Filmgespräch auf der Leinwand
Beim Lovecrafter Online ist ein Artikel von Stefan Preis und Franz Indra über das Hamburger Filmgespräch zu Deliverance vom 5. September erschienen. Er greift die Diskussion auf und vertieft sie weiter.

Während die Protagonisten zunächst noch Vergnügen aus dem Nervenkitzel der Fahrt durch Stromschnellen und der Jagd mit Pfeil und Bogen ziehen, werden die Begegnungen mit den in Abgeschiedenheit lebenden Einheimischen immer feindseliger. Schließlich münden sie in Quälereien, Vergewaltigung und Totschlag. Auf der Flucht verletzt sich der tonangebende Lewis schwer und fällt fortan als selbsternannter Anführer aus. Drew ertrinkt im Fluss – es bleibt unklar, ob zuvor auf ihn geschossen wurde. So kann es sein, dass am Ende die vier Städter die einzigen sind, die getötet haben.
Deliverance entwarf die Urformel für unzählige „Hillbilly“-Horrorfilme, weist aber weit darüber hinaus. Die „zivilisierten“ Menschen bilden selbst eine Gruppe voller Dynamik und Konflikte, die „Hinterwäldler“ erscheinen mehr als Rache der verachteten und verunstalteten Natur.
Dazu gibt es ein paar Fotos der Veranstaltung mit dem online auf die Kinoleinwand zugeschalteten Stefan! -> zum ganzen Artikel

Und beim Fluxkompensator ist heute Stefans Kritik zum Buch „Ork – ein kulturgeschichtlicher Streifzug“ von Jan Niklas Hochfeldt erschienen.
Dabei skizziert Hochfeldt eine Geschichte der Orks vor, bei und nach ihrem „Erfinder“ J. R. R. Tolkien, der sich bei deren Konzeption an seinem Wissen als Mediävist orientierte und dessen Wirken auch zentral für die Studie ist. Historisch geht das Konzept eines guten Helden, der unzählige Orks tötet und dabei moralisch integer bleibt, auf die bis heute gängige Praxis zurück, dem Kriegsgegner die Menschlichkeit abzusprechen.
Zwischenzeitlich haben sich die Orks „von der gesichtslosen, anonymen Masse hin zu Protagonisten entwickelt“. In der hochtechnologisierten Cyberpunk-Welt des Pen-and-Paper-Systems Shadowrun erscheinen Orks als marginalisierte Wesen, auf denen die selbst in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft lebenden Menschen mit Verachtung sehen – die Orks erschaffen daraufhin ihre „eigenen Refugien“ wie eigene Städte.
