Filmanalysen

Auf diesen Seiten veröffentlicht die Interfilm Academy e.V. Filmanalysen und -rezensionen.

Podcast zu „Spurlos verschwunden“ (1988) und „The Vanishing“ (1992)

In der neuesten Episode des Fluxkompensator-Podcasts sprechen Stefan Preis und Franz Indra über den holländischen Thriller Spurlos verschwunden (Spoorloos) von 1988 nach dem Roman „Das goldene Ei“ von Tim Krabbé und das US-Remake The Vanishing mit Jeff Bridges, Kiefer Sutherland und Nancy Travis, das 1992 derselbe Regisseur George Sluizer gedreht hat.

Nach dem unerklärlichen Verschwinden seiner Freundin macht es sich Rex Hofman zur Lebenaufgabe herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Jahre später kontaktiert ihn ein Fremder und behauptet, der Entführer zu sein. Sluizer sagt, sein sehr elliptisch erzählter Film handle von der “Banalität des Großartigen, und dem Großartigen der Banalität”. Fast völlig auf düsteren, banalen Schauplätzen gefilmt zwingt Spoorloos den Zuschauer in die Psyche der Figuren.

Franz Indra führte in die Vorstellung beider Filme in der Reihe Original : Remake ein.

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Lovecraftsche Podcasts

Auch Filme, Serien und Stars hat inzwischen einen Podcast. In der aktuellen Folge beleuchten Stefan Preis und Nils Gampert die unterschiedlichen Verfilmungen von H.P. Lovecrafts Werk, von eher kontroversen bis hin zu außerordentlich gelungenen Filmen.

Im Podcast des dlG-Radios sprechen die beiden über Einflüsse Lovecrafts auf die Nightmare on Elm Street-Reihe, die von 1984 bis 1994 in insgesamt sieben Teilen das Horror-Genre bereicherte – und die dank ihres ungewöhnlichen Bösewichts Freddy Krüger und bemerkenswert innovativer Drehbücher Kult geworden ist.

Video-Podcast zu Zeitreisen in Filmen

Bei Filme, Serien und Stars diskutieren Stefan Preis und Franz Indra mit Matthias J. Lange, David Hoeppner, Andreas Pfautsch und Stephan Wolf über Zeitreisen in Filmen und Serien. Das Motiv findet sich nicht nur in bekannten Werken wie Die Zeitmaschine (1960), Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) und natürlich Zurück in die Zukunft (1985) oder Terminator (1984). Wir sprechen über die verschiedenen Ansätze zur Darstellung von Zeitreisen, die Herausforderungen für das Drehbuchschreiben und die Inszenierung sowie die philosophischen Fragen, die mit dem Thema verbunden sind.

Außerdem wird der Video-Podcast zu Künstlicher Intelligenz vom letzten Jahr zu einer ganzen Reihe Movietime KI erweitert. Stefan Preis, Jan Planinic und Dr. Werner Fassrainer geben zunächst einen kurzen Überblick.

Filmkritik zu „La Chimera“

Beim Fluxkompensator ist Franz Indras Filmkritik zu La Chimera erschienen (Kinostart: 11. April).

Alice Rohrwacher schließt mit La Chimera nach Land der Wunder und Glücklich wie Lazzaro ihre Trilogie über die Vergangenheit ab. Sie bleibt dabei ihrer Liebe zum sogenannten Magischen Realismus treu.

In einer unbestimmten Zeit, der Vergangenheit nicht unähnlich, ist der schroffe englische Grabräuber Arthur auf der steten Suche nach alten etruskischen Kostbarkeiten. Die Regisseurin will das Unsichtbare sichtbar machen, wie sie sagt, aber die Gräber sind nicht für die Augen von Menschen bestimmt. Arthur stellt buchstäblich die Welt auf den Kopf, um sie zu finden.

Der Film ist auch eine Art Liebeserklärung der Regisseurin an ihre toskanische Heimat und ihre Kindheit. Wie bei Fellinis Roma sieht man auch hier die alten Bilder verblassen, sobald frische Luft an sie gelangt, sie werden sozusagen von der Zeit eingeholt. Auch die Gesichter erinnern ein wenig an Fellini. In der Toskana und in Latium, wo der Film größtenteils gedreht wurde, gibt es immer noch Menschen, deren Profil den alten etruskischen Portraits gleicht.

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Blutsauger und Bourgeoisie – Eine Soziologische Betrachtung

In einem neuen Video-Podcast analysieren Stefan Preis und Nils Gampert den Vampirfilm. Im Zentrum ihrer Diskussion stehen drei ikonische Vampirfilme: Jonathan (1970) von Hans W. Geissendörfer, Andy Warhols Dracula (1974) und Werner Herzogs Nosferatu (1979).

Diese Filme dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern fungieren auch als Spiegelbild gesellschaftlicher und politischer Strukturen. Durch die Linse der soziologischen Theorie, insbesondere unter Bezugnahme auf die Ideen von Karl Marx, decken sie faszinierende Parallelen zwischen den Figuren der Vampire und den Mechanismen der kapitalistischen Gesellschaft auf. Ihre Betrachtungen werfen ein neues Licht auf diese klassischen Werke des Horrorgenres und regen zum Nachdenken über die tiefgreifenden sozialen und politischen Themen an, die in ihnen verwoben sind.

In einer Besprechung zu Sliver (1993) ebenfalls bei Filme, Serien und Stars beleuchten Stefan Preis und Jan Planinic verschiedene Aspekte des Films, einschließlich seiner Handlung, Charaktere und insbesondere der Art und Weise, wie die Kameraarbeit die psychologischen Elemente des Films verstärkt. Insgesamt bieten sie eine tiefgreifende Analyse von Sliver, die nicht nur an der Oberfläche des Films kratzt, sondern auch seine tieferen psychologischen Dimensionen und die Rolle der Überwachung bei der Verstärkung dieser Aspekte beleuchtet.

Unser Kooperationspartner, die Deutsche Lovecraft Gesellschaft e.V., feiert ihr 10jähriges Bestehen mit folgendem Programm:

Lovecraft Shorts – Kurzfilme und Einführung zum Werk von H.P. Lovecraft
Freitag, 22.03.2024 18:00
Künstlerhaus Hannover, Sophienstr. 2 / 30159 Hannover

mit Einführung und Gästen, und im Anschluss

Die Farbe
Deutschland 2010 | 86 min. | Regie: Huân Vu | mit Paul Dorsch, Jürgen Heimüller, Ingo Heise u.a.
Freitag, 22.03.2024 20:30
Künstlerhaus Hannover, Sophienstr. 2 / 30159 Hannover

Arkham, 1975: Jonathan Davis Vater ist verschwunden. Seine Spur führt nach Deutschland, in den Schwäbisch-Fränkischen Wald, wo er nach dem 2. Weltkrieg stationiert war. Jonathan folgt ihm, um ihn heimzubringen, doch tief in den Wäldern offenbaren sich ihm die Geheimnisse aus der Vergangenheit. Nach der Kurzgeschichte The Colour Out of Space von H. P. Lovecraft.

Zu Gast: Regisseur Huân Vu, Einführung: Nils Gampert

Und zu guter (?) Letzt: A Nightmare on Elm Street (OV, 35mm)
USA 1984 | 91 min. | Regie: Wes Craven | mit Heather Langenkamp, John Saxon, Johnny Depp, Robert Englund u.a.
Sonntag, 31.03.2023 14:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

40 Jahre Freddy Krueger! 1984 erschien ein Meisterwerk des Teenager-Horrorfilms: Jugendliche einer amerikanischen Kleinstadt träumen von einem mit Brandnarben entstellten Mann, der sie mit einem Messerhandschuh verfolgt. Die unheimliche Geschichte um eine schreckliche Vergangenheit in einer repressiven Gesellschaft inszenierte der Regisseur Wes Craven wie ein modernes Märchen. Einflüsse auf den früheren Literaturwissenschaftler Craven reichen von Fritz Lang bis Ingmar Bergman, von E.T.A. Hoffmann bis H. P. Lovecraft. Und selbstverständlich William Shakespeare, der in einer Szene sogar im Unterricht behandelt wird. -> Tickets

Einführung: Stefan Preis (im Rahmen der Filmreihe Bizarre Cinema)

Podcast zu „Accattone“

In der neuesten Episode des Fluxkompensator-Podcasts sprechen Stefan Preis und Franz Indra über Accattone (1961).

Pier Paolo Pasolinis Debutfilm entstand nach seinem gleichnamigen Roman. Pasolini vermengt Elemente des Katholizismus und des Marxismus mit mythischen und literarischen Motiven, um realistisch mit Laiendarstellern den Alltag des römischen Subproletariats zu zeigen.

Accattone war bereits Teil der Hamburger Filmgespräche.

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Bei Filme, Serien und Stars diskutiert Stefan Preis außerdem mit Jan Planinic und Christoph Niederberger über das Filmjahr 1974.

Filmkritik zu „Perfect Days“

Beim Fluxkompensator ist Franz Indras Filmkritik zu Perfect Days erschienen (Kinostart: 21. Dezember).

Kôji Yakusho, in Japan ein Superstar, dem westlichen Publikum eher durch seine Auftritte in Babel und Shall We Dance? bekannt, spielt einen schon etwas älteren Putzmann extravaganter öffentlicher Toiletten in Tokio. Dieser Hirayama nimmt seine Aufgabe sehr ernst, er macht daraus eine Meditation, fast ein Leben.

Perfect Days ist ein unglaublich langsamer Film. Über einen längeren Zeitraum besteht er aus der ständigen Wiederholung nicht gerade spannender Szenen. Irgendwann beginnt dann eine Handlung, was bedeutet, Dinge geschehen um Hirayama herum, er selbst bleibt sehr passiv. Wenn man sich darauf einlässt, entwickelt der Film aber einen eigenen Zauber.

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-> Q&A mit Wim Wenders nach der Vorführung beim Filmfest Hamburg

Stefan Preis hat unterdessen einen Artikel über George Sluizers Spoorlos und The Vanishing in der Lesart von Lovecraft und Dürrenmatt für den Lovecrafter geschrieben und diskutiert bei Filme, Serien und Stars mit Jan Planinic über Das unsichtbare Auge von John Carpenter aus dem Jahr 1978.