Hamburger Filmgespräche
Hamburger Filmgespräch: Lone Star (OF)
USA 1996 | 135 min. | Regie: John Sayles | mit Chris Cooper, Elizabeth Peña, Kris Kristofferson u.a.
Mittwoch, 28.11.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Nicht weit von der texanischen Kleinstadt Frontera findet Sheriff Sam Deeds ein Skelett – und gleich daneben einen Sheriff-Stern. Damit beginnt für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Der Hauptverdächtige ist sein eigener Vater, der legendäre Buddy Deeds, der Mann, der immer alles richtig gemacht hat. Lone Star ist auch ein Film über das Leben der Menschen an der texanisch-mexikanischen Grenze, über kulturelle Befindlichkeiten und kulturelle Vorherrschaft. Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben.
Der Film zeigt den Sheriff beim Lösen eines sogenannten „cold case“. In der Diskussion möchten wir auf die tatsächliche Ermittlerarbeit eingehen.
Der Film wird als 35mm-Kopie in englischer Originalfassung gezeigt.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: National Bird (OmU)
USA 2016 | 92 min. | Regie: Sonia Kennebeck
Dienstag, 04.09.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Der moderne Drohnenkrieg gehört zu den umstrittensten militärischen Maßnahmen der Neuzeit. Das Töten per Joystick und die Verweigerung staatlicher Übernahme von Verantwortung lassen sich wie ein „Outsourcing“ kriegerischer Gewalt lesen.
In dieser Dokumentation wenden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter der Streitkräfte an die Öffentlichkeit, da sie mit ihrer Mitschuld am Tod ihnen völlig Unbekannter auf weit entfernten Schauplätzen nicht zur Ruhe kommen.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan)
Schweden 1960 | 89 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Max von Sydow, Birgitta Valberg, Gunnel Lindblom u.a.
Dienstag, 14.08.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Schweden im Mittelalter: Ein junges Mädchen wird auf dem Weg zur Kirche von Hirten überfallen, vergewaltigt und ermordet. Die Rache des Vaters ist schrecklich.
Ingmar Bergmans Klassiker des theologischen Kinos markiert nicht nur den Anfang des Rape-Revenge-Sub-Genres (Wes Craven nannte Bergman sein wichtigstes Vorbild für The Last House on the Left und Gaspar Noé löste wegen der Vergewaltigungssequenz in Irreversible einen ähnlichen Skandal aus wie seinerseits Die Jungfrauenquelle). Der Film thematisiert zeitlos das Leid von Angehörigen von Verbrechensopfern, Selbstjustiz und sucht nach einer Antwort, warum ein guter Gott Böses zulässt.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs, englische OF)
USA 1991 | 118 min. | Regie: Jonathan Demme | mit Jodie Foster, Anthony Hopkins u.a.
Mittwoch, 09.05.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Als 10. Hamburger Filmgespräch zeigen wir ein Highlight des Thriller-Genres! Um einen grausamen Serienmörder zu finden, setzt das FBI die eigene Mitarbeiterin Clarice Starling, die sich noch in Ausbildung befindet, als Lockvogel der besonderen Art ein: Sie soll das Interesse des inhaftierten, kannibalistischen Psychiaters Dr. Lecter an dem Fall wecken. Ihre Begegnung wird beide verändern.
Jonathan Demmes bildgewaltiger ‚amerikanischer Albtraum‘ nach dem Roman von Thomas Harris porträtiert auch einige der grausamsten Mörder der US-Historie wie Ted Bundy und Ed Gein, der bereits Vorbild für Psycho und Texas Chainsaw Massacre war.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Die Totenliste (The List of Adrian Messenger, dF, 35 mm)
USA 1963 | 98 min. | Regie: John Huston | mit Kirk Douglas, Robert Mitchum, Tony Curtis, Burt Lancaster, Frank Sinatra u.a.
Mittwoch, 14.03.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Der ehemalige Geheimdienstagent Anthony Gethryn steht vor einem Rätsel: Sein Freund Adrian Messenger ist unter mysteriösen Umständen ermordet worden. Der Tod des Schriftstellers scheint im Zusammenhang mit einer Liste zu stehen, auf der sich die Namen von elf Männern finden, die gemeinsam im Burmakrieg gedient haben. Alle fallen nach und nach unterschiedlichen Mordanschlägen zum Opfer. Gethryn macht sich auf die Jagd nach dem Serienkiller, doch die Raffinesse und ständig wechselnden Masken und Verkleidungen des Killers erschweren die Suche erheblich.
John Huston (Der Malteser Falke) schuf ein Juwel des ausklingenden Film Noir, der auch ein in der Kriminologie eher marginal behandeltes Thema aufgreift: beispiellose Verbrechen mit bizarrer Motivation wie die Eisenbahnattentate des Sylvester Matuska, die Germanwings-Katastrophe oder aktuell den BVB-Anschlag. Huston beeinflusste mit dem Plot auch spätere Klassiker des Thriller-Genres wie Neun im Fadenkreuz, Kill Bill oder RED.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Ex Machina (OmU)
USA 2014 | 108 min. | Regie: Alex Garland | mit Alicia Vikander, Domhnall Gleeson, Oscar Isaac u.a.
Dienstag, 23.01.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Caleb ist Programmierer bei einer mächtigen Internetfirma. Als er einen internen Wettbewerb gewinnt, darf er eine Woche in dem Anwesen des ebenso brillanten wie menschenscheuen Chef des Unternehmens, Nathan, verbringen. Dort soll er die Fähigkeiten von Nathans neuester Erfindung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz bewerten. Das Testobjekt ist Ava, ein ebenso intelligenter wie verführerischer weiblicher Roboter.
Eine seltsame Love-Story im Spannungsfeld von Robotik und künstlicher Intelligenz: Der einsame Programmierer Caleb soll prüfen, ob die Androidenfrau Ava den Turing-Test besteht – und kommt ihr dabei näher. Der Film Ex Machina – eine moderne Variante des Frankenstein-created-a-Woman-Motivs – handelt von den Schattenseiten der Digitalisierung: ständige Erreichbarkeit und Mobilität, permanente Überwachung und Kontrolle, gesellschaftliche Isolation und der Verlust menschlicher Beziehungen. Er berührt juristische Grauzonen, wenn er nach der Rechtsfähigkeit einer Maschine fragt bzw. ob diese für ihr Handeln verantwortlich ist, und thematisiert zugleich die Urangst, dass künstliche Intelligenz den Menschen ersetzt. Hochaktuell vor dem Hintergrund von Roboter-Kongressen und Debatten über Maschinenethik.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Die Kriminologische Filmreihe bei „Someday is Today“
Der Blog Someday is Today erwähnt in einem Beitrag über Arthouse-Kino die Kriminologische Filmreihe, Teil der Hamburger Filmgespräche der Interfilm-Akademie – vielen Dank!
Hamburger Filmgespräch: The Pledge (engl. OF)
USA 2001 | 124 min. | Regie: Sean Penn | mit Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Patricia Clarkson u.a.
Mittwoch, 13.12.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Friedrich Dürrenmatts pessimistische Weltsicht betrachtet die Welt als Labyrinth, den Menschen im Chaos gefangen und vom Zufall regiert. Dieses Konzept überträgt er auch auf die Detektivgeschichte Das Versprechen, welcher er den Untertitel „Requiem auf den Kriminalroman“ gab. Ein genialer wie fanatischer Ermittler scheitert an seiner eigenen Schlussfolgerung, weil ein zufälliges Ereignis den Lauf der Dinge ändert. Während die Verfilmung von Ladislao Vajda versöhnlich endet, bleibt die Umsetzung von Sean Penn werkgetreu, auch wenn die Handlung – die Suche nach einem mehrfachen Kindermörder – vom Schweizer Kanton Graubünden nach Reno, Nevada (USA) verlegt wird.
Jack Nicholson, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, spielt überzeugend einen scheiternden und verzweifelten Kriminalisten – die allgemeine Kritik an der Institution Polizei bleibt wie im Original bestehen. Vor allem soll mit dieser Vorführung an Friedrich Dürrenmatt gedacht werden: der Schweizer Dramatiker starb am 14. Dezember 1990.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Es geschah am hellichten Tag
BRD/Schweiz/Spanien 1958 | 100 min. | Regie: Ladislao Vajda | mit Heinz Rühmann, Sigfrit Steiner, Siegfried Lowitz u.a.
Mittwoch, 24.10.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Eine Mordserie an kleinen Mädchen versetzt den Schweizer Kanton Graubünden in Angst und Schrecken. Der Polizeikommissar Matthäi verspricht der Mutter eines der Opfer, den Täter zu finden. Als später ein Verdächtiger verhaftet wird und sich in der Zelle erhängt, scheint der Fall gelöst. Doch Matthäi hat Zweifel. Er stellt weitere Nachforschungen an und orientiert sich an einer Straße, die der Mörder offenbar befährt. Dort mietet er eine Tankstelle, versorgt von einer alleinstehenden Frau und ihrer kleinen Tochter. Sie wissen nicht, dass Matthäi indirekt das Mädchen als Lockvogel benutzt.
Im Kino der 1950er Jahre wirkt dieser Klassiker des Kriminalfilm-Genres wie ein Fremdkörper. Die vielschichtige Handlung ist vor dem Hintergrund von gegen Kindern gerichteter Gewalt und Mordaufrufen in sozialen Netzwerken von erschreckender Brisanz. Aufgrund seiner darstellerischen Leistung bekam Gert Fröbe fünf Jahre später die Titelrolle in der James-Bond-Verfilmung Goldfinger. Heinz Rühmann verkörpert überzeugend den fanatischen Ermittler, dessen Vorgehensweise auch die Frage nach deren ethischer Legitimität aufwirft. Die literarische Vorlage für den Film (Das Versprechen) stammt von dem Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.
Hamburger Filmgespräch: Schlechte Erziehung (La Mala Educación)
Spanien 2004 | 106 min. | Regie: Pedro Almodóvar | mit Gael García Bernal, Fele Martínez u.a.
Mittwoch, 26.07.2017, 19:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Im Spanien der Franco-Zeit entdecken zwei Jungen – Ignacio und Enrique – Liebe, Kino und Angst in einer christlichen Schule. Ihr Schulleiter Pater Manolo ist Täter und Zeuge zugleich. Die drei begegnen sich in 70er und 80er Jahren erneut, mit gewandelten Identitäten.
Almodóvars Meisterwerk handelt von sexuellem Mißbrauch und noch viel mehr: Kreativität, Selbsttäuschung und der Sehnsucht, sich zu verlieben. Der Zuschauer darf sich seiner Sache nicht zu sicher sein, mit jeder Wendung wechselt der Film sein Genre.
Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.





