Monatliches Archiv: Oktober 2015

Münchner Filmgespräch: Memory Books – Damit du mich nie vergisst

Deutschland/Schweiz 2008 | 90  Min. | Regie: Christina Graf
Sonntag, 13.12.2015, 17:00
VHS Gasteig, Saal 0.117 EG

Memory Books - Damit du mich nie vergisst - StillIm Schein der Öllampe putzen sich Dennis und Chrissi jeden Abend die Zähne. Sehr gewissenhaft achtet der 10jährige dabei auf seine kleine Schwester. Seit ihre Mutter vor knapp einem Jahr gestorben ist, sind die beiden Vollwaisen. Zwei von ca. 2 Millionen AIDS-Waisen Ugandas. In dem ostafrikanischen Land ist deshalb ein besonderes Projekt entstanden: Infizierte Eltern schreiben mit ihren Kindern sogenannte Memory Books, Erinnerungsbücher. Offen und ehrlich, gleichzeitig aber sehr sensibel wird den Kindern nahe gebracht, dass sie bald auf sich alleine gestellt sein werden. Eltern und Kinder finden in dem Prozess des gemeinsamen Erinnerns und Schreibens unerwartete Stärke und Trost. Später werden die entstandenen Bücher den wohl wichtigsten Leitfaden im Leben der Waisenkinder bilden.

Die Regisseurin Christina Graf ist anwesend.

Münchner Filmgespräch: Albert – warum?

D 1978 | 108 Min. | Regie: Josef Rödl | mit Fritz Binner, Elfriede Bleisteiner, Michael Eichenseer u.a.
Sonntag, 15.11.2015, 17 Uhr
VHS Gasteig, Saal 0.117 EG
Albert warum? - StillDer Bauernsohn Albert, ein gutmütiger Riese, wird aus der Nervenheilanstalt entlassen und kehrt in sein Heimatdorf in der Oberpfalz zurück. Sein Vater hat den Hof inzwischen seinem Neffen Hans übergeben. Albert fühlt sich unnütz, überdies behandeln ihn die Nachbarn nur noch als „Dorf-Depp“, auch die Kinder verspotten ihn. Bei den Tieren, die ihn im Gegensatz zu seinen Mitmenschen nicht peinigen, sucht er Trost und Zuflucht – doch auch im Alkohol, der ihn endgültig zerstört.

Der Regisseur Josef Rödl ist anwesend.

Münchner Filmgespräch: Die Fremde

Österreich 2010 | 114 Min. | Regie: Feo Aladag | mit Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Derya Alabora u.a.
Sonntag, 11.10.2015, 17:00
VHS Gasteig, Saal 0.117 EG

DF_Videoload_neu.inddDie 25-jährige Türkin Umay steht mit ihrem Sohn Cem in Berlin vor der Haustür ihrer Eltern. Sie hat das Leben mit ihrem Ehemann in Istanbul nicht mehr ausgehalten. Zurückhaltend wird sie aufgenommen. Schon bald entscheidet die Familie: Cem muss wieder zum Vater zurück in die Türkei. Nur so kann die Familienehre wieder hergestellt werden. Umay reagiert panisch: Niemand soll ihr ihr Kind wegnehmen. So flieht sie wieder. Sie verliebt sich neu und sucht nach einiger Zeit erneut die Annäherung an ihre Familie.

Kinotreff Rio: Blues Brothers

USA 1979 | 142 Min. | Regie: John Landis | mit John Belushi, Dan Aykroyd, Kathleen Freeman, Cab Calloway, James Brown u.a.
Mittwoch, 20.01.2016, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Blues Brothers - StillMusikfilme faszinieren – und so werden sie oft zu Kultfilmen. Einer davon ist John Landis‘ Film Blues Brothers aus dem Jahr 1979 als kulturelles Zeugnis dieser Dekade des Aufbruchs. Zwei Kleinganoven und Musiker gründen eine Band, um mit den Einnahmen einer Tournee die Steuerschulden eines Waisenhauses zu tilgen. Ein rasanter Musik- und Actionfilm, der sich durch seinen anarchischen Umgang mit Autoritäten, seinen Einsatz für das Gute, seine zündenden Musiknummern und seine kultigen Hauptdarsteller auszeichnet.

Einführung und Diskussion: Axel Nitz, Komponist und Autor

Kinotreff Rio: Die rote Violine (Le violon rouge)

Kanada/Italien/USA/Vereinigtes Königreich/Österreich 1998 | 130 Min. | Regie: François Girard | mit Carlo Cecchi, Jean-Luc Bideau, Christoph Koncz u.a.
Mittwoch, 25.11.2015, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Die rote Violine - StillEine rote Violine macht eine Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte der Geschichte. In packenden Bildern und Episoden zeigt der Film die faszinierende Wirkung von Musik auf den Menschen, die Obsessionen und Leidenschaften und die immerwährende Frage nach dem Einfluss von Musik auf das Leben in einem unterschiedlichen politischen und sozialen Umfeld. Belohnt wurde dieses aufregende Sittengemälde mit einem Oscar für die Musik. Die Macht der Musik und die Unvergänglichkeit der Kunst: packend und inspirierend!

Einführung und Diskussion: Prof Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie München

Kinotreff Rio: Im Garten der Klänge (Nel giardino dei suoni)

Schweiz 2010 | 89 Min. | Regie: Nicola Bellucci
Mittwoch, 21.10.2015, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Nel giardino dei suoni - StillDer Schweizer Musiker, Klangforscher und Musiktherapeut Wolfgang Fasser arbeitet seit einer krankheitsbedingten Erblindung in einem Atelier für musikalische Improvisation mit Kindern, die an unterschiedlichen, schweren Behinderungen leiden. Er versucht mittels Klängen und Musik einen Kontakt zwischen den Kindern und der Außenwelt herzustellen. Dem Dokumentarfilmer Nicola Bellucci ist ein bezaubernd stiller, geradezu meditativer Film über die Macht der Musik gelungen. Man beginnt nicht nur mit den Ohren zu sehen, sondern auch mit den Augen zu hören.

Einführung und Diskussion: Dr. Frauke Schwaiblmaier, Musiktherapeutin

Kinotreff Rio: Die Regenschirme von Cherbourg (Les parapluies de Cherbourg)

Frankreich/BRD 1963 | 91 Min. | Regie: Jacques Demy | mit Catherine Deneuve, Nino Castelnuovo, Anne Vernon, Marc Michel, Ellen Farmer u.a.
Mittwoch, 23.09.2015, 18 Uhr
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München

Les parapluies de Cherbourg - StillEiner der Höhepunkte der Kinotreff Rio-Geschichte war der Film Die Regenschirme von Cherbourg von Jacques Demy aus dem Jahre 1963. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Filmreihe und zum Gedenken an Paula Linhart, die Gründerin des Kinotreff Rio, die 2012 im Alter von 106 Jahren verstarb, führen wir einen ihrer Lieblingsfilme nochmals auf. Er zeigt eine musikalisch erzählte Liebesgeschichte zwischen der Tochter einer Ladeninhaberin in Cherbourg und einem jungen Autoschlosser, der in den Algerienkrieg ziehen muss. Nach seiner Rückkehr finden beide zwar andere Ehepartner, doch sie leiden an der vergebenen Chance einer großen Liebe.

Einführung und Diskussion: Kirsten Martins, Kulturjournalistin (BR)

Die filmische Darstellung von Gated Communities

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Exklusion und einer paranoiden Sicherheitspolitik hat das Kino als Reaktion immer wieder merkwürdige und traurige Geschichten hervorgebracht. The Stepford Wives etwa handelt von der schrecklichen Vision einer frauenlosen Welt und The Village erzählt von der tragischen Utopie, in einer Gesellschaft ohne Gewalt leben zu wollen. Der vorliegende Text vergleicht beide Filme miteinander und reflektiert den sozioökonomischen Kontext, in welchen sie entstanden sind.
Die filmische Darstellung von Gated Communities am Beispiel von „The Stepford Wives“ und „The Village“ (pdf)

Die Herbstzeitlosen

Schweiz 2006 | 90 Min. | Regie: Bettina Oberli | mit Stephanie Glaser, Annemarie Düringer, Heidi Maria Glössner u.a.
Donnerstag, 15.10.2015, 15:15
Münchenstift Haus St. Josef Raum 2.199, Luise-Kiesselbach-Platz 2 / 81377 München

Die Herbstzeitlosen - StillKomödie um vier ältere Damen, die mit einer Dessous-Boutique das verschlafene Dorfleben im schweizerischen Ort Trub auf Trab bringen. Die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli lässt die vier Hauptdarstellerinnen unter Führung von Stephanie Glaser mit so viel Mutterwitz, Herzenswärme und Charme agieren, dass ihr eine Seltenheit gelungen ist: eine beschwingte Komödie über das Alter. Denn es ist nie zu spät, seine Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen.

Einführung und Diskussion: Prof Eckart Bruchner, Interfilm-Akademie München

Fünf-Seen-Filmfestival 2015

Das 9. Fünf-Seen-Filmfestival fand vom 29.07. bis 07.08.2015 statt und stellte mit 19.000 Besuchern einen neuen Rekord auf. Auf Leinwänden in Starnberg, Herrsching, Schloss Seefeld, Landsberg am Lech, Weßling, Steinebach am Wörthsee, Hochstadt und Diessen wurden über 160 Filme gezeigt, viele davon als Open-Air bei schönstem Wetter.

Das inzwischen recht große Festival hatte eigene Programme zu Filmen aus Québec, Taiwan und Indien, außerdem gibt es weiterhin die schöne Reihe „In Memoriam“ mit ausgewählten Filmen von im letzten Jahr verstorbenen Filmemachern oder Schauspielern. Den Ehrengästen Michael Verhoeven und Karl Markovics wurden Werkschauen gewidmet, zu den weiteren Gästen gehörten Edgar Reitz
, Edgar Selge und Marianne Sägebrecht.

In unserem Pressespiegel finden sich einige Artikel über das Festival.

Preise:
Fünf-Seen-Filmpreis: Chorus (Regie: François Delisle)
Bestes Drehbuch: The Gulls (Regie: Ella Manzheeva)
Dokumentarfilmpreis: Drifter (Regie: Gábor Hörcher)
Horizonte-Filmpreis; My Name is Salt (Regie: Farida Pacha)
Perspektive Junges Kino: Petting Zoo (Regie: Micah Magee)
Publikumspreis: Conducta – Wir werden sein wie Che (Regie: Ernesto Daranas). Dieser Film kommt im Januar 2016 in die deutschen Kinos.