Hamburger Filmgespräche

Im Rahmen der Hamburger Filmgespräche finden verschiedene Veranstaltungen der Interfilm-Akademie statt, insbesondere die Kriminologische Filmreihe seit Oktober 2016 in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis (Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg, Tel 040 / 342353)

Es moderieren jeweils der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.
-> Pressespiegel

30.11. Hamburger Filmgespräch präsentiert: Der Frosch mit der Maske

BRD / Dänemark 1959 | 89 min. | Regie: Harald Reinl | mit Siegfried Lowitz, Joachim Fuchsberger, Fritz Rasp, Eddi Arent u.a.
Mittwoch, 30.11.2022, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der erste Edgar-Wallace-Film der dänischen Produktionsfirma Rialto, im Auftrag des Constantin-Verleihs mit deutschen Darstellern in Kopenhagen gedreht: In London treibt die Frosch-Bande ihr Unwesen, deren Mitglieder ein Frosch-Zeichen auf den Unterarm tätowiert haben und deren Anführer stets in einer Frosch-Maske auftritt. Er zeigt besonderes Interesse an der jungen und hübschen Ella Bennett, ebenso wie der smarte Richard Gordon, Neffe des Scotland-Yard-Chefs Sir Archibald und Amateurdetektiv, der gemeinsam mit seinem vornehmen, aber schlagkräftigen Butler James versucht, dem Geheimnis der Frosch-Bande auf die Spur zu kommen. Verdächtige gibt es viele: zum Beispiel John Bennett, Vater von Ella und Ray, dessen Kinder nicht wissen, was er auf seinen Reisen nach London macht, und was in dem schwarzen Koffer ist, den er immer mitnimmt. Die Fäden laufen in der Lolita-Bar zusammen, in der eine Dame namens Lolita „Nachts im Nebel an der Themse“ singt.

Auftaktveranstaltung zur dreimonatigen Edgar-Wallace-Retrospektive mit dem Kriminologen Stefan Preis und Elmar Podlasly, der diverse Drehorte in den Wallace-Filmen in Hamburg aufgespürt hat. Neben vertiefenden Gesprächen zum Wallace-Mythos präsentieren wir zeitgenössische Wochenschauausschnitte und Interviews mit Beteiligten an den Produktionen der Rialto-Film GmbH.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets

23.11. Hamburger Filmgespräch: Die Stunde des Wolfs (Vargtimmen, OmeU)

Schweden 1968 | 90 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Max von Sydow, Liv Ullmann, Gertrud Fridh u.a.
Mittwoch, 23.11.2022 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der Maler Johan Borg ist auf einer einsamen Insel spurlos verschwunden. Eine lange Rückblende erzählt von der schweren existenziellen Krise des Künstlers und seinen alptraumhaften Spuk-Visionen in der „Stunde des Wolfs“ zwischen Mitternacht und Tagesanbruch.

Die Interfilm-Akademie zeigt den Film in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, die hier auf die Veranstaltung hinweist. Als Gast begrüßen wir Renate Bleibtreu, die Übersetzerin der 2021 auf deutsch erschienenen Ausgabe Ich schreibe Filme der Arbeitstagebücher von Ingmar Bergman. Sie spricht über den Einfluss der unheimlichen Erzählungen E.T.A. Hoffmanns auf das Werk des Regisseurs, der sich in diesen Notizen zeigt.

Wir zeigen eine vom Schwedischen Filminstitut restaurierte Fassung im schwedischen Original mit englischen Untertiteln. Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets

13.10. Hamburger Filmgespräch präsentiert: Klassiker Sneak Review 

??? | ??? min. | Regie: ??? | mit ???
Donnerstag, 13.10.2022, 20:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Heute zeigt das Metropolis Kino einen Klassiker aus über 125 Jahren Film- und Kinogeschichte in einem Überraschungsscreening zum Wiedersehen oder „Nachholen“. Präsentiert wird ein Film, der häufig zitiert wird, mit dem Filmschaffende ihre Karriere begannen oder der zu seiner Entstehungszeit bahnbrechend in der Erzählweise und auch in seiner Bild- und Tongestaltung war.

Begleitet wird der Überraschungsfilm von einer Einführung durch Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Gezeigt wird der Film in der Originalsprache mit historischem Vorprogramm, bestehend aus Kinotrailern, Kurzfilmen oder Wochenschauen.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets

21.09. Hamburger Filmgespräch präsentiert: Es (It, 2017, OF)

USA 2017 | 135 min. | Regie: Andy Muschietti | mit Bill Skarsgard, Jaeden Martell, Finn Wolfhard u.a.
Mittwoch, 21.09.2022, 21:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Unheimliche Todesfälle ereignen sich in der Kleinstadt Derry. Verantwortlich ist ein uraltes Wesen, das sich meist in Gestalt eines Clowns manifestiert. Nur eine Gruppe Kinder stellt sich dem Monster entgegen.

Stephen King feiert am 21. September seinen 75. Geburtstag! Aus diesem Anlass zeigen wir die neueste Verfilmung seines Bestellers Es, erschienen im Jahr 1986. Der frühere Lehrer King beschreibt intensiv die durchaus realen Ängste von Kindern und die Anspielungen auf den Cthulu-Mythos sind eine Hommage an sein Vorbild H. P. Lovecraft.

Wir zeigen Es in Kooperation mit der Deutschen Lovecraft Gesellschaft. Moderiert wird die Veranstaltung vom Autor Stefan Preis. -> Lovecrafter Online

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets

24.08. Hamburger Filmgespräch: Die Mächte des Wahnsinns (In the Mouth of Madness, 35 mm)

USA 1994 | 95 min. | Regie: John Carpenter | mit Sam Neill, Jürgen Prochnow, Julie Carmen u.a.
Mittwoch, 24.08.2022, 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Im nächsten Hamburger Filmgespräch diskutieren wir lovecraftsche Elemente im Gesamtwerk von John Carpenter: Bei der Suche nach dem spurlos verschwundenen Romanschriftsteller Sutter Cane gerät der Detektiv Trent in ein seltsames Dorf, das auch in den Büchern des Vermissten beschrieben wird. Von entsetzlichen Albträumen gequält, taucht Trent immer stärker in die Horror-Welten Canes ein… Die Mächte des Wahnsinns bildeten den Abschluss von Carpenters apokalyptischer Trilogie. Mehr noch als bei den Vorgängern Das Ding aus einer anderen Welt und Die Fürsten der Dunkelheit orientiert sich Carpenter an den unheimlichen Erzählungen von Howard Phillips Lovecraft und lässt das Publikum daran teilnehmen.

Als Vorfilm läuft Die Betroffenen (Norwegen 2020, 13 min.) von Rikke Gregersen. Wir zeigen Die Mächte des Wahnsinns in Kooperation mit der Deutschen Lovecraft Gesellschaft und begrüßen den Theaterregisseur Levin Handschuh für die anschließende Diskussion mit dem Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis! -> Lovecrafter Online

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets

27.07. Hamburger Filmgespräch: Z (OmU)

Frankreich / Algerien 1969 | 127 min. | Regie: Costa-Gavras | mit Yves Montand, Jean-Louis Trintignant, Irene Papas, Jacques Perrin, Pierre Dux
Mittwoch, 27.07.2022 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nach dem Mord an einem prominenten Linken versucht ein Ermittler, die Wahrheit aufzudecken, während Regierungsbeamte alles daransetzen, ihre Rolle dabei zu vertuschen. „Übereinstimmung mit Personen und wahren Ereignissen ist gewollt“ heißt es zu Beginn dieses Klassikers des politischen Films. Der zugrundeliegende Roman wurde noch am Vorabend des Militärputsches in Griechenland geschrieben.

Das Attentat auf einen Helden der Friedensbewegung löst eine Kette an Ereignissen aus, die die Gesellschaft Richtung Diktatur stolpern lässt. Costa-Gavras inszenierte einen Thriller, in dem sogar behördliche Vorgänge und ein unglaublich dilettantischer Mordversuch zu packenden Szenen werden. Der Buchstabe Z steht hier freilich für „er lebt“ und hat damit die gegenteilige Bedeutung seines aktuellen Wiedergängers.

Am 17. Juni ist Jean-Louis Trintignant im Alter von 91 Jahren verstorben. Er spielte in Z den Untersuchungsrichter, der die Seiten wechselt.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich.

-> Tickets

14.06. Hamburger Filmgespräch: Schattenstunde

Deutschland 2021 | 79 min. | Regie: Benjamin Martins | mit Christoph Kaiser, Beate Krist, Sarah Palarczyk, Dirk Waanders u.a.
Dienstag, 14.06.2022 18:00
Abaton-Kino, Allendeplatz 3 / 20146 Hamburg

Dezember 1942: Im Büro von Adolf Eichmann. Der Romancier und Liederdichter Jochen Klepper wird zu einem der höchstrangigen Nazis zitiert. Kleppers Frau ist Jüdin. Der Mann soll sich scheiden lassen, dann darf er weiter schreiben. Jochen Klepper (1903-1942) kennen heute nur wenige. Wer heute ein evangelisches oder katholisches Gesangbuch aufschlägt, wird auf ihn stoßen. Mit dem Nazi-Regime bekam er keine Probleme wegen seiner Texte, sondern wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD und vor allem wegen seiner Ehe. Jochen Klepper ging lieber gemeinsam in den Tod als getrennt zu werden. Es ist eine ergreifende, aber keineswegs untröstliche Inszenierung. Basierend auf Kleppers Tagebuchaufzeichnungen findet Martins immer neue, immer wieder überraschende Stilmittel, um innerste Gewissenbisse, Zweifel, aber auch die Hoffnung auf Erlösung äußerlich sichtbar zu machen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis

-> Tickets

Nachlese zum Hamburger Filmgespräch: Nahschuss

Das schöne Wetter hatte die Kinoreihen leider etwas geleert, aber das Publikum bekam etwas geboten: Die Regisseurin Franziska Stünkel hatte sich freundlicherweise die Zeit für unsere Veranstaltung genommen, obwohl sie Nahschuss am Abend zuvor in Istanbul präsentiert hatte und noch in der Nacht nach Düsseldorf für eine Foto-Präsentation am nächsten Tag weiterreiste.

So sprach sie vor der Vorführung eine Dreiviertelstunde lang von ihrer jahrelangen Recherchearbeit, den Dreharbeiten mit Lars Eidinger, Devid Striesow sowie Luise Heyer und ihren Erlebnissen auf der Festival-Tour mit dem fertigen Film. Es handelt sich erst um ihre zweite fiktionale Arbeit, aber ihr zurückhaltendes, ernsthaftes und dabei den Menschen zugewandtes Auftreten lässt erahnen, wie dieser meisterhafte Film entstehen konnte.

Nach der Vorführung diskutierten wir noch eine halbe Stunde lang mit dem Publikum. Wir danken allen Beteiligten für den tollen Abend und freuen uns auf weitere Filmgespräche mit Gästen!

11.05. Hamburger Filmgespräch: Nahschuss

D 2021 | 116 min. | Regie: Franziska Stünkel | mit Lars Eidinger, Devid Striesow, Luise Heyer u.a.
Mittwoch, 11.05.2022 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Mit Nahschuss gelingt der Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel eine beklemmende Psychostudie über die Todesstrafe, angelehnt an das Leben von Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Nahschuss ist nicht nur zeitgeschichtlicher Rückblick, sondern ein Aufruf für jeden Menschen, gegen die Zerstörung des Individuums durch gesellschaftliche Eingriffe zu kämpfen.

Die Interfilm-Akademie hat Nahschuss auf dem Filmfest München 2021 mit dem One-Future-Preis ausgezeichnet.

Wir freuen uns, die Regisseurin Franziska Stünkel zum Gespräch begrüßen zu dürfen!

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich.

-> Tickets

21.02. Hamburger Filmgespräch stellt vor: Die Teuflischen (Les diaboliques, 35 mm, dF)

Die Teuflischen (Les diaboliques, 35 mm, dF)
Frankreich 1955 | 115 min. | Regie: Henri-Georges Clouzot | mit Simone Signoret, Véra Clouzot, Paul Meurisse u.a.
Montag, 21.02.2022, 17:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der Lehrer Michel Delasalle terrorisiert seine herzkranke Ehefrau Christina genauso wie seine Geliebte Nicole. Die beiden Frauen entwickeln einen Mordplan. „Die Story ist von raffinierter Konsequenz. Es gibt keine Abschweifungen; mit der Exaktheit eines Uhrwerks greifen die Szenen ineinander. Clouzot hatte sich von seiner literarischen Vorlage ziemlich entfernt; die Autoren Boileau und Narcejac gratulierten ihm in einem offenen Brief zu seiner Umformung ihres Romans.“ (Reclams Filmführer) Alfred Hitchcock verfilmte mit Vertigo ebenfalls einen Roman von Boileau und Narcejac.

Der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis diskutieren in ihrer Einführung das komplexe Verhältnis des Regisseurs Clouzot zu seinen Darstellern, insbesondere zu seiner Ehefrau, sowie den Einfluss auf Stanley Kubricks Shining.

Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets