Interfilm Academy News
03.02. Gautinger Filmgespräch: Schattenstunde
Deutschland 2021 | 79 min. | Regie: Benjamin Martins | mit Christoph Kaiser, Beate Krist, Sarah Palarczyk, Dirk Waanders u.a.
Donnerstag, 03.02.2022 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting
Dezember 1942: Im Büro von Adolf Eichmann. Der Romancier und Liederdichter Jochen Klepper wird zu einem der höchstrangigen Nazis zitiert. Kleppers Frau ist Jüdin. Der Mann soll sich scheiden lassen, dann darf er weiter schreiben. Jochen Klepper (1903-1942) kennen heute nur wenige. Wer heute ein evangelisches oder katholisches Gesangbuch aufschlägt, wird auf ihn stoßen. Mit dem Nazi-Regime bekam er keine Probleme wegen seiner Texte, sondern wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD und vor allem wegen seiner Ehe. Jochen Klepper ging lieber gemeinsam in den Tod als getrennt zu werden. Es ist eine ergreifende, aber keineswegs untröstliche Inszenierung. Basierend auf Kleppers Tagebuchaufzeichnungen findet Martins immer neue, immer wieder überraschende Stilmittel, um innerste Gewissenbisse, Zweifel, aber auch die Hoffnung auf Erlösung äußerlich sichtbar zu machen. (Quelle: Kino)
Einführung & Moderation: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Academy Munich
-> Tickets
30.03. Hamburger Filmgespräch: Die Elixiere des Teufels
BRD 1976 | 113 min. | Regie: Manfred Purzer | mit Dieter Laser, Christine Buchegger, Horst Frank u.a.
Mittwoch, 30.03.2022 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Mit den Elixieren des Teufels schuf E.T.A. Hoffmann ein Meisterwerk der Schwarzen Romantik. Der Kapuzinermönch Medardus trinkt im Kloster von einem verbotenen Elixier. Immer wieder begegnet er daraufhin seinem Doppelgänger, der ihn auf seinen fluchbeladenen und blutigen Irrfahrten verfolgt. Mit der dunklen Geschichte nimmt Hoffmann Aspekte der Freudschen Psychoanalyse und der modernen kriminologischen Forschung vorweg. Wir freuen uns auf schaurig-schönen Abend mit der werkgetreuen Verfilmung von Manfred Purzer!
Die Interfilm-Akademie zeigt den Film in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. Als Gast begrüßen wir Rainer Lewandowski, den früheren Intendanten des E.T.A.-Hoffmann-Theaters in Bamberg. Wir zeigen eine 35mm-Kopie.
Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets
26.01. Hamburger Filmgespräch: Die Nacht des Jägers (The Night of the Hunter, OF)
USA 1955 | 92 min. | Regie: Charles Laughton | mit Robert Mitchum, Shelley Winters, Lillian Gish u.a.
Mittwoch, 26.01.2022 19:30
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Der wegen Raubmordes zum Tode verurteilte Ben Harper teilt seine Zelle mit dem Wanderprediger Harry Powell, der nach seiner Entlassung Harpers Beute in seinen Besitz bringen will. Charles Laughton einzige Regiearbeit ist ein Meisterwerk des film noir mit Elementen des Märchenfilms. Robert Mitchum ist als missionsorientierter Serienmörder in einer seiner wenigen deutlich negativ konnotierten und zugleich besten Rollen zu sehen. (Nur in Heirate niemals einen Fremden, Ein Köder für die Bestie und Todfeinde verkörperte er ähnliche Charaktere.)
Entstanden ist der Film nach dem gleichnamigen Roman von David Grubb. Der Autor hat angegeben, einmal ein Springmesser gefunden zu haben, auf dem der Name Harry Powell eingraviert war. Dies habe ihn zu seiner Geschichte inspiriert. Kritik und Publikum reagierten ablehnend auf einen im expressionistischen Stil gedrehten Schwarzweißfilm, während der Farbfilm erste Erfolge feierte. 2008 kürte ihn das renommierte französische Filmmagazin Cahiers du Cinéma zum zweitbesten Film aller Zeiten.
Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets
19.01. Kinotreff Rio: Zwei Herren im Anzug
Deutschland 2018 | 139 min. | Regie: Josef Bierbichler | mit Josef Bierbichler, Martina Gedeck, Simon Donatz u.a.
Mittwoch, 19.01.2022 18:00
Rio Filmtheater, Rosenheimer Str. 46 / 81667 München
Die Sprachgewalt seines eigenen Romans Mittelreich hat Josef Bierbichler zu einem Drehbuch kondensiert und selbst als Regisseur und Hauptdarsteller in Bildgewalt übertragen: Mit vielfältigen filmgeschichtlichen Bezügen wird eine Familiensaga als Vergangenheitsbewältigung erzählt. Heimat wird zum Schicksal, filmische Detailtreue trifft auf emotionale Holzschnittartigkeit. Zwei Herren im Anzug werden zu geheimnisvollen Begleitern einer inneren Reise ins Vergessene und Verdrängte. Der Autor wird sein eigener Interpret. (Quelle: Theatergemeinde München)
Einführung und Diskussion: Rainer Hepler, Kunstpastoral
Neujahrs-Pressespiegel
Wir beginnen das neue Jahr mit einem Blick zurück: Die legendäre Filmkritikerin Ponkie ist am 30. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Süddeutsche Zeitung erwähnt in ihrem Nachruf auch den One-Future-Ehrenpreis, den ihr die Interfilm-Akademie beim Münchner Filmfest 2013 verliehen hat.
Durch das ständige kurzfristige Hin und Her bei den Vorgaben für Kulturveranstaltungen ist die Situation für das Kino Breitwand Starnberg – und damit natürlich auch für das Fünf-Seen-Festival – inzwischen recht bedrohlich geworden, schreibt ebenfalls die Süddeutsche Zeitung. Wir haben inzwischen ja gelernt, dass Kultur unter die Rubrik „Freizeit“ gezählt wird, hoffen aber darauf, unsere Zusammenarbeit mit Matthias Helwig auch dieses Jahr fortsetzen zu können.
Das Cinemamobile von Wolf Gaudlitz ist abgebrannt! Auch dies berichtet die Süddeutsche Zeitung, wenn auch hinter der Bezahlschranke. Doch es gibt Hoffnung: Ein Nachfolgegefährt ist bereits in Arbeit, damit Wolf Gaudlitz das mobile Wüstenkino schon bald wieder fortsetzen kann. Damit hatte er auch einen Auftritt in der Dokumentation Burkina Faso – Zwischen gestern und morgen der Interfilm-Akademie.
Und noch ein Hinweis: Im Beitrag zum Prix Interculturel 2021 wurde ein Foto ergänzt.
14.01. Münchner Filmgespräch: Ein Sommer in New York (The Visitor)
USA 2007 | 104 min. | Regie: Tom McCarthy | mit Richard Jenkins, Haaz Sleiman, Danai Gurira u.a.
Freitag, 14.01.2022 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München
Walter Vale, einst brillanter Wirtschaftsprofessor, lässt sich nach dem Tod seiner Frau ziellos durchs Leben treiben. Für einen Vortrag muss er nach New York und trifft dort in seiner alten Wohnung ein junges, afrikanisches Pärchen. Tarek und Zainab sind Opfer eines Immobilienbetrugs geworden, sie haben keinen anderen Ort zum Wohnen. Walter gestattet ihnen zu bleiben. Zwischen ihm und Tarek entwickelt sich eine Freundschaft, der junge Syrer bringt dem alten Professor das Trommeln bei. Die wilden Rhythmen erwecken in Walter neue Lebensfreude. Doch bei einer Fahrkartenkontrolle fliegt auf, dass Tarek illegal in den USA ist und er wird verhaftet. Ihm droht die Abschiebung. Zusammen mit Tareks verwitweter Mutter Mouna kämpft Walter für die Freilassung seines neuen Freundes… (Quelle: Münchner Volkshochschule)
Im Anschluß an den Film haben Sie die Möglichkeit, sich im Gespräch mit Filmexperte und Pfarrer Eckart Bruchner auszutauschen.
30.12. Gautinger Filmgespräch: Gracious Night (Yö armahtaa, OmeU)
Finnland 2020 | 90 min. | Regie: Mika Kaurismäki | mit Kari Heiskanen, Maria Kaurismäki u.a.
Donnerstag, 30.12.2021 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting
Helsinki in einer Nacht während der Pandemie. Die Bars sind geschlossen, es herrscht Ausgangssperre. Aber es sind dennoch Menschen unterwegs und wie es der Zufall will, treffen sie sich in jener geschlossenen Bar, in der Heikki die Tür nicht abgeschlossen hat. Seine Bar steht wegen der Corona-Pandemie unter großem finanziellen Druck. Es könnte die letzte Nacht für sie sein, denn Heikki hat eigentlich eine Entscheidung getroffen. Doch bei viel Wein kommt er mit seinen nächtlichen Gästen ins Gespräch. Krankenpfleger Risto hat eine lange und tragisch endende Schicht hinter sich. Die spätere Ankunft eines Fremden, der die Geburt seines Enkelkindes erwartet, erregt Verdacht, vor allem nachdem im Radio von einem Mord in der Gegend berichtet wird. (Quelle: Kino)
Einführung & Moderation: Pfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Academy Munich
-> Tickets
21.09. Hamburger Filmgespräch stellt vor: Traum ohne Ende (Dead of Night, 35 mm, OF)
Traum ohne Ende (Dead of Night, 35 mm, OF)
Vereinigtes Königreich 1945 | 99 min. | Regie: Alberto Cavalcanti, Charles Crichton, Basil Dearden und Robert Hamer | mit Michael Redgrave, Mervin Johns, Basil Redford, Roland Culver u.a.
Dienstag, 23.12.2021, 21:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg
Der psychologische Thriller, der mit menschlichen Urängsten spielt, wurde von vier Regisseuren, dicht an die schaurig-schöne Kaminatmosphäre der Dickenschen Weihnachtsgruselgeschichten erinnernd, in Szene gesetzt: Der Architekt Walter Craig reist zu einer Zusammenkunft auf dem Lande. Dabei wird er von düsteren Vorahnungen heimgesucht. Als er den Gastgeber und die anderen Gäste kennenlernt, glaubt er, sie bereits aus seinen Albträumen zu kennen. Daraus entwickelt sich eine Diskussion über das Übernatürliche und nacheinander erzählen die Gäste ihre unheimlichen Erlebnisse.
In seiner Einführung geht Stefan Preis auf die Bedeutung von Spiegeln und Puppen in den klassischen Horror- und Geistergeschichten von E.T.A. Hoffmann bis Stephen King ein.
Der Kinobesuch ist nach den jeweils aktuell gültigen Hygienevorgaben möglich. -> Tickets
10.12. Münchner Filmgespräch: Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling (Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom)
Südkorea / Deutschland 2003 | 102 min. | Regie: Kim Ki-Duk | mit Kim Ki-duk, Yeong-su Oh u.a.
Freitag, 10.12.2021 18:00
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München
Der Film erzählt die Geschichte eines Meisters – ein koreanischer, buddhistischer Mönch – und seines Schülers – ein Kind und Novize – als Kreislauf des Lebens. Schauplatz des Films und Lebenswelt der beiden Einsiedler ist eine Floß-Klause auf einem See. Beinahe unberührt von der Außenwelt führen die beiden ein schweigsames Leben, bestehend aus Arbeit, Gebet und Schlaf. Da wird die Idylle gestört. Eine junge, kranke Frau möchte in der Abgeschiedenheit wieder genesen. Der junge Mönch verliebt sich in das Mädchen und gemeinsam verlassen sie den Tempel. Doch weil im Leben wie in der Natur alles ein Kreislauf ist, kehrt der Schüler zurück – als Mörder seiner Frau. (Quelle: Münchner Volkshochschule)
Im Anschluß an den Film haben Sie die Möglichkeit, sich im Gespräch mit Filmexperte und Pfarrer Eckart Bruchner auszutauschen.
Der Prix Interculturel 2021 geht an „Topless“
Der Prix Interculturel 2021 geht an den Film Topless von Hannah Jandl von der HFF München, Deutschland 2021.
Begründung der Jury:
Der Filmtitel klingt vieldeutig. Umso mehr fasziniert dieser Dokumentarfilm, indem er inhaltlich wie formal ein Thema fokussiert: Schuhe und die Aussagen der Menschen, die sie tragen.
Gemäß dem Sinnspruch „Kleider machen Leute“ werden Schuhe von Passanten in München gefilmt, die, über deren Schuhe befragt, von sich selbst und ihrer eigenen Lebenssicht erzählen. Eine behutsame, sokratische Frageweise, stets auf die Schuhe konzentriert, und eine teilweise ikonographische Kamera befördern den interkulturellen Dialog beim Interview mit Passanten auf der Straße, im Rundgespräch der Schuhträger, sogar beim Tanzen, während man immer nur Schuhe sieht. Dabei kommen stets die unterschiedlichsten Lebenseinstellungen, Lebenssichten der Passanten verschiedener Herkunft, Migranten inklusive, zum Ausdruck und regen geschickt das Filmpublikum zur eigenen Reflexion an.
Lange hat sich die internationale Jury mit Topless beschäftigt. Am Ende aller gesichteten Filme war sie einstimmig weiterhin von der Ethik wie Ästhetik des Films Topless begeistert.
„Wir kommen barfuß auf die Welt und verlassen diese barfuß in die Ewigkeit. Dazwischen ringt jeder Mensch um Selbstfindung und Selbstausdruck in der jeweiligen Gesellschaft und hinterlässt gerade mit seinen Schuhen einen Fußabdruck. Schuhe sprechen Bände, wenn man welche besitzt!“, so das Resümee der Interfilm-Jury.
Topless wird auch im Beitrag 40 Jahre Filmschoolfest von kinokino vorgestellt.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Award Ceremony am 20. November in der Freiheitshalle statt. Der Prix Interculturel ist mit 2.000 € dotiert. Außerdem erhält die Preisträgerin, die auf der Bühne von ihrer Tonfrau Eva Gemmer vertreten wurde, eine vom Künstler Bernd Sauter gestaltete Trophäe.















