Thema: Voor Eunice

Der Prix Interculturel 2020 geht an „For Eunice“

Der Prix Interculturel 2020 geht an den Film Voor Eunice (For Eunice) von Jaan Stevens von der RITCS School of Arts, Belgien 2019.

Begründung der Jury:
Für Eunice. Das klingt wie ein Geschenk. Ein Geschenk an dieses starke und anrührende Mädchen namens Eunice, das wir in diesem schönen und aufrichtigen Dokumentarfilm beobachten und dabei entdecken, wie das Leben für eine schwarze, übergewichtige Frau in einem fremden Land bereits ist und sein wird.
Wir erleben die Grausamkeit zwischen Kindern, angetrieben von bereits bestehenden Vorurteilen. Wir lachen und leiden mit Eunice, dank der feinfühligen und vertrauenerweckenden Regie von Jaan Stevens. Ohne es direkt auszusprechen verbündet uns dieser Kurzfilm, fragt unsere Gesellschaft, warum wir die nächste Generation unter etwas leiden lassen, von dem wir wissen, dass es gestoppt werden sollte.

For Eunice erhielt ebenfalls den ARRI-Award als bester Dokumentarfilm.

Eine Lobende Erwähnung geht an Drifting (Piao Liu) von Hanxiong Bo von der University of California, USA 2019.

Begründung der Jury:
Während Chinas Ein-Kind-Politik wird Yan von seinen Eltern als Mädchen aufgezogen, um ihn nach außen hin als seine ältere Schwester ausgeben zu können. Als junger Erwachsener muß er gegen die konservativen Vorstellungen seiner Familie um seine Identität kämpfen. Zurückhaltende Inszenierung, feines Schauspiel und Dialoge sowie eine ausgezeichnete Kameraarbeit führen die Auswirkungen der altbekannten Maßnahme auf die Menschen in universeller Art und Weise vor Augen.

Drifting erhielt ebenfalls den ARTE-Kurzfilmpreis.

Der Prix Interculturel ist in diesem Jahr mit 2.000 € dotiert, der Preisträger Jaan Stevens erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 39 1/2. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München am 23. November 2020 zum 16. Mal eine Auszeichnung vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Award Ceremony online statt.

Der Jury gehörten in diesem Jahr an:

© Foto: Benjamin Boldt

Pfr. Eckart Bruchner (Vorsitz), geb. in Amberg, Deutschland.
Erststudium: Theologie, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte und Musik in Erlangen/Nürmberg, Rom, Heidelberg und München.
Zweitstudium: Film an der HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota).
Pfarrer, Studiendirektor und Pädagoge, Prof. an der FVG Antwerpen, Direktor der Interfilm-Akademie, Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel.

Alice Gadbled was born in Strasbourg, France.
She obtained her Bachelor’s degree in motion picture arts in 2014 at the University of Strasbourg. She then went to Belgium, where she graduated with her 2nd Bachelor’s degree and a Master degree in Fiction Film in 2019 at the Institut des Arts de Diffusion, Department of Filmmaking.
Alice Gadbled likes to address complex subjects and emotions in her projects: mourning, vulnerability, family ties, hardship, love, etc. Even though these themes are far from joyful, she seeks to reveal the light shining through the complex situations. Her film Rock Out won last year’s Prix Interculturel.

© Foto: C. Höhne

Franz Indra ist freiberuflicher Filmemacher, hat an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studiert und bei Wim Wenders sein Diplom gemacht. Er ist Mitglied bei Interfilm und arbeitet seit vielen Jahren als Studienleiter für die Interfilm-Akademie München.





Stefan Preis als consulting member: Der frühere Münchener Finanzwirt ist nach Hamburg gekommen, um Mediensoziologie und Kriminologie zu studieren. Er ist seit Jahren Studienleiter bei der Interfilm-Akademie München, ist publizistisch tätig und veranstaltet Filmseminare.