Thema: Was haben wir gelacht
One-Future-Preis 2026 an „Was haben wir gelacht“ und „Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir“
Die Menschen unseres Jahrhunderts haben eine einzige unteilbare Zukunft – One Future. In diesem Sinne zeichnet der One-Future-Preis jedes Jahr einen Film aus dem Programm des Filmfests München aus, der diesen Gedanken in ethisch wie filmästhetisch überzeugender Weise umsetzt. Die Interfilm Academy Munich e.V. hat im Rahmen des 43. Filmfests München am 4. Juli 2025 zum 41. Mal Auszeichnungen vergeben, dieses Mal ex aequo an zwei Filme.
1. Preisträger
Der One-Future-Preis 2026 geht an den Film WAS HABEN WIR GELACHT von Eva Müller und Isabel Schneider (Deutschland 2026).
Begründung:
Der Dokumentarfilm führt uns zurück in das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 1990er und frühen 2000er Jahre zu der Frage: „Worüber hat man damals eigentlich gelacht?“ und legt die tradierten Muster offen, die Frauen dabei zum Objekt „zweiter Rolle“ degradieren. Der Film lädt ein, dieses gewohnte Verhalten nicht mehr zu bewahren, sondern kritisch zu hinterfragen und eigene Denkmuster zu überprüfen. Mit seiner klugen, humorvollen sowie tiefgründigen Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung und gesellschaftlichem Wandel ist der Film ein wichtiger Beitrag zum nötigen Dialog für die Gegenwart und ebenso für das Morgen. Der Film zeigt auf, dass Zukunft dort beginnt, wo wir bereit sind, uns auch gegenüber Frauen respektvoller zu benehmen – und vielleicht dabei auch anders zu lachen.
2. Preisträger
Der One-Future-Preis 2026 geht ex aequo an den Film Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir von Helena Hufnagel (Deutschland 2026).
Begründung:
Was haben ein 31-jähriger homosexueller Grflüchteter aus Iran und ein 101-jähriges Berliner Original gemeinsam: die Wohnung. Denn die Seniorin Agnes braucht Amir als Mitbewohner, um nicht ins Alterheim ziehen zu müssen. Was als von Skepsis geprägte Zweckgemeinschaft beginnt, wird mit der Zeit mehr, und die zwei finden Halt und Mut und neue Lebensperspektiven.
„Wohlfühlkino nach einer wahren Geschichte: Freundschaft kennt keine (Alters-)Grenze!“
– Katalog 43. Filmfest München 2026
Dieser alle Generation ergreifende, professionell gestaltete Spielfilm ermutigt angesichts der vielschichtigen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland (und anderswo) Zuschauer*innen, nicht aufzugeben, sondern sich kreativ den jweiligen sozialen Herausforderungen zu stellen und diese fantasiereich auch zu meistern.

Der internationalen Jury unter Vorsitz von Pfr. Eckart Bruchner (Deutschland) gehörten in diesem Jahr Galina Antoschewskaja (Russland), Ileana Cosmovici (Italien) und Christine Weissbarth (Österreich) an.


