One-Future-Preis

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben nur eine einzige unteilbare Zukunft – One Future.

In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diese Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

One-Future-Preis 2022 an „Nicht ganz koscher – eine göttliche Komödie“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 39. Filmfests München am 2. Juli 2022 zum 37. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2022 geht an den Film Nicht ganz koscher – eine göttliche Komödie (Deutschland 2022) von Stefan Sarazin und Peter Keller aus der Reihe Neues Deutsches Kino.

Begründung:

Ein orthodoxer Jude, der mit einem Sonderauftrag nach Alexandria durch die Wüste reist, und ein muslimischer Beduine, der sein Kamel sucht, begegnen sich in der Wüste Sinai. Damit beginnt notgedrungen eine gemeinsame Reise mit vielen Schwierigkeiten, auf der sie lernen, ihre unterschiedlichen religiösen und kulturellen Überzeugungen in zunehmend toleranter und humorvoller Weise gegenseitig zu respektieren. Vorwärts geht es für beide Männer nur gemeinsam, aber wie vereint man 613 jüdische Glaubensregeln mit den archaischen Gesetzen der Wüste? Als auch noch das Auto den Geist aufgibt, geht es bald nicht mehr nur ums gemeinsame Essen, sondern uns nackte Überleben.

Ein Roadtrip durch die Wüste Sinai, wie er absurder nicht sein kann, ein turbulenter wie nachdenklicher Film um unterschiedliche Kulturen und der Frage nach Identität, der das Kinopublikum ermutigt, sich kontroversen Themen zukünftig mit mehr Toleranz, Verständigungsbereitschaft und mehr Optimismus zu stellen. Obwohl der Film schon zuvor wichtige Preise gewonnen hat, entschied sich die Interfilm-Jury nach intensiver Diskussion für diesen Film, zumal diesmal andere Filme zur gefährdeten Zukunft der Welt nicht in ähnlicher Weise überzeugten. Mit Elan werden wir Nicht ganz koscher demnächst in Deutschland und woanders mit dem Kinopublikum diskutieren.

Lobende Erwähnung

Eine lobende Erwähnung erhält Paloma (Brasilien / Portugal 2022) von Marcelo Gomes.

Begründung:

Der brasilianische Film Paloma von Marcelo Gomes feierte seine Weltpremiere beim Filmfest München. Eine Transfrau kämpft um ihr Recht zu heiraten. Die brasilianische Schauspielerin Kika Sena ist als Paloma in der Titelrolle mit ihrem Filmdebüt zu sehen. Paloma erzählt in einer romantisch-tragischen Geschichte über „Jemanden auf der Suche nach Selbstbestimmung“. Paloma führt als Transfrau ein einfaches und glückliches Leben mit Tochter und Partner. Ihr Leben ist stabil und geordnet, wäre da nicht ihr sehnlichster Wunsch, kirchlich getraut zu werden. Der Priester lehnt ihr Ansinnen ab mit der Begründung, die Kirche würde derartige Trauungen nicht erlauben. Vergeblich bittet sie in einem Schreiben an den Papst um Erlaubnis einer Eheschließung mit all ihren Freund*innen als Gäste. Zugleich ist es ein Ringen um gesellschaftlich Annerkennung.

Marcelo Gomes und seiner Hauptdarstellerin Kika Sena gelingt es, diesen Weg auf sehr authentische, zugleich poetische Weise zu erzählen. Paloma wird Opfer von Gewalt, Verrat, Vorurteilen und Ungerechtigkeit. Aber nichts kann den Glauben und die Enschlossenheit dieser Transfrau erschüttern. Gomes setzt auf die Kraft der Bildsprache, geht sparsam mit Dialogen um. Man nimmt feinsinnig gearbeitetes Sounddesign wahr, um Palomas Innerlichkeit nachzuempfinden, die für jeden das Recht zu träumen postuliert. Der Film erzählt zugleich von der brasilianischen Gesellschaft, von den Schwierigkeiten, Bedrohungen und Gefahren, denen Transfrauen nicht nur in Brasilien ausgesetzt sind.

Ein starker, sehr überzeugender Film, der Mut macht, nicht aufzugeben. Das Changieren zwischen Traum und Realität stellt die Situation der Hauptfigur und ihren Kampf für Akzeptanz dar, der auch übertragen werden kann auf andere Bereiche, andere Kämpfe eines Individuums für Veränderung, Menschlichkeit und Freiheit, mehr Freiheit, mehr Menschlichkeit, mehr Toleranz, nicht nur in Brasilien, sondern überall.

Marcelo Gomes Film Paloma ist ein hoffnungsvolles Plädoyer für eine gemeinsame bessere Zukunft: ONE FUTURE, erzählt mit einer großartigen Hauptdarstellerin.

Ehrenpreis

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurden die Kommunikationswissenschaftlerin und Filmautorin Stefanie Landgraf und der Kameramann und Filmregisseur Johannes Gulde (beide München) für besondere Verdienste als Filmschaffende ausgezeichnet.

Ihre Reportagen und Dokumentarfilme für das Fernsehen aus Krisen- und Kriegsgebieten im Nahen und Mittleren Osten haben Maßstäbe für die Wahrnehmung von Konfliktlösungen gesetzt, ebenso ihre Filme über den „Kampf gegen Hunger und Dürre in Afrika“, die mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit dem von ihnen entwickelten internationalen Begegnungsprogramm „Fremde und eigene Lebenswelten wahrnehmen und verstehen lernen“ fördern sie seit Jahrzehnten einen gelingenden interkulturellen Verständigungsprozess zwischen Deutschen und Flüchtlingen, der vor dem Hintergrund rassistischer Hetze und Gewalt notwendiger denn je ist.

One-Future-Preis 2022 und Ehrenpreis für Stefanie Landgraf und Johannes Gulde

Die Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 39. Filmfest München, das vom 23. Juni bis zum 6. Juli 2022 stattfindet, zum 37. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm Academy Munich e.V wird damit ihrem Satzungszweck gerecht, das Verständnis der
ästhetischen, spirituellen und sozialen Bedeutung der Medien, insbesondere des Kinofilms, in Kirche und
Gesellschaft zu fördern.

Die Interfilm Academy Munich e.V. vergibt außerdem einen Ehrenpreis für besondere Verdienste eines/r Filmschaffenden. Dieses Jahr erhalten ihn die Kommunikationswissenschaftlerin und Filmautorin
Stefanie Landgraf und der Kameramann und Filmregisseur Johannes Gulde.

Preisverleihung

Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet am Samstag, den 2. Juli 2022, um 14:00 Uhr im Amerikahaus München am Carolinenplatz 3 statt und wird musikalisch von Dieter Herbert an der Gitarre umrahmt. Der Eintritt – unter Corona-Bedingungen – ist frei.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:

Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin

© Foto: Benjamin Boldt

Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG Antwerpen, 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel

Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium von Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA und Filmgutachter

Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Schauspielcoach

Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin

Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin, Schauspielerin und Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.

One-Future-Preis 2021 an „Nahschuss“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie, dieses Jahr in ihrer neuen Rechtsform als Interfilm Academy Munich e.V., hat im Rahmen des 38. Filmfests München am 10. Juli 2021 zum 36. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2021 geht an den Film Nahschuss (Deutschland 2021) von Franziska Stünkel aus der Reihe Neues Deutsches Kino. Der Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Drehbuch ging ebenfalls an Nahschuss.

Begründung:

Mit Nahschuss gelingt der Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel eine beklemmende Psychostudie über die Todesstrafe in der DDR.

Angelehnt an das Leben von Dr. Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, erzählt Franziska Stünkel einfühlsam die Geschichte.

„Wie die Regisseurin mit ihrem brilliant aufspielenden Hauptdarsteller Lars Eidinger die gnadenlosen Mechanismen eines Unrechtsregimes ausleuchtet, ist Filmemachen auf allerhöchstem Niveau“, meint nicht nur der Chefredakteur von Blickpunkt Film. Offiziell wurde die Abschaffung der Todesstrafe der DDR erst am 17. Juli 1987 beschlossen.

Die Interfilm-Jury hat lange über diesen Film diskutiert, ob dieser nur ein zeitgeschichtlicher Rückblick ist. Nein! Nahschuss ist ein Aufruf, ein Fanal, eine Parabel für jeden Menschen, sich als Individuum nicht leichtsinnig ins jeweilige Gesellschaftssystem vorschnell einzuklinken, sondern sich immer wieder selbstkritisch zu fragen: „Wie verhalte ich mich in meinem Gesellschaftssystem? Erkenne ich rechtzeitig, wie poltische Systeme, auch westliche, ja, demokratische Systeme manipulieren?“

Nahschuss ist eine Fallstudie, die aufklärt, dass ein Weg wie der von „Franz Walter“ – parabelhaft an das Schicksal von Dr. Werner Teske angelehnt – so oder ähnlich in Gegenwart und Zukunft möglich ist und somit die Zuschauer sensibilisiert, gegen die Zerstörung des Individuums durch gesellschaftliche Eingriffe zu kämpfen.

Lobende Erwähnung

Eine lobende Erwähnung erhalten A Nuvem Rosa (Brasilien 2021) von luli Gerbasse sowie der Kinderfilm Mission Ulja Funk (Deutschland/Luxemburg/Polen 2021) von Barbara Kronenberg. Mission Ulja Funk erhielt auch den Kinder-Medien-Preis „Der weiße Elefant“ für die beste Nachwuchsdarstellerin.

Begründung für A Nuvem Rosa:

Nach einem gemeinsamen One-Night-Stand wachen Giovana und Yago auf dem Balkon von Giovanas Wohnung auf. Zeit darüber nachzudenken, wer die andere Person ist, fehlt den beiden allerdings. Durch die Stadt dröhnt ein Alarm, und in einer Durchsage wird die Bevölkerung dazu aufgefordert, in das nächste Haus zu gehen und Türen und Fenster sofort zu schließen.

Auf der ganzen Welt schweben pinkfarbene Wolken durch die Luft und töten alle Menschen nach 10 Sekunden Kontakt. So werden plötzlich Giovanna und Yago notgedrungen zu einer WG, denn niemand darf aus dem Haus. Die Quarantäne droht jahrelang zu dauern. Die Bevölkerung wird jedoch Science-Fiction-gemäß versorgt. Giovana ist ungewollt schwanger von Yago.

Die Reaktionen auf die neue Wohnsituation sind verschieden. In der „Familie mit Kind“ entwickeln sich sehr unterschiedliche, ja widersprüchliche Rollen, welche die Regisseurin Iuli Gerbasse sozialpsychologisch in ihrer Dystopie deutlich herausarbeitet.

Da der Film vor Corona entstanden ist, zeigt dieser exemplarisch nicht nur filmästhetisch, sondern auch sozial-ethisch, wie diese Zukunft angesichts einer weltumspannenden Katastrophe wie in einer „Blase“ von der Realität eingeholt werden kann, wenn sich der Mensch nicht innerlich für die Zukunft öffnet, sondern jeweils an alten Mustern und Traditionen hängen bleibt.

Im Corona-Zeitalter ist dieser Spielfilm eine Mahnung an alle, sich aktiv der Zukunft zu stellen.

Begründung für Mission Ulja Funk:

Die 12-jährige Hobbyastronomin Ulja Funk hat herausgefunden, dass in wenigen Tagen ein Asteroid in Patzschuk (Weißrußland) einschlagen wird. Doch niemand glaubt ihr.

Der Pfarrer, die Oma sowie die Mitglieder der Freikirche am Ort wollen von Wissenschaft nichts wissen. Uljas Klassenkamerad, der Auto fahren kann, ist bereit, sie dorthin zu fahren, wenn Ulja ihm in Zukunft seine Hausaufgaben schreibt. Nun beginnt ein abenteuerliches Roadmovie durch Polen bis Patzschuk, gefolgt von ihrer rußlanddeutschen Familie, dem Pastor und der halben Gemeinde. Ulja, ein außergewöhnliches Mädchen, will von gutbürgerlichen Manieren und Konventionen nichts wissen, sondern verfolgt mit großem Vertrauen in sich und die Welt ihr Ziel.

Mission Ulja Funk ist ein mutiges Projekt der Intiative „Der besondere Film“, das sein junges Publikum ernst nimmt, den Kindern etwas zutraut und manchmal auch etwas zumutet.

Was früher Pippi Langstrumpf war, könnte in Zukunft Ulja Funk sein.

Großes Kompliment an Barbara Kronenberg für Drehbuch und Regie.

Ehrenpreis

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde der Filmproduzenten Rob Houwer (München/Amsterdam) für besondere Verdienste ausgezeichnet.

Fotos von Beate Obermann

Alle preisgekrönte Filme werden im Herbst in Münchner sowie Würmtaler Kinos bzw. Gemeindezentren gezeigt und mit dem Publikum in Anwesenheit der Filmschaffenden diskutiert.

Am Donnerstag, den 5. August, um 19:30 Uhr, findet das erste Gautinger Filmgespräch der neuen Saison in Anwesenheit der One-Future-Preisträgerin Franziska Stünkel zu ihrem Film Nahschuss im Breitwandkino Gauting statt.

2020 wurde der 35. One-Future-Preis coronabedingt auf dem Fünf-Seen-Filmfestival (FSFF) verliehen. Dieser ging an The Great Green Wall (UK) von Jared P. Scott. Eine lobende Erwähnung erhielt Corpus Christi (Polen) von Jan Komasa. Den One-Future-Ehrenpreis 2020 erhielt Matthias Helwig, Initiator des FSFF, u.a. für seine Programmarbeit in den Breitwand Kinos Gauting, Starnberg und Seefeld.

One-Future-Preis 2021 und Ehrenpreis für Rob Houwer

Die Interfilm Academy, dieses Jahr schon in ihrer neuen Rechtsform als Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 38. Filmfest München, das vom 1. Juli bis 10. Juli 2021 stattfindet, zum 36. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm Academy Munich e.V. vergibt außerdem einen Ehrenpreis für besondere Verdienste eines/r Filmschaffenden. Dieses Jahr erhält ihn der Filmproduzent Rob Houwer (München/Amsterdam).

2020 wurde der 35. One-Future-Preis coronabedingt auf dem Fünf Seen Film Festival (FSFF) verliehen. Dieser ging an The Great Green Wall (UK 2020) von Jared P. Scott. Eine lobende Erwähnung erhielt Corpus Christi (Polen 2019) von Jan Komasa. Der One-Future-Ehrenpreis 2020 ging an Matthias Helwig, Initiator des Fünf Seen Film Festivals (FSFF), u.a. für seine Programmarbeit in den Breitwandkinos Gauting, Starnberg und Seefeld.

Preisverleihung

Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet am Samstag, 10. Juli 2021, um 17:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch von „Teufelsgeiger“ Florian Meierott (Deutschland) umrahmt. Der Eintritt – unter Corona-Bedingungen – ist frei.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:

Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin

© Foto: Benjamin Boldt

Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte, in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF-München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG-Antwerpen, 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise: One-Future-Preis und Prix Interculturel

Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium der Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA, Filmgutachter

Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout bei Namoto

Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin

Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.

One-Future-Preis 2020 an „The Great Green Wall“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Da das Filmfest München 2020 wegen Corona leider ausfallen musste, hat die Interfilm-Akademie im Rahmen des 14. Fünf-Seen-Filmfestivals am 6. September 2020 zum 35. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2020 geht an den Film The Great Green Wall (UK 2020) von Jared P. Scott.

Begründung:

Wasser ist Leben. Wasser ist Zukunft.
Das nunmehr seit 15 Jahren laufende Projekt „The Great Green Wall“ ist eines der engagiertesten Projekte unserer Zeit. Quer über den afrikanischen Kontinent wird ein 8.000 km langer Baumgürtel gepflanzt. Dieser soll die Ausbreitung der Wüste verhindern und so den Wasserbestand erhalten und fördern. Das sichert Millionen Menschen Nahrung, Arbeitsplätze und damit Zukunft.
Im Film begleiten wir die malische Sängerin Inna Modja auf einer Reise entlang der „Grünen Mauer“ durch Senegal, Mali, Nigeria und Äthiopien und erfahren von den Ängsten, Träumen und Hoffnungen der Menschen, mit denen sie auf dieser Reise in Kontakt kommt. Dabei setzt die Sängerin vor allem auf die Sprache, die schon immer die afrikanische Kultur bestimmt hat: die Musik.
Der Dokumentarfilm ist einer der wenigen aktuellen Filme, die wirklich Mut machen und dies in Anbetracht der immer noch vorherrschenden Umstände: Wasserknappheit, Dürre und in Folge Bürgerkriege und Flüchtlingsströme.
The Great Green Wall zeigt, wie Menschen in Afrika diese Probleme anpacken und hilft uns zugleich, deren globale Bedeutung für eine gemeinsame Zukunft zu verstehen: One Future.

Lobende Erwähnung

Eine Lobende Erwähnung geht an den Film Corpus Christi (Polen 2019) von Jan Komasa.

Begründung:

Corpus Christi – ein Film, der einen zerreißt. Nicht nur durch seine Bilder, sondern auch durch das Ringen in der Auseinandersetzung um Macht, Schuld und Vergebung.
Was wie ein Thriller aufgebaut ist, erweist sich als Predigt. Was scheinbar allein der polnischen Realität zuzuordnen ist, mit dem allgegenwärtigen Einfluss der Kirche und den dadurch entstehenden gesellschaftlichen Konflikten, zeigt sich am Ende als allgemeingültig.
Es findet sich zusammen: Eine Dorfgemeinschaft, die seit langem unter einer geheim gehaltenen Schuld leidet und ein junger Mann, Daniel, der Priester werden möchte und es auf Grund einer kriminellen Vergangenheit nicht sein darf. Durch Ironie des Schicksals hat Daniel vorübergehend die Gelegenheit, sich als Priester auszuprobieren. Die Dorfgemeinschaft findet durch das „priesterliche Wirken“ Daniels ihren Frieden und der junge Mann seine Erfüllung, bis dann das Schicksal erneut die Karten mischt.
Was wir mitnehmen ist die Erkenntnis Daniels:

Vergeben heißt Lieben,
Lieben aber bedeutet Zukunft.

Eckart Bruchner, Vorsitzender der Jury, mit Ehrenpreisträger Matthias Hellwig

Ehrenpreis

Die Interfilm-Akademie vergab den One-Future-Ehrenpreis 2020 an den Initiator des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals und erfolgreichen Kinobetreiber Matthias Helwig für seinen unermüdlichen Einsatz für das Filmwesen gerade auch in schwierigen Zeiten wie Corona.

Fünf-Seen-Filmfestival 2020 mit One-Future-Preis

Die Interfilm-Akademie wird den 35. One-Future-Preis diesmal
im Rahmen des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (FSFF) 2020 vergeben.

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Da das Filmfest München 2020 wegen Corona leider ausfallen musste, verleihen wir dieses Jahr den One-Future-Preis 2020 nicht in Kiew, Locarno oder Venedig, sondern im Rahmen des FSFF 2020.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis. 2020 geht dieser an den Initiator des FSFF und erfolgreichen Kinobetreiber Matthias Helwig für seinen unermüdlichen Einsatz für das Filmwesen.

Fünf-Seen-Filmfest

Das 14. FSFF findet als special edition vom 26. August bis 9. September statt, die Eröffnungsfeier ist am 26. August. Das FSFF ist im Fünfseenland südlich von München zu Hause, auf 15 Leinwänden in Starnberg, Gauting, Schloss Seefeld, Weßling und Wörthsee. Seit 2007 hat sich das FSFF zu einem der größten und renommiertesten Filmfestivals in Süddeutschland entwickelt.

Preisverleihung

Der One-Future-Preis wird am Sonntag, den 6. September, um 18:00 Uhr im Kino Breitwand Gauting verliehen; musikalische Begleitung: Florian Meierott (Violine).

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Filmpfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie, gehören dieses Jahr an:


Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland.
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau.
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin.

Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland.
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte, Musik in Erlangen/Nürnberg, Rom, Heidelberg und München, Filmstudium an der HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota).
Pfarrer, Dozent und Pädagoge an Gymnasien und Universitäten, Professor an der FVG Antwerpen, Direktor der Interfilm-Akademie, Filmgespräche und Seminare in Inland und Ausland, Stifter der des One-Future-Preises und des Prix Interculturel.


Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien.
Studium von Architektur, Fine Arts and Design und Kunstgeschichte in Indien.
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA, Filmgutachter.

Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland.
Studium: an der HFF München. Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout bei Namoto.

Natalia Putintseva
geb. in Omsk, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan.
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen Universität sowie BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements. Autorin und Kunstmalerin.

Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich.
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München.
Moderatorin und Schauspielerin. Studienleiterin an der Interfilm-Akademie.

One-Future-Preis 2019 an „Perro Bomba“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 37. Filmfests München am 6. Juli 2019 zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2019 geht an den Film Perro Bomba (Chile 2019) von Juan Cáceres aus der Reihe International Independents.

v.l.n.r.: Dr. Peter Marinković, Franziska Ball, Juan Cáceres und Mirjam Orthen (Credit: Robert Auerbacher)

Begründung:

Steevens, ein junger haitianischer Immigrant in Chile, hat das Notwendigste, was er zum Leben braucht: Arbeit auf dem Bau, ein Dach über dem Kopf und ein paar Freunde. Doch als sein alter Jugendfreund ebenfalls nach Chile emigriert und Steevens ihm mit seinen bescheidenen Mitteln zu helfen versucht, zeigt sich, wie fragil sein eigenes Gerüst ist.
Perro Bomba zeigt, auf erschreckend reale Art, die existenzielle Notsituation eines haitianischen Immigranten in Chile. Ohne zu stark zu polarisieren, geht man mit dem Protagonisten durch eine Welt der Widerstände, des Rassismus sowie der eigenen Sehnsüchte und Traditionen.
Perro Bomba verzichtet auf Hochglanzbilder und bombastische Kinoästhetik und vermittelt mit schlichten, dokumentarisch anmutenden Bildern den Eindruck einer Echtheit, die dem Film tatsächlich zugrunde liegt. Aus genauen Beobachtungen im eigenen Umfeld und entstanden aus Improvisationen, kreiert Juan Cáceres mit seinen Darstellern eine Geschichte, die einen berührt und in ihrer Tragik ergreift.
Von der Handlung losgelöste, wiederkehrenden Musikeinlagen symbolisieren die Freude und den Stolz der Haitianer, wodurch auf spielerische und erfrischende Art ein einseitiger, problembelasteter Blick verhindert wird. Perro Bomba thematisiert einen brisanten Aspekt der jüngsten Geschichte Chiles, zeigt gesellschaftliche Missstände auf und spricht damit gleichzeitig eine universelle Problematik an. Der
Film beweist den Idealismus eines Regisseurs, der für eine gerechtere, bessere Welt kämpft. Wir glauben, dass von Juan Cáceres noch große, relevante Filme zu erwarten sind und möchten ihn auf diesem Weg ermutigen. Dafür verleihen wir ihm den One-Future-Preis 2019.

Video zu „Perro Bomba“

Biografie Juan Cáceres

Juan Cáceres, Jahrgang 1990, lebt und arbeitet in Chile. Er besuchte die Universität von Chile und begann seine Filmkarriere mit den Kurzfilmen Desiderium (2016) und La Duda (2017). Perro Bomba ist sein erster Langfilm und wurde auf internationalen Festivals bereits mehrfach ausgezeichnet.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinkovic gehörten in diesem Jahr die Regisseurin Mirjam Orthen sowie die Schauspielerinnen Franziska Ball (links) und Irina Kurbanova (rechts) an.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.

Die Laudatio hielt Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung, die stellvertretende evangelische Landesbischöfin Susanne Breit-Keßler sprach ein Grußwort

v.l.n.r.: Franziska Ball, Dr. Peter Marinković, Diana Iljine, Elisabeth Wicki-Endriss, Susanne Hermanski, Susanne Breit-Keßler, Mirjam Orthen (Credit: Michael Rüdel)