Interfilm Academy News

Prix Interculturel 2026 an Gloria Behrens

Die Interfilm-Akademie zeichnete am 31. Januar 2026 Gloria Behrens mit dem Prix Interculturel 2026 aus für ihr Gesamtwerk und ihr unermüdliches kulturpolitisches Engagement. Gloria Behrens ist eine Kämpferin für Frieden, ohne Respekt vor Konventionen, eine Aktivistin für den Erhalt der Schöpfung und Gerechtigkeit. Beeindruckend ist ihre hohe kommunikative Kompetenz, die Menschen aller Schichten und die verschiedensten Medien zusammenführt. Sie ist wie Wim Wenders Absolventin des A-Kurses, des allerersten Studienjahrs an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Preisträgerin Gloria Behrens und Eckart Bruchner, 1. Vorsitzender der Interfilm Academy Munich e.V. (Foto: Michael Teutsch)

26.02. Gautinger Filmgespräch: Mother’s Baby

Österreich / Deutschland / Schweiz 2025 | 107 min. | Regie: Johanna Moder | mit Marie Leuenberger, Hans Löw, Claes Bang, Julia Franz Richter
Donnerstag, 26.02.2026 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Gewinnerfilm des Fünf Seen Filmpreises beim Fünf Seen Filmfestival 2025

Die Isolation einer von ihrer Umwelt allein gelassenen Frau. Die 40-jährige Julia, eine erfolgreiche Dirigentin, und ihr Partner Georg wünschen sich ein Kind. Dr. Vilfort, Fruchtbarkeitsspezialist und Träger einer privaten Kinderwunschklinik, macht ihnen Hoffnung und empfiehlt eine experimentelle Methode. Durch eine erfolgreiche Behandlung in seiner Klinik wird Julia schwanger. Doch bei der Geburt kommt es zu Komplikationen: Julia darf ihr Baby nicht sofort in den Arm nehmen, stattdessen wird es umgehend zur Notversorgung in eine andere Klinik gebracht. Erst am nächsten Tag ist die junge Familie endlich vereint. Das Neugeborene sei trotz des Verdachts auf Sauerstoffunterversorgung kerngesund, wird Julia erzählt. Als sie es in den Händen hält, fremdelt sie zunehmend mit ihm.

Mehr und mehr wird die Anwesenheit des Babys zu einer Belastung für die Ehe, denn Julia hat Zweifel, ob das Baby, das sie nach Hause gebracht haben, wirklich ihr Kind ist. (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner

30.01. Münchner Filmgespräch: Taxi Teheran

Iran 2015 | 82 min. | Regie: Jafar Panahi | mit Jafar Panahi, Hana Saeidi, Nasrin Sotoudeh u.a.
Freitag, 30.01.2026 18:30
Münchenstift – Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76 / 81925 München

Mit viel Herz und Humor zeichnet der damals vom Regime mit einem Hausverbot belegte Jafar Panahi ein liebevolles Porträt der Menschen in seiner Heimat. Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die Fahrgäste erzählen freimütig, was sie umtreibt: Ein Filmschmuggler vertickt die neuester Staffel von The Walking Dead und Filme von Woody Allen. Zwei alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle aussetzen, und ein vorlautes kleines Mädchen erklärt seinen Anspruch auf Frappucino und seine Nöte beim Verwirklichen eines Kurzfilmprojekts für die Schule.

Am Steuer sitzt der Regisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde und nun geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest.

Einführung und Moderation: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Academy Munich e.V.

29.01. Gautinger Filmgespräch: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Achtung: anstelle des ursprünglich für den 29.01. geplanten SILENT FRIEND!

Deutschland 2026 | 135 min. | Regie: Simon Verhoeven | mit Senta Berger, Michael Wittenborn, Laura Tonke, Devid Striesow, Anne Ratte-Polle, Friedrich von Thun, Tom Schilling, Victoria Trauttmansdorff, Karoline Herfurth u.a.
Donnerstag, 29.01.2026 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Verfilmung des Bestsellers von Joachim Mayerhoff über seine Studienzeit in München, gedreht unter anderem in Gauting. Mit 20 wird Joachim unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht in die Villa zu seinen Großeltern, Inge und Hermann. Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, meist alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern versucht Joachim seinen Platz in der Welt zu finden – ohne zu wissen, welche Rolle er darin eigentlich spielt. (Quelle: Kino)

Der Film wurde zum Teil in Gauting gedreht. Senta Berger spielt die weibliche Hauptrolle unter der Regie ihres Sohns Simon Verhoeven. Ihr inzwischen leider verstorbener Ehemann Dr. Michael Verhoeven wurde 2023 von der Interfilm Academy Munich mit dem Ehrenpreis geehrt.

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner

Video-Podcast zu „Vertigo“

In der aktuellen Filmanalyse bei Filme, Serien und Stars blicken David Dietrich, Stefan Preis und Franz Indra auf Obsession, Schuld und Begehren in Alfred Hitchcocks Meisterwerk VERTIGO von 1958. Sie sprechen über die Symbolik, den berühmten Vertigo-Zoom, die Filmmusik sowie darüber, weshalb der Film bis heute moderne Psychothriller geprägt hat. Außerdem: Was macht Scotties Perspektive so gefährlich – und warum fühlt sich Liebe hier wie ein Labyrinth an?

Stefan Preis hat außerdem beim Fluxkompensator einen Artikel über MARKHEIM (1971) geschrieben, Janusz Majewskis Verfilmung einer weniger bekannten Erzählung von Robert Louis Stevenson („The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“). Beim Lovecrafter Online erschien seine Kritik zu Stephen Kings NACHTSCHICHT (Graveyard Shift, 1990). Stefan zeigt NACHTSCHICHT am 20.02. im Rahmen von Bizarre Cinema im Hamburger Kommunalen Kino Metropolis.

29.01. Gautinger Filmgespräch: Silent Friend

Achtung: Stattdessen wird nun Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke gezeigt!

Deutschland / Frankreich / Ungarn 2025 | 147 min. | Regie: Ildikó Enyedi | mit Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brumm, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Johannes Hegemann, Rainer Bock, Léa Seydoux u.a.
Donnerstag, 29.01.2026 19:30
Kino Breitwand Gauting, Bahnhofsplatz 2 / 82131 Gauting

Im Herzen eines botanischen Gartens in einer mittelalterlichen Universitätsstadt in Deutschland steht ein majestätischer Ginkgobaum. Dieser stille Zeuge hat über ein Jahrhundert lang den ruhigen Rhythmus der Veränderung über drei Menschenleben hinweg beobachtet.

2020 beginnt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der sich mit der Psyche von Babys beschäftigt, ein unerwartetes Experiment mit dem alten Baum.

1972 wird ein junger Student durch die einfache Handlung des Beobachtens und der Verbindung mit einer Geranie tiefgreifend verändert.

1908 entdeckt die erste Studentin der Universität durch die Linse der Fotografie heilige Muster des Universums, die in den bescheidensten Pflanzen verborgen sind.

Wir verfolgen ihre unbeholfenen Versuche, eine Verbindung herzustellen – jeder von ihnen tief in seiner eigenen Gegenwart verwurzelt –, während sie durch die stille, beständige und geheimnisvolle Kraft der Natur verwandelt werden. Der uralte Ginkgobaum bringt uns näher an das, was es bedeutet, Mensch zu sein – an unsere Sehnsucht nach Zugehörigkeit. (Quelle: Kino)

Einführung und Diskussion: Filmpfarrer Eckart Bruchner

15.01. Hamburger Filmgespräch: Der Schläfer (Sleeper, OF)

USA 1973 | 89 min. | Regie: Woody Allen | mit Woody Allen, Diane Keaton John Beck u.a.
Donnerstag, 15.01.2026 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Anlässlich des Todes von Diane Keaton

Miles Monroe wird in den Siebziger Jahren versehentlich eingefroren und erwacht erst Jahrhunderte später wieder. Er hat Schwierigkeiten, sich in der Schönen Neuen Welt der Sexroboter und Riesengemüse zurecht zu finden. Schließlich entpuppt sich das vermeintliche Paradies als bizarre Diktatur. Miles verliebt sich in Luna und versucht, gemeinsam mit ihr die Nase des Führers zu kidnappen.

Diane Keatons zweite Arbeit mit Woody Allen ist eine Hommage an das frühe Slapstick-Kino und endet mit einem (kleinen) Knall.

Moderiert wird die Veranstaltung von Filmemacher Franz Indra und Autor Stefan Preis. -> Tickets

Kafka geht in die Elm Street

Stefan Preis trotzt der Generativen Künstlichen Intelligenz, die das Internet immer weiter zumüllt, und hält mit menschengemachten Filmanalysen dagegen:

Für das Filmportal Fluxkompensator hat er Texte über JULIAS UNHEIMLICHE WIEDERKEHR (FULL CIRCLE, 1977) von Richard Loncraine mit Mia Farrow und Keir Dullea sowie MORD AN EINEM REGNERISCHEN SONNTAG (Mort un dimanche de pluie, 1986) von Joël Santoni geschrieben.

Bei unserem Kooperationspartner, der Deutschen Lovecraft Gesellschaft, ist seine Kritik zu CREEPSHOW 2 (1987) erschienen und bei Filme, Serien und Stars seine Betrachtung zu A NIGHTMARE ON ELM STREET 4 in der Lesart von Franz Kafka: A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master – Kafka kommt in die Elm Street. Auf dem YouTube-Kanal von Filme, Serien und Stars erzählt er, warum hinter Freitag der 13. (1980) mehr steckt, als du denkst…

Zuguterletzt hat der Oldlib Verlag ein Buch publiziert, an dem Stefan Preis mitgeschrieben hat: „Von Robin Hood zu Robin of Sherwood“.

Franz Indra kann da nicht ganz mithalten, hat aber zumindest beim Fluxkompensator eine Kritik zu DIE MY LOVE von Lynne Ramsay mit Jennifer Lawrence, Robert Pattinson, Sissy Spacek und Nick Nolte geschrieben.

17.12. Kinotreff Rottmann: Was uns verbindet (L’attachement)

Frankreich / Belgien 2024 | 106 min. | Regie: Carine Tardieu | mit Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmaï, Vimala Pons u.a.
Mittwoch, 17.12.2025 18:00
Neues Rottmann, Rottmannstr. 15 / 80333 München

Als das Ehepaar aus der Nachbarwohnung zur Entbindung ins Krankenhaus muss, erklärt sich eine alleinstehende Buchhändlerin Mitte 50 bereit, auf deren kleinen Sohn aufzupassen. Doch als die Mutter bei der Geburt stirbt, entwickelt die Nachbarin zu dem Jungen, dem verwitweten Vater und dem Neugeborenen eine tiefe Bindung, auch wenn sie dabei austarieren muss, wo ihre Grenzen sind. Ein warmherziges Porträt einer Frau, die sich in einem Leben als Single eingerichtet hat und sich darin wohlfühlt, aber durch die Umstände unversehens in eine Familie hineinwächst, ohne die klassische Mutterrolle übernehmen zu wollen. Ein unaufgeregtes Drama, das von überzeugenden Darstellern und liebevoll gezeichneten Figuren getragen wird. (Quelle: Kino)

Einführung und Gespräch: Filmpfarrer Eckart Bruchner, Interfilm Academy Munich e.V.