Filmfest München
Zur Verleihung des One-Future-Preises 2026
ein Gastbeitrag von Andreja Ligna, München
Der One-Future-Preis ist ein Filmpreis der Interfilm Academy Munich. Er würdigt Filme, die sich ethisch und filmästhetisch mit dem Thema einer unteilbaren Zukunft für diese Welt auseinandersetzen. Der Preis wird seit 1986 jedes Jahr an einen Kinofilm aus dem Gesamtprogramm beim Filmfest München verliehen. Was läge also näher, als im kleinen Jubiläumsjahr 2026 auch einmal zwei gleichwertige Preise zu verleihen, anders als in früheren Jahren einen Ehrenpreis und/oder eine lobende Erwähnung?
Die Preise gehen also dieses Jahr an den Spielfilm Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Agnes und Amir (Regie Helena Hufnagel, Kinostart 19. November 2026, mit Vorpremiere in Berlin) und die Dokumentation Was haben wir gelacht (Regie Eva Müller, Isabel Schneider, im Kino seit 16. Juli 2026). Der erstgenannte Film errang im Übrigen noch einen weiteren Preis, den Publikumspreis in der Kategorie „National“.

Im eben erst beendeten Filmfest München waren, heutzutage nicht mehr überraschend, zahlreiche Werke von Filmemacherinnen zu sehen, sowohl Erstlingswerke wie etwa Los Nadadores der jungen argentinischen Regisseurin Sol Iglesias SK – bereits im Wettbewerb „International Independents“, wie auch ein grandioses Alterswerk von Jutta Brückner (Im Spiegel meiner Mutter, im Kino 13. (Previews) / 20. August 2026). Doch ist die Wahl der beiden, nein drei Preisträgerinnen mehr als gerechtfertigt – auch wenn einige andere Titel, darunter der nicht unumstrittene Film über weibliche Emanzipation und deren mögliche Grenzen auch zeitweilig gut im Rennen lagen: Pfarrer Eckart Bruchner diskutierte mit mir kurz den Film Identitti der syrisch-deutschen Regisseurin Randa Chahoud (nach einer Bestsellervorlage von Mithu Sanyal).
Die besten Geschichten schreibt immer das Leben
Es ist mehr als eine Kinoweisheit: Die besten Geschichten lassen sich da finden, wo größtmögliche Wahrhaftigkeit auf größtmögliche Gegensätzlichkeit trifft. Fast jeder von uns könnte, nein kann solche Geschichten aus dem eigenen Erleben berichten. Und genauso hat es sich in der wahren Geschichte, die hier erzählt wird, zugetragen:
Agnes Jeschke aus Berlin (damals 101 Jahre) wollte niemals in ein Pflegeheim ziehen, war aber auf pflegerische Hilfe zu Hause angewiesen. Der syrische Geflüchtete Amir (damals 28 Jahre), ein Sportmediziner, war nach langer Flucht vor politischer Verfolgung und wegen seiner Homosexualität in Berlin gestrandet. Ein glücklicher Zufall brachte die beiden tatsächlich zusammen und führte zur Gründung einer – selbst heute – eher ungewohnten WG der besonderen Art: mit allen vorläufigen Problemen, die es zu bewältigen galt, aber auch so vielen neuen Glücksmomenten im geteilten Alltag.

Filmemacher aus Frankreich hatten, was Komödien mit oft ernstem Hintergrund anging, schon immer die Nase vorn: Olivier Nakache und Eric Toledo kreierten zunächst mit Ziemlich beste Freunde (2011) eine Reihe von Filmen mit Feel-Good-Charakter, wobei aber die Machart und Personencharakterisierung von Film zu Film immer subtiler wurde (Heute bin ich Samba, Alles außer gewöhnlich). Sie beschäftigten sich mit genau diesen Topoi (physische und psychische Erkrankungen, Autismus, Migrationsthematik) und feierten doch immer in leichtfüßig-französischer Lebensart das Aufeinanderprallen zweier oder mehrerer höchst unterschiedlicher Charaktere. Ziemlich beste Freunde war ein enormer Publikumserfolg erst in Frankreich, dann auch in Deutschland, wo sich Besucherschlangen um mehrere Häuserblocks wanden, um den Film zu sehen. Ich selbst war dabei. So soll es, so muss es auch im deutschen Kino, das nicht unbedingt für leichtfüßige Komödien mit tieferem Sinn bekannt ist, auch immer weitergehen.
Lieblingsmenschen hat absolut das Potenzial für einen nachhaltigen Kinoerfolg: Mit urkomischer Berliner Schnauze trägt die bereits Jahrzehnte für Theater und Film tätige Katharina von Thalbach die Hauptrolle der Hundertjährigen und erschreckt und bezaubert damit ihren Spielpartner Amir, dargestellt von Bardo Böhlefeld, gleichermaßen. Ich freue mich auf den Film, der leider erst im November 2026 in die Kinos kommt.
Bei der Verleihung war kurzfristig tatsächlich Regisseurin Helena Hufnagel anwesend (sie hatte erst am Tag der Preisverleihung morgens davon erfahren und war glücklicherweise noch in München) und erzählte den Anwesenden von Thalbachs realem Einswerden mit ihrer Rolle, was so weit ging, dass sich die Schauspielerin eine Glatze scheren ließ, um den Krankheitsprozess im Rollenverlauf noch glaubhafter zu machen.
Bevor in eher kurzer Weise die zweite Preisvergabe bekannt wurde, gab Jurymitglied Christine Weissbarth, Schauspielerin, Regisseurin und zertifizierte Yoga- und Mediationslehrerin, uns noch einen selbst geschriebenen Song mit auf den Weg, zum Nachdenken anregend, was eine verhängnisvolle Strömung unserer Zeit uns anstelle von mitmenschlichem Handeln ersatzweise vorschlagen will: Gier statt dem Streben für das Gemeinwohl, Krieg statt der Befriedung von Konflikten, der Sorge für das Leben aller Arten auf unserem Planeten. Und das alles wohl wissend, dass wir letzten Endes alle sterblich sind und kein Reichtum und Ruhm je von Dauer sein werden.

Was haben wir gelacht ist der gekonnt zweideutige Titel des Dokumentarfilms über die Rolle von Kabarettistinnen in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts, als patriarchale Strukturen in allen Fernsehsendungen „für die Familie“ vorherrschten, und sich Quizmaster oder Unterhaltungskünstler aller Art, wie die damaligen Showmaster genannt wurden, auf Kosten weiblicher Mitarbeiter profilierten. Diese trugen im Übrigen so wertfreie Beinamen wie „Glücksfee“ oder schlicht „Assistentin“. Alles „völlig normal“. Unter den ersten Comediennes der Szene waren Hella von Sinnen, Bettina Böttinger und Gaby Köster, aber auch Esther Schweins und Maren Kroyman. Sie kommen im Film ausführlich zu Wort und berichten von einer nicht abreißenden Serie von Peinlichkeiten auf Kosten aller Frauen, die damals in den audiovisuellen Medien der Rundfunksender künstlerisch tätig waren.
One-Future-Preis 2026 an „Was haben wir gelacht“ und „Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir“
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 43. Filmfests München am 4. Juli 2025 zum 41. Mal Auszeichnungen vergeben, dieses Mal ex aequo an zwei Filme.
1. Preisträger
Der One-Future-Preis 2026 geht an den Film WAS HABEN WIR GELACHT von Eva Müller und Isabel Schneider (Deutschland 2026).
Begründung:
Der Dokumentarfilm führt uns zurück in das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 1990er und frühen 2000er Jahre zu der Frage: „Worüber hat man damals eigentlich gelacht?“ und legt die tradierten Muster offen, die Frauen dabei zum Objekt „zweiter Rolle“ degradieren. Der Film lädt ein, dieses gewohnte Verhalten nicht mehr zu bewahren, sondern kritisch zu hinterfragen und eigene Denkmuster zu überprüfen. Mit seiner klugen, humorvollen sowie tiefgründigen Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung und gesellschaftlichem Wandel ist der Film ein wichtiger Beitrag zum nötigen Dialog für die Gegenwart und ebenso für das Morgen. Der Film zeigt auf, dass Zukunft dort beginnt, wo wir bereit sind, uns auch gegenüber Frauen respektvoller zu benehmen – und vielleicht dabei auch anders zu lachen.
2. Preisträger
Der One-Future-Preis 2026 geht ex aequo an den Film Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir von Helena Hufnagel (Deutschland 2026).
Begründung:
Was haben ein 31-jähriger homosexueller Grflüchteter aus Iran und ein 101-jähriges Berliner Original gemeinsam: die Wohnung. Denn die Seniorin Agnes braucht Amir als Mitbewohner, um nicht ins Alterheim ziehen zu müssen. Was als von Skepsis geprägte Zweckgemeinschaft beginnt, wird mit der Zeit mehr, und die zwei finden Halt und Mut und neue Lebensperspektiven.
„Wohlfühlkino nach einer wahren Geschichte: Freundschaft kennt keine (Alters-)Grenze!“
– Katalog 43. Filmfest München 2026
Dieser alle Generation ergreifende, professionell gestaltete Spielfilm ermutigt angesichts der vielschichtigen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland (und anderswo) Zuschauer*innen, nicht aufzugeben, sondern sich kreativ den jweiligen sozialen Herausforderungen zu stellen und diese fantasiereich auch zu meistern.
Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehörten in diesem Jahr Galina Antoschewskaja (Russland), Ileana Cosmovici (Italien) und Christine Weissbarth (Österreich) an.
One-Future-Preis 2026 – 40 Jahre One-Future-Preis!
Die Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 43. Filmfest München, das vom 26. Juni bis zum 5. Juli 2025 stattfindet, zum 41. Mal ihre Auszeichnungen vergeben – 40 Jahre nach der ersten Preisverleihung.
Da der Film eine Form globalen Ausdrucks und der audido-visuellen Kommunikation darstellt, fühlen
Pfr. Eckart Bruchner
wir uns der Ökumene verpflichtet, einer Verständigung über die Grenzen von einzelnen Konfessionen,
Kirchen und Religionen hinaus.
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.
Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet statt am Samstag, den 4. Juli 2026, um 12 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie München in der Herzog-Wilhelm-Str. 24 (zwischen Sonnenstraße und Sendlinger Tor). Der Eintritt ist frei. Die Preisverleihung ist öffentlich, alle Interessierten können vorbeikommen.
Internationale Jury
Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:
Vorsitz:
Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG Antwerpen, 1985-2016 Direktor der Interfilm-Akademie, seit 2020 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel
Jury:
Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) im Bereich Dokumentarfilm
Regisseurin, Schauspielscout und Fotografin
Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.
Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin
One-Future-Preis 2025 an „Born to Fake“
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 42. Filmfests München am 6. Juli 2025 zum 40. Mal Auszeichnungen vergeben.
Preisträger
Der One-Future-Preis 2025 geht an den Film BORN TO FAKE von Erec Brehmer und Benjamin Rost (Deutschland 2025).
Begründung:
BORN TO FAKE ist ein wahrhaft provokanter Dokumentarfilm, der zum Nachdenken anregt. Er beschäftigt sich mit der Frage: Warum glauben wir eigentlich, was wir sehen?
Wir alle lügen hin und wieder. Kaum jemand hat daraus ein so einträgliches Geschäft gemacht wie Michael Born. Der Selfmade-Journalist fälschte zwischen 1990 und 1996 über 20 Beiträge für das private Fernsehen. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte eines beispiellosen Medienskandals, sondern wird selbst zur kritischen Medienanalyse, die medienpolitische und finanzpolitische Aspekte der Berichterstattung hinterfragt. Ein Landgericht stellte dazu fest, dass es so viele Wahrheiten gibt, wie es Menschen gibt.
BORN TO FAKE ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen gesellschaftlichen Diskussion, der die Menschen auch dazu inspirieren soll, kritisch mit den eigenen Vorstellungen von Berichterstattung und Medien umzugehen.
Lobende Erwähnung
Eine Lobende Erwähnung erhält JOUER AVEC LE FEU (THE QUIET SON) von Delphine Coulin und Muriel Coulin (Belgien / Frankreich 2024).
Begründung:
In der Reihe Spotlight des Filmfests München wurde das Kino mit dem Film JOUER AVEC LE FEU groß gefeiert: Stars, Genreperlen und das besondere Familienereignis.
Das starbesetzte Drama JOUER AVEC LE FEU, zwischen Abnabelung, Sinnsuche und Faschismus, löste bei den Zuschauern wie danach auch in der Jury eine große Debatte aus: Kann Liebe wirklich alles überwinden? Diese Frage stellt sich Vater Pierre, als er eine besondere Veränderung an seinem älteren Sohn Fus bemerkt. Während das Verhältnis von Pierre, einem überzeugten Linken, zu seinem jüngsten Sohn, Louis, sehr gut ist, driftet Fus in die rechtsradikale Szene ab, findet in ihr eine neue Heimat und gefährdet damit die Familie.
Im Geiste von Klaus von Dohnanyi regt der Film an, dass wir auch mit Andersdenkenden sprechen müssen, wenn wir Frieden haben wollen.
Fotos von Beate Obermann
Ehrenpreis
Der One-Future-Ehrenpreis 2025 geht an den Sänger, Gitarristen, Komponisten und Musikproduzenten Peter Maffay für sein Lebenswerk und sein unermüdliches kulturpolitisches Engagement.
Begründung:
Peter Maffay ist ein Kämpfer für den Frieden ohne Respekt vor Konventionen, ein Aktivist für den Erhalt der Schöpfung und für Gerechtigkeit. Beeindruckend ist seine hohe kommunikative musikalische Kompetenz, die Menschen aller Schichten und die verschiedensten Medien zusammenbringt. ONE FUTURE – ACT NOW!
One-Future-Preis 2025 und Ehrenpreis für Peter Maffay
Die Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 42. Filmfest München, das vom 27. Juni bis zum 6. Juli 2025 stattfindet, zum 40. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.
Der One-Future-Ehrenpreis geht dieses Jahr an Peter Maffay.
Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet statt am Sonntag, den 6. Juli 2025, um 11 Uhr in der Stadtakademie / Evangelisches Forum in der Herzog-Wilhelm-Str. 24 (zwischen Sonnenstraße und Sendlinger Tor). Der Eintritt ist frei. Die Preisverleihung ist öffentlich, alle Interessierten können vorbeikommen.
Internationale Jury
Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:
Vorsitz:
Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG Antwerpen, 1985-2016 Direktor der Interfilm-Akademie, seit 2020 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel
Jury:
Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) im Bereich Dokumentarfilm
Regisseurin, Schauspielscout und Fotografin
Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.
Consulting Member:
Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin
Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium von Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA und Filmgutachter
Nikola Isabella Horn
Kopenhagen / München / Wien
Soziologin mit Schwerpunkt Kriminologie und Psychologie (Wien), MA in Angewandter Kulturanalyse (Kopenhagen)
Studien zur Repräsentation sozio-kultureller Genderrollen in Literatur und Film
Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin
One Future Award 2024 to „Petra Kelly – Act Now!“
The people of our century have a single indivisible future – One Future. In this spirit, the One Future Award is presented each year to a film from the Filmfest Munich program that implements this idea in an ethically and aesthetically convincing way. The Interfilm Academy Munich e.V. presented awards for the 39th time as part of the 41st Munich Film Festival on July 3, 2024.
Award winner
The One Future Award 2024 goes to the film Petra Kelly – Act Now! by Doris Metz (Germany 2024).
Explanation:
With analytical and ethical competence, German director Doris Metz succeeds in creating a passionate documentary about Petra Kelly, her life, her intensive political work and her tragic fate from extensive archive material. It becomes clear how Petra Kelly became a symbolic figure of the German environmental and peace movement in the 1980s, a charismatic politician and visionary (1947-1992) who did not describe herself as a politician, but as a political person.
Growing up in the 1960s, she fought as a student in Robert Kennedy’s election campaign team. Back in Germany, she fought just as passionately at all political levels as an active member of citizens‘ initiatives, as co-founder of the Green Party, as a member of the Bundestag in Bonn, in peace demonstrations against the nuclear threat and as winner of the Alternative Nobel Prize in 1982.
Doris Metz deliberately lets authentic contemporary witnesses have their say and shows Petra Kelly as a global activist and fighter for human rights, justice, equality and non-violence and for the ecological movement. The cinematic portrait of this strong-willed and passionate personality who wanted change rouses us to civil disobedience and at the same time shamefully shows us as viewers what we as fellow human beings have neglected and suppressed in recent decades out of convenience.
The film should be shown and discussed everywhere in cinemas, schools, academies, churches, etc., because it manifests the topicality and modernity in the thinking of this great woman, who rejected “politics as a business”, which is still rampant everywhere today. This film is both a call and a program for a common, better future, also in the spirit of her last book “Thinking with the Heart – Texts for a Credible Future.” ONE FUTURE!
Photos by Beate Obermann
Honorary award
The One Future Honorary Award 2024 goes posthumously to the global activist Petra Kelly for her tireless social commitment.
Explanation:
Petra Kelly was a fighter for peace without respect for conventions, a global activist for the protection of the environment who was far ahead of her time. We must not suppress Petra Kelly’s analyses and visions, but put them into practice: ONE FUTURE – ACT NOW!
One-Future-Preis 2024 an „Petra Kelly – Act Now!“
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 41. Filmfests München am 3. Juli 2024 zum 39. Mal Auszeichnungen vergeben.
Preisträger
Der One-Future-Preis 2024 geht an den Film Petra Kelly – Act Now! von Doris Metz (Deutschland 2024).
Begründung:
Der deutschen Regisseurin Doris Metz gelingt es mit analytisch-ethischer Kompetenz aus umfangreichem Archivmaterial einen leidenschaftlichen Dokumentarfilm über Petra Kelly, ihr Leben, ihr intensives politisches Wirken und ihr tragisches Schicksal zu erstellen. Deutlich wird, wie Petra Kelly zur Symbolfigur der deutschen Umwelt- und Friedensbewegung in den 80er Jahren wurde, eine charismatische Politikerin und Visionärin (1947-1992), die sich nicht als Politikerin, sondern als politischen Menschen bezeichnete.
Aufgewachsen in den 60er Jahren kämpfte sie als Studentin im Wahlkampfteam von Robert Kennedy. Ebenso leidenschaftlich kämpfte sie, zurück in Deutschland, auf allen politischen Ebenen als aktives Mitglied in Bürgerinitiativen, als Mitbegründerin der Grünen, als Bundestagsabgeordnete in Bonn, in Friedensdemonstrationen gegen die atomare Bedrohung, als Trägerin des alternativen Nobelpreises 1982.
Gezielt lässt Doris Metz authentisch Zeitzeug:innen zu Wort kommen und zeigt Petra Kelly als globale Aktivistin und Kämpferin für Menschenrechte, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Gewaltlosigkeit und für die ökologische Bewegung. Das filmische Porträt dieser willensstarken und leidenschaftlichen Persönlichkeit, die Veränderungen wollte, rüttelt uns zu zivilem Ungehorsam auf und zeigt uns zugleich als Zuschauer:innen beschämend auf, was wir als Mitmenschen in den letzten Jahrzehnten aus Bequemlichkeit versäumt und verdrängt haben.
Der Film sollte überall in Kinos, Schulen, Akademien, Kirchen etc. gezeigt und diskutiert werden, denn er manifestiert die Aktualität und Modernität im Denken dieser großartigen Frau, die „die Politik als Geschäft“ ablehnte, die heute immer noch unverändert überall grassiert. Dieser Film ist Aufruf und zugleich Programm für eine gemeinsame, bessere Zukunft, auch im Sinne ihres letzten Buches „Mit dem Herzen denken – Texte für eine glaubwürdige Zukunft.“ ONE FUTURE!
Fotos von Beate Obermann
Ehrenpreis
Der One-Future-Ehrenpreis 2024 geht posthum an die globale Aktivistin Petra Kelly für ihr unermüdliches gesellschaftliches Engagement.
Begründung:
Petra Kelly war eine Kämpferin für den Frieden ohne Respekt vor Konventionen, eine globale Aktivistin für den Schutz der Umwelt, die ihrer Zeit weit voraus war. Petra Kellys Analysen und Visionen dürfen wir nicht verdrängen, sondern umsetzen: ONE FUTURE – ACT NOW!
One-Future-Preis 2024 und Ehrenpreis posthum für Petra Kelly
Die Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 41. Filmfest München, das vom 28. Juni bis zum 7. Juli 2024 stattfindet, zum 39. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.
Der One-Future-Ehrenpreis geht dieses Jahr posthum an Petra Kelly.
Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet am Mittwoch, den 3. Juli 2024, von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie in der Herzog-Wilhelm-Str. 24 (nahe Sendlinger Tor) statt. Der Eintritt ist frei.
Internationale Jury
Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:
Vorsitz:
Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG Antwerpen, 1985-2016 Direktor der Interfilm-Akademie, seit 2020 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel
Jury:
Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin
Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium von Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA und Filmgutachter
Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout
Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.
Consulting Member:
Natalia Putintseva
geb. in Omsk/Sibirien, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen
Universität. BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements, Autorin und Kunstmalerin
One-Future-Preis 2023 an „Siccità“
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 40. Filmfests München am 29. Juni 2023 zum 38. Mal Auszeichnungen vergeben.
Preisträger
Der One-Future-Preis 2023 geht an den Film Siccità von Paolo Virzi (Italien 2022) aus der Reihe Spotlight.
Begründung:
Dem italienischen Regisseur Paolo Virzi, berühmt für seine Filme zwischen Tragödie und Komödie, gelingt auch diesmal mit filmästhetischer und analytisch-ethischer Kompetenz, die zunehmend bedrohlichen Zeichen der Zeit aufzudecken, um das Herz der Zuschauer*innen für einen kritischen Blick in die bedrohte Zukunft unserer Welt zu schärfen – am Beispiel der „Ewigen Stadt“ als ein dystopisches Rom der nahen Zukunft, wo WASSER und MENSCHLICHKEIT zur Mangelware werden.
Die verzweifelte römische Bevölkerung, jung oder alt, erfolgreich oder ausgegrenzt, arm oder reich, Opfer und Täter – alle sind gefangen und alle suchen nach Erlösung. Jeder lebt in seiner eigenen Welt des Ehrgeizes, der Habgier, der Angst und Sucht nach Erfolg. Der jeweilige Tunnelblick verhindert den Blick in eine gemeinsame, gelingende Zukuft. Ohne Wasser, ohne Menschlichkeit werden wir – so der Film – die lebenbedrohenden Krisen nicht überstehen. Nur Mut, Solidarität, Verantwortung und Liebe, Hoffnung, Optimismus können die Welt retten. Es herrscht Chaos, alles ist fraglich, untragbar, aber noch funktioniert es in Rom. Vielleicht nicht nur, weil es nach drei Jahren endlich regnet, sondern weil Menschlichkeit und Humor, die uns Menschen verbinden, nicht ausgestorben sind.
Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnungen erhalten Black Box von Aslı Özge (Deutschland/Belgien 2023) und War and Justice von Marcus Vetter und Michele Gentile (Deutschland 2023).
Ehrenpreis
Der One-Future-Ehrenpreis 2023 geht an Michael Verhoeven für sein Gesamtwerk und sein unermüdliches gesellschaftliches Engagement.
Fotos von Beate Obermann
One-Future-Preis 2023 und Ehrenpreis für Michael Verhoeven
Die Interfilm Academy Munich e.V., wird im Rahmen des 40. Filmfest München, das vom 23. Juni bis zum 1. Juli 2023 stattfindet, zum 38. Mal ihre Auszeichnungen vergeben.
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet die Interfilm Academy mit dem One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfest München aus, der diesen Gedanken in ethisch und filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.
Die Interfilm Academy Munich e.V. vergibt außerdem einen Ehrenpreis für besondere Verdienste eines/r Filmschaffenden. Dieses Jahr erhält ihn Dr. Michael Verhoeven für sein Gesamtwerk und sein unermüdliches gesellschaftspolitisches Engagement.
Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der diesjährigen Preise findet am Donnerstag, den 29. Juni 2023, um 19:00 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie in der Herzog-Wilhelm-Str. 24 statt. Der Eintritt ist frei.
Internationale Jury
Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehören in diesem Jahr an:
Vorsitz:
Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Erlangen, Rom, Heidelberg und München. HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota)
Pfarrer, Dozent und Pädagoge, Professor an der FVG Antwerpen, 1985-2016 Direktor der Interfilm-Akademie, seit 2020 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V., Stifter der Preise One-Future-Preis und Prix Interculturel
Jury:
Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien
Studium von Architektur, Fine Arts and Design, Kunstgeschichte in Indien
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA und Filmgutachter
Marianna Kavka
geb. in Lwiw, Ukraine
Schauspielerin, Journalistin, Filmregisseurin
Mitarbeit bei Wim Wenders‘ Filmproduktion Die Gebrüder Skladanowsky in Zusammenarbeit mit Absolventen der HFF München
Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München
Moderatorin und Schauspielerin, Studienleiterin bei der Interfilm Academy Munich e.V.
Consulting Member:
Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin
Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland
Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout












