Female Filmmakers Award

Die Interfilm-Akademie hat beim 36. Internationalen Festival der Filmhochschulen München 2016 erstmalig den Female Filmmakers Award verliehen.

Der mit 1.500 € dotierte Preis fördert gezielt Filmstudentinnen, um den Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit bei der Vergabe von Filmförderungen und Regieaufträgen dauerhaft zu thematisieren sowie nationale (Pro Quote Regie) und internationale (WIFTG – Women in Film & Television Germany e.V.) Initiativen für Frauen in der Film- und Medienbranche zu unterstützen.

Der Preis wird von einer internationalen Jury an eine Filmhochschulstudentin für eine hervorragende künstlerische Einzelleistung in den Bereichen Regie/Drehbuch/Kamera bei der Realisation eines Films aus dem Wettbewerbsprogramm vergeben.

Der Female Filmmakers Award 2016 geht an „Pussy“

Der Female Filmmakers Award 2016 geht an den Film Pussy von Renata Gasiorowska, Polen 2015.

Motivation:

Statistics show that female and male directors are represented rather equally at an early stage of their career – with regard to film schools and short film festivals. However, having a look at later stages in the their professional careers in the film industry, this situation changes. There are still more male directors than female directors. This prize Female Filmmakers Award emerges from this inequality and wants to make people aware of this situation. There are still many steps to be taken. There is still a long way to equality.

In this situation, Renata – with very intelligent, simple and unique drawings – proposes us a way to rebel:

First: look at yourself deeply into the mirror. Look into your eyes, look at your body.
What do you see ?
Is it weak ?
Is it unnatural ?
I don’t think so…

Then: Relax, take a bath, and try it !
How does it feel ?
How does it smell ?

For us, Pussy is an inspiration to discover who we really are, no matter if you are a male or female or both or whatever!
And you’ll see, if you understand yourself, there is confidence in it. There is the strength and the power enough to peacefully overcome every struggle.

If you want a better future you will have to start with yourself.

So,
Let’s breath
Let’s listen to each other
And let’s celebrate our bodies!

Congratulation for that film Renata.

Neuer Preis beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München

In Kooperation mit der Interfilm-Akademie wird beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München dieses Jahr erstmalig der Female Filmmakers Award verliehen. Künftig wird er alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Prix Interculturel der Interfilm-Akademie vergeben werden. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Ziel und Intention des Preises

Ein Artikel im Branchenblatt black box untersuchte die Förderergebnisse zweier großer deutscher Filmförderungen vom Herbst 2012 unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit: Bei den insgesamt 47 geförderten Kinoprojekten war die Regie-Position ausschließlich männlich besetzt. Die Zahlen des DFFF (Deutscher Filmförderfonds) von 2013, der als automatische Förderung ohne Juryentscheid die Verhältnisse ideal widerspiegelt, waren ähnlich: Bei den insgesamt 115 vom DFFF geförderten Projekten waren nur 13 von Regisseurinnen.
Bei der Auftragsvergabe durch Fernsehredaktionen, die in Deutschland das Nadelöhr des Filmemachens sind, sieht die Lage nicht anders aus. Eine Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen der Vereinigung Pro Quote Regie hat ergeben: In den letzten zehn Jahren wurden weniger als 15 Prozent der Regieaufträge im Fernsehen an Frauen vergeben.
Die Zahlen der Filmhochschulen zeichnen aber ein ganz anderes Bild: 42 Prozent derjenigen, die das Regiediplom erhalten, sind Frauen.
Der neue Preis Female Filmmakers Award wurde gestiftet, um diesen Phänomenen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, Filmstudentinnen zu fördern sowie nationale – z.B. Pro Quote Regie – und internationale Initiativen für Frauen in der Filmwelt – z.B. WIFT (Women In Film and Television) – zu unterstützen.

Auswahlkriterien

Der Preis soll an eine Filmhochschulstudentin verliehen werden, die einen Film realisiert hat mit einem Drehbuch, das zu positivem Nachdenken führt, und einem respektvollen Kamera-Auge. Besonders beachtet werden soll, inwiefern sie unorthodoxe Methoden nicht scheut, über den Tellerrand hinausschaut und mit dem Medium experimentiert.

Die Jury

Die Jury besteht in der Regel aus insgesamt fünf Mitgliedern, darunter mindestens drei Jurorinnen, und steht unter der Leitung des Direktors der Interfilm-Akademie; er kann bei Verhinderung eine(n) Stellvertreter/-in berufen. Die Jurymitglieder sollen aus filmaffinen künstlerischen Berufsfeldern stammen (Regie, Schnitt, Kamera, Schauspiel, Drehbuch, Dramaturgie, bildende Kunst), einen internationalen Hintergrund haben und mehrsprachig sein.
Um mögliche Interessenkonflikte von vorne herein auszuschließen, können Mitarbeiter/-innen von Filmhochschulen und -produktionsfirmen, die auf dem jeweiligen Festival mit einem Film vertreten sind, nicht der Jury angehören. Ein Jurymitglied wird auf Vorschlag der Preisstifterin berufen. Der Jury soll nach Möglichkeit jeweils ein(e) Preisträger/-in (Female Filmmakers Award bzw. Prix Interculturel) der vergangenen Jahre angehören.
Die Jurymitglieder werden vom Direktor der Interfilm-Akademie berufen und beim jeweiligen Veranstalter akkreditiert.

Jury Mitglieder 2016

  • Uisenma Borchu (Mongolei)
  • Bettina Ehrhardt (Deutschland)
  • Arthur Lecouturier (Belgien), Preisträger Prix Interculturel 2015 für Au moins le sais-tu… (Do You Even Know…), Belgien 2014
  • Stine Munch (Dänemark)
  • Dr. Peter Marinković (Deutschland), Direktor der Interfilm-Akademie, Vorsitz der Jury
  • Jury-Mitglied mit beratender Stimme: Galina Antoschewskaja (Rußland)

Das Internationale Festival der Filmhochschulen München dauert vom 13.11. bis 19.11.2016. Festivalzentrum ist das Filmmuseum am St.-Jakobs-Platz 1, weitere Veranstaltungen finden in der Hochschule für Fernsehen und Film München am Bernd-Eichinger-Platz 1 statt.

Pressemitteilung (PDF)