Interfilm-Akademie News

One-Future-Preis 2019 und Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 37. Filmfests München, das vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 stattfinden wird, zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis für das Lebenswerk eines/r Filmschaffenden.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören auch in diesem Jahr drei weibliche Filmschaffende an:

Suli Kurban (Foto: Bernd Lindenthaler)

Suli Kurban wurde 1988 in Uigurien (VR China) geboren. Als Angehörige des muslimischen Turkvolks verfolgt flüchtete sie 1999 mit ihrer Familie nach Deutschland und wuchs in München auf, inzwischen ist sie deutsche Staatsbürgerin.
Schon während ihres Studiums der Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München realisierte sie mehrere Auftragsproduktionen für Fernsehanstalten. 2008 bis 2015 arbeitete sie als freiberufliche Reporterin für puls, 2014 war sie Sprecherin bei TEDxMünchen zum Thema „Ein zweiter Blick auf Flüchtlingshelfer“.
2019 schloß sie mit dem Spielfilm Hayat – Leben, der vom Bayerischen Rundfunk koproduziert und vom FFF Bayern gefördert wurde, ihr Studium ab. Im Rahmen der HFF-Screenings 2019 bekam ihre Schauspielerin Süheyla Ünlüfür die Titelrolle den Nachwuchs-Schauspielpreis.
Suli Kurban war Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Vodafone Stiftung.

Mirjam Orthen (Foto: Nina Bindl)

Mirjam Orthen wurde 1984 in München geboren, sie hat türkische Wurzeln und ist zweisprachig aufgewachsen.
Nach dem Abitur arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Produktionsassistentin für Goldkind Film (Sophie Scholl) und Helmut Dietls Diana Film. Von 2007 bis 2015 studierte sie Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Studentenfilme Vatersprache und Wir haben eine Mission liefen erfolgreich auf internationalen Filmfestivals und gewannen einige angesehene Preise. Ihr Abschlussfilm ADA war nominiert für den First Steps Award 2016 und gewann den Starter Filmpreis München 2016. Im Jahr 2016/17 war sie Stipendiatin der 28. Drehbuch-Werkstatt München, in deren Rahmen sie das Langfilm-Drehbuch zu Wunschkind (AT) schrieb. Aktuell hat sie den Kurzfilm Die Gratwanderung fertiggestellt, den Kurzfilm Taxim in Produktion und den Langfilm Der Sommer 2001 (AT) in Drehbuchentwicklung.

Franziska Ball

Franziska Ball wurde 1971 in München geboren und ist dort aufgewachsen.
Sie erhielt in New York am Lee Strasberg Theatre Institute und in München an der Neuen Münchner Schauspielschule ihre Schauspiel- und Gesangsausbildung. Zusätzlich absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Magisterstudium. Erste Engagements hatte sie in Essen, Feuchtwangen, Landshut, Bamberg und Karlsruhe, in München war sie u.a. im Metropoltheater zu sehen. Vor zehn Jahren gründete sie mit dem amerikanischen Pianisten Marty Jabara das Duo Ball & Jabara. Neben Film- und Fernsehrollen unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Theater München und arbeitet als Sprecherin für Hörbücher, Hörfilme, für Arte und den Bayerischen Rundfunk.

Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Elisabeth Wicki-Endriss (Foto: Robert Auerbacher)

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wird die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.
Elisabeth Wicki-Endriss, geboren in Eger (Chep), erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Sie arbeitete vor allem am Theater, spielte aber auch in Kino- und Fernsehfilmen mit. 1977 lernte sie ihren späteren Mann Bernhard Wicki kennen, in dessen Filmen sie wiederholt mitwirkte.
Nach seinem Tod gründete sie 2001 den Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. zur Förderung von Bildung, Toleranz und Völkerverständigung, basierend auf dem filmischen Vermächtnis von Bernhard Wicki, und zur Förderung von Kunst und Kultur auf dem Gebiet des gesellschaftlich engagierten, für Toleranz und Menschenrechte werbenden Films.
Mit der Stiftung des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke hat sie die Film-Friedensarbeit wegweisend geprägt und es ermöglicht, Menschen über das Medium Film Orientierungshilfen zu geben für ihre Identitätsbildung und Willensentscheidung gegen jegliche Gewalt und Verfolgung von Menschen anderer geistiger Prägungen.
Die Laudatio hält Susanne Hermanski, Teamleiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung. Elisabeth Wicki-Endriss wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 6. Juli 2019, um 13:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon. Der Eintritt ist frei.

Gautinger Filmgespräch: Zwischen den Zeilen (Doubles vies)

Deutschland / Frankreich 2018 | 108 Min. | Regie: Olivier Assayas | mit Guillaume Canet, Juliette Binoche, Vincent Macaigne u.a.
Donnerstag, 27.06.2019 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Ein feines Sittenbild des intellektuellen Pariser Literaturbetriebs. Subtil wird das Doppelleben der Helden offen gelegt und in treffenden Dialogen gezeigt, wie vieles doch gleich bleibt, selbst wenn ständig von Veränderungen die Rede ist. Léonard schreibt Romane, in denen er vergangene Liebschaften verarbeitet und die realen Bezüge mehr schlecht als recht verschleiert. Sein Verleger Alain ist jedoch von dem letzten Manuskript wenig überzeugt und im Augenblick auch mehr mit der Digitalisierung seines Verlags beschäftigt – oder vielmehr mit der attraktiven jungen Mitarbeiterin, die hierfür zuständig ist. Alains Frau Selena dagegen gefällt Léonards Text, vielleicht, weil sie selbst mit einer Affäre in die Angelegenheit verstrickt ist. Ehrlichkeit ist hier ein zumindest flexibles Konzept. Und so diskutieren alle mit viel Witz über Dichtung und Wahrheit sowie den kulturellen und digitalen Wandel, und sehen über ihr zweifelhaftes frivoles Handeln entspannt hinweg. Ein großes Vergnügen! (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Gräfelfinger Filmgespräch: Ein Gauner & Gentleman (The Old Man & the Gun)

USA 2018 | 93 Min. | Regie: David Lowery | mit Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek u.a.
Mittwoch, 05.06.2019 19:45
Filmeck Gräfelfing, Bahnhofplatz 1 / 82166 Gräfelfing

Selbst mit 70 zählt der Bankräuber Forrest Tucker noch lange nicht zum alten Eisen. Und von seiner großen Leidenschaft können ihn weder Mauern noch Gitter abhalten: 17 Mal saß er deswegen bereits im Gefängnis, mehr als ein Dutzend Mal ist er wieder ausgebrochen. Nun plant er den nächsten Coup mit einer frisch zusammengestellten Gang und diesmal sitzt ihm die Polizei dicht auf den Fersen. Auf seiner Flucht trifft Tucker Jewel die Liebe seines Lebens… (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie

Münchner Filmgespräch: Ninotschka (Ninotchka)

USA 1939 | 110 Min. | Regie: Ernst Lubitsch | mit Greta Garbo, Melvyn Douglas, Ina Claire u.a.
Freitag, 07.06.2019, 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

In den 1930er Jahren werden drei sowjetische Beamte nach Paris geschickt, um zwecks Devisenbeschaffung einige Juwelen zu veräußern, die im Laufe der Revolution beschlagnahmt wurden. Dummerweise bekommt die Adelige Swana Wind von der Sache und erwirkt eine Verfügung, um den Verkauf zu stoppen und ihren Anspruch auf den Schmuck geltend zu machen. Während die drei in Paris ausharrenden Beamten dem Reiz der Stadt verfallen und einem ausschweifenden Lebensstil frönen, wird ihnen ihre spröde Parteigenossin Ninotchka als Aufpasserin hintergeschickt. Doch auch sie erliegt bald der Schönheit der Stadt – und vor allem dem Charme von Swanas Anwalt, dem Luftikus und Herzensbrecher Leon… (Quelle: Spielfilm.de)

Einführung und Diskussion mit Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie.