Kinotreff Rio

Die Filmgespräche der Reihe Kinotreff Rio werden von der Theatergemeinde München in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Medien und Kommunikation und der Interfilm-Akademie München veanstaltet.
Rio Filmtheater: Rosenheimer Str. 46 / 81667 München, Tel 089 / 486979
Theatergemeinde München: Goethestraße 24 / 80336 München, Tel 089 / 53297-222

Kinotreff Rio: Paterson

USA / Frankreich / Deutschland 2016 | 118 min. | Regie: Jim Jarmusch | mit Adam Driver, Golshifteh Farahani, Nellie u.a.
Mittwoch, 16.05.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Siebenmal Frühstück, Arbeit, Heimkehr, kurzes Gespräch mit Laura, Abendspaziergang mit der Bulldogge Marvin, Einkehr in einer Nachbarschaftskneipe, abermalige Ankunft zu Hause, Nachtruhe – und dazwischen wird gedichtet. So sieht das Werktags-Programm des Busfahrers Paterson aus. Was eher langweilig klingt, entpuppt sich als wunderbar lyrischer und auch schräger Film des Regisseurs Jim Jarmusch über einen Busfahrer in der Provinz und seine große Liebe zur Dichtkunst. Der Busfahrer und Dichter Paterson lebt und arbeitet in der Stadt Paterson bei New Jersey und liebt den Gedichtzyklus Paterson des Lyrikers William Carlos Williams. Die FAZ schreibt: „‚Paterson ist ein leises Meisterwerk, das die sonstige laute Kinokonkurrenz stumm machen sollte vor Neid.“ So ist es!

Einführung und Diskussion: Prof. Bettina Reitz, Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München

Kinotreff Rio: Große Vögel, kleine Vögel (Uccellacci e uccellini)

Italien 1966 | 89 min. | Regie: Pier Paolo Pasolini | mit Totò, Ninetto Davoli, Femi Benussi u.a.
Mittwoch, 11.04.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Zunächst musste Ennio Morricone für diesen aus jedem Rahmen fallenden Film nach dem Willen Pasolinis einen gesungenen Vorspann im Stil eines italienischen Kinderliedes komponieren. Es folgt eine surrealistische Fabel voller Slapstick und Poesie, in die der heilige Franziskus ebenso eingestreut wird wie Dokumentaraufnahmen von der Beerdigung des kommunistischen Politikers Palmiro Togliatti. Wir finden Vater und Sohn auf der Straße des Lebens, der Vater wird verkörpert von dem berühmten italienischen Komiker Totò in einer seiner letzten Rollen, der Sohn des in fast allen Pasolini-Filmen präsenten Ninetto Davoli. Belästigt werden sie auf ihrem Weg von einem sprechenden Raben, der sie vergeblich mit existentiellen Fragen zwischen Christentum und Marxismus konfrontiert.

Einführung und Diskussion: Pfarrer Rainer Hepler, Kunstpastoral

Kinotreff Rio: Midnight in Paris

USA / Spanien 2011 | 94 min. | Regie: Woody Allen | mit Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni, Marion Cotillard, Rachel McAdams u.a.
Mittwoch, 17.01.2018, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Der amerikanische Schriftsteller Gil Pender hat seine Verlobte und deren Eltern nach Paris begleitet. Fasziniert von dieser Stadt und deren Vergangenheit streift er nachts allein durch die Straßen, als ein mysteriöser Oldtimer vor ihm auftaucht, dessen heitere Insassen ihn einladen mitzufahren. Er findet sich auf einer ungewöhnlichen Party wieder, wo er auf phantastische Weise mit legendären Künstlerpersönlichkeiten aus längst vergangenen Tagen zusammentrifft. Auch in den folgenden Nächten wartet er zur Geisterstunde auf den Wagen, mit dem seine wundersame Zeitreise aufs Neue beginnen kann, bis er zu einer überraschenden Einsicht gelangt. Einer der besten Filme von Woody Allen und eine liebevolle Umarmung für die Stadt, die Kunst und das Leben.

Einführung und Diskussion: Kirsten Martins, Kulturjournalistin BR

Kinotreff Rio: Das brandneue Testament

Belgien / Frankreich / Luxemburg 2015 | 115 min. | Regie: Jaco Van Dormael | mit Benoît Poelvoorde, Pili Groyne, Marco Lorenzini, François Damiens, Serge Larivière u.a.
Mittwoch, 22.11.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Gott ist ein unzurechnungsfähiger Sadist. Aber wie gut, dass er auch noch eine Familie hat! Was auf den ersten Blick als skurril-blasphemische Komödie daherkommt, erweist sich beim zweiten Hinsehen als tiefgründige Parabel über oft fest verwurzelte negative Gottesbilder. Mit leichter Hand erzählt der Film von der Sehnsucht nach einer humaneren Welt, in der die Frauen die Initiative ergreifen. Tochter Éa macht sich auf den Weg, um neue Apostel zu finden und den Menschen ein „brandneues“ Testament zu bringen. Und Gott bleibt nichts anderes übrig, als sich ebenfalls mit der Welt, so wie er sie eingerichtet hat, zu befassen. Ein denkwürdiger Film, theologisch wie philosophisch herausfordernd.

Einführung und Diskussion: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Akademie

Kinotreff Rio: El Olivo – Der Olivenbaum

Spanien / Deutschland 2016 | 98 min. | Regie: Icíar Bollaín | mit Anna Castillo, Pep Ambròs, Javier Gutiérrez, Manuel Cucala, Miguel Angel Aladren u.a.
Mittwoch, 25.10.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Alma, eine stolze und tatkräftige junge Frau, hat eine besonders innige Verbindung zu ihrem Großvater, der sie als Einzige in der Familie in seiner Nähe duldet, seit er aufgehört hat zu sprechen. Wahrscheinlich, so spürt Alma, ist er aus Trauer um einen 2000 Jahre alten Olivenbaum, den sein Sohn aus wirtschaftlicher Not heraus vor 12 Jahren nach Düsseldorf verkauft hat, verstummt. So erfindet sie eine phantastische Geschichte, um ihren Onkel und einen Freund zu überreden, mit ihr zusammen den Baum aus dem fast 1700 km entfernten Düsseldorf zurückzuholen. Ein Film, der zu Herzen geht, mit wunderbaren Dialogen des preisgekrönten Drehbuchautors Paul Laverty.

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

Kinotreff Rio: Grand Budapest Hotel

USA / Deutschland 2014 | 101 min | Regie: Wes Anderson | mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody u.a.
Mittwoch, 20.09.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Im Zentrum des Geschehens steht das „Grand Budapest Hotel“. Der gebildete Concièrge Monsieur Gustave nimmt in dieser legendären Anlage den Lobby-Boy Moustafa unter seine Fittiche. Beide begeben sich im Laufe ihrer beruflichen Zusammenarbeit in Abenteuer um Liebe, ein gestohlenes Renaissancegemälde sowie ein beträchtliches Familienvermögen und erleben die geschichtlichen Umwälzungen der 30er Jahre. Ein Film, der noch skurriler wäre als dieser, ist kaum denkbar, eine größere Stardichte auch nicht: Bis in winzige Nebenrollen hat Regisseur Wes Anderson den Oscar-prämierten Film mit bekannten Namen besetzt und das bereitet ihm und allen Schauspielern sichtlich Vergnügen.

Einführung und Diskussion: Dr. Fritz Göttler, Kulturjournalist

Kinotreff Rio: Cinema Paradiso

Italien / Frankreich 1989 | 142 Min. | Regie: Giuseppe Tornatore | mit Philippe Noiret, Jacques Perrin, Salvatore Cascio, Marco Leonardi, Antonella Attili u.a.
Mittwoch, 17.05.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

In den späten 1940er Jahren freundet sich der aus ärmlichen Verhältnissen stammende kleine Salvatore mit dem erblindeten Kinovorführer Alfredo an und beginnt bei ihm zu arbeiten. So lernt er nicht nur sein späteres Handwerk, sondern findet auch einen väterlichen Freund. Doch in Sizilien ist kein Platz für Träumer und Künstler, und so muss Salvatore auf Anraten von Alfredo seine geliebte Heimat verlassen, um seinem Talent in der großen weiten Welt freien Lauf zu lassen. Nach 30 Jahren steht er wieder vor dem „Cinema Paradiso“ und lässt seine Vergangenheit Revue passieren. Eine nostalgische Hommage an die Magie des Kinos und an die Kraft von Liebe und Freundschaft, Glück und Trauer.

Einführung und Diskussion: Dr. Matthias Wörther, Medienpädagoge

Kinotreff Rio: Sagrada: Das Wunder der Schöpfung (Sagrada: The Mystery of Creation)

Schweiz 2010 | 93 Min. | Regie: Stefan Haupt
Mittwoch, 12.04.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

UNDATED — Undated handout photo from SAGRADA film. HANDOUT: ByTowne

Die Kirche „Sagrada Familia“ in Barcelona stellt ein faszinierendes Projekt dar, an der mittlerweile 134 Jahren gebaut wird. Antoni Gaudí war und ist als Visionär ein verbindendes Glied einer Familie von vielen Generationen, die an einem Traum festhielten: den Himmel auf die Erde zu bringen. Dabei zeigt das Wort „Schöpfung“ die menschliche Suche nach dem Kern des Lebens und der Schöpfungskraft. Der Regisseur Stefan Haupt zeigt in faszinierenden Bildern sowohl die Arbeit und das Denken Gaudís als auch die Suche nach Anlehnung der nachfolgenden Architekten.

Einführung und Diskussion: Rainer Hepler, Künstlerseelsorger

Kinotreff Rio: Freunde fürs Leben (Truman)

Spanien/ Argentinien 2015 | 113 Min. | Regie: Cesc Gay | mit Ricardo Darín, Javier Cámara, Dolores Fonzi, Eduard Fernández, Alex Brendemühl u.a.
Mittwoch, 15.03.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Julián und Tomás, einst unzertrennlich, haben lange nichts voneinander gehört. Der eine lebt, geschieden von seiner Frau, als Schauspieler immer noch in Madrid. Der andere hat sich als Lehrer eine Karriere in Kanada aufgebaut, wo er ein beschauliches Leben mit Frau und Kindern führt. Als Tomás sich entschließt, einen Überraschungsbesuch bei Julián in Madrid zu machen, verbringen die beiden unvergessliche Tage, voll von gemeinsamen Erinnerungen. Getragen von ungebrochener Freundschaft lachen und weinen sie miteinander in dem Bewusstsein, dass sie einander nun zum allerletzten Mal sehen werden. Ein ehrlicher, humorvoller Film über bedingungslose Freundschaft mit zwei großartigen, zu Recht mehrfach preisgekrönten Darstellern.

Einführung und Diskussion: Dr. Barbara Fischer, Psychologin und Kunstpublizistin

Kinotreff Rio: Little Miss Sunshine

USA 2006 | 103 Min. | Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris | mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette u.a.
Mittwoch, 08.02.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Trotz Hornbrille und einem Bauch will die kleine Olive unbedingt Schönheitskönigin werden. Also begibt sich die schräge Familie in einem VW-Bus auf die Odyssee nach Kalifornien, um dem Mädchen diesen Traum zu erfüllen. Die widrigen Umstände dieser Reise helfen den einzelnen Mitgliedern, wieder zueinander zu finden und den Begriff „Familie“ als tragenden Pfeiler des Lebens zu begreifen. Das Roadmovie räumt mit dem Gewinner- und Verliererdenken tüchtig auf und macht diese Tragikomödie mit seiner herausragenden Besetzung und einem umwerfenden Soundtrack zu einem Juwel.durch seinen anarchischen Umgang mit Autoritäten, seinen Einsatz für das Gute, seine zündenden Musiknummern und seine kultigen Hauptdarsteller auszeichnet.

Einführung und Diskussion: Markus Hille, Drehbuchautor