Interfilm-Akademie News

Napola – Courage in einem diktatorischen System – Der Regisseur Dennis Gansel

Samstag, 12.12.2016
Konferenzzentrum München, Lazarettstr. 33 / 80636 München
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung

Der Anti-Nazi-Film Napola – Elite für den Führer erzählt von der Freundschaft zweier Jugendlicher während ihrer Ausbildung an einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (offiziell NPEA, im Volksmund Napola genannt).

Der Regisseur Dennis Gansel verarbeitet in seinem Film Erlebnisse seines Großvaters an einer Eliteschule der Nationalsozialisten; ein Dutzend Berater – allesamt ehemalige Napola-Schüler – wurden befragt (Hauptquelle Uwe Lamprecht und Autor Hans Müncheberg). Der Film erhielt den Deutschen und den Bayerischen Filmpreis (2004 und 2005) und wurde sogar beim Internationalen Filmfest von Pjöngjang 2006 als „Bester Film“ ausgezeichnet.

Der Regisseur Dennis Gansel, geb. 1973 in Hannover, studierte mit seinem Kollegen und Freund Christian Becker (später sein Produzent) in München an der Hochschule für Fernsehen und Film  1994-2000 und drehte seinen ersten Spielfilm 1999 mit Das Phantom, einen RAF-Politthriller mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle (3 Grimme-Preise!). Im Jahr 2008 lief sein Film Die Welle im deutschen Kino, ebenso wie Napola ein „Anti-Nazi-Film“. Dennis Gansel hat sich auch als Drehbuchautor bereits in jungen Jahren (seit 1996) einen Namen gemacht.

Die Hanns-Seidel-Stifutng feut sich, dass Dennis Gansel mit uns über seine Filme diskutieren wird und lädt Sie herzlich – gemeinsam mit dem Münchner Bildungswerk – zum Filmseminar im Konferenzzentrum München ein.

Tagungsleitung:
Artur Kolbe M.A., Referatsleiter im Institut für Politische Bildung der Hanns-Seidel-Stiftung e.V., München

Referenten:
Dennis Gansel, Regisseur, Drehbuchautor, Berlin
Christine Weissbarth, Moderatorin, Schauspielerin, Starnberg

Programmheft (pdf)

Anmeldung (erbeten bis zum 08.12.2016) bei Giovanni Sammataro
Tel 089 / 1258-299
Fax 089 / 1258-338
Email ref0303@hss.de
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Der Female Filmmakers Award 2016 geht an „Pussy“

Der Female Filmmakers Award 2016 geht an den Film Pussy von Renata Gasiorowska, Polen 2015.

Motivation:

Statistics show that female and male directors are represented rather equally at an early stage of their career – with regard to film schools and short film festivals. However, having a look at later stages in the their professional careers in the film industry, this situation changes. There are still more male directors than female directors. This prize Female Filmmakers Award emerges from this inequality and wants to make people aware of this situation. There are still many steps to be taken. There is still a long way to equality.

In this situation, Renata – with very intelligent, simple and unique drawings – proposes us a way to rebel:

First: look at yourself deeply into the mirror. Look into your eyes, look at your body.
What do you see ?
Is it weak ?
Is it unnatural ?
I don’t think so…

Then: Relax, take a bath, and try it !
How does it feel ?
How does it smell ?

For us, Pussy is an inspiration to discover who we really are, no matter if you are a male or female or both or whatever!
And you’ll see, if you understand yourself, there is confidence in it. There is the strength and the power enough to peacefully overcome every struggle.

If you want a better future you will have to start with yourself.

So,
Let’s breath
Let’s listen to each other
And let’s celebrate our bodies!

Congratulation for that film Renata.

VGF-Nachwuchsproduzentenpreis für „Die Reise mit Vater“

Der Münchner Produzent David Lindner Leporda von Filmallee erhält den mit 60.000 Euro höchstdotierten deutschen Nachwuchsproduzentenpreis für die Produktion des Kinofilms Die Reise mit Vater (Regie: Anca Miruna Lazarescu). Der Preis, den die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH (VGF) seit 1995 jährlich auslobt, wird im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Filmpreises am 20. Januar 2017 im Münchner Prinzregententheater verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern sind Kinoerfolge wie Das Leben der Anderen, Die Wilden Kerle und zuletzt der Jugend-Thriller Boy 7.

Die Interfilm-Akademie hat Die Reise mit Vater auf dem diesjährigen Filmfest München mit einer lobenden Erwähnung gekürt.

Die Reise mit Vater ist ein Roadmovie, das von Liebe und Freiheit vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse von 1968 in Ost und West handelt und den Zuschauer auf eine tragikomische Reise voller Überraschungen aus der rumänischen Heimat über die DDR nach München mitnimmt. Der Film entstand als deutsch-rumänisch-ungarisch-schwedische Koproduktion mit Strada Film, Mirage Film Studio, BR, Arte sowie Film Väst, Chimney und Ber Film & TV.

Die Reise mit Vater startet am 17. November im Kino. In München läuft er im Neuen Maxim in der Landshuter Allee 33.

Rezension bei Programmkino.de

Neuer Preis beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München

In Kooperation mit der Interfilm-Akademie wird beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München dieses Jahr erstmalig der Female Filmmakers Award verliehen. Künftig wird er alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Prix Interculturel der Interfilm-Akademie vergeben werden. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Ziel und Intention des Preises

Ein Artikel im Branchenblatt black box untersuchte die Förderergebnisse zweier großer deutscher Filmförderungen vom Herbst 2012 unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit: Bei den insgesamt 47 geförderten Kinoprojekten war die Regie-Position ausschließlich männlich besetzt. Die Zahlen des DFFF (Deutscher Filmförderfonds) von 2013, der als automatische Förderung ohne Juryentscheid die Verhältnisse ideal widerspiegelt, waren ähnlich: Bei den insgesamt 115 vom DFFF geförderten Projekten waren nur 13 von Regisseurinnen.
Bei der Auftragsvergabe durch Fernsehredaktionen, die in Deutschland das Nadelöhr des Filmemachens sind, sieht die Lage nicht anders aus. Eine Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen der Vereinigung Pro Quote Regie hat ergeben: In den letzten zehn Jahren wurden weniger als 15 Prozent der Regieaufträge im Fernsehen an Frauen vergeben.
Die Zahlen der Filmhochschulen zeichnen aber ein ganz anderes Bild: 42 Prozent derjenigen, die das Regiediplom erhalten, sind Frauen.
Der neue Preis Female Filmmakers Award wurde gestiftet, um diesen Phänomenen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, Filmstudentinnen zu fördern sowie nationale – z.B. Pro Quote Regie – und internationale Initiativen für Frauen in der Filmwelt – z.B. WIFT (Women In Film and Television) – zu unterstützen.

Auswahlkriterien

Der Preis soll an eine Filmhochschulstudentin verliehen werden, die einen Film realisiert hat mit einem Drehbuch, das zu positivem Nachdenken führt, und einem respektvollen Kamera-Auge. Besonders beachtet werden soll, inwiefern sie unorthodoxe Methoden nicht scheut, über den Tellerrand hinausschaut und mit dem Medium experimentiert.

Die Jury

Die Jury besteht in der Regel aus insgesamt fünf Mitgliedern, darunter mindestens drei Jurorinnen, und steht unter der Leitung des Direktors der Interfilm-Akademie; er kann bei Verhinderung eine(n) Stellvertreter/-in berufen. Die Jurymitglieder sollen aus filmaffinen künstlerischen Berufsfeldern stammen (Regie, Schnitt, Kamera, Schauspiel, Drehbuch, Dramaturgie, bildende Kunst), einen internationalen Hintergrund haben und mehrsprachig sein.
Um mögliche Interessenkonflikte von vorne herein auszuschließen, können Mitarbeiter/-innen von Filmhochschulen und -produktionsfirmen, die auf dem jeweiligen Festival mit einem Film vertreten sind, nicht der Jury angehören. Ein Jurymitglied wird auf Vorschlag der Preisstifterin berufen. Der Jury soll nach Möglichkeit jeweils ein(e) Preisträger/-in (Female Filmmakers Award bzw. Prix Interculturel) der vergangenen Jahre angehören.
Die Jurymitglieder werden vom Direktor der Interfilm-Akademie berufen und beim jeweiligen Veranstalter akkreditiert.

Jury Mitglieder 2016

  • Uisenma Borchu (Mongolei)
  • Bettina Ehrhardt (Deutschland)
  • Arthur Lecouturier (Belgien), Preisträger Prix Interculturel 2015 für Au moins le sais-tu… (Do You Even Know…), Belgien 2014
  • Stine Munch (Dänemark)
  • Dr. Peter Marinković (Deutschland), Direktor der Interfilm-Akademie, Vorsitz der Jury
  • Jury-Mitglied mit beratender Stimme: Galina Antoschewskaja (Rußland)

Das Internationale Festival der Filmhochschulen München dauert vom 13.11. bis 19.11.2016. Festivalzentrum ist das Filmmuseum am St.-Jakobs-Platz 1, weitere Veranstaltungen finden in der Hochschule für Fernsehen und Film München am Bernd-Eichinger-Platz 1 statt.

Pressemitteilung (PDF)

Elephant

USA 2003 | 78 min. | Regie: Gus Van Sant | mit Alex Frost, Eric Deulen, Matt Malloy u.a.
Sonntag, 16.10.2016, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nächste Woche starten die Hamburger Filmgespräche, eine neue Filmreihe der Interfilm-Akademie München in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis und dem Weißen Ring.

hamburger-filmgespraech-2016-10-16-elephant-seite-1Ein Tag an einer ganz normalen US-High School: Es dreht sich alles um Unterricht, Freunde, Klatsch und Tratsch, Klassenarbeiten, Sport und Gewalt.

Wie beiläufig wird die Vorbereitung eines Mass Shootings zweier Freunde erzählt. Nichts weist explizit auf ihr Vorhaben hin. Die Handlung bezieht sich frei auf den Amoklauf an der Columbine High School 1999. Die nüchterne und gleichzeitig radikal schonungslose Inszenierung Van Sants über die Unerklärbarkeit einer solchen Tat und die Sinnlosigkeit des Todes ist bisher einzigartig in der Filmgeschichte und wurde in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Seitdem das Medium Film besteht, beschreibt und erklärt es gesellschaftliche Phänomene, u.a. auch Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität. Den Auftakt einer Kriminologischen Filmreihe macht am 16. Oktober 2016 um 19 Uhr im Hamburger Metropolis Elephant – ein ebenso kritischer wie kontroverser Film, der sich mit dem Phänomen des Amoklaufs auseinandersetzt. Moderiert wird die Veanstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.