumenische Filmarbeit in München zu fördern. Heute, 30 Jahre und 227 Filme später, zeigt sich, es hat funktioniert!

Als Paula Linhart den Anstoß zu der Filmkunstreihe Kinotreff Rio gibt, ist sie bereits über 80 Jahre alt. Der Kunstbeirat der Theatergemeinde München greift ihre Idee auf. Ein Veranstaltungsteam der Theatergemeinde (Paula Linhart und Willi Fries), der katholischen AV-Medienzentrale (Franz Haider), des Süddeutschen Filmforums (Eckart Bruchner und Dr. Gisa Stute) und weiterer Filmexperten findet sich zusammen und sucht nach geeigneten Filmen. Anfangs werden jährlich sechs Filme im Zweimonatsrhythmus gezeigt.

Im Jubiläumsprogramm mit dem Titel „Häutungen“ geht es um Film­geschichten, die Wandlungs- und Veränderungsprozesse beschreiben.

Kinotreff Rio: Tootsie

USA 1982 | 116 min. | Regie: Sydney Pollack| mit Dustin Hoffman, Jessica Lange, Teri Garr u.a.
Mittwoch, 19.02.2020 18:00
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Michael Dorsey ist ein talentierter, aber auf Grund seines Charakters schwer vermittelbarer Schauspieler. Erst als er sich als Frau verkleidet bewirbt, bekommt er die Chance, in einer Seifenoper Furore zu machen. Als Dorothy Michaels geht er in dieser Rolle vollkommen auf und inspiriert Frauen, sich gegen das Macho-Gehabe der Männer zu stellen. Aber auch er selbst macht, sich mit der Frauenrolle auseinandersetzend, eine Wandlung durch. Dies umso mehr, als er sich in seine Serienkollegin verliebt, für die er nur eine mütterliche Freundin darstellt. Regisseur Sidney Pollack inszenierte eine Komödie mit Leichtigkeit und sanfter Ironie, deren lebhafte und dynamische Dramaturgie für zehn Oscar-Nominierungen sorgte. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Kinotreff Rio: Michael Kohlhaas

Frankreich / Deutschland 2013 | 122 min. | Regie: Arnaud des Pallières | mit Mads Mikkelsen, Mélusine Mayance, Delphine Chuillot u.a.
Mittwoch, 15.01.2020 19:30
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Der Pferdehändler Michael Koolhaas lebt ein ruhiges Leben. Doch als er eines Tages auf dem Weg zum Markt von den Handlangern eines willkürlichen Barons gezwungen wird, seine Pferde zu verpfänden, kommt Unruhe in seinen Alltag. Denn als er die Pferde zurückerhält, sind die Tiere verletzt. Ein fairer Prozess scheint unmöglich und es gibt keine Hoffnung, die Täter zu bestrafen. Da beschließt Michael, sich selbst in den Kampf zu begeben und einen Feldzug gegen die Ungerechtigkeit zu beginnen. (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Dr. Fritz Göttler, Kulturjournalist

Kinotreff Rio: Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Birdman or The Unexpected Virtue of Ignorance)

USA 2014 | 119 min. | Regie: Alejandro G. Iñárritu | mit Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, Andrea Riseborough u.a.
Mittwoch, 15.05.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Riggan Thomson war einmal als „Birdman“ ein Kino-Superheld. Nun ist der Ruhm verblasst. Im Herbst der Karriere will er als Theaterregisseur am Broadway eine neue Karriere starten. Doch die Welt des Theaters, die Gestaltung eines Raymond-Carver-Stückes, der Umgang mit den Schauspielern und dem Publikum und die Kommunikation mit den neuen Medien fordern und überfordern ihn. Der Regisseur Alejandro González Iñárritu zeigt eine glänzend besetzte Showbiz- Satire, in der großes Psychodrama, präzise Charakterstudien, Fantasy-Elemente und jede Menge schauspielerisches Vergnügen miteinander verzahnt werden. Ex-Batman-Star Michael Keaton und andere Schauspieler/innen erzählen augenzwinkernd ihre eigene Lebens- und Schauspiel-Geschichte. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Markus Hille, Drehbuchautor

Kinotreff Rio: Maria by Callas

Frankreich 2017 | 119 min. | Regie: Tom Volf | mit Fanny Ardant, Joyce DiDonato, Maria Callas u.a.
Mittwoch, 17.04.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Maria Callas: Eine Legende, die selbst Jahrzehnte nach ihrem Tod für Furore sorgt. So nah, so intim, so berührend zeigt sich die Primadonna. Ihr hoher Anspruch, ihr unbedingter Ausdruckswille und ihre unverwechselbare Stimme setzten insbesondere in den 1950er Jahren neue Maßstäbe, wie italienische Oper aufzuführen ist. Der Preis war hoch: Schon mit Anfang 40 war Maria Callas eigentlich am Ende ihrer Kräfte. Die neue Callas-Dokumentation interessiert sich genau dafür: für die Zerbrechlichkeit von Maria Callas, für sie als Mensch mit all ihren Widersprüchen. Virtuos hat der Filmemacher Tom Volf aus einer Fülle von Archivmaterial eine Collage kreiert. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Annette Zühlke, Orchesterdirektorin der Bayerischen Staatsoper

Kinotreff Rio: Die Wolken von Sils Maria (Clouds of Sils Maria)

Frankreich / Deutschland / Schweiz 2014 | 124 min. | Regie: Olivier Assayas | mit Juliette Binoche, Kristen Stewart, Chloë Grace Moretz, Lars Eidinger u.a.
Mittwoch, 20.03.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Mit 18 Jahren war Maria Enders der jugendliche Theater- und Filmstar des Stücks „Malojaschlange“. Nun soll nach langer Zeit eine Neuinszenierung in London stattfinden. Maria hat zugestimmt, dieses Mal den Part der Älteren zu übernehmen, eine Blockbuster-Actrice spielt die junge Verführerin. Es ist die Geschichte zweier Frauen, die in einer komplizierten Beziehung voller Zuneigung und großer Abhängigkeit leben. Mit ihrer persönlichen Assistentin Valentine hat sich Maria für erste Textproben in die Berge von Sils Maria zurückgezogen. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen über unterschiedliche Interpretationen der geprobten Szenen. Diese sind jedoch stellvertretend für eigene Konflikte und die Verstrickung in ihrer komplexen Beziehung. Ein subtiler Film, der sich im vielschichtigen Spannungsfeld zwischen Stück und Filmhandlung bewegt. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

Kinotreff Rio: Sein oder Nichtsein (To Be or Not to Be)

USA 1942 | 99 min. | Regie: Ernst Lubitsch | mit Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack u.a.
Mittwoch, 20.02.2019, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Die Proben für die Komödie „Gestapo“ im polnischen Nationaltheater in Warschau im Jahr 1939 sind in vollem Gange. Schlagartig ändert sich die Situation, als man vom Einmarsch der Deutschen in Polen erfährt. Das Stück wird abgesetzt, stattdessen entscheidet man sich für den politisch unbedenklichen „Hamlet“. Jedes Mal während des „Sein oder nicht sein“-Dialogs verlässt ein junger Leutnant das Theater, um ungestört die Frau des Hauptdarstellers in der Garderobe zu besuchen. Als der junge Verehrer einen polnischen Professor als Kollaborateur enttarnt, beginnt ein irrwitziges Katz-und-Maus-Spiel, in dem die Schauspieler in die Rolle der Deutschen schlüpfen. Denn es gilt mit allen Mitteln zu verhindern, dass Unterlagen über den polnischen Widerstand zu den Nazis gelangen. Lubitsch gelang eine meisterhaft intelligente Komödie, die zum ewigen Klassiker wurde. (Quelle: Theatergemeinde München)

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Kinotreff Rio: Persona

Schweden 1966 | 85 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Bibi Andersson, Liv Ullmann u.a.
Mittwoch, 19.09.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Nach einer Theateraufführung verharrt die Schauspielerin Elisabet schweigend in ihrer Rolle. Die junge Krankenschwester Alma kümmert sich um die apathische Künstlerin. Auf einer einsamen Insel verbringen die beiden Frauen einige Wochen gemeinsam. Alma und Elisabet entwickeln eine sonderbare Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit. Nach Abschluss der „religiösen Trilogie“ (Wie in einem Spiegel, Licht im Winter, Das Schweigen), in der er „Alpträume seiner Jugend bewältigt habe“, weicht der im Jahr 1918 geborene schwedische Meisterregisseur von seinem Realismus-Konzept ab. So verblüfft der Film formal durch eine neue surrealistische Filmsprache, die inhaltlich auf faszinierende Weise Grundmotive Bergmans variiert. Für die Filmzeitschrift „Cahiers Du Cinema“ war dieses Werk der schönste Film Bergmans, weil hier das Kino über sich selbst nachdenkt.

Einführung und Diskussion: Prof. Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie