One-Future-Preis

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben nur eine einzige unteilbare Zukunft – One Future.

In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diese Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

One-Future-Preis 2020 an „The Great Green Wall“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Da das Filmfest München 2020 wegen Corona leider ausfallen musste, hat die Interfilm-Akademie im Rahmen des 14. Fünf-Seen-Filmfestivals am 6. September 2020 zum 35. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2020 geht an den Film The Great Green Wall (UK 2020) von Jared P. Scott.

Begründung:

Wasser ist Leben. Wasser ist Zukunft.
Das nunmehr seit 15 Jahren laufende Projekt „The Great Green Wall“ ist eines der engagiertesten Projekte unserer Zeit. Quer über den afrikanischen Kontinent wird ein 8.000 km langer Baumgürtel gepflanzt. Dieser soll die Ausbreitung der Wüste verhindern und so den Wasserbestand erhalten und fördern. Das sichert Millionen Menschen Nahrung, Arbeitsplätze und damit Zukunft.
Im Film begleiten wir die malische Sängerin Inna Modja auf einer Reise entlang der „Grünen Mauer“ durch Senegal, Mali, Nigeria und Äthiopien und erfahren von den Ängsten, Träumen und Hoffnungen der Menschen, mit denen sie auf dieser Reise in Kontakt kommt. Dabei setzt die Sängerin vor allem auf die Sprache, die schon immer die afrikanische Kultur bestimmt hat: die Musik.
Der Dokumentarfilm ist einer der wenigen aktuellen Filme, die wirklich Mut machen und dies in Anbetracht der immer noch vorherrschenden Umstände: Wasserknappheit, Dürre und in Folge Bürgerkriege und Flüchtlingsströme.
The Great Green Wall zeigt, wie Menschen in Afrika diese Probleme anpacken und hilft uns zugleich, deren globale Bedeutung für eine gemeinsame Zukunft zu verstehen: One Future.

Lobende Erwähnung

Eine Lobende Erwähnung geht an den Film Corpus Christi (Polen 2019) von Jan Komasa.

Begründung:

Corpus Christi – ein Film, der einen zerreißt. Nicht nur durch seine Bilder, sondern auch durch das Ringen in der Auseinandersetzung um Macht, Schuld und Vergebung.
Was wie ein Thriller aufgebaut ist, erweist sich als Predigt. Was scheinbar allein der polnischen Realität zuzuordnen ist, mit dem allgegenwärtigen Einfluss der Kirche und den dadurch entstehenden gesellschaftlichen Konflikten, zeigt sich am Ende als allgemeingültig.
Es findet sich zusammen: Eine Dorfgemeinschaft, die seit langem unter einer geheim gehaltenen Schuld leidet und ein junger Mann, Daniel, der Priester werden möchte und es auf Grund einer kriminellen Vergangenheit nicht sein darf. Durch Ironie des Schicksals hat Daniel vorübergehend die Gelegenheit, sich als Priester auszuprobieren. Die Dorfgemeinschaft findet durch das „priesterliche Wirken“ Daniels ihren Frieden und der junge Mann seine Erfüllung, bis dann das Schicksal erneut die Karten mischt.
Was wir mitnehmen ist die Erkenntnis Daniels:

Vergeben heißt Lieben,
Lieben aber bedeutet Zukunft.

Eckart Bruchner, Vorsitzender der Jury, mit Ehrenpreisträger Matthias Hellwig

Ehrenpreis

Die Interfilm-Akademie vergab den One-Future-Ehrenpreis 2020 an den Initiator des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals und erfolgreichen Kinobetreiber Matthias Helwig für seinen unermüdlichen Einsatz für das Filmwesen gerade auch in schwierigen Zeiten wie Corona.

Fünf-Seen-Filmfestival 2020 mit One-Future-Preis

Die Interfilm-Akademie wird den 35. One-Future-Preis diesmal
im Rahmen des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (FSFF) 2020 vergeben.

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Da das Filmfest München 2020 wegen Corona leider ausfallen musste, verleihen wir dieses Jahr den One-Future-Preis 2020 nicht in Kiew, Locarno oder Venedig, sondern im Rahmen des FSFF 2020.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis. 2020 geht dieser an den Initiator des FSFF und erfolgreichen Kinobetreiber Matthias Helwig für seinen unermüdlichen Einsatz für das Filmwesen.

Fünf-Seen-Filmfest

Das 14. FSFF findet als special edition vom 26. August bis 9. September statt, die Eröffnungsfeier ist am 26. August. Das FSFF ist im Fünfseenland südlich von München zu Hause, auf 15 Leinwänden in Starnberg, Gauting, Schloss Seefeld, Weßling und Wörthsee. Seit 2007 hat sich das FSFF zu einem der größten und renommiertesten Filmfestivals in Süddeutschland entwickelt.

Preisverleihung

Der One-Future-Preis wird am Sonntag, den 6. September, um 18:00 Uhr im Kino Breitwand Gauting verliehen; musikalische Begleitung: Florian Meierott (Violine).

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Filmpfarrer Eckart Bruchner, Direktor der Interfilm-Akademie, gehören dieses Jahr an:


Galina Antoschewskaja
geb. in Leningrad/St. Petersburg, Russland.
Studium der Journalistik an der Lomonossow-Universität Moskau.
Filmjournalistin, Dramaturgin, Filmhistorikerin.

Eckart Bruchner, geb. in Amberg, Deutschland.
Studium der Theologie, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte, Musik in Erlangen/Nürnberg, Rom, Heidelberg und München, Filmstudium an der HFF München (Abschlussfilm Sacra Romana Rota).
Pfarrer, Dozent und Pädagoge an Gymnasien und Universitäten, Professor an der FVG Antwerpen, Direktor der Interfilm-Akademie, Filmgespräche und Seminare in Inland und Ausland, Stifter der des One-Future-Preises und des Prix Interculturel.


Bhagu T. Chellaney
geb. in Kotri, Indien.
Studium von Architektur, Fine Arts and Design und Kunstgeschichte in Indien.
Langjährige Berufsausübung als Architekt, Stadtplaner, Designer VFA, Filmgutachter.

Ileana Cosmovici
geb. in München, aufgewachsen in Italien und Deutschland.
Studium: an der HFF München. Ihr Abschlussfilm Aschermittwoch wurde auf der Berlinale 2007 uraufgeführt und hat im gleichen Jahr das erste Fünf-Seen-Filmfestival eröffnet.
Regisseurin, Autorin und Regiescout bei Namoto.

Natalia Putintseva
geb. in Omsk, Russland, aufgewachsen in Nord-Kasachstan.
Studium der Anglistik und Germanistik an der Nord-Kasachstanischen Universität sowie BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. USA-Aufenthalt.
Langjährige berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet interkultureller Kommunikation und internationalen Projektmanagements. Autorin und Kunstmalerin.

Christine Weissbarth
geb. in Wien, Österreich.
Studium der Kunstgeschichte an der LMU München.
Moderatorin und Schauspielerin. Studienleiterin an der Interfilm-Akademie.

One-Future-Preis 2019 an „Perro Bomba“

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 37. Filmfests München am 6. Juli 2019 zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2019 geht an den Film Perro Bomba (Chile 2019) von Juan Cáceres aus der Reihe International Independents.

v.l.n.r.: Dr. Peter Marinković, Franziska Ball, Juan Cáceres und Mirjam Orthen (Credit: Robert Auerbacher)

Begründung:

Steevens, ein junger haitianischer Immigrant in Chile, hat das Notwendigste, was er zum Leben braucht: Arbeit auf dem Bau, ein Dach über dem Kopf und ein paar Freunde. Doch als sein alter Jugendfreund ebenfalls nach Chile emigriert und Steevens ihm mit seinen bescheidenen Mitteln zu helfen versucht, zeigt sich, wie fragil sein eigenes Gerüst ist.
Perro Bomba zeigt, auf erschreckend reale Art, die existenzielle Notsituation eines haitianischen Immigranten in Chile. Ohne zu stark zu polarisieren, geht man mit dem Protagonisten durch eine Welt der Widerstände, des Rassismus sowie der eigenen Sehnsüchte und Traditionen.
Perro Bomba verzichtet auf Hochglanzbilder und bombastische Kinoästhetik und vermittelt mit schlichten, dokumentarisch anmutenden Bildern den Eindruck einer Echtheit, die dem Film tatsächlich zugrunde liegt. Aus genauen Beobachtungen im eigenen Umfeld und entstanden aus Improvisationen, kreiert Juan Cáceres mit seinen Darstellern eine Geschichte, die einen berührt und in ihrer Tragik ergreift.
Von der Handlung losgelöste, wiederkehrenden Musikeinlagen symbolisieren die Freude und den Stolz der Haitianer, wodurch auf spielerische und erfrischende Art ein einseitiger, problembelasteter Blick verhindert wird. Perro Bomba thematisiert einen brisanten Aspekt der jüngsten Geschichte Chiles, zeigt gesellschaftliche Missstände auf und spricht damit gleichzeitig eine universelle Problematik an. Der
Film beweist den Idealismus eines Regisseurs, der für eine gerechtere, bessere Welt kämpft. Wir glauben, dass von Juan Cáceres noch große, relevante Filme zu erwarten sind und möchten ihn auf diesem Weg ermutigen. Dafür verleihen wir ihm den One-Future-Preis 2019.

Video zu „Perro Bomba“

Biografie Juan Cáceres

Juan Cáceres, Jahrgang 1990, lebt und arbeitet in Chile. Er besuchte die Universität von Chile und begann seine Filmkarriere mit den Kurzfilmen Desiderium (2016) und La Duda (2017). Perro Bomba ist sein erster Langfilm und wurde auf internationalen Festivals bereits mehrfach ausgezeichnet.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinkovic gehörten in diesem Jahr die Regisseurin Mirjam Orthen sowie die Schauspielerinnen Franziska Ball (links) und Irina Kurbanova (rechts) an.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.

Die Laudatio hielt Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung, die stellvertretende evangelische Landesbischöfin Susanne Breit-Keßler sprach ein Grußwort

v.l.n.r.: Franziska Ball, Dr. Peter Marinković, Diana Iljine, Elisabeth Wicki-Endriss, Susanne Hermanski, Susanne Breit-Keßler, Mirjam Orthen (Credit: Michael Rüdel)

Filmseminar beim 37. Filmfest München über Bernhard Wicki

Samstag, 06.07.2019, 10:00 – 12:30
Verstörung – und eine Art Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki
Rio Palast, Rosenheimer Straße 46 / 81669 München

Unser traditionelles Filmseminar findet am 6. Juli 2019 von 10 bis 12.30 Uhr wieder im Rio Filmpalast statt. Wir zeigen in exklusiver Wiederaufführung Elisabeth Wickis Dokumentarfilm Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki (D 2007), anschließend findet ein Filmgespräch mit einem Überraschungsgast statt.

Der Eintrittpreis beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro (Karten an der Rio-Kinokasse).

One-Future-Preis 2019 und Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 37. Filmfests München, das vom 27. Juni bis 6. Juli 2019 stattfinden wird, zum 34. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Die Interfilm-Akademie vergibt außerdem einen Ehrenpreis für das Lebenswerk eines/r Filmschaffenden.

Internationale Jury

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören auch in diesem Jahr drei weibliche Filmschaffende an:

Irina Kurbanova wurde 1995 in München geboren und ist zweisprachig aufgewachsen. Ihre Mutter stammt aus Odessa, der Vater aus Leningrad (heute St. Petersburg), beide sind 1993 nach Deutschland eingewandert.
Irina sammelte schon als Kind erste Bühnenerfahrung, später wirkte sie in der Theatergruppe Lo-Minor der IKG München und Oberbayern mit. Seit ihrem achten Lebensjahr ist sie regelmäßig in Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen, im Herbst 2019 kommt der Spielfilm Gipsy Queen in die Kinos. Nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Examen Kunst und Multimedia an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert sie seit 2017 an der Theaterakademie August Everding Schauspiel.
Irina Kurbanova wurde 2018 in die Studienstiftung des deutschen Volkes.aufgenommen, sie erhält eine zusätzliche Förderung für das Masterstudium an der Royal Academy of Dramatic Art in London, das sie diesen Herbst beginnen wird

Mirjam Orthen (Foto: Nina Bindl)

Mirjam Orthen wurde 1984 in München geboren, ihre Mutter ist Deutsche, der Vater stammt aus der Türkei.
Nach dem Abitur arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Produktionsassistentin für Goldkind Film (Sophie Scholl) und Helmut Dietls Diana Film. Von 2007 bis 2015 studierte sie Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Studentenfilme Vatersprache und Wir haben eine Mission liefen erfolgreich auf internationalen Filmfestivals und gewannen einige angesehene Preise. Ihr Abschlussfilm ADA war nominiert für den First Steps Award 2016 und gewann den Starter Filmpreis München 2016. Im Jahr 2016/17 war sie Stipendiatin der 28. Drehbuch-Werkstatt München, in deren Rahmen sie das Langfilm-Drehbuch zu Wunschkind (AT) schrieb. Aktuell hat sie den Kurzfilm Die Gratwanderung fertiggestellt, den Kurzfilm Taxim in Produktion und den Langfilm Der Sommer 2001 (AT) in Drehbuchentwicklung.

Franziska Ball

Franziska Ball wurde 1971 in München geboren und ist dort aufgewachsen.
Sie erhielt in New York am Lee Strasberg Theatre Institute und in München an der Neuen Münchner Schauspielschule ihre Schauspiel- und Gesangsausbildung. Zusätzlich absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Magisterstudium. Erste Engagements hatte sie in Essen, Feuchtwangen, Landshut, Bamberg und Karlsruhe, in München war sie u.a. im Metropoltheater zu sehen. Vor zehn Jahren gründete sie mit dem amerikanischen Pianisten Marty Jabara das Duo Ball & Jabara. Neben Film- und Fernsehrollen unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Theater München und arbeitet als Sprecherin für Hörbücher, Hörfilme, für Arte und den Bayerischen Rundfunk.

Die Regisseurin Suli Kurban wurde in die 31. DrehbuchWerkstatt München 2019/20 aufgenommen und kann deshalb erst im kommenden Jahr an der Jury mitwirken.

Ehrenpreis für Elisabeth Wicki-Endriss

Elisabeth Wicki-Endriss (Foto: Robert Auerbacher)

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wird die Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin des Filmerbes von Bernhard Wicki (1919-2000) und Förderin der Film-Friedensarbeit ausgezeichnet.
Elisabeth Wicki-Endriss, geboren in Eger (Chep), erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Sie arbeitete vor allem am Theater, spielte aber auch in Kino- und Fernsehfilmen mit. 1977 lernte sie ihren späteren Mann Bernhard Wicki kennen, in dessen Filmen sie wiederholt mitwirkte.
Nach seinem Tod gründete sie 2001 den Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. zur Förderung von Bildung, Toleranz und Völkerverständigung, basierend auf dem filmischen Vermächtnis von Bernhard Wicki, und zur Förderung von Kunst und Kultur auf dem Gebiet des gesellschaftlich engagierten, für Toleranz und Menschenrechte werbenden Films.
Mit der Stiftung des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke hat sie die Film-Friedensarbeit wegweisend geprägt und es ermöglicht, Menschen über das Medium Film Orientierungshilfen zu geben für ihre Identitätsbildung und Willensentscheidung gegen jegliche Gewalt und Verfolgung von Menschen anderer geistiger Prägungen.
Die Laudatio hält Susanne Hermanski, Leiterin Kultur & SZ Extra der Süddeutschen Zeitung. Elisabeth Wicki-Endriss wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 6. Juli 2019, um 13:00 Uhr im Gasteig in der Black Box statt und wird musikalisch umrahmt von Catarina Wendtlandt (Deutschland) am Cello, Famadi Sako (Guinea) an der Djembe und Sören Grigat (Deutschland) am Balafon. Der Eintritt ist frei.

One-Future-Preis 2018 an „A Letter to the President“ („Namai Ba Rahis Gomhor“)

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests
München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm-Akademie hat im Rahmen des 36. Filmfests München am 7. Juli 2018 zum 33. Mal
Auszeichnungen vergeben.

Preisträger

Der One-Future-Preis 2018 geht an den Film A Letter to the President (Namai Ba Rahis Gomhor, Afghanistan 2017) von Roya Sadat.

Regisseurin Roya Sadat und Drehbuchautor Aziz Dildar danken in dieser Videobotschaft:


Begründung:

A Letter to the President ist ein bewegender, äußerst differenziert gestalteter Film, der von den Widersprüchen des afghanischen Rechtssystems und der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen zehn Jahre nach dem offiziellen Abzug der Taliban erzählt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Soraya, eine zweifache Mutter, die täglich darum kämpft, ihre Karriere als Leiterin der Kabuler Kriminalabteilung und ihr Leben als Ehefrau eines zu Alkoholismus und Gewalt neigenden Mannes in Einklang zu bringen. Das bereits bröckelnde Gleichgewicht endet, als sie beschließt, eine Frau zu retten, die wegen Ehebruchs von den Dorfältesten zum Tode verurteilt wird. Daraufhin begibt sich Soraya in einen unausweichlichen Konflikt mit den Stammesführern und mit ihrem Ehemann.
Der Film erzählt von einer unerschrockenen, starken Frau, die trotz aller Widrigkeiten und fest verwurzelten patriarchalischen Strukturen bereit ist, für ihre eigene Freiheit sowie die anderer Frauen einzutreten, um das afghanische Rechtssystem zu schützen. Geschickt in Rückblenden verwoben, zeigt der Film ihren Kampf um Gerechtigkeit und Gleichheit durch eine Petition, die sie an den Präsidenten richtet und welche sie vor der Todesstrafe retten soll. Erzählt wird all das von der gleichermaßen mutigen, jungen afghanischen Regisseurin Roya Sadat, der ersten weiblichen Vertreterin ihres Fachs in der Post-Taliban-Ära.
Eine unmittelbare, überzeugende Geschichte – atmosphärisch dicht verpackt, dramatisch geschrieben, herausragend gespielt und inszeniert, erzählt A Letter to the President mit einer sensiblen Bildgestaltung des klassischen Erzählkinos vom Kampf einer einzelnen Frau gegen tief verwurzelte Vorurteile und übermächtige patriarchale Strukturen. Ihre Integrität und ihr Mut zum Widerstand werden zu einem Vorbild für uns alle.

Ein kleiner Blick in die Dreharbeiten zu A Letter to the President:

Lobende Erwähnung

Eine Lobende Erwähnung geht an Welcome to Sodom (Österreich 2018) von Florian Weigensamer, und Christian Krönes

Welcome to Sodom ist ein essayistischer Dokumentarfilm von Christian Krönes und Florian Weigensamer, ein Porträt der weltweit größten Elektromüllhalde Ghanas mit Müllbergen unserer „westlichen ersten Welt“ und gleichzeitig einer der giftigsten Orte unseres Planeten. Der Film erzählt von einer Dystopie, die längst Teil unserer globalen Realität geworden ist. „Sodom“ ist ein Ort, der uns alle angeht, ein globales Thema, das sowohl umweltpolitische als auch sozial und kulturell höchst relevante Fragen aufwirft. Beindruckend ist der Film auch auf filmästhetischer Ebene, da er sich nicht den klassischen Formen des Dokumentarfilm-Genres bedient, sondern sehr sensibel nicht nur inhaltlich, sondern auch kinematographisch an das Thema herangeht: Durch die Polyphonie der Charaktere, die der Zuschauer im Voice Over kennenlernt, erfährt er die Wünsche und Träume der Charaktere, und doch darf man sich als Betrachter selbst durch die vielen Totalen einen Eindruck des Ortes verschaffen.
Die Courage, die Inspiration und die Beharrlichkeit sich als Filmteam an diesen Ort der Welt zu wagen, an dem die Lebenserwartung der Protagonisten i.d.R. nicht mehr als 30 Jahre ist, empfindet die Jury als bemerkenswert.
Wir meinen, dass Welcome to Sodom in seiner Eindringlichkeit ganz unmittelbar zu einem Umdenken beim Publikum führt und damit höchst preisverdächtig und relevant ist. Oder wie Alain Resnais sagte, man kann mit Filmen vielleicht nicht die Welt verändern, aber Menschen zum Nachdenken anregen.

Die Jury der Interfilm-Akademie:
Navina Neverla
Verena Marisa
Tomasz Rudzik

Pressemitteilung A Letter to the President (pdf)

Pressemitteilung Welcome to Sodom (pdf)

Dankesrede von Florian Weigensamer und Christian Krönes (pdf)

Ehrenpreis

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wurde Prof. Gerd Baumann (Komposition für Film und Medien – Hochschule für Musik und Theater München) ausgezeichnet. Er hat mit seinem unverwechselbaren Sound die deutsche Filmmusiklandschaft maßgeblich geprägt mit einer ganz eigenen musikalischen Handschrift, die seinen Filmen eine besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit verleiht. Als Hochschulprofessor hat er den Studiengang „Komposition für Film und Fernsehen“ um entscheidende Kooperationen erweitert, z.B. mit den Münchner Symphonikern. Die Laudatio hielt Adrian Prechtel von der Abendzeitung München.

Laudatio (pdf)

Filmseminar beim 36. Filmfest München

Samstag, 07.07.2018, 10:30 – 13:00 (Empfang bis 13:45)

Nelson Mandela 100 – Be the Legacy

Rio Palast, Rosenheimer Straße 46 / 81669 München

Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Südafrikanischen Generalkonsulat München

Anlässlich des 100. Geburtstages von Nelson Mandela (18.07.1918 – 05.12.2013) wird der Dokumentarfilm Mandela: Son of Africa, Father of a Nation (Südafrika, USA 1996, 118 min., Regie: Angus Gibson und Jo Menell) gezeigt, der sich mit dem Leben und Wirken des südafrikanischen Freiheitskämpfers, Friedensnobelpreisträgers und ersten schwarzen Präsidenten seines Landes auseinander setzt. Der Film war 1996 für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.

Danach findet ein Filmgespräch statt mit dem Generalkonsul der Republik Südafrika in München George Monyemangene und Dr. Peter Marinković, Direktor der Interfilm-Akademie.

Anschließend Empfang (bis ca.13:45 Uhr) im Foyer und Café.

Der Eintritt ist frei.

Pressemitteilung (pdf)

One-Future-Preis 2018 und Ehrenpreis an Gerd Baumann

Die Interfilm-Akademie wird im Rahmen des 36. Filmfests München, das vom 28. Juni bis 7. Juli 2018 stattfinden wird, zum 33. Mal Auszeichnungen vergeben:

Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt.

Mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie wird Prof. Gerd Baumann (Komposition für Film und Medien – Hochschule für Musik und Theater München) ausgezeichnet. Er hat mit seinem unverwechselbaren Sound die deutsche Filmmusiklandschaft maßgeblich geprägt mit einer ganz eigenen musikalischen Handschrift, die seinen Filmen eine besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit verleiht. Als Hochschulprofessor hat er den Studiengang „Komposition für Film und Fernsehen“ um entscheidende Kooperationen erweitert, z.B. mit den Münchner Symphonikern. Die Laudatio hält ein Überraschungsgast.

Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgt Radmila Besic an der klassischen Gitarre.

Preisverleihung:
Samstag, 07.07.2018, 14 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.

Der internationalen Jury unter Vorsitz des Direktors der Interfilm-Akademie Dr. Peter Marinković gehören in diesem Jahr an:

Navina Neverla, geboren 1984 in München, indisch-österreichischer Hintergrund, lebt und arbeitet zwischen Hamburg und Lissabon. Navina kreeiert experimentelle Filme, Dokumentationen, Video-Installationen und Performances. Ihre Arbeiten werden seit 2009 weltweit auf Filmfestivals und in diversen Kunstkontexten international präsentiert: Ihr essayistischer Dokumentarfilm Moveo Ergo Sum lief seitdem auf Kurzfilmfestivals weltweit, ihr experimenteller Super8-Kurzfilm Sauerbrunn – Abschied vom Paradies von 2017 u.a. auf den Kurzfilmtagen in Oberhausen, Indie Lisboa, der Cannes Short Film Corner sowie im Centro Negra (Murcia, Spanien). 2012 erhielt sie eine Residenz am Fleetstreet Theater Hamburg. Navina (MA in Creative Practice von Trinity Laban, London; Diplom in Visueller Kommunikation mit Schwerpunkt Film, Hochschule für bildende Künste Hamburg und BA in Medienkultur (Fokus Film)) arbeitet freiberuflich im Film- und Medienbereich: am Set als Kamerafrau, in der Produktion, redaktionell sowie für diverse Filmfestivals seit 2004; 2017 für Performance Studies international #23 in der Kongressorganisation.

Tomasz E. Rudzik beginnt 2001 sein Regiestudium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München (Abteilung Kino- und Fernsehfilm). Sein abendfüllender Abschlussfilm Desperados on the Block wird in den Wettbewerb des renommierten 57. San Sebastian Internationalen Filmfestivals eingeladen und startet von dort aus eine große Festivaltour mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen. 2010 wird Tomasz E. Rudzik Meisterschüler an der Andrzej Wajda Master School in Warschau. Dort entdeckt er neben der Regie seine Leidenschaft für das Drehbuchschreiben. Beflügelt durch diese Erfahrungen wird er als Stipendiat der 22. Drehbuchwerkstatt München aufgenommen und entwickelt das Drehbuch für seinen Debütfilm Agnieszka, das 2011 für den Tankred Dorst Preis nominiert wird. Im Frühjahr 2015 wird Tomasz E. Rudzik für Agnieszka mit dem Bayerischen Filmpreis für die “Beste Nachwuchsregie” ausgezeichnet.
Im Mai 2017 nimmt Rudzik mit dem Kinoprojekt Die Schwarze Madonna an der 20. Screenwriters Master Class eQuinoxe Europe in Balestrand, Norwegen teil.

Foto: Bernd Hußnätter

Verena Marisa ist eine deutschbrasilianische Komponistin, außerdem eine der wenigen Interpreten am Theremin, dem einzigen berührungslos gespielten Instrument. Als Komponistin zeichnet sie für die Musik zu mehreren preisgekrönten Fernsehfilmen sowie zu vier Tatort-Folgen verantwortlich. Ihr Orchesterwerk New Era hatte kürzlich in der Münchner Philharmonie Premiere. Vergangenes Jahr brachte sie ihre Komposition Morphology mit großem Kritikerlob in der Tonhalle München zur Uraufführung. Mit dem Theremin trat sie beim Nockherberg-Singspiel vor knapp 3 Millionen Fernsehzuschauern auf. Ihr Soloprogramm spielt sie regelmäßig bei internationalen Festivals, zuletzt war sie damit beim Filmfestival Bozen zu Gast. Verena Marisa erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Deutschen Filmmusikpreis, den Berliner Opernpreis, den Franz-Grothe-Filmmusikpreis, den Deutschen Fernsehpreis (Bester Film) und den Förderpreis Musik der Stadt München.

Pressemitteilung (pdf)