Filmanalysen
Seltsame Träume
Zum 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann ist bei Splatting Image, dem „Magazin für den unterschlagenen Film“, ein Essay von Stefan Preis und Franz Indra erschienen. Diesmal geht es um Seltsame Träume in BLUE VELVET (1986) und A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984). Letztes Jahr hatten sie anlässlich des Todes von David Lynch ein Hamburger Filmgespräch zu BLUE VELVET veranstaltet.

Stefan Preis hat außerdem einen Artikel über Nikolai Gogols Hexengeschichte Der Wij für den Lovecrafter Online geschrieben sowie Kritiken zu Todesträume (1989) beim Fluxkompensator und bei Warp Core zu The Midnight Meat Train (2008), der in ersterer erwähnt wird. Am 13. März schließlich präsentiert er X-Tro im Rahmen der Reihe Bizarre Cinema im Hamburger Kommunalen Kino Metropolis.
Eine Anklage gegen die Perversion der Macht
Stefan Preis und Franz Indra haben für Splatting Image, das „Magazin für den unterschlagenen Film“, einen Beitrag zu DIE 120 TAGE VON SODOM (Salò o le 120 giornate di Sodoma, 1975) geschrieben. Grundlage war ihr Hamburger Filmgespräch anlässlich des 50. Todestages des Regisseurs Pier Paolo Pasolini.
DIE 120 TAGE VON SODOM ist beim ersten Sehen wie ein Schlag ins Gesicht, obwohl er kaum krasse explizite Bilder enthält und Pasolini jeglichen Voyeurismus konsequent unterbindet. Erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennt man, was alles in ihm steckt – wie etwa die stille Anklage gegen Künstler, die sich mit dem Unrecht arrangieren, durch Pasolini, der sein Leben lang gegen alle Widrigkeiten und Gefährdungen zu seinen Prinzipien stand.
Es dürfte Pasolini auch weniger um das gegangen sein, was als Sadomasochismus bezeichnet wird. Dabei handelt es sich auch um etwas Anderes als die in de Sades Schriften geschilderten Ereignisse. Sie waren aber die Vorlage für Pasolinis eigentliches Thema: Präzise und unerbittlich zeigt er, wie im Faschismus Menschen zerstört werden. Die Gräuel der faschistischen Regimes im 20. Jahrhundert sind inzwischen nicht mehr so präsent, der Begriff Faschismus wird zunehmend beliebig verwendet. Gerade deshalb ist es heute wichtig, die Filme Pasolinis zu sehen und seine Schriften zu lesen.

Für Filme, Serien und Stars hat Stefan Preis darober hinaus einen Artikel über Augen der Angst (1960) von Michael Powell geschrieben. Er geht dabei insbesondere auf Bezüge zu E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ ein. Am 24. Januar jährte sich Hoffmanns Geburtstag zum 250. Mal, weswegen übrigens auch gerade eine Sonderbriefmarke erschienen ist.
Video-Podcast zu „Vertigo“
In der aktuellen Filmanalyse bei Filme, Serien und Stars blicken David Dietrich, Stefan Preis und Franz Indra auf Obsession, Schuld und Begehren in Alfred Hitchcocks Meisterwerk VERTIGO von 1958. Sie sprechen über die Symbolik, den berühmten Vertigo-Zoom, die Filmmusik sowie darüber, weshalb der Film bis heute moderne Psychothriller geprägt hat. Außerdem: Was macht Scotties Perspektive so gefährlich – und warum fühlt sich Liebe hier wie ein Labyrinth an?

Stefan Preis hat außerdem beim Fluxkompensator einen Artikel über MARKHEIM (1971) geschrieben, Janusz Majewskis Verfilmung einer weniger bekannten Erzählung von Robert Louis Stevenson („The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“). Beim Lovecrafter Online erschien seine Kritik zu Stephen Kings NACHTSCHICHT (Graveyard Shift, 1990). Stefan zeigt NACHTSCHICHT am 20.02. im Rahmen von Bizarre Cinema im Hamburger Kommunalen Kino Metropolis.
Q&As auf dem Filmfest Hamburg 2025
Alle, die das Filmfest Hamburg verpasst haben, können sich auf Franz Indras Vimeo-Kanal einige Q&As ansehen – quasi als kleines Weihnachtsgeschenk…
Kafka geht in die Elm Street
Stefan Preis trotzt der Generativen Künstlichen Intelligenz, die das Internet immer weiter zumüllt, und hält mit menschengemachten Filmanalysen dagegen:
Für das Filmportal Fluxkompensator hat er Texte über JULIAS UNHEIMLICHE WIEDERKEHR (FULL CIRCLE, 1977) von Richard Loncraine mit Mia Farrow und Keir Dullea sowie MORD AN EINEM REGNERISCHEN SONNTAG (Mort un dimanche de pluie, 1986) von Joël Santoni geschrieben.

Bei unserem Kooperationspartner, der Deutschen Lovecraft Gesellschaft, ist seine Kritik zu CREEPSHOW 2 (1987) erschienen und bei Filme, Serien und Stars seine Betrachtung zu A NIGHTMARE ON ELM STREET 4 in der Lesart von Franz Kafka: A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master – Kafka kommt in die Elm Street. Auf dem YouTube-Kanal von Filme, Serien und Stars erzählt er, warum hinter Freitag der 13. (1980) mehr steckt, als du denkst…
Zuguterletzt hat der Oldlib Verlag ein Buch publiziert, an dem Stefan Preis mitgeschrieben hat: „Von Robin Hood zu Robin of Sherwood“.
Franz Indra kann da nicht ganz mithalten, hat aber zumindest beim Fluxkompensator eine Kritik zu DIE MY LOVE von Lynne Ramsay mit Jennifer Lawrence, Robert Pattinson, Sissy Spacek und Nick Nolte geschrieben.
Die Dämonen der Städte
Ende Juli / Anfang August zeigte das Hamburger Kommunale Kino Metropolis in der Reihe Retro-Horror ROSEMARY’S BABY (1968) von Roman Polanski sowie POSSESSION (1981) von Andrzej Zulawski. Stefan Preis und Franz Indra haben jeweils in den Film eingeführt und nun einen Artikel für den Lovecrafter Online geschrieben: In Die Dämonen der Städte untersuchen sie Gemeinsamkeiten der beiden Filme, auch in Hinsicht auf den damaligen Zeitgeist.
Essay zur Neuauflage von HACKERS
Am 28. August bringt Capelight Pictures HACKERS (1995) als limitiertes Mediabook auf 4K Ultra HD und Blu-ray heraus, inklusive Dolby Vision und HDR10, mit deutschem und englischem Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 und LPCM 2. Neben Angelina Jolie sind auch Jonny Lee Miller (Sick Boy aus TRAINSPOTTING) und Matthew Lillard (einer der Killer aus SCREAM) hier in einer der ersten Hollywood-Produktionen zu sehen, die sich mit dem Internet beschäftigten.
Zu den Bonus-Inhalten gehört ein Text, den Franz Indra exklusiv für diese Ausgabe geschrieben hat. Darin wirft er einen Blick zurück auf die Entwicklung des World Wide Webs in den Neunziger Jahren und kommt zum Schluss, dass der Film erstaunlich gut gealtert ist:
Iain Softley, der Regisseur von HACKERS – IM NETZ DES FBI, schneidet in das erste Duell zwischen Kate und Dade Bilder von Kämpfen aus alten Filmen, eine ungewöhnliche, charmante Idee. Später variiert er diese Assoziationen: Eine „Kamerafahrt“ entlang der Kabel, also der sprichwörtlichen Datenautobahn, montiert er mit Fahrten auf echten Straßen sowie durch das Gebäude, das gerade gehackt wird. Avatare der Hochhäuser säumen die Datenwege auf einer Platine. Vielfach wurden hier Modelle verwendet, da dem Produktionsteam Computeranimationen zu künstlich aussahen. Als Eugene später den Supercomputer der fiktiven Marke Gibson (vermutlich eine Anspielung auf „Neuromancer“-Autor William Gibson) bedient, wird dieses Konzept ironisch überhöht. Er sitzt an einer gigantischen Tastatur, die metaphorischen Bilder flimmern auf den Monitoren oder stehen als Säulen im Raum.
[…] Zudem spricht der Film ein jüngeres Publikum an. Dieses war bereits im Erscheinungsjahr gut damit beraten, nicht alle im Film behaupteten technischen Aktivitäten allzu ernst zu nehmen. Schließlich handelt es sich nicht um eine Dokumentation über Hacker, sondern einen Spielfilm, der stets zwischen Coming-of-Age-Komödie, Krimiplot und Abbildung der Hackerszene oszilliert. Trotz Situationskomik, überdrehten Charakteren und häufig ironisierenden Dialogen nimmt der Film seine Thematik durchaus ernst.
Stefan Preis wiederum hat für den Filmportal Fluxkompensator einen Essay über NEUN IM FADENKREUZ (SANS MOBILE APPARENT, 1971) geschrieben und spricht im dLG-Radio mit Nils Gampert über Hannibal Lecter und das kosmische Grauen.
VHS-Reviews und der Goldene Handschuh
Beim Media Collectors Club von Filme, Serien und Stars spricht „Mr. VHS“ Christoph in einem ausführlichen Interview mit Stefan Preis über den Kult-Horrorfilm FREITAG DER 13. aus dem Jahr 1980, der als Meilenstein des Slasher-Genres gilt.
Im Januar hatten Stefan Preis und Franz Indra bei den Hamburger Filmgesprächen Fatih Akin zu Gast. Sie zeigten und diskutierten seinen Film DER GOLDENE HANDSCHUH über den Serienmörder Fritz Honka. Kürzlich erschienen zwei Artikel in Zusammenhang mit den Verbrechen, die Hamburg in den 1970ern erschütterten: Die Tagesschau fragt angesichts einer Escape-Room-Tour zu den Morden: „Darf echtes Verbrechen zur Unterhaltung werden?“ Und die taz berichtet über einen neu aufgestellten Gedenkstein, der an die vier Frauen erinnert, die Fritz Honka umbrachte.
Video-Podcast zu „Suspiria“
Stefan Preis und Franz Indra nehmen bei Filme, Serien und Stars (nun in verbesserter technischer Qualität) den Kultklassiker SUSPIRIA (1977) von Dario Argento unter die Lupe – ein Meilenstein des italienischen Giallo-Genres und ein Film, der mit seiner einzigartigen Ästhetik, seinem surrealen Stil und dem ikonischen Soundtrack von Goblin Filmgeschichte geschrieben hat.

Video-Podcast zu „Easy Rider“
Bei Filme, Serien und Stars anaylsieren Sylvia Glatzer, Stefan Preis und Franz Indra EASY RIDER (1969) mit Dennis Hopper und Peter Fonda in den Hauptrollen. Wie wurde EASY RIDER zum Symbol des Umbruchs im amerikanischen Kino? Wie prägte der Soundtrack die neue Form des Erzählens? Warum polarisiert EASY RIDER trotz seines Kultstatus heute noch? Wir sprechen über die Ästhetik des Films, die Spannungen hinter den Kulissen und kreative Konflikte.

Zu EASY RIDER haben wir auch einen Artikel geschrieben.


