Interfilm-Akademie News

The Circle (OmU)

USA / Vereinigte Arabische Emirate 2017 | 110 Min. | Regie: James Ponsoldt | mit Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Bill Paxton u.a.
Mittwoch, 06.12.2017 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Die 24-jährige Mae Holland (Emma Watson) ist überglücklich. Sie hat einen Job in der angesagtesten Firma der Welt ergattert: beim „Circle“, einem Internetkonzern, der alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so das Ziel der „drei Weisen“, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, Gratis-Konzerten und coolen Partys. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit dem mysteriösen Kollegen Bailey (Tom Hanks) ändert alles… (Quelle: offizielle Facebook-Seite)

Einführung und Diskussion mit Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.

Der Prix Interculturel 2017 geht an „Mamma“

Der Prix Interculturel 2017 geht an den Film Mamma von Julia Lindström von der Norwegian Film School DNF, Norwegen 2016.

Motivation:
Mamma is a powerful story about three women/girls on their quest to live a socalled normal life. A grandmother, a mother and her daughter. All still young. They are striving for freedom and independence. Love and desire. Devotion and attention. These challenges turn out to be quite difficult as they face inconvenient reality responsibly in a mediocre environment.
Julia Lindström shows us that the patterns of behavior of any generation can be inherited by the following one. Irrespective of culture and society, history repeats itself. The fine directing of Julia Lindström displays the inner turmoil of Amanda, her main character, with beautiful realism, unpretentious details and limited dialogues while trusting in the power of her story.
Julia Lindström, we look forward to being delighted by your films to come.

Der Prix Interculturel ist in diesem Jahr mit 1.500 € dotiert, die Preisträgerin Julia Lindström erhält außerdem eine von dem Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.

Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 37. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München am 25. November 2017 zum 13. Mal eine Auszeichnung vergeben. Die Preisverleihung fand am 25. November 2017 im Rahmen der Award Ceremony vor geladenen Gästen statt.

Zu der international besetzten Jury unter Vorsitz von Dr. Peter Marinković (Deutschland) gehörten in diesem Jahr die künstlerische Fotografin Sima Dehgani (Iran), die Theaterregisseurin Sapir Heller (Israel) und der Schauspieler Tim Seyfi (Türkei).

Pressemitteilung (pdf)

Prix Interculturel 2017 – Anmerkungen zur Filmpreistrophäe

Die frühesten Zeugnisse menschlicher Kultur befinden sich in prähistorischen Höhlen. Diese Felsenmalereien und Zeichnungen überdauerten Zehntausende von Jahren. Bis heute faszinieren und berühren diese vor Urzeiten geschaffenen Werke durch ihre künstlerische Kraft und Authentizität.

Die mit Wissen und Geist begabten Menschen gaben ihrer Anwesenheit Ausdruck. In der Urzeit brachten sie auf die Felsenwände ihre Handabdrücke und Handumrisse an.

Hand, Handabdruck sind Zeichen menschlicher Existenz am Anfang der Kultur. Inzwischen hat sich die Menschheit soweit entwickelt, dass sie in der Lage ist, Flugkörper zu erschaffen, die unser Sonnensystem verlassen können.

Die Raumsonden Pioneer 10 und Pioneer 11 wurden 1972 auf Forschungsreise geschickt, um unser Sonnensystem zu erkunden. Die beiden Raumsonden reisen bis an die Grenzen unseres Sonnensystems und darüber hinaus. An den Raumsonden ist jeweils eine rechteckige vergoldete Plakette mit Informationen über unseren Heimatplaneten Erde montiert worden.

Es wurde die Abbildung eines Menschenpaares mit erhobener Hand zum Gruß an fremde Zivilisationen angebracht. So erscheint zu einem höchst entwickelten Zeitpunkt der Menschheit wieder das Symbol der Hand. Die Geste soll über den Gruß hinaus ein Zeichen des Friedens darstellen.

Stanley Kubrik hat in filmischen Szenen seines Werks 2001: A Space Odyssey menschliche Entwicklungssprünge in vortrefflicher Weise thematisiert. Kubriks Monolith inspirierte den Künstler Bernd Sauter letztendlich zu dieser Formgebung.

Die Filmpreis-Trophäe Prix Interculturel vereinigt somit Symbole menschlicher Existenz. Die Skulptur versteht sich als Impuls an die Filmschaffenden für ihren weiteren Weg.

The Pledge (engl. OF)

USA 2001 | 124 min. | Regie: Sean Penn | mit Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Patricia Clarkson u.a.
Mittwoch, 13.12.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Friedrich Dürrenmatts pessimistische Weltsicht betrachtet die Welt als Labyrinth, den Menschen im Chaos gefangen und vom Zufall regiert. Dieses Konzept überträgt er auch auf die Detektivgeschichte Das Versprechen, welcher er den Untertitel „Requiem auf den Kriminalroman“ gab. Ein genialer wie fanatischer Ermittler scheitert an seiner eigenen Schlussfolgerung, weil ein zufälliges Ereignis den Lauf der Dinge ändert. Während die Verfilmung von Ladislao Vajda versöhnlich endet, bleibt die Umsetzung von Sean Penn werkgetreu, auch wenn die Handlung – die Suche nach einem mehrfachen Kindermörder – vom Schweizer Kanton Graubünden nach Reno, Nevada (USA) verlegt wird.

Jack Nicholson, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, spielt überzeugend einen scheiternden und verzweifelten Kriminalisten – die allgemeine Kritik an der Institution Polizei bleibt wie im Original bestehen. Vor allem soll mit dieser Vorführung an Friedrich Dürrenmatt gedacht werden: der Schweizer Dramatiker starb am 14. Dezember 1990.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.