Interfilm-Akademie News

Prix Interculturel 2017 – Anmerkungen zur Filmpreistrophäe

Die frühesten Zeugnisse menschlicher Kultur befinden sich in prähistorischen Höhlen. Diese Felsenmalereien und Zeichnungen überdauerten Zehntausende von Jahren. Bis heute faszinieren und berühren diese vor Urzeiten geschaffenen Werke durch ihre künstlerische Kraft und Authentizität.

Die mit Wissen und Geist begabten Menschen gaben ihrer Anwesenheit Ausdruck. In der Urzeit brachten sie auf die Felsenwände ihre Handabdrücke und Handumrisse an.

Hand, Handabdruck sind Zeichen menschlicher Existenz am Anfang der Kultur. Inzwischen hat sich die Menschheit soweit entwickelt, dass sie in der Lage ist, Flugkörper zu erschaffen, die unser Sonnensystem verlassen können.

Die Raumsonden Pioneer 10 und Pioneer 11 wurden 1972 auf Forschungsreise geschickt, um unser Sonnensystem zu erkunden. Die beiden Raumsonden reisen bis an die Grenzen unseres Sonnensystems und darüber hinaus. An den Raumsonden ist jeweils eine rechteckige vergoldete Plakette mit Informationen über unseren Heimatplaneten Erde montiert worden.

Es wurde die Abbildung eines Menschenpaares mit erhobener Hand zum Gruß an fremde Zivilisationen angebracht. So erscheint zu einem höchst entwickelten Zeitpunkt der Menschheit wieder das Symbol der Hand. Die Geste soll über den Gruß hinaus ein Zeichen des Friedens darstellen.

Stanley Kubrik hat in filmischen Szenen seines Werks 2001: A Space Odyssey menschliche Entwicklungssprünge in vortrefflicher Weise thematisiert. Kubriks Monolith inspirierte den Künstler Bernd Sauter letztendlich zu dieser Formgebung.

Die Filmpreis-Trophäe Prix Interculturel vereinigt somit Symbole menschlicher Existenz. Die Skulptur versteht sich als Impuls an die Filmschaffenden für ihren weiteren Weg.

The Pledge

USA 2001 | 124 min. | Regie: Sean Penn | mit Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Patricia Clarkson u.a.
Mittwoch, 13.12.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Friedrich Dürrenmatts pessimistische Weltsicht betrachtet die Welt als Labyrinth, den Menschen im Chaos gefangen und vom Zufall regiert. Dieses Konzept überträgt er auch auf die Detektivgeschichte Das Versprechen, welcher er den Untertitel „Requiem auf den Kriminalroman“ gab. Ein genialer wie fanatischer Ermittler scheitert an seiner eigenen Schlussfolgerung, weil ein zufälliges Ereignis den Lauf der Dinge ändert. Während die Verfilmung von Ladislao Vajda versöhnlich endet, bleibt die Umsetzung von Sean Penn werkgetreu, auch wenn die Handlung – die Suche nach einem mehrfachen Kindermörder – vom Schweizer Kanton Graubünden nach Reno, Nevada (USA) verlegt wird.

Jack Nicholson, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, spielt überzeugend einen scheiternden und verzweifelten Kriminalisten – die allgemeine Kritik an der Institution Polizei bleibt wie im Original bestehen. Vor allem soll mit dieser Vorführung an Friedrich Dürrenmatt gedacht werden: der Schweizer Dramatiker starb am 14. Dezember 1990.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Kino-Matinee zum LUX-Filmpreis 2017 in München

Sonntag, 12.11.2017, 11 Uhr
City Kino, Sonnenstr. 12 / 80331 München

120 Battements Par Minute, Sameblod und Western, drei unterschiedliche Filme – eine Gemeinsamkeit: Minderheiten kämpfen gegen Diskriminierung und Vorurteile. So engagieren sich Aktivisten in Paris in den frühen 90er Jahren, indigene Samen in Schweden und deutsche Arbeiter in Bulgarien.

11 Uhr: Sameblod (Norwegen / Dänemark / Schweden 2016 | 110 min. OmU | Regie: Amanda Kernell | mit Lene Cecilia Sparrok, Mia Erika Sparrok, Maj-Doris Rimpi u.a.)

13:15 Uhr: 120 Battements Par Minute (Frankreich 2017 | 140 min. OmU | Regie: Robin Campillo | mit Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel u.a.)

16 Uhr: Gespräch und Austausch zum Film 120 Battements Par Minute:
Markus Ferber, Abgeordneter des Europäischen Parlaments
Ulrike Müller, Abgeordnete des Europäischen Parlaments
Björn Koll, Geschäftsführer von Salzgeber & Co Medien GmbH
Moderation: Adrian Prechtel, Filmexperte der Abendzeitung

16:45 Uhr: Western (Deutschland / Bulgarien / Österreich 2017 | 119 min. OmU | Regie: Valeska Grisebach | mit Meinhard Neumann, Reinhardt Wetrek, Syuleyman Alilov Letifov u.a.)

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich bis 10.11.2017

Das brandneue Testament

Belgien / Frankreich / Luxemburg 2015 | 115 min. | Regie: Jaco Van Dormael | mit Benoît Poelvoorde, Pili Groyne, Marco Lorenzini, François Damiens, Serge Larivière u.a.
Mittwoch, 22.11.2017, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Gott ist ein unzurechnungsfähiger Sadist. Aber wie gut, dass er auch noch eine Familie hat! Was auf den ersten Blick als skurril-blasphemische Komödie daherkommt, erweist sich beim zweiten Hinsehen als tiefgründige Parabel über oft fest verwurzelte negative Gottesbilder. Mit leichter Hand erzählt der Film von der Sehnsucht nach einer humaneren Welt, in der die Frauen die Initiative ergreifen. Tochter Éa macht sich auf den Weg, um neue Apostel zu finden und den Menschen ein „brandneues“ Testament zu bringen. Und Gott bleibt nichts anderes übrig, als sich ebenfalls mit der Welt, so wie er sie eingerichtet hat, zu befassen. Ein denkwürdiger Film, theologisch wie philosophisch herausfordernd.

Einführung und Diskussion: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Akademie

Reformationspreis beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München 2017

Anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums wird auf dem 37. Internationalen Festival der Filmhochschulen München (19. bis 25. November 2017) einmalig der Reformationspreis verliehen. Stifter des Preises ist der Kirchenkreis München Oberbayern der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern.

Der Preis ist mit 7.500 €, 5.000 € und 3.000 € dotiert und geht an drei Filme, die sich mit den reformatorischen Themenbereichen Freiheit, Gewissen, Verantwortung und Erneuerung befassen.

Welche Filme ausgezeichnet werden, entscheidet eine dreiköpfige Jury bestehend aus Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, dem Münchner Alt-Oberbürgermeister Christian Ude und dem Regisseur und Kameramann Xaver Schwarzenberger.

Die Verleihung des Reformationspreises findet im Rahmen der Award Ceremony am 25. November in der HFF München statt.