Interfilm Academy News

05.09. Hamburger Filmgespräch: Deliverance (OmU)

USA 1972 | 109 min. | Regie: John Boorman | mit Burt Reynolds, Ned Beatty, Jon Voight u.a.
Samstag, 05.09.2026 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Vier Geschäftsmänner aus Atlanta befahren mit Kanus einen wilden Fluss in den Appalachen, bevor dieser in einen Stausee verwandelt wird. Im Verlaufe der Reise kommt es sowohl zu gewalttätigen Konfrontationen mit Bewohnern der abgeschiedenen Gegend sowie der unberechenbaren Natur.

1973 wurde DELIVERANCE zwar in den Kategorien Bester Schnitt, Beste Regie und Bester Film für den Oscar nominiert, aber nicht ausgezeichnet.

James Dickey, Autor der Buchvorlage und des Drehbuchs, ist in einer Nebenrolle als Sheriff zu sehen. John Boorman, der bereits in POINT BLANK und ZARDOZ ähnliche Themen aufgriff, verbindet Georges Batailles Philosophie von Überschreitung und Exzess (ein Zitat aus Batailles „Die innere Erfahrung“ ist als Motto dem Roman vorangestellt) mit den Traumerzählungen von Lord Dunsany.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. -> Tickets

Stefan Preis hat außerdem zwei neue Artikel verfasst: eine Kritik zu Hepzibah – Sie holt dich im Schlaf von Robert Sigl für den Fluxkompensator und den Essay Saint Toad für den Lovecrafter Online.

Seminar zu „The Shining“ der Franken-Akademie

Vom Freitag, den 16. Oktober, bis Sonntag, den 18. Oktober 2026, veranstaltet die Franken-Akademie das Wochenend-Seminar The Shining: Die verdrängte Schuld Amerikas und die Spuren der indigenen Vernichtung.

Im Zentrum des Seminars steht Stanley Kubricks Film „The Shining“ – nicht der Horrorfilm über Wahnsinn, Familie und Isolation, sondern der Film über die verdrängte Geschichte Amerikas. Das Overlook Hotel kann dabei als Symbol für die USA gelesen werden: ein prächtiger, repräsentativer Ort, der auf Gewalt, Ausbeutung und Verdrängung gebaut ist. Bereits im Film wird erwähnt, dass das Hotel auf einem ehemaligen indigenen Begräbnisplatz errichtet wurde. Diese beiläufige Bemerkung öffnet eine größere Deutungsebene: Der Horror kommt nicht nur aus Jack Torrances Psyche, sondern auch aus einem historischen Untergrund, der nie wirklich aufgearbeitet wurde.

Geleitet wird das Seminar von den Referenten Matthias J. Lange und Stefan Preis.

Filmkritik zu „Nightborn“

Beim Filmportal Fluxkompensator ist eine Filmkritik von Franz Indra zu NIGHTBORN von Hanna Bergholm erschienen, der heute in die Kinos kommt.

Du weißt, du bist in einem finnischen Film, wenn es im Supermarkt abgepacktes Kuhblut zu kaufen gibt. Saga (Seidi Haarla) hat es heimlich besorgt, weil der starke Beißreflex ihres Babys sie vermuten lässt, dass Muttermilch nicht ganz reichen wird. Ihr Mann Jon (Rupert Grint aus den Harry-Potter-Filmen) wird es natürlich später entdecken.

Das frisch getraute Paar – er Engländer, sie Finnin – ist in das halb verfallene, einsame Haus ihrer verstorbenen Großmutter gezogen. Voll Zuversicht renovieren sie es in ein heimeliges Zuhause. „Mach‘ mich zur Mutter!“, ruft sie, als sie eng umschlungen zu Boden sinken. Vielleicht war es keine gute Idee, dazu in den verwunschen wirkenden Wald zu gehen. Das Kind kommt stark behaart zur Welt, irgendetwas scheint die Ärzte zu beunruhigen. Sein anstrengendes und seltsames Verhalten lässt auch die Mutter immer absonderlicher werden.

-> zur vollständigen Kritik

Für Sonntagsleser

Die Sonntagsleserin weist bei Phantásienreisen auf Stefan Preis‘ Artikel über Stephen King und die nordeuropäische Folklore hin (siehe auch unser Artikel dazu).

Stefan hat inzwischen eine Reihe neuer Texte für den Lovecrafter Online verfasst: über den Hastur-Mythos bei Stephen King, das fiktive Buch Cultes des Goules in Hannibal (2001) und – erneut zum 250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns – zum Thema Lovecraft und die Vampire.

Für Filme, Serien und Stars hat er zudem einen Artikel über Es – Pennywise kommt in die Bibliothek geschrieben: „Bis heute weigern sich viele amerikanische Bibliotheken, Bücher von Stephen King in ihren Bestand zu nehmen.“

Und schließlich diskutiert Stefan Preis mit Jan Planinic, Dr. Werner Fassrainer, Rolf von Rolfs Filmkritiken und David Dietrich über KI und Kunst: Bedrohung, Werkzeug oder neue Bühne?